Bewohnerversammlungen aktivierend moderiert

Seite 4: Fünf Phasen, Einstieg, Fazit
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Die »Fünf Phasen der Bewohnerversammlung«

  • Einstiegsphase (Begrüßung; Benennen des Themas, Ziels; Ablauf skizzieren, die eigene Funktion erklären, die Rolle als Moderation verdeutlichen; Vereinbarung über Vorgehensweise treffen; Zeitrahmen klären)
  • Ermittlungsphase (Sammeln: Was ist los? Was stört die Menschen konkret? Was gefällt ihnen?)
  • Ideenphase (Sammeln: Was wollen die Menschen in welcher Form konkret verändert haben?)
  • Organisationsphase (Gruppenbildung, Aktionsplanung: Wer will was tun?)
  • Abschluss und Ausklang (Zusammenfassung der Ergebnisse, evtl. Ausblick/ Vereinbarung für weitere Treffen; informelle Gespräche, Bewirtung)Einstiegsphase (Begrüßung; Benennen des Themas, Ziels; Ablauf skizzieren, die eigene Funktion erklären, die Rolle als Moderation verdeutlichen; Vereinbarung über Vorgehensweise treffen; Zeitrahmen klären)

 

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Bewohnerversammlung: Der Einstieg schafft Klarheit

»Guten Tag, mein Name ist Sonja Meier-Müller. Ich begrüße Sie herzlich zu der heutigen Versammlung mit dem Thema: Südostviertel – Was ist los? Was soll sich ändern? Ich freue mich, dass Sie hierher gekommen sind. Ich arbeite hier als Sozialarbeiterin bei der Gemeinde St. Antonius. Mein Job ist es zum einen, dass ich hier am Montag und Donnerstag Beratungen zu den Themen x und y anbiete. Aber darüber hinaus ist es auch mein Interesse, mit Ihnen zusammen zu schauen, was wir gemeinsam tun können, um die Themen hier im Viertel anzupacken, die vielen von Ihnen am Herzen liegen. Also zu schauen, was Sie gerne verändern möchten, um das Leben hier im Südostviertel zu verbessern. Und wenn wir heute hier beschließen, das eine oder andere zusammen anzupacken, dann gehört es zu meinen Aufgaben, wenn Sie das wollen, Sie bei der Organisation dieser Aktivitäten zu begleiten, Sie mit meinem Wissen zu unterstützen und vielleicht Kontakte zu vermitteln. Heute Abend jedoch ist es aber zunächst meine Aufgabe diese Bürgerversammlung während der nächsten 1,5 Stunden zu moderieren. Ich werde darauf achten, dass Jeder zu Wort kommt und keiner zu kurz kommt. Den Ablauf haben meine Kollegin xy, die sich gleich noch selber vorstellen wird, folgendermaßen gedacht: Wir wollen zunächst wissen, wo Sie der Schuh drückt, also was Sie stört. Dann schauen wir, was Sie verändern wollen und klären, welche von den Punkten Ihnen besonders wichtig sind. Vielleicht können nicht alle Dinge heute Abend ausreichend geklärt werden. Deshalb ist es uns wichtig, Ihnen schon jetzt zu Beginn zu sagen, dass wir am Ende der Veranstaltung auf jeden Fall mit Ihnen schauen, was wir mit den Punkten machen, die heute vielleicht zu kurz kommen. Außerdem können Sie uns natürlich auch nach der Versammlung noch hier ansprechen. Ich möchte Sie an dieser Stelle herzlich einladen, nachher hier noch etwas mit uns zu trinken.

Bevor wir starten, möchte ich ein paar Tipps vorschlagen, zum Umgang im Gespräch. Es wäre schön, wenn wir einander ausreden lassen. Alle sollten dran kommen können. Nun gibt es sicher Sachen, die einen so ärgern, dass einem schon mal ‹die Pferde durchgehen‹ können, wie man so schön sagt. Das ist normal. Wenn es besonders rund geht, dann sehe ich es als meine Aufgabe darauf zu achten, da in die ‹Bremse‹ zu treten. Wenn ein Beitrag sehr lang wird, werden wir erinnern, dass noch andere etwas sagen wollen. Sollen wir das so machen? Wenn Sie etwas sagen möchten, melden Sie sich bitte. Meine Kollegin schreibt auf, wenn Sie sich zu Wort melden, damit niemand vergessen wird und notiert die Themen mit, die Ihnen wichtig sind. Dazu haben wir die zwei Tafeln vorbereitet.«

Fazit

Die Moderation einer Bewohnerversammlung ist keine leichte Arbeit. Wer aber einmal erfahren hat, welch Veränderungspotenzial in einer besonders lebendigen (und vielleicht schwierig zu moderierenden) Bewohnerversammlung steckt, weiß: Aller Anfang ist schwer, aber wenn auch die »kritischen« Energien erst mal gewonnen wurden, dann ...

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Dieser Beitrag von Maria Lüttringhaus ist folgener Publikation entnommen:
Handbuch Aktivierende Befragung: Konzepte, Erfahrungen, Tipps für die Praxis (Bonn 2012)
Die Publikation finden Sie hier.