24. Mai 2013

Dossier: Umfang, Strukturen und Bedeutung von Migrantenselbstorganisationen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Religiöse Vereine, und hier vor allem Moscheevereine, werden in der Öffentlichkeit häufig als typische Migrantenselbstorganisationen bezeichnet. Die Forschung zeigt jedoch, dass mehr als zwei Drittel aller Migrantenorganisationen weltliche Organisationen repräsentieren. Wie viele dieser Vereine und Organisationen es in Deutschland gibt, ist unklar: Schätzungen gehen von bis zu 20.000 solcher Vereine aus. Deren Rolle für die soziale Integration der Einzelnen und für die Interessenregulierung und Teilhabe wird kontrovers diskutiert. Prof. Dr. Ludger Pries, Soziologe an der Ruhr-Universität Bochum, beschreibt in einem für die Bundeszentrale für politische Bildung entstandenen Dossier den Umfang und die Struktur von Migrantenorganisationen in Deutschland. Er stellt fest: Migrantenselbstorganisationen können aus sehr verschiedenen Perspektiven – beispielsweise als Kultur-, Sport- und Freizeitvereine, als Mittel der Einwandererintegration in eine Ankunftsgesellschaft oder als Form der Partizipation von Interessengruppen im politischen System – analysiert werden. Zusammengefasst legen die vorhandenen Studien nahe, keinen pauschalen Grundsatzstreit über deren Funktion als »Integrationsbrücke« oder als »Integrationsfalle« zu führen, sondern sie als multidimensionale, multifunktionale und sich im Zeitverlauf stark wandelnde Organisationen zu betrachten, die in aller Regel in Herkunfts- und Ankunftsländern verankert sind.

Das Dossier im Wortlaut (PDF)