Alf Seippel

Seite 2: »Handbuch Aktivierende Gemeinwesenarbeit« aus heutiger Perspektive

Wie sieht Alf Seippel seine Ausführungen von damals heute?

Heute, nach vielen Berufsjahren als landeskirchlicher Beauftragter der Ev. Kirche in Westfalen für die Arbeit mit Kriegsdienstverweigerern/ Zivildienstleistenden und Initiator von Begegnungsreisen nach Weißrussland, ist Alf Seippel im »aktiven Ruhestand«. Er engagiert sich als Vorsitzender des Vereins Sozialer Friedensdienst zur Völkerverständigung mit Osteuropa (Der vollständige Name des Vereins lautet: Sozialer Friedensdienst zur Völkerverständigung SFDzV Förderkreis e.V., c/o Alf Seippel, Stuchtey 33, 44267 Dortmund.), vor allem für längerfristige Freiwilligendienste.

Zunächst war er erstaunt und natürlich erfreut, dass wir sein Buch weiterhin für aktuell und hilfreich halten. Da er selber mit Gemeinwesenarbeit heute nichts mehr zu tun hat, ist sein Blick auf die derzeitige Praxis sehr distanziert. Er benennt aufgrund seiner Erfahrungen für die derzeitige Praxis folgende Fragen und Positionen:

  • Was geschieht nach der Aktivierung? Wichtig ist ihm hier vor allem die Begleitung der aktivierten Menschen! Sie sollen eigene Erfahrungen machen können und ihr eigenes Tempo gehen. Alf Seippel betont, dass diese Prozesse langwierig sind und ihre ganz eigene Zeit brauchen.
  • Welche Rolle nehmen die Professionellen in diesem Prozess ein? Was ist, wenn die »Aktivierten« konfliktträchtige Themen auf die Tagesordnung bringen? Die professionell bzw. die bezahlt Tätigen sollten sich über ihre Grenzen klar sein und über den möglichen Loyalitätskonflikt mit ihrem Anstellungsträger – insbesondere dann, wenn sie selber bei der Stadt angestellt oder städtisch oder auch von einer Wohnungsbaugesellschaft finanziert werden. Hier gilt es Freiräume bewußt auszugestalten und/ oder neue Organisationsformen zu suchen.

 

Symbol: »Autor« (ein stilisierter Füllfederhalter)

Dieser Beitrag von Hille Richers ist folgener Publikation entnommen:
Handbuch Aktivierende Befragung: Konzepte, Erfahrungen, Tipps für die Praxis (Bonn 2012)
Die Publikation finden Sie hier.