21. November 2014

Publikation: Der demokratische Mythos Porto Alegre

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation, Eine Welt/ Globalisierung

Im Mainstream der Beteiligungsforschung fungiert das brasilianische Porto Alegre als ein gelungenes Modell partizipativer Kommunalpolitik. Die Bezeichnung »Stadt der Demokratie« prägt das Image dieser Stadt, die oft in Verbindung mit dem Verfahren des Bürgerhaushaltes untersucht wird. Doch Rogerio R. Mororó, Lehrbeauftragter am geografischen Institut der Universität Tübingen, präsentiert ein ganz anderes Bild von Porto Alegre. Er kommt in seiner Analyse zu dem Schluss, direkte Bürgerbeteiligung in Porto Alegre habe bislang zwar zu mehr Legitimation politischer Entscheidungsfindungen beigetragen, jedoch nicht zu Veränderungen bestehender Machtstrukturen und ebenso wenig zur spürbaren Minderung von Missständen wie krassen räumlichen oder sozialen Disparitäten in der lokalen Gesellschaft geführt. Allerdings verklärt der demokratische Mythos Porto Alegres diesen Sachverhalt.

Mororó, Rogerio R.: Der demokratische Mythos Porto Alegre – Widersprüche und Wirklichkeit eines partizipativen »Planungsmodells«, Wiesbaden 2014, 625 S., 59,99 Euro, ISBN 978-3-658-05888-3

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