Originaltext: Aktionsforschung

Seite 11: Weitere Aktivitäten nach der Aktionsuntersuchung, Literatur

Weitere Aktivitäten nach der Aktionsuntersuchung

Angebote
Hierbei werden auf der Grundlage für von der Projektgruppe ermittelte Bedürfnislagen solche Angebote erstellt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von der Bevölkerung selbst erbracht werden können und die zudem die Möglichkeit bieten, unter Beteiligung von Bürgern durchgeführt zu werden oder in einer späteren Phase von diesen übernommen zu werden (z.B. Sozialhilfe- oder Schuldnerberatung, Mittagstisch für Kinder, Spielaktionen usw.).

Zielgruppenspezifische Aktivierung
Hierbei werden die Siedlungsbewohner um kollektiv organisierbare Problemlagen herum angesprochen, und es werden aktivierende Schritte unternommen, die dazu beitragen, dass Leute, die sich vom gleichen Problem betroffen fühlen, sich zusammensetzen und an Möglichkeiten zur Veränderung ihrer Situation arbeiten (Alte, Kinder, Ausländer, Alleinerziehende, Sozialhilfeempfänger usw.).

Problemspezifische Aktivierung
Der Kristallisationspunkt, um den hier Leute organisiert werden, müsste ein gruppenübergreifendes Problem sein, von dem Leute deshalb berührt sind, weil sie in eben dieser Region oder eben dieser Straße wohnen (Lastkraftwagen-Verkehr, Schäden an Häusern, Durchführung eines Programms zur Wohnumfeldverbesserung).

Aktivierung über Einzelansprachen
Hier werden Leute angesprochen, die bei der Befragung geäußert haben, dass sie Interesse hätten, in irgendeiner Form bei der künftigen Arbeit mitzuhelfen. Die Aktivierung über Einzelansprachen hat den Vorteil, dass sie sich nicht im Vorhinein auf bestimmte Zielgruppen oder Probleme festlegt und im Kontakt mit schon aktivierten Bürgern offen ist für neu im Prozess entstehende Entrüstungspunkte.

Siedlungsstrukturspezifische Aktivierung
Hier müsste die grundlegende Frage gestellt werden: Wo gibt es halbwegs einheitliche Siedlungsstrukturen, die zumindest in Ansätzen ein gemeinsames Lebensgefühl oder Gemeinsamkeiten überhaupt bei Bürgern produzieren? Eingeladen würden Bewohner bestimmter Straßenzüge, bestimmter Wohnsiedlungen, die eine ähnliche Baustruktur haben, oder überschaubarer Wohneinheiten oder Häuser. (Ausführliche Berichte über Projekte sowie verschiedene Praxisbeispiele siehe: ISSAB, 1989).

Symbol: »Literaturtipp« (ein stilisiertes geöffnetes Buch)

Alinsky, Saul D.: Die Stunde der Radikalen. Burckhardthaus: Gelnhausen 1974.
Filsinger, Dieter/Hinte, Wolfgang: Praxisforschung: Grundlagen, Rahmenbedingungen und Anwendungsbereiche eines Forschungsansatzes. In: Praxisforschung. Heiner, Maja (Hrsg.), S.34-72. Lambertus: Freiburg 1988.

Haag, Fritz u.a. (Hrsg.): Aktionsforschung. Juventa: München 1972.

Hauser, Richard: Die Aktionsuntersuchung (Ms.). Köln, o. J.

Ders./Hauser, Hephzibah: Die kommende Gesellschaft. Pfeiffer: München 1971.

Heinze, Thomas u.a.: Handlungsforschung im pädagogischen Feld. Juventa: München 1975.

Hinte, Wolfgang: Wie lerne »ich«, mit Menschen zu arbeiten. In: sozial extra, 1988, 6, S.25–29.

Ders.: Non-Direktive Pädagogik. Westdeutscher Verlag: Opladen 1989.

Horn, Klaus (Hrsg.): Aktionsforschung. Balanceakt ohne Netz? Syndikat: Frankfurt a.M. 1979.

Institut für stadtteilbezogene soziale Arbeit und Beratung ISSAB (Hrsg.): Zwischen Sozialstaat und Selbsthilfe. Klartext: Essen 1989.

Krüger, Helga u.a.: Aktionsforschung in der Diskussion. In: Soziale Welt, 26, 1975, 1, S.1-30.

Lewin, Kurt: Die Lösung sozialer Konflikte. Christian: Bad Nauheim 1968.

Pieper, Richard: Aktionsforschung und Systemwissenschaften. In: Aktionsforschung. Haag, Fritz (Hrsg.), S.100-116.

Praschma, Michael: Kindheit – eine vernachlässigte Kategorie stadtteilbezogener sozialer Arbeit. In: Neue Praxis, 17, 1987, 3, S.265-271.

Zedler, Peter/ Moser, Heinz: Aspekte qualitativer Sozialforschung. Leske: Opladen 1983.

Zeitschrift für Pädagogik 5/1976 und 3/1976.