24. Oktober 2014

Bürgerhaushalte neu denken: Interview mit Roland Roth

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Bürgerhaushalte haben sich in den vergangenen Jahren in der bundesdeutschen Beteiligungslandschaft etabliert, ohne zu einer »Massenbewegung« geworden zu sein. Die in Deutschland praktizierten Bürgerhaushalte setzen überwiegend auf webbasierte Beteiligungsverfahren, ergänzt um Befragungen repräsentativ ausgewählter Bürgerinnen und Bürger. Deliberative, zielgruppenadäquate Verfahren und eine Integration in kommunale Beteiligungskonzepte sind eher die Ausnahme als die Regel. Artikulationsstarke Milieus bestimmen die Phase der Ideensammlung, beim anschließenden »Ranking«, also der Priorisierung der eingereichten Vorschläge, setzen oftmals gut organisierte Lobbygruppen ihre Interessen durch. Prof. Dr. Roland Roth, Hochschule Magdeburg-Stendal, plädiert im Interview dafür, die aktuelle Praxis der Bürgerhaushalte zu hinterfragen und darüber nachzudenken, inwiefern die jetzigen Bürgerhaushaltskonzepte angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen – wie Sicherung der Verteilungsgerechtigkeit, Einbeziehung benachteiligter Gruppen und Bürgerwünsche nach mehr direkter Beteiligung – einer Veränderung bedürfen.

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