27. Februar 2018

Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung nimmt Arbeit auf

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Stiftungen, Wissenschaft/ Technikgestaltung

© WZB

Das neu gegründete Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Grundlagen und Rahmenbedingungen sowie das Selbstverständnis der bundesdeutschen Zivilgesellschaft zu erforschen. Die am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) angesiedelte Einrichtung will mit seiner wissenschaftlichen Arbeit die Zukunft der Demokratie in Deutschland stärken.

Zivilgesellschaft, Bürgergesellschaft, civil society, civic society: Die Wurzeln der Zivilgesellschaft als politisch-philosophischer Begriff gehen zurück bis in 18. Jahrhundert. In Abgrenzung zu den Sektoren Staat und Markt hat sich der unterschiedlich verwendete Begriff seitdem zu einem Schlüsselwort in den politischen Debatten um die Zukunft der Demokratie und des Gemeinwesens entwickelt.

Das Leitbild der Zivilgesellschaft stützt sich dabei auf bürgerschaftliches Engagement und eröffnet Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit für selbstorganisierte Mitgestaltung und Beteiligung, so wird der Begriff beispielsweise im Freiwilligensurvey 2004 verstanden. Klar ist: Ohne die Zivilgesellschaft können viele Herausforderungen der Gesellschaft nicht bewältigt werden.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung einen integrativen Forschungsansatz, der die zivilgesellschaftliche Protest- und Bewegungsforschung systematisch mit der Analyse politischer Konfliktstrukturierung und der Sozialkapitalforschung verbindet.

Erforscht werden in dem neuen Zentrum der Wandel politischer Konfliktstrukturen, die Organisation und Mobilisierung dieser neuen Konflikte durch soziale Bewegungen und politische Parteien und die Veränderungen der zivilgesellschaftlichen Organisationslandschaft. Geplant ist außerdem die Institutionalisierung einer Dateninfrastruktur zu politischem Protest in Europa. Längerfristig soll durch das Zentrum die Zivilgesellschaftsforschung in seiner ganzen Breite erschlossen und die Vernetzung von Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik gestärkt werden.

Das Zentrum wird getragen von WZB und der Freien Universität Berlin. In seiner Aufbauphase wird es durch die Stiftung Mercator und die Volkswagen Stiftung gefördert.