26. April 2017

Studie: Willkommenskultur im Stresstest

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Die Willkommenskultur in Deutschland hat ihren ersten großen »Stresstest« bestanden, aber deutliche Kratzer abbekommen: Zu diesem Urteil kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Darin vergleicht sie die Einstellungen der Bevölkerung in Deutschland rund um die Themen Zuwanderung und Migration von 2011 bis heute. Ein zentrales Ergebnis der Umfrage ist, dass sich Deutschland als offene Einwanderungsgesellschaft vor allem in Hinblick auf studierende oder hier arbeitende Fachkräfte präsentiert. Auffällig ist, dass junge Erwachsene unter 30 Jahren eher bereit sind, weitere Flüchtlinge aufzunehmen und sie die Auswirkungen von Einwanderung positiver und gelassener betrachten als ältere Befragte. Im Osten Deutschlands ist die Zustimmung zu Einwanderung in der Bevölkerung anhaltend geringer als im Westen, diese Schere geht im Vergleich zu früheren Umfragen noch weiter auseinander. Die Aufnahme von Flüchtlingen bewerten viele Menschen im Nachhinein als große Leistung, sehen aber nun Belastungsgrenzen erreicht. Die Autoren der Studie geben auch Empfehlungen, was zu tun ist, damit Deutschland eine offene Gesellschaft bleibt. Demnach solle die Aufnahmebereitschaft und –fähigkeit in den Kommunen weiter gestärkt, die Integrationsbemühungen ausgebaut, Konkurrenzsituationen konstruktiv bearbeitet und gerade auf europäischer Ebene Migration besser gesteuert werden.

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