20. August 2010

Regeln oder Freiwilligkeit: Das Spannungsfeld CSR

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Eine Welt/ Globalisierung, Nachhaltige Entwicklung, Unternehmen und Engagement

Die kontroverse Diskussion um eine gesellschaftlich verantwortliche Unternehmensführung und um ein gesellschaftsbezogenes Engagement von Unternehmen ist nicht neu; gleichwohl hat die Frage, welchen Beitrag Unternehmen zum Gemeinwohl leisten können in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen. Die Debatte über die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen und Wirtschaftseliten in Zeiten von Globalisierung und anhaltender Wirtschafts- und Finanzkrise gehört mittlerweile zum festen Repertoire der Diskurse in Politik, Wirtschaft und Zivil-)Gesellschaft. Doch immer wieder entpuppt sich das freiwillige unternehmerische Versprechen von nachhaltigem und dem Gemeinwohl verpflichtetem Handeln und Wirtschaften als strategisches Kalkül. Verschiedene Organisationen setzen sich vor diesem Hintergrund dafür ein, unternehmerisches Handeln durch eine entsprechende Rahmensetzung an politisch und demokratisch legitimierte Zielsetzungen zu binden. Volkmar Lübke, Vorstandsmitglied bei TransFair e.V. und Koordinator im bundesweiten »CorA Corporate Accountability – Netzwerk für Unternehmensverantwortung«, erläutert in seinem Gastbeitrag den Begriff der Corporate Accountability und zeigt auf, wieso dieser ganz bewusst als Alternative zur herkömmlichen Definition des CSR-Begriffes verstanden werden sollte. Für ihn ist klar: Wenn Unternehmen freiwillig soziale und ökologische Verantwortung übernehmen, kann das einen bindenden rechtlichen Rahmen nicht ersetzen.

Lübke, Volkmar:Freiwilligkeit wird die Probleme nicht lösen (104 KB)