Doorknocking

Seite 2: Erkenntnisse, Kritische Punkte, Kontaktadressen

Erkenntnisse

Wichtig ist die innere Haltung beim »Doorknocking«:

  • Ich bin keine Bettlerin oder Vertreterin, die Ramsch verkaufen will oder Leute zu etwas manipulieren will, sondern: ich mache ein Angebot!
  • Ich komme möglicherweise zu einem unpassenden Augenblick und mache daher dem Gegenüber deutlich, dass ich respektiere, wenn dieser jetzt nicht mit mir reden möchte. Oft lässt sich das schon an der Mimik des Gegenübers ablesen. Wenn die Person sauer guckt, kann auch ein »Entschuldigen Sie, dass ich Sie störe, ich...« helfen (es gibt aber meistens viele, die durchaus Zeit und Interesse haben zu reden).
  • Die Person sollte spüren können, dass sie die Entscheidungsfreiheit hat, also keinen moralischen Druck machen, wenn jemand gerade nicht mit einem sprechen will.
  • Es ist einfach so, dass Leute, die keinen Terminkalender führen auch Termine, die ihnen wichtig sind, schon mal vergessen. Deshalb sind viele dankbar für diese kleine Erinnerung.
  • Öfters mal eine kurze Runde Haustürgespräche – das ist das beste Gegenmittel gegen zu viel Schreibtischarbeit. Da erweitert sich der eigene Blick sofort und bringt einen ein Kontakt damit, was bei den Menschen im Stadtteil angekommen ist oder wie Informationen aufgenommen werden (»Ach, den Handzettel habe ich noch gar nicht gesehen..., haben Sie schon gehört...«).
  • Haustürgespräche lassen sich gut gemeinsam mit aktiven Bewohner/innen durchführen. Sie sind ein gutes Übungsfeld, damit sich Bewohner/innen überhaupt trauen, Nachbarn (mit denen sie nicht bekannt oder befreundet sind!) zu besuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dann ist es allerdings wichtig, vorher genau die Rollenverteilung abzusprechen!

Kritische Punkte

  • Wenn Leute sich darauf verlassen können, dass vor Versammlungen jemand zum Erinnern vorbeikommt, nach dem Motto: »Wenn es wirklich wichtig ist, dann kommt sie noch mal vorbei und erinnert mich« – dann ist man wohl zu häufig vorbeigelaufen.
  • »Doorknocking« ermöglicht den Kontakt zu vielen Personen innerhalb von kurzer Zeit. Allerdings muss ich mir im Klaren darüber sein, dass auch mehrere kurze Haustür-Gespräche kein Ersatz für ein längeres offenes Gespräch mit einer Person ist.
  • Wenn einem viele Türen vor der Nase zugeschlagen werden, kann das schon mal auf die eigene Stimmung schlagen und man fühlt sich wie eine Vertreterin für Staubsauger. Mit schlechter Stimmung lassen sich solche Gespräche nicht führen, dann besser aufhören und an einem anderen Tag weitermachen.
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Dieser Beitrag von Hille Richers ist folgener Publikation entnommen:
Handbuch Aktivierende Befragung: Konzepte, Erfahrungen, Tipps für die Praxis (Bonn 2012)
Die Publikation finden Sie hier.