Impuls-Werkstatt für Frauen

Seite 3: Erkenntnisse, Tipps und kritische Punkte, Kontaktadresse

Erkenntnisse

IMPULS-Werkstätten:

  • nutzen die teilnehmenden Frauen, um sich gegenseitig kennen zu lernen,
  • decken Stärken und Gemeinsamkeiten auf,
  • fördern die generationsübergreifende Zusammenarbeit,
  • schaffen Raum für interkulturellen Dialog,
  • beleben die Nachbarschaft,
  • zeichnen sich aus durch hohe Arbeitsproduktivität, die von Teilnehmerinnen nicht als Belastung empfunden wird,
  • sammeln konzentriert Probleme und Handlungsbedarf und Veränderungswünsche,
  • beflügeln Neues zu denken und Räume für Veränderungen zu entdecken,
  • bringen Projektskizzen hervor, die von den Frauen selbst im letzten Teil der Werkstatt entworfen werden,
  • führen zur Überraschung und Verblüffung der Teilnehmerinnen, über die eigene Stärke und Schaffenskraft der Frauen, da es ihnen gelingt für lange bestehende Probleme Lösungswege aufzeigen,
  • setzen einen Motivationsschub frei,
  • führen zur engagierten Zuordnung an den entwickelten Projekten und an Folgetreffen,
  • sind gelungener Auftakt und machen Mut.

Tipps und kritische Punkte

Eine IMPULS-Werkstatt kann Anschub geben und Perspektiventwicklung leisten. Zur Durchführung sind im Vorfeld die folgenden Punkte zu berücksichtigen und insbesondere eine intensive Vor- und Nachbereitung zu leisten durch z.B.:

  • Erkundung der Ausgangssituation: »Wo liegen Anknüpfungspunkte? Wo wird/ wurde schon dazu gearbeitet? Welche Erfahrungen und Grundlagen können einbezogen werden?«,
  • Bestimmung der Zielgruppe: »Wie setzt sich die Bevölkerung zusammen? Wer soll angesprochen werden? Wie erreichen wir die Zielgruppe?«,
  • Einbettung in vorhandene und gewachsene Strukturen, Auswahl/Gewinnung notwendiger Kooperationspartner/innen,
  • Zusammenarbeit mit Multiplikator/innen, Klärung und Festlegung von Zielen, kreative Werbung und Ansprache der Teilnehmerinnen, Anreize zur Teilnahme klären,
  • Aussichten auf Einflussnahme und Erfolg klären: »Beteiligung muss sich lohnen«, frühzeitige Einbindung von Teilnehmerinnen in die Planung und Vorbereitung.


Tagesveranstaltungen sind alles andere als niedrigschwellig, deshalb ist es wichtig weitere Hürden und Hemmnisse möglichst klein halten, durch z.B.:

  • ein gutes Verhältnis von Absicht und Zielen zur Dauer einer Werkstatt (keine Überfrachtung durch zu hohe Erwartungen etc.),
  • ein ausgewogenes Verhältnis von Aufwand, Arbeit, Nutzen und Vergnügen,
  • eine gute Versorgung, einfallsreiche und überzeugende Ansprache und frühzeitige Information der Zielgruppe zu Absicht, Ablauf und Organisatorischem (Öffentlichkeitsarbeit),
  • Anreize schaffen, Würdigungselemente einbauen.


Eine gute Organisation von Räumen, Rahmen, Setting und Versorgung hat großen Einfluss auf das Klima, die Atmosphäre und Stimmung; es braucht z.B.:

  • Geeignete Räume (für Plenum, Arbeitsgruppen, Kinderbetreuung, ggf. Pausen), Essen und Trinken, Kinderbetreuung, ggf. Übersetzerinnen für Mitbürgerinnen ausländischer Herkunft, Material (Flipchart bis Klamottenkiste zum Verkleiden) etc.
  • Werkstätten mit min. 20/ max.30 Teilnehmerinnen und dem Verhältnis von Moderatorinnen/Teilnehmerinnen (1/10-15) haben sich bewährt.
  • Zeitnahe Dokumentation der Werkstatt für die Teilnehmerinnen selbst (Würdigung) und zur Präsentation der geleisteten Arbeit und der Ergebnisse für Entscheidungsträger ist zu empfehlen.
Lachende Frauen strecken ihre Arme aus.
Bewegungseinheiten fördern die Konzentration und machen Spaß – Übergang Kritik- zu Wunschphase

Wer Frauen an Stadtteilentwicklung beteiligen und dabei insbesondere auch »Sprach- und Mutlose« erreichen will, ist aufgefordert neue und kreative Wege in der Konzeption von Versammlungen zu gehen. Dass ihre Beteiligung gelingen kann, zeigt der Bericht über unsere Werkstätten. Die meisten Frauen, die den Weg zur IMPULS-Werkstatt gefunden haben, hätten vorher nicht zu träumen gewagt, was sie dort erwartet und mit welcher Haltung, mit wie viel Engagement sie wieder nach Hause gehen würden. Am Ende sind tatsächlich aus Träumen von Stadtteilräumen Räume für Stadtteilträume geworden.

Symbol: »Adresse« (ein Stift zeigt auf das Adressfeld eines Briefes)

Martina Köbberich
LAG Soziale Brennpunkte Hessen e.V.
Moselstr. 25
60329 Frankfurt am Main
Tel.: (0 69) 25 78 28-21
Fax.: (0 69) 25 78 28-55
E-mail: LAGSB@aol.com

Symbol: »Autor« (ein stilisierter Füllfederhalter)

Dieser Beitrag von Martina Köberich ist folgener Publikation entnommen:
Handbuch Aktivierende Befragung: Konzepte, Erfahrungen, Tipps für die Praxis (Bonn 2012)
Die Publikation finden Sie hier.