13. Mai 2011

Verein ohne Vorstand? Freiwilligenmanagement in Vereinen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Vereinsarbeit

Vereine sind zentrale Organisationseinheiten für die Bindung und Aktivierung bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland. Neben zahlreichen nicht registrierten Vereinen sind gegenwärtig mehr als 550.000 Vereine in bundesdeutschen Vereinsregistern eingetragen, jährlich kommen ca. 15.000 neu hinzu. Fast jede/r zweite Deutsche ist Mitglied in einem Verein, die Mitgliedszahlen in gemeinnützigen Vereinen, Initiativen und Organisationen sind insgesamt stabil und verharren auf einem hohen Niveau. Dennoch zeigen Studien: Viele Vereine haben zunehmend Schwierigkeiten bei der Besetzung ehrenamtlicher Leitungspositionen. Die Bandbreite der Probleme reicht von kurzfristigen Engpässen bei vorzeitigem Ausscheiden eines Vorstandes bis hin zu dauerhaften Besetzungsproblemen, welche die Handlungsfähigkeit der betroffenen Vereine mitunter über Jahre hinweg beeinträchtigen können. Am häufigsten von Besetzungsschwierigkeiten betroffen sind Sportvereine sowie Freizeit- und Traditionsvereine. Dr. André Christian Wolf, Politikwissenschaftler an der Universität Münster, zeigt in seinem Gastbeitrag, dass sich jeder Verein die Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern dauerhaft zur Aufgabe machen muss. Er ist überzeugt: Vorstandsbildung und Vorstandsentwicklung sollte von Vereinen als Teil einer dringend notwendigen Qualitätsoffensive für bürgerschaftliches Engagement in die Hand genommen werden. Dazu zählen das Festlegen der fachlichen Anforderungen an Vorstandsmitglieder, die Entwicklung von Strategien zur Gewinnung neuer Mitstreiter und die rechtzeitige Einführung in die Vorstandsarbeit.

Wolf, André Christian:Auf der Suche nach den »Häuptlingen« – Probleme bei der Besetzung ehrenamtlicher Vorstandsposten(134 KB)