Originaltext: Aktionsuntersuchung

Seite 3: Phase 3

Phase 3: Hauptuntersuchung

Das Hauptaugenmerk wird durch aktivierende Befragung auf die Betroffenen gerichtet. Nebenher werden weiterhin Experten befragt. (Die Übersicht der Voruntersuchung erleichtert diese Arbeit). Ferner wird theoretisches Material aufgearbeitet, wenn es für die Praxis relevant wird. Ziel ist nun, durch Fragen nach Problemen, Ideen und Möglichkeiten von Veränderungen die Bereitschaft zur Beteiligung zu fördern und Initiative einzuleiten.

Versammlung der Betroffenen:
Die Hauptuntersuchung mündet in eine (zwei, drei...) Versammlung der Betroffenen ein. Auf ihr muss man mit starken emotionalen Ausbrüchen, lautstarken Reden und Beschimpfungen rechnen. Diese Entrüstungen soll man nicht unterbinden. Allerdings darf eine Versammlung nicht chaotisch enden, sondern muss vom Versammlungsleiter zu einer Phase der Ideen und möglicher praktischer Schritte gelenkt werden, wenn der Protest nicht wirkungslos verpuffen soll (bloße Ventilfunktion). Sie hat die Aufgabe:

  • die von Einzelnen geäußerten Probleme noch einmal kollektiv vorzubringen und als gemeinsame bewusst werden zu lassen, sie in der Gruppe zu gewichten;
  • durch die gemeinsame Diskussion einen ersten wichtigen Schritt zur Solidarisierung zu erreichen;
  • Einzelinitiative zu Gruppenaktivitäten zu bündeln;
  • ein Delegations- und Kontrollorgan für Arbeitsgruppen der handlungsbereiten Betroffenen zu schaffen. Weitere Versammlungen sind Voraussetzung für basisnahe Aktionsgruppen-Arbeit.