20. Januar 2012

Studie: Erwerbsarbeit und Ehrenamt

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Immer mehr erwerbstätige Menschen betätigen sich neben ihrem Beruf in einem Ehrenamt. Ihre Zahl ist in Deutschland innerhalb von zwölf Jahren von 18 Prozent im Jahr 1999 auf heute 28 Prozent gestiegen. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die im Auftrag des NRW-Sozialministeriums durchgeführt wurde. Ein Drittel der Ehrenamtlichen engagiert sich demnach im Sport, beispielsweise als Fußballtrainer. 19 Prozent der Ehrenamtlichen sind bei den Kirchen aktiv. Weitere stark vertretene Bereiche sind Rettungswesen, Kultur und Bildung, gefolgt von Soziales, Gesundheitswesen und Politik. Gleichzeitig weist die Studie auf Verschiebungen zwischen den Feldern ehrenamtlichen Engagements hin. Besonders stark war der Rückgang im Bereich Politik (von 14 Prozent der ehrenamtlich Aktiven im Jahr 1999 auf fünf Prozent in 2011). Die Studie zeigt zudem: Bei qualifizierten und hoch qualifizierten Beschäftigten ist der Anteil der ehrenamtlich Engagierten wesentlich höher als bei den niedrig qualifizierten Erwerbstätigen. In 2011 waren 17,4% der niedrig Qualifizierten ehrenamtlich engagiert gegenüber 37,1% der hoch Qualifizierten. Beim schulischen Abschluss ist die Diskrepanz noch größer: 12,7% der Erwerbstätigen ohne Schulabschluss sind ehrenamtlich tätig, wohingegen dies auf 32,2% bei denen mit Abitur zutrifft. Für die Studie wurden im Sommer 2011 insgesamt 10.157 abhängig Beschäftigte zwischen 18 und 65 Jahren in ganz Deutschland befragt. 

Kurzzusammenfassung der Studie (PDF)