06. Dezember 2013

WZBrief: Gemeinwohl mit beschränkter Haftung

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation, Unternehmen und Engagement, Vereinsarbeit

Immer mehr Organisationen des Dritten Sektors sind als gemeinnützige GmbHs (gGmbHs) tätig. Warum soziale Dienstleister diese relativ junge Organisationsform wählen und was dies für den Dritten Sektor bedeutet, beschreibt der neue WZBrief Zivilengagement. Der Trend ist demnach eindeutig: gGmbHs boomen. Allein zwischen 2011 und 2013 betrug der Zuwachs dieser Organisationsform zwölf Prozent, Tendenz weiter steigend. Organisationen reagieren damit in Form schlanker und wirtschaftlicher Organisationsformen auf die Konkurrenz durch privatwirtschaftliche Unternehmen im sozialen Bereich. Auch beschäftigungspolitisch sind die gGmbHs relevant: Etwa jeder dritte Beschäftigte des sozialen Sektors arbeitet mittlerweile in einer gemeinnützigen GmbH – insgesamt sind das rund 900.000 Menschen. Dabei ist die gGmbH keine eigene Gesellschaftsform, sondern eine aufgrund ihrer Gemeinwohlorientierung steuervergünstigte Variante der GmbH. Entsprechend kommen bei der Organisation betriebswirtschaftliche Grundsätze und Methoden zum Einsatz. In der Zukunft könnte sich daher eine drohende »Rationalisierungsfalle« als größte Herausforderung für gGmbHs erweisen. Die wirtschaftliche Arbeitsweise würde dann nicht mehr nur Mittel zum Zweck  bleiben, sondern könnte in Widerspruch zum ursprünglichen sozialen Arbeitsauftrag geraten.

Der WZBrief im Wortlaut (PDF)