06. Mai 2015

Kurzdossier: Integration in der postmigrantischen Gesellschaft

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Wie wollen und können wir in einer Gesellschaft zusammenleben, die durch Vielfalt geprägt wird? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Kurzdossier, dass die Bundeszentrale für politische Bildung auf ihrer Website veröffentlicht hat. Darin wird der Wandel Deutschlands hin zu einer postmigrantischen Gesellschaft untersucht: Sowohl die Statistiken als auch kulturelle Veränderungen machen deutlich, dass die Bundesrepublik zu einem Einwanderungsland geworden ist. Zugehörigkeiten, nationale Identitäten, Partizipation und Chancengerechtigkeit werden vor dem Hintergrund zunehmender Diversität neu justiert. »Postmigrantisch« bedeutet dabei nicht das Ende der Migration, sondern beschreibt gesellschaftliche Aushandlungsprozesse, die zeitlich in der Phase nach der Migration erfolgen sollten. Ein gesellschaftliches Leitbild nach kanadischem oder US-amerikanischem Vorbild gibt es in Deutschland bisher nicht. Auch der etablierte Integrationsbegriff wird meist einseitig ausgelegt und bezieht sich auf die Anpassungsleistung von Migrantinnen und Migranten sowie deren Nachkommen. Nötig sei jedoch ein Paradigmenwechsel, um diesen Integrationsbegriff gesamtgesellschaftlich auszurichten. Strukturelle Barrieren und Bevölkerungsgruppen, die desintegrierend wirken, müssten in die Integrationspolitik miteinbezogen werden. Anstatt fehlende Integration als persönliches oder kulturelles Problem der Migranten zu definieren, könnte die wachsende Heterogenität so besser in der gesamten Gesellschaft verankert werden.

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