06. November 2009

Anti-Corporate Campaigns im Netz: Empowerment von Konsumenten-Bürger/innen?

Kategorie: Bürgerbeteiligung, E-Partizipation, Kampagnen, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Unternehmenskritische Protestkampagnen haben sich als eigenständiges Kommunikationsformat auch hierzulande etabliert. Protestkampagnen, welche auf die Erzeugung politischer Öffentlichkeit zielen, können dazu beitragen, den diskursiven und damit öffentlichen Charakter politischen Verbraucherhandelns herzustellen bzw. zu unterstreichen. Zahlreiche Protestkampagnen adressieren sich zunehmend an (zu mobilisierende) politische Konsumenten-Bürger/innen, um (Gegen-)Öffentlichkeit für ihre Anliegen herzustellen. Welche Rolle spielt nun das Internet in solchen unternehmenskritischen Kampagnen? Wie nutzen die jeweiligen zivilgesellschaftlichen Akteure die veränderten medialen Gelegenheitsstrukturen, um Konsumenten-Bürger/innen einzubinden und zu unterstützen? Johanna Niesyto, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt »Protest- und Medienkulturen im Wandel« an der Universität Siegen, stellt in ihrem Gastbeitrag unterschiedliche Typen von Anti-Corporate Campaigns vor. Fakt ist: Das Netz bietet Kampagnen eine Möglichkeit, massenmediales Gatekeeping in einem ersten Schritt zu umgehen und eigene Kampagnenöffentlichkeiten aufzubauen. Durch die Nutzung des WorldWideWeb gewinnen Anti-Corporate Campaigns Machtpotenziale aus den Möglichkeiten, über das Internet ihr Drohpotenzial zeitlich konstant aufrecht zu erhalten und ihre Kernbotschaften in die Massenmedien zu tragen.

Niesyto, Johanna:Anti-Corporate Campaigns im Netz - Empowerment von Konsumenten-Bürger/innen(109 KB)