20. Mai 2015

Studie: Darstellung von Migration und Integration in Schulbüchern

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Schule und Bildung

Bildungseinrichtungen sind zentrale Orte für gesellschaftliche Integration und Teilhabe. Den Bildungsraum Schule stellt die wachsende Heterogenität und Vielfalt in Klassenzimmern jedoch vor besondere Herausforderungen. Laut Mikrozensus von 2010 haben bereits 33 Prozent aller Kinder und Jugendlichen bis 15 Jahre einen Migrationshintergrund. Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule spielen deshalb eine immer wichtigere Rolle. Aber auch die Inhalte von Schulbüchern müssen dieser Entwicklung gerecht werden. Doch wie geeignet sind die vorhandenen Schulbücher für die Umsetzung von »diversitätssensibler Bildung«? Dieser Frage geht eine Studie nach, die im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration entstanden ist. Die Studie analysiert die Darstellung von Migration und Integration in ausgewählten aktuell zugelassenen Schulbüchern der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer Sozialkunde, Politik, Geschichte und Geografie. Der Fokus der Studie liegt auf den Schwerpunkten »Diversity« und »Partizipation«. Die Untersuchung zeigt, dass in den analysierten Schulbüchern die Problematisierung von Migration gegenüber der Darstellung von Diversität als Normalfall überwiegt. Migration wird »primär als konfliktträchtig und krisenhaft« dargestellt; Ansätze eines differenzierten Umgangs mit dem Thema Migration lassen sich nach Ansicht der beteiligten Wissenschaftler/innen auch in Schulbüchern neuerer Generation kaum finden. Als Ausweg schlagen die Forscher/innen vor, die Themen Migration und Integration in »ausgewogener und multiperspektivischer Weise« aufzugreifen und Schulbücher zu produzieren, die »migrationsbedingte Vielfalt als Normalität widerspiegeln« und deren »Chancen für die Gesellschaft in den Mittelpunkt stellen«. Ferner sei es unerlässlich, dass Lehrerinnen und Lehrer »diversitätskompetent« agieren und lernen, medienkritisch mit Schulbüchern und anderen Unterrichtsmaterialien umzugehen.

Die Studie im Wortlaut (PDF)