Atlas der Zivilgesellschaft 2022

In diesem Jahr wird der Atlas der Zivilgesellschaft von Brot für die Welt und CIVICUS, zum fünften Mal veröffentlicht. Demnach leben nur drei Prozent aller Menschen in Staaten, in denen zivilgesellschaftliche Grundfreiheiten wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit garantiert sind. 2022 steht zudem die Digitalisierung im Zentrum des Berichts.

©Brot für die Welt e.V.

Digitale Plattformen werden von zivilgesellschaftlichen Akteuren genutzt, um sich auszutauschen oder Informationen zu aktuellen Kampagnen zu verbreiten. Gleichzeitig schränken immer mehr Regierungen durch Online-Zensur die Meinungs- und Pressefreiheit ein. Die Handlungsspielräume für zivilgesellschaftliches Engagement im digitalen Raum werden dadurch geringer. In Mexiko werden beispielsweise Menschenrechtsaktivisten mithilfe von Spionagesoftware durch die Regierung überwacht und in ihren Aktivitäten eingeschränkt. In Indien wurde der Zugang zum Internet zeitweise gesperrt. Und transnational werden ausländische Geldmittel für Partnerorganisationen durch nationale Gesetzgebung blockiert.

Neben dem Schwerpunkt der Digitalisierung analysiert der CIVICUS-Monitor im Atlas der Zivilgesellschaft die aktuelle Situation der Freiheitsrechte für die Zivilbevölkerung. Im Vergleich zum letzten Civicus-Report haben sich 14 Länder in ihrer Einstufung verschlechtert, darunter mit Polen und Ungarn auch zwei EU-Mitglieder. Ursache in Polen sind unter anderem die Bedrohungen und Verfolgungen von Frauen, die sich öffentlich gegen das Abtreibungsgesetz aussprachen. In Belarus wurden Bürgerinnen und Bürger aktiv daran gehindert eigene Organisationen zu gründen. Die Daten wurden zwischen November 2020 und Oktober 2021 erhoben.

Der Atlas der Zivilgesellschaft 2022 im Wortlaut (PDF)

Lesetipp: Onlinebasiertes Engagement ist längst kein Nischenphänomen mehr, sondern ein selbstverständlicher Bestandteil des modernen freiwilligen Engagements. Wir stellen hier auf diesem Portal Chancen und Herausforderung der Digitalisierung vor.