48 Fragen zu Aufwandsentschädigung mit Expertenantworten

Abrechnung Übungsleitertätigkeit

Wie rechne ich eine Übungsleitertätigkeit ab? Kann dies mit Beleg der Aufwandentschädigung aus der Kasse getätigt werden, oder muss man über das Lohnprogramm abrechnen?

Da Sie weder Steuern noch Sozialversicherungsabgaben abführen müssen, reicht eigentlich der einfache Beleg. Verein oder Stiftung sind allerdings verpflichtet die Voraussetzungen/Kriterien zur Zahlung des Übungsleiterfreibetrags (Nebenberuflichkeit, gemeinnützige Organisation, anerkannte Übungsleitertätgkeit) zu überprüfen. Außerdem empfiehlt es sich diese Übungsleitertätigkeit auf die Grundlage eines entsprechenden (Übungsleiter-/Honorar)Vertrages zu stellen.

Stand: 04. August 2011

Anrechnung Aufwandsentschädigung Hartz IV

Ich bin Jugendbegleiterin ehrenamtlich an einer Schule und bekomme eine Aufwandsentschädigung. Wird diese mit dem HartzIV-Geld verrechnet?

Grundsätzlich wird die pauschale Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten seit April 2011 (im Rahmen einer Reform des Sozialgesetzbuches II, § 11b Abs. 2 S. 3 SGB II) wie Einkommen aus Erwerbstätigkeit gerechnet. Gleichzeitig gilt aber ein Freibetrag von 200 Euro /Monat, so dass z.B. die Übungsleiterpauschale von 2400 pro Jahr bzw. 200 Euro pro Monat oder auch die Ehrenamtspauschale von 720 Euro pro Jahr oder 60 Euro pro Monat anrechnungsfrei bleiben. Verschlechtert haben sich allerdings die Anrechnungsbedingungen, wenn man neben der pauschalen Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeit weiteres Einkommen z.B. aus einem Minijob hat. Anders als früher werden jetzt beide Einnahmen gemeinsam unter die Anrechnungsregeln gestellt und damit haben sich die Zuverdienstgrenzen insgesamt vermindert.

Stand: 12. Mai 2015

Anrechnung Aufwandsentschädigung Hartz IV

Wie wird eine Aufwandsentschädigung auf Hartz - IV - Leistungen angerechnet. Laut 1. April 2011 gibt es dazu eine in Kraft getretene Reform. Wo finde ich den Paragraphen dazu?

Auch die höhere Aufwandsentschädigung in Form der Übungsleiterpauschale (2100 Euro, seit 2013: 2400 Euro) wird auf Hartz V Leistungen, bzw. Arbeitslosengeld II nicht angerechnet. Der Monatsbetrag (200 Euro) liegt unterhalb der Anrechnungsgrenze von 50% des sogenannten Eckregelsatzes (200 Euro). Die tatsächlich vorhandenen Planungen in enem Regierungsentwurf zur Anrechnung als sonstiges Einkommen wurden im Februar  nach einer entsprechenden Empfehlung des Vermittlungsausschusses vom Bundestag (Bundestags-Drucksache 17/4719) fallen gelassen. Am 26.02.2011 stimmte dem auch der Bundesrat zu (Bundesrats-Drucksache (109/11/Beschluss).
Gibt es allerdings weitere Nebeneinkünfte, etwa über eine geringfügige Beschäftigung (Minijob), dann werden seit April 2011 (im Rahmen einer Änderung des Sozialgesetzbuches II) Aufwandsentschädigungen im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit und diese Einkünfte zusammengenommen auf das Arbeitslosengeld II angerechnet.

Stand: 19. Mai 2015

Anspruch auf Aufwandsentschädigung

Besteht für ein Ehrenamt eine gesetzliche Regelung für eine Aufwandsentschädigung? Wenn ja, in welchem Gesetz kann man das nachlesen?

Zum 10 Oktober 2007 wurde das »Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements« verabschiedet, das eine neue Regelung für eine pauschale, steuerfreie Aufwandsentschädigung für alle ehrenamtlichen Tätigkeiten (im Auftrag von - anerkannt - gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen oder öffentlich-rechtlichen Organisationen) in Höhe von 500 Euro pro Jahr einführte. Mit dem »Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts« wurde diese Pauschale im März 2013 auf 720 Euro erhöht. Um aber allen Missverständnissen vorzubeugen: Ein Anspruch auf eine solche Aufwandsentschädigung läßt sich daraus nicht ableiten. Es wurde nur die Möglichkeit für gemeinnützige Organisationen geschaffen eine solche Aufwandsentschädigung an Ehrenamtliche (als auch finanzielle Anerkennung) auszubezahlen, die diese steuerfrei einnehmen können.   Vor dieser sogenannten Ehrenamtpauschale existierte bereits die sogenannte Übungsleiterpauschale für bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten (Übungsleiter im Sport und in der Musik, erzieherische Aufgaben usw.) die  2007 mit diesem Gesetz auf einen Betrag von 2100 Euro und ab 2013 auf 2400 Euro erhöht wurde. Weitere Einzelheiten finden Sie hier: http://www.buergergesellschaft.de/praxishilfen/arbeit-im-verein/neuregelungen/106502/ Der Wortlaut dieses Gesetzes findet sich hier : http://www.buergergesellschaft.de/praxishilfen/arbeit-im-verein/texte-zum-download/104209/   

Stand: 09. Mai 2015

Arbeitszimmer bei ehrenamtlicher Tätigkeit.

Ist es möglich, Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer bei der Steuererklärung in Abzug zu bringen, wenn durch die ehrenamtliche Tätigkeit Bürotätigkeit in den eigenen Räumen zu erledigen ist. Die Vergütung bis zu 500,-- (2013: 720) Euro bzw. auch höher beträgt.

Dies ist mit der Begründung einer (nebenberuflichen) ehrenamtlichen Tätigkeit nicht möglich. Sowohl der sogenannte Ehrenamtsfreibetrag (bis zu 500 Euro bzw. seit 2013 720 Euro) als auch die sogenannte Übungsleiterpauschale (bis zu 2100, seit 2013 2400 Euro) sind bereits steuerbefreite pauschale Aufwandsentschädigungen. Neben ihrem Bezug dürfen zwar zusätzlich weitere konkrete Aufwendungen im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit mit der gemeinnützigen Institution (Verein usw.) für die man tätig ist gegen Nachweis (Fahrtkosten usw.) abgerechnet werden. Ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich abzusetzen ist nur möglich im Rahmen des Geltend Machens von Betriebsausgaben der Werbungskosten für selbstständig oder nicht-selbständig erzieltes Erwerbseinkommen.

Stand: 19. Mai 2015

Aufwandsentschädigung

Darf der Verein meine Aufwandsentschädigung auch bar Auszahlen(gegen Quittung) oder ist das verboten?

Gegen eine Barauszahlung von Aufwandsentschädigungen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, soweit es darüber eine schriftliche Vereinbarung gibt und der Empfang quittiert wird.

Stand: 22. Mai 2012

Aufwandsentschädigung

Als Vorsitzender eines Vereins habe ich folgende Fragen:Bis wie viele Jahre zurück kann ein Vorstandsmitglied Aufwandsentschädigung geltend machen? Gibt es da eine Verjährungsfrist? Wenn weder in der Satzung noch durch Vorstandsbeschluss eine pauschale Aufwandsentschädigung festgelegt wurde, sind dann die geltend gemachten Posten einzelnen aufzuführen und zu belegen? (z.B. Porto- Telefon- oder Fahrtkosten)

1. Eine generelle, gar gesetzlich geregelte Verjährungsfrist für die Aufwandserstattung für (ehrenamtliche) Tätigkeiten als Vorstand oder Mitglied eines Vereins gibt es nicht. Die ehrenamtliche Arbeit im Verein erfolgt in vielen Fällen (so im Grunde vom Gesetzgeber im Vereins- und gemeinnützigen Steuerrecht auch intendiert) sogar ohne Geltendmachung der persönlichen Auslagen. Wird der reale Aufwand erstattet, beruht dies auf der Vereinbarung zwischen Verein und Vorstand bzw. Mitglied, die dann in der Regel dann auch bestimmt ab wann es diese Aufwandserstattung (gegen Beleg) gibt. Gegenüber dem Finanzamt ist dann auch darauf zu achten, dass diese Erstattungen zeitnah (normaler Weise im laufenden Geschäftsjahr und nur im Ausnahmefall nachträglich, aber in jedem Fall zwischen den dreijährigen Überprüfungszyklen der Finanzämter) erfolgen. Nachträgliche Zahlungen könnten zu sehr unangenehmen Nachfragen oder gar zur Gefährdung der Gemeinnützigkeit führen. 2. Aufwandsentschädigungen gegen Beleg können immer, d.h. ohne entsprechende Satzungsbestimmung ausgezahlt werden. Der Verein sollte dies aber doch einmal beschlossen haben und zwar dann besser in der Mitgliederversammlung als nur im Vorstand (der sonst leicht in den Ruf geraten könnte, sich durch einen eigenen Beschluss selbst am meisten zu begünstigen). Pauschale Aufwandsentschädigungen (etwa den Übungsleiterfreibetrag in Höhe von 2400 Euro/Jahr oder den Ehrenamtsfreibetrag in Höhe von 720 Euro) können an für den Verein Tätige (Mitglieder wie Nichtmitglieder) auf der Basis eines MV- oder Vorstandsbeschlusses ausgezahlt werden, wenn die Satzung dem nicht ausdrücklich widerspricht (etwa durch eine Bestimmung "Alle Arbeit im Verein ist ehrenamtlich"). Für reine Vorstandstätigkeit kann der Ehrenamtsfreibetrag nur dann und auch erst ab dem Zeitpunkt gezahlt werden, wenn die Satzung eine Bestimmung im Sinne der folgenden Fomulierung enthält "Für die Vorstandstätigkeit kann eine angmessene Vergütung gezahlt werden". Diese könnte grundsätzlich auch den Betrag von 720 Euro übersteigen, wäre für den Bezieher dann allerdings nicht mehr steuerfrei

Stand: 12. Mai 2015

Aufwandsentschädigung

Ein Mitglied unserer Gesellschaft soll 1 x wöchentlich die Geschäftstelle unseres Vereins besetzt halten und zwar für 3 Stunden. In welcher Höhe kann hier eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden?

Im Sinne einer für beide Seiten kostengünstigen Aufwandsentschädigung als steuerfreie Vergütung nach dem gemeinnützigen Steuerrecht kommt für diese Art der ehrenamtlichen Tätigkeit zunächst nur die sogenannte Ehrenamtspauschale in Höhe von 500 Euro pro Jahr (seit 2013: 720 Euro/Jahr) in Betracht (wegen der Anforderungen an das Tätigkeitsprofil nach § 3 Nr. 26 Einkommenssteuergesetz beibt die deutlich höhere Übungsleiterpauschale von 2.100 [ab 2013: 2400] Euro ausgeschlossen). Diese Pauschale bliebe für das Mitglied als Vergütung steuerfrei und für den Verein entstünden keine darüber hinausgehende Kosten in Form von Steuern oder Sozialabgaben. Ein monatlicher Durchschnittsbetrag von 41,67 Euro (2013: 60 Euro) bei etwa 12 Stunden Arbeitszeit (bei 3,47/5,- Euro/Stunde) würde vermutlich (zumindest bei dem Mitglied) als nicht angemessen empfunden werden. Hier gäbe es nun noch die Möglichkeit der Kombination der Ehrenamtspauschale mit einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob bis zu 450 Euro). Für das Mitglied, das die Tätigkeit übernimmt bliebe auch dieser Betrag steuerfrei (mit der Einschränkung, das es nicht bereits einen anderen Minijob ausübt). Der Verein müsste für diesen zusätzlichen Betrag aber auch weitere 30 % pauschale Sozialabgaben (28%) und Steuern (2%) abführen. Als rechnerisches Beispiel einer solchen Kombination könnte man einen Stundensatz von 20 Euro und einen monatlichen Gesamtbetrag von 240 Euro zu Grunde legen, der an das Mitglied ausbezahlt wird. Lediglich für die knapp 180 Euro im Anteil der Vergütung als geringfügige Beschäftigung müsste der Verein zusätzlich 54 Euro an pauschalen Abgaben einkalkulieren und käme auf einen Gesamtbetrag der Vergütung/Aufwandsentschädigung von 294 Euro.
Dabei sollten vereins- und gemeinnützigkeitsrechtliche Rahmenbedingungen beachtet werden, etwa dass es sich um eine nebenberufliche Tätigkeit des Mitglieds handeln muss, das es sowohl Ehrenamtspauschale und Minijob nur jeweils ein Mal in Anspruch nehmen kann. Der Verein sollte, so weit er nicht bereits eine entsprechende Klausel in der Satzung über die Möglichkeit von Vergütungen hat, eine solche Regelung dann auch per Beschluss der Mitgliederversammlung einführen. Sollte es sich bei dem Mitglied auch um ein Mitglied des Vorstands handeln, müsste die Satzung in jedem Fall einen Passus über die Möglichkeit der angemessenen Vergütung für Mitglieder des Vorstands enthalten, bzw. dann über eine Satzungsänderung bekommen.

Stand: 12. Mai 2015

Aufwandsentschädigung bei künstlerischer Tätigkeit

Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der im Sommer Theateraufführungen (ca. 15 Vorstellungen) mit professionellen Schauspielern (Status:selbstständig bzw. (einer) Arbeitslosengeld II) und Laiendarsteller (Kinder aus der Region) durchführt. Alle Mitwirkenden (Darsteller, Techniker, Abenddienste usw.) der Aufführungen haben wir bisher über die Ehrenamtspauschale honoriert (für die Schauspieler lediglich ein »Gnadenbrot«) Nun würden wir gern den Darstellern die steuerfreie Pauschale für künstlerische Tätigkeit (ca. 800 Euro) zahlen!? Die Abgrenzung zum Hauptberuf ist uns nicht ganz klar, sie sind »nebenberuflich« für 3 Monate »für künstlerische Tätigkeiten« engagiert, Arbeitnehmer hat der Verein überhaupt nicht. Das sogenannte ein Drittel der Arbeitszeit gegenüber einem Vollzeiterwerb trifft zu (kleiner). Könnten wir den Darstellern eine Aufwandsentschädigung im Sinne §3 Nr.26 ESTG zahlen?

Auf der Grundlage Ihrer Informationen (und Sie haben ja schon detailliert recherchiert) spricht aus unserer Sicht nichts gegen ein Honorar auf der Basis der Übungsleiterpauschale, die ja bis zu 2400 Euro/Jahr zugesteht. Auch in der Abgrenzung zwischen Hauptberuf und nebenberuflicher Tätigkeit sehen wir keine Probleme.
Vorsichtig sollten Sie vielleicht bei der Auszahlung für denjenigen sein, der ALG II bezieht, da es mit einzelnen Jobcentern gelegentlich Konflikte wegen der Verrechnungsregeln nach dem Sozialgesetzbuch (SGB II) gibt. Hier sind die Einnahmen bis zu 50% des Eckregelsatzes (nach SGB II), das entspricht einem monatlichen Betrag von gegenwärtig 200 Euro anrechnungsfrei. Allerdings ist eine ehrenamtliche Tätigkeit, die 15 Stunden überschreitet, in jedem Fall mitteilungspflichtig. Es wäre in jedem Fall ratsam diese Honorar auf mehrere Monate (Vorbereitung usw.) in der genannten Höhe zu strecken.
Sie sollten auch daran denken, dass Sie neben der Pauschale (als Honorar) zusätzlich Entschädigungen für echte und nachweisbare Aufwendungen (Fahrtkosten, Material, Telefon usw.) auszahlen können.

Stand: 19. Mai 2015

Aufwandsentschädigung in der Satzung

Muss die Möglichkeit zur Zahlung der 500 € Pauschale in der Vereinssatzung genannt sein ? War dazu eine Frist bis Ende 2010 zur etwaigen Sazungsänderung einzuhalten ?

Generell muss die Zahlung einer solchen steuerfreien Aufwandsentschädigung(Ehrenamtspauschale) nicht in der Satzung geregelt sein, dort wo sie als Vergütung für die normale ehrenamtliche Helfer-Tätigkeit erfolgt. Die Frage zielt vermutlich auf den speziellen Ausnahmefall der Zahlung dieser Pauschale von 500 EURO (seit 2013 720 EURO) für die ehrenamtliche Vorstandstätigkeit in Vereinen. In diesem Fall, wenn also ein Vorstandsmitglied für seine (Geschäftsführungs-)Tätigkeit die Ehrenamtspauschale erhalten soll, muss die Satzung eine entsprechende Regelung über die Vergütung der Tätigkeit von Vorstandsmitgliedern enthalten. Dabei empfiehlt es sich, diese Bestimmung allgemein (und nicht auf die Ehrenamtspauschale beschränkt) zu halten, etwa nach dem Muster "Mitglieder des Vorstands dürfen für Ihre Tätigkeit eine angemessene Vergütung erhalten". Damit ist dann die Zahlung der (steuerfreien) Ehrenamtspauschale abgedeckt, aber auch eine eventuell höhere (dann nicht mehr steuerfreie) Vergütung, wenn etwa ein Vorstand quasi neben- oder hauptberufliche Geschäftsführungsfunktionen übernimmt. In der Tat steht damit auch die von den Finanzbehörden gesetzte Frist bis zum (Steuerjahr) 2010 in Zusammenhang. Sie gilt aber nur für die Vereine, die seit der Einführung der Ehrenamtspauschale im Jahr 2008 die Pauschale an Vorstandsmitglieder ausgezahlt haben, ohne über einen Passus in der oben angegeben Art in der Satzung zu verfügen (und damit eigentlich gegen das gemeinnützige Steuerrecht zu verstoßen). Sie haben bis zum Ablauf dieser Frist (also in der Regel mit der Abgabe des Jahresabsschlusses für 2010 in 2011) Zeit um die Satzungsänderung (mit der Mitgliederversammlung) zu beschließen und beim Vereinsregister eintragen zu lassen. Dadurch werden auch die Zahlungen ab 2008 gleichsam gemeinnützigkeitsrechtlich legitimiert, und es entstehen für die Vereine keine negativen steuerlichen Konsequenzen.

Stand: 09. Mai 2015

Aufwandsentschädigung Kassenwart

In unserem Verein hat der Kassenwart gewechselt (der vorherige ist verstorben). Da aufgrund des Todes keine richtige Übergabe stattfinden konnte, hatte der neue Kassenwart einen erheblichen Aufwand zum Einstieg in die neue Funktion. Dafür möchten wir (der restliche Vorstand) ihm eine Art Aufwandsentschädigung zukommen lassen. Welche Möglichkeit gibt es dafür (in der Satzung steht: "Die Tätigkeit des Vorstandes und der sonstigen Mitglieder erfolgt ehrenamtlich.")

Nach den zitierten Satzungsbestimungen gibt es gegenwärtig formal keine (vereins- und gemeinnützigkeitsrechtlich unschädliche) Möglichkeit zur Zahlung einer Aufwandsentschädigung. Voraussetzung wäre eine von der Mitgliederversammlung (mit entsprechenden Entscheidungsmehrheiten) beschlossene Satzungsänderung, die die bisherige Bestimmung "Die Tätigkeit des Vorstandes und der sonstigen Mitglieder erfolgt ehrenamtlich." durch eine dieser Art "Der Vorstand kann für seine Tätigkeit eine angemessene Vergütung erhalten" ersetzt. Danach könnte dem Kassenwart eine bis zur Höhe von 500 Euro (seit 2013: 720 Euro) reichende Aufwandsentschädigung im Rahmen des sogenannten Ehrenamtsfreibetrags gezahlt werden, die für ihn auch steuerfrei bliebe. Andere "informelle" Lösungen sind nicht ratsam.

Stand: 12. Mai 2015

Aufwandsentschädigung und Grundsicherung

Guten Tag, ich bin Rentnerin und bekomme zu meiner Rente (515,00€) noch Grundsicherung dazu. Wie verhält es sich bei mir mit einer Aufwandsentschädigung? Ich bin Schulbusbegleiterin, 20Std im Monat, sind 5Std. in der Woche und werde von einem gemeinützigen Verein dafür bezahlt. 40,00€ im Monat und 10 Monate im Jahr

Pauschale Aufwandsentschädigungen (Ehrenamts- und Übungsleiterfreibetrag) werden seit einer Reform im April 2011 nach SGB II und SGB XII (Grundsicherung) grundsätzlich wie Einkommen aus Erwerbstätigkeit betrachtet und angerechnet. Für beide Bereiche gibt es dann allerdings Freibeträge. Im Bereich der Grundsicherung (SGB XII) liegt dieser Freibetrag unseres Wissens bei einem Satz von 25 % der entsprechenden Regelbedarfstufe. Bei Regelbedarfsstufe 1 (394,-- Euro) läge der monatliche Freibetrag bei 60 Euro (zuzüglich einer sogenannten Arbeitsmittelpauschale von 5,20 Euro), d.h. in diesem Fall würde der monatliche Betrag von 60 Euro nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Generell würde man mit der sogenannten Ehrenamtspauschale in Höhe von bis zu 720 Euro pro Jahr unter dieser Freibetragsgrenze bleiben, nicht aber mit der deutlich höheren Übungsleiterpauschale (2400 Euro/Jahr oder 200 Euro/Monat). Bei diesen Beträgen sind uns Beispiele in vielen Kommunen bekannt, in denen dann ein entsprechend hoher Anteil dieser pauschalen Aufwandsentschädigung auf die Grundsicherung angerechnet wird.
Art und Umfang der Grundsicherungsleistungen hängen sehr von den individuellen Voraussetzungen ab. Deswegen sollte in jedem Fall eine individuelle Abklärung mit den zuständigen Sozialversicherungsträgern bzw. dem Sozialamt erfolgen.

Stand: 12. Mai 2015

Aufwandspenden

Ist es möglich als Verein eine Spendenbescheinigung für eine Dienstleistung auszustellen? Z.B. wenn jemand ehrenamtlich eine Website erstellt oder einen Flyer designt... Wie muss man das dann machen, damit es seine Richtigkeit hat?

Grundsätzlich sind auch solche Leistungs- oder Aufwandsspenden möglich, allerdings unter sehr eng begrenzten Rahmenbedingungen und unter Umständen auch ohne wirklich positiven steuerlichen Effekt für den Spender. Nach § 10b Abs. 3 des Einkommenssteuergesetzes ist der Spendenabzug für solche (Dienst-)Leistungen eigentlich ausdrücklich ausgeschlossen. Möglich wird eine solche Leistungspende durch ihre Umwandlung in eine Geldspende, d.h. der "Spender" stellt seine Leistung in Rechnung und spendet das erhaltene Geld zurück. Das Verfahren kann abgekürzt werden, indem auf die Auszahlung des in Rechnung gestellten Betrage verzichtet wird, allerdings immer unter der Voraussetzung das eigentlich ein (vertraglich abgesicherter) Rechtsanspruch auf die Auszahlung besteht. Da allerdings in der Regel solche Erträge aus Leistungen einkommenssteuerpflichtig sind hat der Spender unter Umständen von dieser Leistungspende keinen Steuervorteil, denn er muss einerseits den Ertrag aus seiner Leistung für sein Einkommen angeben, um dann über die Spende sein zu versteuerndes Einkommen wieder um den gleichen Betrag zu mindern.
Möglich und steuerlich dann für den Spender von Vorteil ist die sogenannte Aufwandsspende. Bei ihr erbringt der Spender eine Leistung, einen Aufwand, für den über die Satzung oder über einen entsprechenden Vertrag (auch über Ehrenamts- oder Übungsleiterfreibetrag) ein Anspruch auf Vergütung oder Ersatz von Aufwendungen vereinbart wurde. Unmittelbar nach Erbringung der Leistung verzichtet der "Spender" auf die Erstattung und erbringt so eine Geldspende, die bescheinigt werden kann. Allerdings darf nicht vorher (schon gar nicht in dem Vertrag oder in der Satzungsbestimmung) der Verzicht vereinbart werden und so besteht zunächst der Vergütungsanspruch und der Spender muss dann auch wirklich freiwillig verzichten. Eine Rechtsgrundlage für den Verzicht gibt es nicht. Im Zweifelsfall muss der Verein auch die Ernsthaftigkeit des Vergütungsanspruchs dadurch nachweisen, dass er grundsätzlich in der Lage ist, den entsprechenden Betrag aufzubringen.
Für diese Ernsthaftigkeit des Erstattungsanspruches (und damit der Anerkennung der Aufwandsspende durch die Finanzbehörden) ist weiterhin wichtig, wie bereits erwähnt, entsprechende satzungsmäßgie Bestimmungen und/oder ein entsprechender (Honorar- oder Werk-)Vertrag, die genaue Höhe der Vergütung oder Aufwandsentschädigung, den Ausschluss von In-Sich-Geschäften (§ 181 BGB), d.h. Begünstigte dürfen solche Verträge (als Vorstandsmitglieder) nicht mit sich selbst abschließen.

Stand: 22. April 2012

Aufwendungsausgleichsgesetz

Gilt das Aufwendungsausgleichsgesetz auch für gemeinnützige Vereine?

In der Tat gilt dies auch für Vereine, soweit sie wie in Ihrem Fall als Arbeitgeber arbeitsrechtlich Verantwortung tragen. Die Neuregelung berührt das Umlageverfahren generell und die Fragen des Mutterschutzes und der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Stand: 04. April 2011

Berechnungsgrundlage für Honorar

Unser Vorstandsvorsitzender ist mehrfacher Projektleiter. Auf welcher Berechnungsgrundlage kann seine Arbeit vergütet werden? Er ist selbständig und die Übungsleiterpauschale deckt den Umfang seiner Arbeit nicht ab. Sollte bspw. ein Projekt mit der Übungsleiterpauschale vergütet werden und die anderen auf Honorarbasis? Welchen Stundensatz kann man (auch im Finanzierungsplan) ansetzen (Projektleiter ist promoviert, Tätigkeit betrifft Vorbereitung und Abhalten von Lehrveranstaltungen)?

Als Referenztarife für Vergütungen von Mitarbeitern im Bereich gemeinnütziger Organisationen ( unter dem Stichwort "angemessene Vergütung") gelten die Tarifverträge im öffentlichen Dienst (TvÖD). Die Tariftabellen finden Sie im web, eine der übersichtlichsten (allerdings nicht offizell, aber korrekt) finden sie unter www.oeffentlichen-dienst.de.
Für die beschriebene Tätigkeit gelten die Entgeltgruppen 13 - 15. Wenn Sie sich die Tabelle der Stundenentgelte ansehen, so können Sie sich an den jeweiligen Stufen 3 orientieren. In der Regel werden solche Tätigkeiten im Rahmen von Honorar- oder Werkverträgen für freie Mitarbeiterinnenzu einem Stundensatz von etwa 25 Euro, bei komplexeren Aufgaben bis maximal 30 Euro / Stunde honoriert.
Das Splitten der Honorare in den steuerfreien Übungsleiterfreibetrag (2100 Euro, seit 2013: 2400 Euro) und steuerpflichtige Honorare ist grundsätzlich möglich, aber nur in einem gewissen Gesamtumfang. Für den Übungsleiterfreibetrag (§ 3 Nr. 26 EstG) gilt als ein wichtiges Kriterium die nebenberufliche Tätigkeit, für die in der Regel ein Zeitrahmen von ca 12 Stunden / Woche (orientiert an der Arbeitszeit im öffentlichen Dienst) zu Grunde gelegt wird. Wenn dieser Zeitrahmen insgesamt (Tätigkeit als Übungsleiter und freie Honorartätigkeit) überschritten wird, wird das Finanzamt vermutlich den Freibetrag nicht mehr anerkennen. Hilfreich wäre auch, wenn die Tätigkeiten von den Aufgabenbeschreibungen her (z.B. Lehre als Übungsleiter; Vorbereitung als konzeptionelle Tätigkeit im Rahmen eines steuerpflichtigen Honorarvertrags) gegeneneinander abgegrenzt werden könnten.

Stand: 12. Mai 2015

Bestimmung über Ehrenamtspauschale in der Satzung ?

Ehrenamtspauschale. Muss der Passus über die Vergütung von 720 Euro pro Jahr usw. in die Satzung eingetragen werden?

Soll die Ehrenamtspauschale an Mitglieder des Vorstands für ihre (Vorstands-)Tätigkeit ausgezahlt werden, dann muss die Satzung einen entsprechenden Passus enthalten. Hier sollten aber keine konkreten Beträge genannt, sondern Formulierungen wie etwa "Der Vorstand kann für seine Tätigkeit eine angemessene Vergütung erhalten" gewählt werden.
Mit der Satzungsänderung könnte auch noch rückwirkend bis 2007 (dem Zeitpunkt der Geltung der Ehrenamtspauschale, damals in Höhe von 500 Euro) die - ohne einen entsprechenden Passus eigentlich gemeinnützigkeits- und vereinsrechtswidrige - Auszahlung des Freibetrags gegenüber dem Finanzamt legalisiert werden.
Für Vergütungen im Rahmen des Ehrenamtfreibetrags an Mitglieder oder auch Nichtmitglieder, die im Auftrag des Vereins ehrenamtlich tätig sind, ist ein entsprechender Passus nicht unbedingt nötig, sollte aber in der Regel auf einem Beschluss der Mitgliederversammlung basieren.

Stand: 12. Mai 2015

Ehrenamt in Kombination mit Altersteilzeit und/oder Ferienjobs

Ist es möglich, in unserer gemeinnützigen GmbH die gleichzeitige ehrenamtliche Tätigkeit von erstens Menschen in Altersteilzeit (Ruhephase) und von zweitens Schülern, die im gleichen Monat z.B. zwei Wochen als Ferienjobber arbeiten, mit einer zusätzlichen Aufwandsentschädigung in Höhe von 175 €/Monat (seit 2013: 200 €/Monat) zu vergüten? Unser Unternehmen ist tarifgebunden (TVöD).

Die Antwort auf diese Frage hängt im wesentlichen davon ab, ob die Tätigkeit für die die pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von 175  €/Monat (Übungsleiterpauschale, seit 2013 200 €/Monat oder 2400 €/Jahr)
1. den Tätigkeitsmerkmalen (Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher usw.) entspricht
2. sich von den anderen vergüteten Tätigkeiten eindeutig unterscheidet (wenn nicht, werden Zeiten und Entgelte zusammen gerechnet und übersteigen die Grenzen der begünstigten Beträge) und
3. nebenberuflich ausgeübt wird. Im Falle der Schüler erscheint das unkritisch. Im Falle der Ruhephasen der Mitarbeiter in Altersteilzeit muss sichergestellt sein, dass diese (nebenberufliche) ehrenamtliche Tätigkeit nicht der (früheren, aber auch in der Ruhephase noch geltenden) hauptberuflichen Tätigkeit entspricht.

Stand: 12. Mai 2015

Ehrenamt steuerlich absetzen

Ich bin in ehrenamtlich in einem Verein tätig. Dieser Verein ist als gemeinnützig anerkannt. Er zahlt aber keine Aufwandsentschädigungen. Kann ich trotzdem einen Pauschalbetrag von der Steuer absetzen?

Leider können Sie in diesem Fall die Ehrenamtspauschale nicht von der Steuer absetzen. So war es in einem früheren Gesetzentwurf zwar einmal gedacht.
Jetzt muss tatsächlich eine entsprechende Pauschale (Ehrenamtspauschale 720 EUR, Übungsleiterpauschale 2400 EUR) bezahlt werden, die dann steuerfrei bleibt.

Stand: 19. Mai 2015

Ehrenamt und Steuern

Kann man ehrenamtliche Tätigkeiten steuerlich geltend machen?

Das geht leider nicht. Steuerliche Vorteile gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen, wenn von der Organisation für die jemand ehrenamtlich tätig ist an sie oder ihn Aufwandsentschädigungen gezahlt werden. Für die sogenannte Ehrenamtspauschale bleiben 720,-- Euro steuerfrei, bei der Übungsleiterpauschale 2400,-- Euro. Eine Steuergutschrift für ehrenamtliche Tätigkeit, wie sie lange diskutiert wurde, ist mit den jüngsten Gesetzesänderungen aber nicht realisiert worden.

Stand: 19. Mai 2015

Ehrenamt und Steuern

Kann eine ehrenamtliche Tätigkeit steuerlich berücksichtigt werden?

Eine ehrenamtliche Tätigkeit kann in zwei Formen steuerlich berücksichtigt werden:

1. Wenn Sie für die Tätigkeit eine Vergütung erhalten (also eine Art Anerkennungshonorar; nicht gemeint ist der Ersatz für Auslagen oder Aufwand, etwa Fahrt- oder Telefonkosten), dann kann diese Vergütung bis zu 720 Euro (unter der Bedingung, dass es eine ehrenamtliche, nebenberufliche Tätigkeit ist) als sogenannte Ehrenamtspasuchale steuerfrei eingenommen werden. Vergleichbares gibt es als Übungsleiterpauschale (bis zu 2400 Euro pro Jahr) schon seit längerem für bestimmte Tätigkeiten (Trainer in Sportvereinen, Chorleiter usw.)

2. Eine andere Möglichkeit wäre, dass eine bestimmte Tätigkeit, der gemeinnützigen Organisation doch in Rechnung gestellt wird, der Vergütungsbetrag, dann der Organisation zurück gespendet wird. Der Betrag dieser Spende mindert dann wieder das zu versteuernde Einkommen.

Andere Möglichkeiten einer steuerlichen Berücksichtigung gibt es leider nicht.

Stand: 19. Mai 2015

Ehrenamtspauschale

Ist ein Verein eine "inländische juristische Person des öffentlichen Rechts"? Grund der Frage ist ob die Ehrenamtspauschale nur bei "gemeinnützigen" Vereinen Gültigkeit hat oder auch bei Vereinen welche keine "Gemeinnützigkeit " erlangen können weil sie z.B. ein Berufsverband sind.

Ein Verein ist eine juristische Person des privaten Rechts (nach BGB, neben den Vereinen auch die üblichen Unternehmensformen GmbH, AG usw.) und nicht des öffentlichen Rechts. Zu letzteren gehören z.B. Gebietskörperschaften (Städte, Gemeinden, Landkreise, Bundesländer usw. oder besondere Anstalten (Universitäten, Runfunkanstalten usw.). Insofern trifft es auch zu, dass die Ehrenamtspauschale entweder für solche öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder nur für Vereine (oder andere privatrechtliche Körperschaften) gilt, die (durch das Finanzamt) anerkannt gemeinnützige Zwecke verfolgen. Dies schließt allerdings auch nicht von vorneherein Berufsverbände aus, so weit sie z.B. Kunst und Kultur oder Wissenschaft fördern.

Stand: 11. Oktober 2011

Ehrenamtspauschale in der Satzung. Fristen

Muss die Möglichkeit zur Zahlung der 500 EUR (720 EUR) Pauschale in der Vereinssatzung genannt sein ? War dazu eine Frist bis Ende 2010 zu etwaigen Sazungsänderung einzuhalten ?

Generell muss die Zahlung einer solchen steuerfreien Aufwandsentschädigung (Ehrenamtspauschale) nicht in der Satzung geregelt sein, dort wo sie als Vergütung für die normale ehrenamtliche Helfer-Tätigkeit erfolgt. Sie sollte aber in jedem Fall mindestens durch einen Beschluss der Mitgliederversammlung abgedeckt sein.  Die Frage zielt vermutlich auf den speziellen Ausnahmefall der Zahlung dieser Pauschale von 500 EUR (ab 2013 720 EUR) für die ehrenamtliche Vorstandstätigkeit in Vereinen. In diesem Fall, wenn also ein Vorstandsmitglied für seine (Geschäftsführungs-)Tätigkeit die Ehrenamtspauschale erhalten soll, muss die Satzung eine entsprechende Regelung über die Vergütung der Tätigkeit von Vorstandsmitgliedern enthalten. Dabei empfiehlt es sich diese Bestimmung allgemein (und nicht auf die 500/720 EUR beschränkt) zu halten etwa nach dem Muster "Mitglieder des Vorstands dürfen für Ihre Tätigkeit eine angemessene Vergütung erhalten". Damit ist dann die Zahlung der (steuerfreien) Ehrenamtspauschale abgedeckt, aber auch höhere (dann nicht mehr steuerfreie) Vergütungen, wenn etwa ein Vorstand quasi neben- oder hauptberufliche Geschäftsführungsfunktionen übernimmt.
In der Tat steht damit auch die von den Finanzbehörden gesetzte Frist bis zum (Steuerjahr) 2010 in Zusammenhang. Sie gilt aber nur für die Vereine, die seit der Einführung der Ehrenamtspauschale im Jahr 2008 die Pauschale an Vorstandsmitglieder ausgezahlt haben, ohne über einen Passus in der oben angegeben Art in der Satzung zu verfügen (und damit eigentlich gegen das gemeinnützige Steuerrecht verstoßen). Sie haben bis zum Ablauf dieser Frist (also in der Regel mit der Abgabe des Jahresabsschlusses für 2010 in 2011) Zeit um die Satzungsänderung (mit der Mitgliederversammlung) zu beschließen und beim Vereinsregister eintragen zu lassen. Dadurch werden auch die Zahlungen ab 2008 gleichsam gemeinnützigkeitsrechtlich legitimiert und es entstehen für die Vereine keine negativen steuerlichen Konsequenzen.

Stand: 19. Mai 2015

Ehrenamtspauschale und Geschenkgutscheine

Wir haben einen Ehrenamtlichen, der als Fahrer bei der Tafel Lebensmittel fährt. Er bezieht ALG II. Wir haben ihm pro Monat 100 Euro Ehrenamtspauschale gezahlt. Jetzt sind die 720 Euro( Steuerfreigrenze) pro Jahr ausgeschöpft. Dürfen wir ihm jetzt stattdessen pro Monat einen Gutschein schenken? Eine Anstellung auf geringfügiger Basis 450 Euro pro Monat genehmigt das Jobcenter nicht, weil sie möchte, das er sich eine Vollzeitbeschäftigung sucht, was aber wegen seiner psychischen Erkrankung niemals gelingen wird. Meine Frage also: Können wir Ehrenamtspauschale und Geschenkgutscheine kombinieren ohne das wir als Tafelverein oder er Probleme bekommt?

Nach unserer Einschätzung ist eine Art "Vergütungsersatz" durch Geschenkgutscheine für
den Verein nicht zulässig. Er würde gegen das Selbstlosigkeitsprinzip des
Gemeinnützigkeitsrechts (§ 55 Abs. 1, Satz 3 der Abgabenordnung /AO/, als "Begünstigung
von Personen für satzungsfremde Zwecke") verstossen. Geschenke (einschließlich etwaiger
Bewirtungskosten) an Ehrenamtliche (wie an Mitglieder) sind auf maximal 40 Euro pro Jahr
beschränkt. Sie unterliegen (nach § 146 AO) auch einer gesonderten Aufzeichnungspflicht.
Eine als Vergütung adäquate Alternative bietet aus unserer Sicht nur der Minijob. Allerdings
würde er in der Höhe von 450 Euro ohnehin unter die Anrechnungsregeln im SGB II fallen
und nach entsprechenden Gesetzesänderungen im Jahre 2011 sogar unter Einberechnung
der Ehrenamtspauschale. Unter diesen Aspekten wäre aber eine Minijob-Vergütung in Höhe
von 100 Euro für den Ehrenamtlichen denkbar, die allerdings den Verein zusätzlich 30 Euro
als Pauschale für geringsfügige Beschäftigung an die Knappschaft Bahn-See kosten würde.
Zu beachten wäre dabei allerdings auch, dass für geringfügige Beschäftigung seit diesem
Jahr auch der Mindestlohn von 8,50 Euro gilt.
Einer Beschäftigung auf diesem Niveau könnte und dürfte das Jobcenter sowohl vom
Zeitumfang wie von der Vergütung her nicht widersprechen. Es ist anzeige- aber nicht
zustimmungspflichtig.

Stand: 25. November 2015

Einmalzahlung für ehrenamtliche Tätigkeit in einem gemeinützigen Verein und ALG II

Für meine ehrenamtliche Tätigkeit im letzten Jahr erhalte ich vom Verein eine Einmalauszahlung von 100 €. Wie verhält sich das mit der Berechnung beim Harz IV. Das Arbeitsamt meinte, dass eine Einmalzahlung keine Ehrenamtspauschale darstellt, da sie nicht regelmäßig ausgezahlt würde und deshalb nicht unter die 175 € Regelung fällt.

Der Ehrenamtsfreibetrag (nach § 3 Nr. 26a Einkommenssteuergesetz / EStG) ist eine
steuerfreie pauschale Aufwandspauschale für nebenberufliche Tätigkeit für gemeinnützige
Organisationen oder öffentlich-rechtliche Körperschaften der (seit 2013) pro Jahr bis zu 720
Euro erreichen kann. Steuerrechtlich wird er immer und in jedem Fall auf Jahresbasis
berechnet, unabhängig ob er in monatlichen Raten (60 Euro) oder als Einmalbetrag
ausgezahlt wird. Grundlegend für die Anerkennung sind:
- Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins (Vorlage des sogenannten
(Steuer-)Freistellungsbescheids des zuständigen Finanzamts für den Verein)
- die Vereinbarung zwischen dem Verein und Ihnen über eine ehrenamtliche Tätigkeit in
seinem Auftrag.
Bei den Jobcentern gibt es immer wieder Probleme mit der Verrechnung. Wenn Sie keine
anderen Einkünfte (z.B.  aus einem Minijob) haben, würden die 100 Euro ohnehin unter die
geltenden Freibetragsgrenzen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) fallen. Gibt es
allerdings weitere (Nebenerwerbs-)Einkünfte, dann werden sie (seit 2011) gemeinsam mit
den Ehrenamtsbezügen auf die Freibetragsgrenzen angerechnet.
Wenn Ihnen von dem Verein die 100 Euro ohnehin für Ihre Tätigkeiten im letzten Jahr
ausbezahlt wurden, sollten Sie den Verein um eine Kopie seines Freistellungsbescheides
und um eine (durchaus auch nachträglich erstellte) schriftliche Vereinbarung über Art und
Umfang Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für den Verein bitten.

Stand: 05. Dezember 2015

erwerbsminderungsrente und ehrenamt

Ich beziehe eine Erwerbsminderungsrente auf zeit und übe einen genehmigten Minijob aus mit dem ich die zulässigen 400 verdiene. Wenn ich nun zusätzlich noch ehrenamtlich tätig wäre und dies vergütet würde, wäre dann ein gewisser Betrag für mich frei ehältlich oder würde alles von meiner Rente abgezogen.

Für die Erwerbsminderungsrenten gibt es nach Sozialgesetzbuch (SGB VI)
Hinzuverdienstgrenzen, die in aller Regel nur sehr individuell (früheres Einkommen,
Anrechnungszeiten usw.) berechnet werden können. Auch in diesem Bereich gilt an und für sich die Steuer- und Sozialversicherungs- und Anrechnungsbefreiung der pauschalen Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeit also entweder für die Ehrenamtspauschale (in Höhe von 720 Euro/Jahr oder 60 Euro / Monat) oder die
Übungsleiterpauschale (in Höhe von 2400 Euro / Jahr oder 200 Euro / Monat). Wenn
allerdings wie in Ihrem Fall weitere Einkünfte (gringfügige Beschäftigung) hinzukommen, werden seit April letzten Jahres auch die Ehrenamtsaufwandspauschalen den Gesamteinkünften zu- und für die Hinzuverdienstgrenzen berechnet. Es wäre sicher der beste Weg, vor einer entprechenden Vereinbarung über eine Aufwandsentschädiggung für ehrenamtliche Tätigkeit, diese Frage (per individueller Berechnung) bei Beratern der Rentenversicherung abklären zu lassen.

Stand: 20. Mai 2015

Fahrgeld für Ehrenamt

Ist es möglich für eine ehrenamtliche Tätigkeit Fahrgeld zu beantragen?

Grundsätzlich steht Ihnen selbstverständlich das Recht zu, die Fahrtkosten, die im Rahmen Ihrer ehrenamtlichen Täitgkeit entstehen, von der Institution, für die Sie diese Aufgabe übenehmen, (als sogenannte Aufwandsentschädigung) zu beantragen. Manche Einrichtungen sehen sich allerdings aufgrund der Knappheit finanzieller Mittel oft nicht in der Lage, auch diese, eigentliche selbstverständliche Fahrtkostenerstattung für ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter auszuzahlen. Trotzdem sollten Sie in jedem Falle die Bitte um Erstattung Ihres Fahrgeldes an die Institution, für die Sie arbeiten, richten. Leider gibt es darüber hinaus (über eine Steuerentlastung, bzw. über andere öffentliche Fördermittel) keine oder nur sehr verschlungene Wege solche Aufwandsentschädigungen zu erhalten.

Stand: 12. April 2011

Fahrtkosten ersetzen

Kann eine Organisation, die ehrenamtlich Tätige beschäftigt, deren Fahrtkosten ersetzen?

Fahrtkosten können abzugsfrei für Ehrenamtliche wie Mitglieder der Organisation nur bei einer durch die Organisationstätigkeit veranlassten Auswärtstätigkeit erstattet werden. Die Erstattung der regelmäßigen Fahrtkosten zwischen Wohnort und Organisationsstätte wäre aber nicht abzugsfrei, sondern müßte auch bei Ehrenamtlichen versteuert werden. für den ersten Fall könnten die tatsächlichen Kosten (Tickets, Tankquittungen usw.) oder aber eine Pauschale von 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer ersetzt werden. Die Gesamt-Höhe ist dabei nicht eingeschränkt.

Stand: 12. April 2011

Fahrtkostenerstattung für Hartz IV Empfänger

Kann ein Hartz IV-Empfänger, der schon eine Übungsleiterpauschale von 175,- € (2013: 200 €) im Monat wahrnimmt, was ja wohl anrechnungsfrei ist (?) (bei einem anderen Verein) zusätzlich für eine andere ehrenamtliche Tätigkeit eine Fahrtkostenerstattung nach Aufstellung der Aufwendungen (Kilometer, Einsatztage) erhalten, oder wird diese auf seine Hartz-IV -Bezüge angerechnet?

Erstattungen einer gemeinnützigen oder öffentlich-rechtlichen Körperschaft für reale Aufwendungen gegen Nachweis sind steuerfrei und auch anrechnungsfrei im Sinne des Sozialgesetzbuchs (SGB) II (Hartz IV). Allerdings herrscht hierüber nicht in allen Jobcentern oder Sozialämtern Klarheit.
Bis zur Höhe der Übungsleiterpauschale (2400 Euro / Jahr oder 200 Euro / Monat ) reicht auch der nach SGB II zugestandene Zuverdienst-Freibetrag. Aber auch hier Vorsicht: Seit einer Reform des SGB II im April 2011 wird der Übungsleiterfreibetrag - anders als vorher - wie Einkommen aus Erwerbstätigkeit betrachtet. Damit wurden die Möglichkeiten der anrechnungsfreien Kombination von Übungsleiterfreibetrag mit anderen Zuverdienstquellen, etwa dem Minijob ausgeschlossen. Weiterer Ersatz für konkrete Aufwendungen gegen Beleg wie Fahrtkosten, Kommunikaitionskosten usw. blieben ebenfalls anrechnungsfrei.

Stand: 19. Mai 2015

Fahrtkostenerstattung und Übungsleiterpauschale

Können für eine Tätigkeit, für die ein ehrenamtlicher Mitarbeiter eine Übungsleiterpauschale in Höhe von 175,- € (2013: 200 €) monatlich erhält zusätzlich Fahrtkosten nach Nachweis der gefahrenen Kilometer gezahlt werden? Für die Ehrenamtspauschale geht das ja wohl?!

Bisher war für beide "pauschale Aufwandsentschädigungen" im Zusammenhang ehrenamtlicher Tätigkeit für gemeinnützige oder öffentlich-rechtliche Körperschaften (Übungsleiterfreibetrag und Ehrenamtsfreibetrag) nach Meinung der einschlägigen Steuerrechtskommentare die Frage eindeutig mit Ja beantwortet worden. Inzwischen mehren sich die Fälle in denen die zusätzliche steuerfreie Erstattung einzeln nachgewiesener Aufwendungen (z.B. Fahrt- und Reisekosten) für die gleiche Tätigkeit offenkundig von einzelnen Finanzämtern nicht anerkannt wird (d.h. der Ehrenamts- oder Übungsleiterfreibetrag wird überschritten und diese zusätzlichen Erstattungen müssen versteuert werden). Ein enschlägiges Finanzgerichts-Urteil darüber ist noch nicht bekannt.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt  empfiehlt sich vor der Erstattung in jedem Fall eine Nachfrage bei dem zuständigen Finanzamt.
Grundsätzlich bleibt aber die Möglichkeit des Vereins bestehen, für jede (sonstige) Tätigkeit reale Aufwendungen (für Kommunikations- und Reisekosten) steuerfrei gegen Nachweis zu erstatten.

Stand: 12. Mai 2015

Honorar und Haftung bei Veranstaltungen

Wie kann beispielsweise ein nicht eingetragener Verein das Honorar eines Gastredners verbuchen? Wer haftet für die Durchführung der Veranstaltung?

Auch der nicht eingetragene Verein kann rechtsfähig handeln und ein Vortragshonorar ganz normal als entsprechende Ausgabe verbuchen. Die viel schwierigere Frage ist die steuerrechtliche Bewertung. Solange es keine Anerkennung der Gemeinnützigkeit des Vereins (nach der Abgabenordnung) gibt, muss dafür vermutlich auch Mehrwertsteuer auf allen Seiten berechnet und abgeführt werden.

Noch etwas problematischer ist die Haftungsfrage für den nicht eingetragenen Verein. Zwar haftet auch hier grundsätzlich der Verein mit seinem Vermögen und in der normalen Praxis wird der Haftungsanspruch auch nicht auf das Privatvermögen der Vereinsmitglieder ausgedehnt.

Aber! Anders als bei dem e.V. haftet jeder, der für oder im Auftrag des Vereins handelt (also auch bei der Durchführung einer Veranstaltung) auch mit seinem privaten Vermögen - neben der Haftung des Vereinsvermögens. Die vielleicht beste Lösung dieses Haftungsrisikos ist, es auf alle Schultern, d.h. alle Mitglieder des nicht eingetragenen Vereins zu verteilen.

Stand: 29. März 2011

Kilometerpauschale

Ich bin in meiner Freizeit in einem eingetragenen Musikverein (e.V) tätig. Zu Auftritten und Übungsabenden fahre ich mit meinem Auto. Kann ich die gefahrenen Kilometer von den Steuern absetzen (z.B. als Werbungskosten)?

Wenn es dem Verein möglich ist, werden normalerweise solche Kosten als »steuerfreie Aufwandsentschädigungen« erstattet.
Ansonsten können sie nach unserem Wissen  nur als Leistungsspenden (die von dem Verein bestätigt werden müssen) und nicht etwa als Werbungskosten steuerlich abgesesetzt werden. Auch dies gilt u.E aber nur für Fahrten, bei denen Sie gleichsam im Auftrag des Vereins z.B. zu Auftritten unterwegs sind, nicht aber für das übliche Vereinsleben, also Ihre Fahrten zu Übungsabenden. Die Pauschale pro gefahrenem Kilometer beträgt 0,30 €, muss Ihnen allerdings in jedem Einzelfall von Ihrem Verein bestätigt werden.

Stand: 07. April 2011

Kilometerpauschale für Helfer

Können wir als gemeinnütziger Verein unseren ehrenamtlich tätigen Helferinnen (neben der pauschalen Aufwandsentschädigung) auch noch individuelles Kilometergeld pro in ihrem Einsatz gefahrenen Kilometer steuer- und sozialversicherungfrei bezahlen?

Grundsätzlich können Sie diese Kilometerpauschale (steuer- und sozialabgabenfrei) zusätzlich bezahlen, allerdings nur für die Wege zwischen deren Wohnorten und den Orten, an denen sie im Auftrag des Vereins ehrenamtliche Tätigkeiten vornehmen. Dies wird dann im steurrechtlichen Sinne als »beruflich veranlaßte Auswärtstätigkeit« gewertet. Für Wege zum Sitz Ihres Vereins (als "Arbeitsstätte" gilt das nicht, bzw. eine solche Fahrtkostenerstattung müsste als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Stand: 29. Dezember 2016

Kirche als Verein?

Kann ich als Ehrenamtliche in der Ev. Kirche auch die Übungsleiterpauschale in Anspruch nehmen? Der Kirchenvorstand sagt nein und empfiehlt die Rechnungstellung. Ich stelle eine Rechnung und soll darin gleich auf die 2100,- verzichten. 1. Frage: Muss ich dann alles versteuern und dafür Krankenkassenbeiträge zahlen oder werden 500,- steuerfrei abgezogen? 2. Der Pfarrer will mir das Geld auszahlen und erwartet, dass ich dann freiwillig alles oder einen Teil spende. Aber dann brauche ich mich nicht an die 2100,-Grenze halten und kann auch 3000,- in Rechnung stellen. Vielen Dank für die schöne Homepage.

Die steuerrechtliche Regelung zum Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nr. 26 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) gilt für die ehrenamtliche Nebentätigkeit in allen gemeinnützigen  Organisationen, so selbstverständlich auch für die Kirchen (neben öffentlich-rechtlichen Körperschaften, Vereinen, Stiftungen und Organisationen mit "mildtätigen" Zwecksetzungen). Für die Übungsleiterpauschale sind allerdings bestimmte Bedingungen und Tätigkeitsmerkmale bindend (s. Übungsleiterpauschale in unserer Praxishilfe).
Unter Beachtung dieser Rahmenbedingungen kann die Übungsleiterpauschale (seit 2013 2400 Euro) auch in kirchlichen Organisationen in Anspruch genommen werden, ebenso die Ehrenamtspauschale (seit 2013 720 Euro) für alle ehrenamtlichen Tätigkeiten, die im Rahmen der Übungsleiterpauschale nicht anerkannt werden.
Alle Beträge bzw. Vergütungen, die Sie bei einer in Rechnung gestellten Dienstleistung (zurück-) spenden, bleiben im Rahmen einer Höchstgrenze (20% der Jahreseinkünfte) steuerfrei.

Stand: 09. Mai 2015

Kombination bzw. Nutzung von Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale

Ich nutze den Übungsleiterfreibertag zur Kinderbetreuung (Mama lernt Deutsch) als Honorarkraft, gleichzeitig passe ich noch ehrenamtlich auf Kleinkinder auf. Kann ich da den Freibetrag zur Vergütung von ehrenamtlicher Nebentätigkeit in Höhe von 500 Euro (seit 2013: 720 Euro) zusätzlich nutzen?

Wenn es sich nicht um dieselbe Tätigkeit handelt, können Übungsleiter- und Ehrenamtsfreibetrag kombiniert (d.h. gleichzeitig genutzt) werden und zwar bei der selben oder bei unterschiedlichen Organisationen (Verein, öffentlich-rechtliche Körperschaft). Die Tätigkeiten müssen nebenberuflich ausgeübt werden, voneinander unterscheidbar sein, gesondert vergütet werden und es müssen für jede Tätigkeit eindeutige Vereinbarungen (Verträge, Bescheinigungen) vorliegen.

Stand: 12. Mai 2015

Mehr als die Ehrenamtspauschale zahlen

Darf ich als gemeinnütziger Verein einem ehrenamtlichen Nichtmitglied mehr als 500 Euro (seit 2013: 720 Euro) Aufwandsentschädigung pauschal bezahlen (die dann versteuert werden müssten)?

Sie dürfen auch über die 500 EUR, bzw. seit 2013 720 EUR (Ehrenamtspauschale) hinaus bezahlen. Der übersteigende Betrag muss dann in der Tat versteuert werden.

Verfahrenstechnisch zeigt es sich gegenüber den Finanzämtern als empfehlenswert von den Beträgen und den Tätigkeiten her, die entgolten werden sollen, beides deutlich voneinander abzugrenzen.
Als Nebenbemerkung vielleicht auch noch der Hinweis auf die Begrifflichkeit. Was Sie und die Ehrenamtspauschale ansprechen sind Vergütungen. Aufwandsentschädigungen bezeichnen wirkliche im Zusammenhang einer ehrenamtlichen Tätigkeit entstandene Aufwendungen (Fahrt-, Kommunikations-, sonstige Kosten) die gegen Belege oder als Pauschale ohnehin steuerfrei rückerstattet werden können.

Stand: 19. Mai 2015

Mindestlohn für Praktikum in Ausland

Unser in Deutschland eingetragener Verein ist hauptsächlich in Rumänien tätig. Jetzt wollen wir eine (deutsche) Praktikantin in Rumänien \"einstellen\". Müssen wir auch den Mindestlohn vereinbaren oder gibt es Ausnahmen für gemeinnützige Vereine?

Praktika sind unter folgenden Voraussetzungen vom Mindestlohngesetz ausgenommen
a) Pflichtpraktika im Rahmen schul-, ausbildungs- oder hochschulrechtlicher Bestimmungen.
b) Berufs- oder studienorientierende Praktika bis zu einer Dauer von 3 Monaten.
c) Ausbildungsbegleitende Praktika (Berufs- oder Hochschulausbildung) einmalig bis zu 3
Monaten.
Weitere Informationen hierzu in unserer Praxishilfe "Arbeit im Verein"
oder unter
www.mindest-lohn.org/ausnahmen.html
Bei einer deutschen Praktikantin, die von Ihrem Verein im Ausland eingesetzt wird, gelten
grundsätzlich die arbeitsrechtlichen Grundlagen einer Inlandsbeschäftigung. Bei dem Einsatz
ausländischer (z.B. rumänischen) Praktikanten gelten diese "Inlandsregelungen" nicht.

Falls die o.a. genannten Bedingungen eines Praktikums nicht zutreffen, könnte über folgende
Alternativen eines Einsatzes nachgedacht werden:
a) "Normale" ehrenamtliche Tätigkeit im Rahmen einer Vergütung der Übungsleiterpauschale
bei Vorliegen einer pädagogischen Tätigkeit. Die Vergütung von 2400 Euro/Jahr ist ebenfalls
vom Mindestlohngesetz ausgenommen. Eine dem Praktikum adäquate Anerkennung ist in
aller Regel gewährleistet.
Weitere Informationen hierzu in unserer Praxishilfe "Arbeit im Verein"
b) Bei einem längeren Einsatz könnte auch der Einsatz im Rahmen eines Freiwilligen
Sozialen Jahres im Ausland (FSJ) überlegt werden, für das der Verein sich dann (auf Ebene
des Bundeslandes) um eine Trägerzulassung bemühen müsste. Bei einer mittel- bis
langfristigen Planung wäre der (eher formal antragstechnische als finanzielle) Aufwand sicher
gerechtfertigt.
Informationen hierzu unter:
www.bundes-freiwilligendienst.de/fsj-freiwilliges-soziales-jahr/traeger.html

Stand: 11. Januar 2016

Mini-Job und Übungsleiterpauschale

Ist es möglich, einem Beschäftigtem 400 Euro mtl. auf geringfügiger Basis plus 175 Euro Übungsleiterpauschale zu bezahlen, und zwar von einem Arbeitgeber?

Ja, es ist möglich, die Übungsleiterpauschale (ob als Jahreshonorar von 2400 Euro oder monatlich in Höhe von 200 Euro) mit einem (einzigen!) geringfügigen Beschäftigungsverhältnis (Mini-Job) bei dem gleichen Arbeitgeber zu kombinieren. Bedingung ist natürlich die Anerkennung der Voraussetzungen der Übungsleitertätigkeit (3 Bedingungen: Nebenberufliche Tätigkeit = max. 1/3 einer Vollzeittätigkeit; Auftraggeber = öffentliche Körperschaft oder gemeinnützige Organisation; anerkannte Tätigkeit). Für die geringfügige Beschäftigung bis zu insgesamt max. 400 Euro ist dann die Pauschale von 30% (15% Rentenversicherung, 13 % Krankenversicherung und 2% Steuer) abzuführen.
Wichtig ist natürlich die Absicherung der Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Übungsleiterpauschale.

Stand: 19. Mai 2015

Neue Regelung Übungleiterpauschale/Ehrenamtspauschale

Seit 2013 gelten ja neue Freibeträge. Wieviel kann ein ALG-II Bezieher behalten, der 200 Euro im Monat für seine ehrenamtliche Tätigkeit bekommt UND einen Minijob hat? Gilt für beides das gleiche Stufensystem für die Anrechnung?

Die 200 Euro aus der ehrenamtlichen Tätigkeit (Übungsleiterpauschale) bleiben ohne
Anrechnung bei ALG II (und ansonsten auch steuerfrei). Allerdings wird dies seit 2011 auch als Einkommen gerechnet, so dass es für die Einnahmen aus dem zusätzlichen Minijob keinen zusätzlichen Grundfreibetrag mehr gibt, sondern dann sofort die stufenweise Anrechnung über den üblichen Freibetrag von 20 % erfolgt.

Stand: 20. Mai 2015

Sozialversicherungpflichtige Arbeit und Aufwandsentschädigung

Ich bin Ausbildungsleiterin beim DRK (Sozialversicherte Arbeitsstelle).Es kommt des öfteren vor das ich auch als Springerin in die Ausbildung für Erste-Hilfe Kurse muss. Kann und darf diese Übungsleiter Tätigkeit mit einer Aufwandspauschale zusätzlich bezahlt werden? Da ja gleicher Betrieb. Würde sich das auf meinen Lohnsteuer-Jahresausgleich auswirken? Über eine Antwort von Ihnen wäre ich dankbar.

Bei aller gebotenen Vorsicht in Unkenntnis der Einzelheiten vermuten wir, dass das Finanzamt die Voraussetzungen einer (steuerbefreiten) Übungsleitertätigkeit als nicht gegeben sehen wird. Nach der entsprechenden Regelung des Einkommenssteuergesetzes (§ 3 Nr. 26 EStG) ist es zwar grundsätzlich möglich, eine nebenberufliche Tätigkeit neben einer gleichartigen Haupttätigkeit grundsätzlich auch für die gleiche gemeinnützige Organisation steuerbefreit über die Übungsleiterpauschale auszuüben. Vermutlich ist aber Ihre hauptberufliche Tätigkeit zu eng mit der nebenberuflichen verwoben. Nach einem recht neuen Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf (v. 29.02.2012, 7 K 4364/10 L) müssen für die Anerkennung in einem solchen Fall folgende Voraussetzungen vorliegen:
- Die Nebentätigkeit muss getrennt vertraglich geregelt und vergütet werden
- Sie darf nicht zwingend mit der Haupttätigkeit verbunden sein. Um das nachzuweisen genügt, dass nicht alle MitarbeiterInnen mit vergleichbaren Tätigkeiten auch die Nebentätigkeit ausüben oder auch externe Mitarbeiter eingesetzt werden.
- die Nebentätigkeit muss sich inhaltlich klar von der Haupttätigkeit abgrenzenlassen. Das gilt für den Inhalt der Tätigkeit ebenso wie für das Anforderungsprofil.
- Die Nebentätigkeiten gehören nicht zúm gleichen Leistungsangebot des Arbeitgebers, sondern werden unabhängig davon angeboten.
Anhand dieser Kriterien können Sie gegebenenfalls gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber, vorprüfen, ob es vielleicht doch die Voraussetzung zur Anerkennung gibt. Im Zweifelsfall würde ich Ihnen schließlich auch zu einer Anfrage bei dem zuständigen Finanzamt raten, dass ohnehin dann bei Ihrer Steuererklärung letztendlich entscheidet.
Sollten Sie die Anerkennung für diese Übungsleiter-Tätigkeit bekommen würde sich das im Rahmen der gesetzlichen Pauschale (für 2012 noch 2100 Euro, ab 2013 2400 Euro) für Sie steuerlich natürlich sehr lohnen. Bis zu diesem Betrag wären die Einnahme steuer- und sozialversichungsabgabenfrei und würden die sonstigen Bedingungen Ihres Steuerausgleichs nicht verändern, dh. vor allm nicht verschlechtern.

Stand: 18. Mai 2015

Steuerentlastung bei ehrenamtlicher Tätigkeit

Was muß ich dem Finanzamt vorlegen,um in den Genuß einer Steuergutschrift von 500.-€ pro Jahr zu kommen?

Eine Steuergutschrift in Höhe von 500,- € gibt es nicht, obwohl das in dem ursprünglichen Gesetzentwurf geplant war. Faktisch bedeutet die Ehrenamtspauschale( nach § 3 Nr. 26a des Einkommenssteuergesetzes), dass Sie von dem jeweiligen Träger auch eine entsprechende Vergütung bzw. pauschale Aufwandsentschädigung (in Höhe von aktuell 720 ,- €) bekommen müssten, die dann steuerfrei (korrekt anrechnungsfrei für Ihr zu versteuerndes Einkommen) bliebe. Für alle Tätigkeiten, die Sie tatsächlich unentgeltlich übernehmen gibt es leider keine entsprechende Gutschrift.

Stand: 19. Mai 2015

steuerfreie Vergütung

Ich selbst engagiere mich in zwei Ehrenämtern (DRK im Sanitätsdienst und in einer Hamburger Organisation leite ich einen Kochkurs für Kinder aus Migrantenfamilien). Über die Medien habe ich gehört daß man in der Steuererklärung seit dem 1. Januar 2007 eine sogenannte Ehrenamtspauschale einen Freibetrag von einmalig 500 EUR absetzen kann (seit 2013 720 EUR). Nun habe ich hierzu Fragen und hoffe Sie können mir hierbei weiter helfen: Ist dies richtig und wenn ja als was gebe ich diese Kosten an? Brauche ich eine Bestätigung beider Ehrenämter oder reicht es aus beide genau zu erklären?

Es ist richtig, dass es (rückwirkend zum 01.01.2007) die sogenannte Ehrenamtsspauschale gibt und zwar als steuerfreie Vergütung für ehrenamtliche Tätigkeit in Höhe von 500 Euro/Jahr, seit 2013 720 Euro/Jahr. Allerdings kann man wie gesagt nur eine entsprechende Vergütung für die ehrenamtliche Tätigkeit bis zu dieser Höhe steuerfrei erhalten. Vielfach wurde fälschlich dargestellt, man könne eine Art Steuergutschrift für ehrenamtlich Tätigkeiten erhalten. Das ist nicht richtig. Sie müssten also z.B. für Ihre Tätigkeit im DRK eine Art Vergütung bekommen, die dann bis zu 500 (720) Euro steuerfrei bliebe.
Für den Kochkurs könnten Sie eventuell sogar den sogenannten Übungsleiterfreibetrag bis zur Höhe von 2400 Euro im Jahr in Anspruch nehmen, vorausgesetzt es ist eine Ausbildungs- bzw. erzieherische Tätigkeit und sie wird nebenberuflich ausgeübt. Aber auch hier gilt, dass sie eine entsprechende Vergütung von der gemeinnützigen Organisation bekommen, die dann bis zu dieser Höhe steuerfrei bleibt.

Stand: 19. Mai 2015

Übungsleiterpauschale für ehrenamtliche Dolmetscher?

Würden ehrenamtliche Dolmetscher, die gezielt in Bildungseinrichtungen (hauptsächlich Kitas und Schulen) eingesetzt werden und im Auftrag der Stadt bzw. eines Wohlfahrtsverbands tätig sind, auch unter die Übungsleiterpauschale von 2100 (ab 2013: 2400) € fallen? Ist eine stundenweise Vergütung der ehrenamtlichen Tätigkeit möglich?

Nach unserer Interpretation der steuerrechtlichen Vorschriften des § 3 Nr. 26 desEinkommenssteuergesetzes zur Übungsleiterpauschale, der entsprechenden Kommentare und der uns bekannten Urteile der Finanzgerichte sind wir sehr skeptisch, dass die erwähnte ehrenamtliche dolmetschende Begleittätigkeit von den Finanzämtern anerkannt werden wird. Zu den Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Übungsleiterfreibetrags gehört (neben dem nebenberuflichen Charakter der Tätigkeit für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Organisation) vor allem entweder eine pädagogisch anleitende, künstlerische oder pflegerisch-betreuende Ausrichtung. In diesem Beispiel läßt sich ein pädagogisches Anliegen u.E. nur mittelbar fest machen, so dass nach unserer Erfahrung die meisten Finanzämter die Einbeziehung dieser Tätigkeit unter den Übungsleiterfreibetrag vermutlich ablehnen werden. Nichtsdestotrotz würden wir empfehlen, bei den jeweils zuständigen Finanzämtern (mit Hinweis auf den pädagogischen Wert der Tätigkeit nachzufragen. Es könnte übrigens ein Vorteil sein, wenn die Träger von Schulen, Kitas usw. diese Nachfrage massiv und gebündelt selbst bei ihren Finanzbehörden starten würden.
Die Nutzung der Ehrenamtspauschale in Höhe von 500 Euro (ab 2013: 720 Euro) ist in jedem Fall möglich (allerdings auch unter der Voraussetzung einer ehrenamtlichen, nebenberuflichen Tätigkeit für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Organisation). Eine stundenweise Abrechnung der Vergütung ist völlig in Ordnung und auch üblich und auf ihrer Basis kann dann die Pauschale auch monatlich oder jährlich eben bis zur Gesamthöhe von 500 Euro (2013: 720 Euro) ausbezahlt werden. Übrigens kann eigentlicher Aufwand, so weit in Form von Fahrt-, Kommunikations-, oder Aufenthaltskosten konkret belegbar zusätzlich zur Ehrenamtspauschale erstattet werden. Hier gibt es immer ein bisschen Verwirrung zwischen dem  Ehrenamtsfreibetrag als pauschaler Aufwandserstattung im Sinne von (anerkennender) Vergütung und der Erstattung von realem Sachkostenaufwand im Zusammenhang mit der Tätigkeit, die gegen Nachweis jederzeit und zusätzlich zu allen Vergütungsarten möglich ist.

Stand: 12. Mai 2015

Übungsleiterpauschale für Mitarbeiter im Ausland

Ist es möglich, Mitarbeitern im Ausland (hier konkret in Frankreich und Großbritannien) die (steuerfreie) Übungsleiterpauschale zu zahlen? Unser Verein organisiert Schüleraustausche im Grundschulalter und es gibt Überlegungen, die (ehrenamtlichen) Mitarbeiter in England und Frankreich, die bislang in eigenen Vereinen in diesen Ländern tätig waren, direkt für unseren Verein tätig werden zu lassen und diesen im Rahmen der Übungsleiterpauschale eine Entschädigung zukommen zu lassen, wie wir dies bei unseren deutschen Familienbetreuerinnen praktizieren.

Grundsätzlich hat der Verein natürlich die Möglichkeit, ehrenamtlichen Mitarbeitern im
EU-Ausland (eigentlich auch darüberhinaus) Aufwandsentschädigungen nach dem
Vergleichs-Maßstab für ehrenamtlich Tätige in Deutschland zu zahlen. Für den Verein sind
solche Personalkosten im unmittelbaren Bereich des gemeinnützigen Zwecks steuerlich
(gemeinnützigkeitsrechtlich) unkritische Ausgaben. Allerdings sollten gerade bei Zahlungen
ins Ausland auch entsprechende schriftliche Honorarvereinbarungen (wie im Inland für die
Übungsleiterpauschale eigentlich auch notwendig) vorliegen.
Eine unmittelbare Nutzung des Übungsleiterfreibetrags (oder auch des
Ehrenamtsfreibetrags) bzw. der Steuerfreiheit ist aber im Ausland für den Empfänger, also
die ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht gegeben. Die Steuerbefreiungen für die
Zahlungsempfänger sowohl für die Übungsleiter- als auch für die Ehrenamtspauschale sind
(nach § 3 Nr. 26 und Nr. 26 a) nur für Steuer-Inländer wirksam (sie können sogar geltend
gemacht werden, bei ehrenamtlichen Tätigkeiten für anerkannt gemeinnützige Organiationen
in der EU).
Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass diese Zahlungen an die ehrenamtlichen Mitarbeiter in
England (hier mit ziemlicher Sicherheit) und in Frankreich entweder ganz oder mindestens
teilweise für as zu versteurende Einkommen angerechnet werden.
Vergleichbare Steuerbefreiungsregelungen für die beiden Länder sind uns nicht bekannt und
bisher fehlen entsprechende europäische Abstimmungen im Steuerrecht.

Stand: 25. November 2015

Übungsleiterpauschale und Hartz IV

Kann man einem Interessierten, der nach SGB II Hilfen zum Lebensunterhalt bekommt (HARTZ IV), eine ehrenamtliche Tätigkeit mit Übungsleiterpauschale anbieten? Kollidiert das evtl. mit den SGB II - Leistungen? Im konkreten Fall besteht nicht mehr die Möglichkeit, einen 1-Euro-Job anzubieten. Laut Auskunft des zuständigen Fallmanagers kann der Kunde 180 Euro pro Monat (seit 2013 200 Eur0 pro Monat) hinzuverdienen.

Die Übungsleiterpauschale in der Höhe von 2400 Euro können Sie in jedem Fall anbieten, ohne dass sie angerechnet wird. Diese steuerfreie Vergütung für nebenberufliche ehrenamtliche Tätigkeiten ist monatlich bis zu einem Betrag von 50% des Eckregelsatzes (gegenwärtig 200 Euro) anrechnungsfrei.

Stand: 19. Mai 2015

Verdienstausfallerstattung wegen Sonderurlaub

Als Leiter einer Jugendgruppe (mit JuLeiCa) (örtlicher CVJM e.V.) habe ich im vergangenen Jahr 7 Tage unbezahlten Sonderurlaub gehabt, um bei unserer Jugendfreizeit mitzuarbeiten. Der gemeinnützige Träger der Freizeit hat mir für diesen Zeitraum 80% meines (sonst erwirtschafteten) Bruttogehalts erstattet. (Das ist ja gut so!) Als ich nun meine Einkommensteuererklärung eingereicht habe, teilte mir der Sachbearbeiter beim Finanzamt mit, dass mein Steuersatz jetzt angehoben werden muss, weil für diese 7 Arbeitstage keine Steuern gezahlt worden seien. Ist die "Erstattung von Verdienstausfall" steuerpflichtig?

Verdienstausfall, auch wenn er von einer anerkannt gemeinnützigen Organisation gezahlt wird, ist zunächst steuerpflichtiges Einkommen, soweit nicht ein nach dem Einkommenssteuergesetz festgelegter Ausnahmetatbestand geltend gemacht werden kann. Das wäre z.B. die steuerfreie (pauschale) Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 26 Einkommenssteuergesetz, bekannt auch als Übungsleiterfreibetrag (oder- pauschale) mit der ein Einsatz, wie der von Ihnen beschriebene bis zu der Höhe von 2.400 Euro pro Jahr steuerfrei "entgolten" werden kann. Er müsste aber auch so (und nicht als Verdienstausfall) deklariert werden, kann aber auch nicht überschritten werden, d.h. wenn er eventuell durch andere ehrenamtliche Tätigkeiten bereits in Anspruch genommen wird, sind weitere Vergütungen, die den Betrag übersteigen, zu versteuern. Neben dem Übungsleiterfreibetrag gibt es noch den Ehrenamtsfreibetrag (in Höhe von 720 Euro pro Jahr), der aber auch nicht für die gleiche Tätigkeit, für die etwa schon die Übungsleiterpauschale in Anspruch genommen noch einmal zusätzlich geltend gemacht werden kann. Weitere Hinweise zu der steuerfreien Aufwandsentschädigung finden Sie hier in unserer Praxishilfe Arbeit im Verein

Stand: 09. Mai 2015

Vergütung im e.V.

Ich möchte einen Theaterverein gründen und dabei aber die Arbeit der Mitarbeiter selbstverständlich vergüten, so etwa die professionellen Schauspieler. Geht das ohne Probleme? Würde dann Honorarverträge schließen. Die Schauspieler dürften dann wohl keine Vereinsmitglieder sein. Alle Vereinsmitglieder dürfen nur per Aufwandshonorar von maximal 2100 (2013: 2400) Euro im Jahr bezahlt werden?

Wenn ein Verein zur Realisierung seines gemeinnützigen Zwecks (in Ihrem Fall der Förderung von Kunst und Kutur) auch auf professionelle Mitarbeit angewiesen ist, kann er (als Arbeitgeber) Beschäftigungs- oder Vertragsverhältnisse eingehen und diese Arbeit (per Anstellung oder Honorar- bzw. Werkvertrag) selbstverständlich auch vergüten. Für die Bezahlung selbst (Tarife bei Anstellung oder Stundensätze bei Honoraren) gelten die Bedingungen im Öffentlichen Dienst (Tarifvertrag im öffentlichen Dienst TVöD) als (grobe) Orientierung. Anders als Sie annehmen, gilt das auch für Mitglieder des Vereins. Sie dürfen nur als Mitglieder keine Zuwendungen aus dem Vermögen des Vereins bekommen. Sind sie zugleich Angestellte oder Auftragnehmer des Vereins können sie in gleicher Weise eine Vergütung für ihre Arbeit erhalten, wie Schauspieler, die von außen für ein Projekt verpflichtet werden.
Ebenso bietet die von Ihnen erwähnte pauschale Aufwandsentschädigung von (seit 2013) 2400 Euro pro Jahr (der sogenannte Übungsleiterfreibetrag) die Möglichkeit, Schauspielern, ob als Mitglieder oder Nicht-Mitglieder des Vereins das Honorar für ihre Tätigkeit (oder auch einen Teil) steuer- und sozialversicherungsfrei auszubezahlen. Voraussetzung ist die Anerkennung des Vereins als gemeinnützig (durch den Steuerfreistellungsbescheid des Finanzamtes) und eine entsprechende vertragliche Honorarvereinbarung zwischen Verein und Schauspieler.

Stand: 12. Mai 2015

Vergütung oder Aufwandsentschädigung

Darf Vereinsmitgliedern für bestimmte Tätigkeiten eine Vergütung bezahlt werden oder muß alles ehrenamtlich ablaufen?

Vergütungen im eigentlichen Sinne können Vereinsmitglieder einmal durch eine direkte Anstellung (etwa als Geschäftsführer usw.) erhalten, die dann aber ganz normal steuer- und sozialversicherungsfplichtig sind. Für Tätigkeiten, die Vereinsmitglieder im Auftrag des Vereins nebenberuflich (d.h. auch ehrenamtlich) übernehmen können allerdings sogenannte steuerfreie Aufwandsentschädigungen gezahlt werden. Diese enthalten alle üblichen Auslagen gegen Belege.  Steuer- und Sozialversicherungs-Abgaben-freie Vergütungen oder pauschale Aufwandsentschädigungen (immer wohl mit einem Honoraranteil) gibt es in Form der sogenannten Übungsleiterpauschale (2.400 Euro/Jahr) für festgelegte Tätigkeiten (Trainer, Chorleiter usw.) oder seit 2008 mit der Ehrenamtspauschale (720 Euro/Jahr) für die meisten (ehrenamtlichen) Tätigkeiten im Verein.

Stand: 19. Mai 2015

Wie kann man eine Aufwandsentschädigung erhalten

Ich bin Jugendleiter in unserem Schachverein. Ich zahle wie alle anderen auch meinen Jahresbeitrag. Nebenbei halte ich "ehrenamtlich" das Jugendtraining (jeden Freitag von 1,5 Stunden). Ich erhalte von keiner Seite dafür Geld. Wie kann ich nun an die 500 Euro kommen? Muß das irgendwie in den Statuten des Vereins drinstehen oder reingeschrieben werden? Oder kommt das Geld vom Staat? Ich bin im Begriff in den nächsten Tagen das Ehrenamt des Schulschachreferenten für unsere Region zu übernehmen. Zahlt der regionale Schachbund diesen Betrag? Ich verdiene mein Geld ganz normal für 8 Stunden Arbeit täglich bei einer Firma.

Die Zahlung einer (steuerfreien) pauschalen Aufwandsentschädigung gleichsam als Anerkennung für eine ehrenamtliche Tätigkeit hängt ausschließlich davon ab, ob ein Verein oder eine öffentlich-rechtliche Körperschaft dazu bereit und finanziell in der Lage ist. Das müßte also zwischen Verein und ehrenamtlich tätigem Mitglied verhandelt und dann am besten in einer Mitgliederversammlung beschlossen werden. In der Satzung muss eine solche Zahung nur geregelt werden, wenn sie für die (eigentlich ehrenamtliche) Tätigkeit eines Mitglieds des Vorstands erfolgen sollte. In dem geschilderten Fall käme sogar die ebenso steuerfreie Übungsleiterpauschale in Betracht, die insgesamt bis zu 2100 Euro pro Jahr (ab 2013: 2400 Euro/Jahr) betragen kann. Voraussetzungen sind aber Bereitschaft und Fähigkeit des Vereins dies Beträge aufzubringen. Der Staat selbst bietet nur den Vorzug der steuerfreien Einnahme für den Ehrenamtlichen Mitarbeiter.
Für eine Tätigkeit als Schulschachreferent käme nur die Ehrenamtspauschale (seit 2013 720 Euro) in Betracht, sie könnte mit der oben angedeutetenen Übungsleiterpauschale kombiniert werden, nicht aber mit einer (zweiten) Ehrenamtspauschale. Ob und wer das bezahlt, bzw. bezahlen kann, können wir nicht beurteilen.
Wir möchten aber schon noch einmal darauf hinweisen, dass Ehrenamt eigentlich noch immer als freiwillige (unvergütete) Mitarbeit für Belange der Allgemeinheit verstanden wird.

Stand: 12. Mai 2015