27. März 2013

Studie: Muslime in der Mehrheitsgesellschaft

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Medien, Stiftungen

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) hat eine Studie zur medialen Darstellung von Muslimen und den Auswirkungen auf das Zusammenleben im Alltag von Muslimen und Mehrheitsbevölkerung herausgegeben, die auf der Datengrundlage des letzten SVR-Integrationsbarometers mit fast 10.000 Befragten beruht. Demnach verstärken Medien die »Islamisierung« der Integrationsdebatte. Ob bei den Zugewanderten oder in der Mehrheitsbevölkerung, die Befragten zeigen große Übereinstimmung und befinden die Berichterstattung über Muslime und die Darstellung in den Medien als eher oder sogar viel zu negativ. Das Zusammenleben im Alltag wird von den Befragten dagegen überwiegend als positiv empfunden, was sich so in der medialen Berichterstattung häufig nicht widerspiegelt. Die Autoren sehen die Ursachen zum Einen im Quotendruck der Medien, der den Fokus häufig auf Negativbeispiele lenkt, zum Anderen dient die Wahrnehmung »der« Muslime als homogene Gruppe gerade bei Jenen, die keine direkten Kontakte zu Menschen mit Migrationshintergrund haben, zur Vereinfachung in abstrakt geführten Integrationsdebatten - dies führt jedoch zu Pauschalurteilen. Die Autoren warnen daher vor negativen Folgen für den Integrationsdiskurs in Deutschland und raten zu einer Versachlichung der Berichterstattung und zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz im medialen Bereich.

 

Die Studie im Wortlaut (PDF)