01. Februar 2013

Transition Town: Praxistheorie und Bürgerbewegung

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Nachhaltige Entwicklung, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Umwelt/ Natur/ Energie, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Transition Town-Initiativen sind vielerorts in Europa aktiv. Ob Verkehr, Energie, Mobilität und Soziales: im Rahmen der weltweiten Bürgerbewegung wird versucht, die Energiewende und den Übergang in eine postfossile Wirtschaft von unten zu organisieren. Mehrere Beiträge im eNewsletter des Wegweiser Bürgergesellschaft zeigen, wie die Hinwendung zu postfossilen Stadt-, Wirtschafts- und Regionalstrukturen gelingen kann.

Wie wollen wir in Zukunft leben? Liegt der Schlüssel zur Lösung vieler Umweltprobleme in einer leistungsfähigeren Technik? Oder ist eine nachhaltige Gesellschaft nur über Mäßigung und Verzicht zu erreichen? Diese Fragen lenken den Blick auf einen grundlegenden Konflikt in der Debatte um Nachhaltigkeit, Klimaschutz und ökologische Politik. Im Mittelpunkt stehen dabei die Begriffe Effizienz und Suffizienz. Im Rahmen der weltweiten Transition-Town-Bewegung – der Begriff lässt sich am besten mit »Bewegung für eine Stadt des Übergangs und Wandels« übersetzen – versuchen engagierte Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in Städten, Gemeinden und Regionen die Energiewende und den Übergang in eine postfossile Wirtschaft zu organisieren. Für die Anhänger der wachstumskritischen TT-Bewegung ist die Sache klar: für den Einstieg in ein erdölfreies Zeitalter und für die Planung, Gestaltung und Erhaltung zukunftsfähiger Lebensräume ist ein alternatives Wirtschaften, ein möglichst geringer Rohstoff- und Energieverbrauch und ein ressourcenschonender Konsum ein Ausweg aus der ökologischen Dauerkrise. In der TT-Bewegung bündeln sich zahlreiche bestehende Initiativen und bekannte Ideen aus dem Umweltbereich. Ob Verkehr, Energie, Mobilität und Soziales: die Bürgerbewegung ist anschlussfähig in viele Richtungen und Handlungsfelder. Übereinstimmendes Merkmal aller Initiativen ist die Ansicht, dass der beabsichtigte (Kultur-)Wandel gemeinschaftlich und von unten organisiert gestaltet werden muss. Dr. Thomas Köhler, Bildungssoziologe und Mitgründer einer Transition-Town-Initiative in Hannover, beschreibt in seinem Gastbeitrag die Umrisse einer neuen sozialen Bewegung.

Köhler, Thomas:Transition Town – Praxistheorie und Bürgerbewegung für Nachhaltigkeit und Resilienz, für Subsistenz und Suffizienz(142 KB)