12. November 2010

Sportvereine für Demokratie und Anerkennung!?

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Sport

Sportvereine tun sich vielfach schwer damit, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, Schwulenfeindlichkeit und Sexismus als Themen des Sports zu sehen. Und tatsächlich ist die Grundhaltung in vielen Vereinen überwiegend demokratisch gestimmt. Trotzdem dürfen Sportvereine nicht darauf vertrauen, dass die positiven Funktionen des Sports sich von selbst einstellen. Sporttreiben ist nicht per se demokratisches Handeln, Sportvereine sind nicht per se demokratische Räume. Vielmehr ist es Aufgabe der Sportvereine, auf der Basis der im Sport verankerten Werte Sportvereine als demokratische Räume zu gestalten und zu einer Stärkung der Kultur der Anerkennung, der Partizipation, der sozialen und kulturellen Öffnung beizutragen und Demokratie zu leben. Prof. Dr. Gunter A. Pilz, Sportwissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover, zeigt in seinem Gastbeitrag auf, dass der Sport mit seinen Grundgedanken von Fair Play, Partizipation und Anerkennung demokratische Grundwerte vermitteln und wichtige soziale Integrationsfunktionen übernehmen kann. Zugleich gibt er Handlungsempfehlungen, wie sich die dem Sport innewohnenden Potenziale entfalten können, wenn die Vereins- und Verbandsstrukturen dementsprechend gestaltet werden. Für ihn ist klar: der Abbau von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus bedarf einer breit angelegten Erziehung zur Demokratie, gepaart mit der Erfahrung von effektiver politischer Partizipation insbesondere für junge Menschen.

Pilz, Gunter A.:Sportvereine für Demokratie und Anerkennung!? (123 KB)