24. Oktober 2008

Be(nach)teiligungen auf der Spur

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Schule und Bildung

Der Kindergarten als öffentlich verantworteter Ort der Bildung, Betreuung und Erziehung kleiner Kinder gestaltet gesellschaftliche Entwicklungen mit. Der Kindergarten ist dabei jedoch keine Schutzzone, an der gesellschaftliche Widersprüche abprallen, sondern selbst ein Ort der Austragung von Spannungen und Interessenskonflikten. Zentral für die Beteiligung an Bildungsprozessen, für das aktive Übernehmen zivilgesellschaftlicher Verantwortung, für gesellschaftliche Partizipation in einem weiten Sinne ist, ob man sich als dazugehörig sieht oder nicht. In die Diskussion um Demokratieerziehung in Kindertageseinrichtungen gehört deshalb auch der Komplex »Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung« mit hinein, zumal Bildung als eine Schlüsselqualifikation für gesellschaftliche Teilhabe und Partizipation gilt. Petra Wagner, Leiterin des Berliner Projekts »Kinderwelten«, stellt in ihrem Gastbeitrag das Praxiskonzept des sog. Anti-Bias-Ansatz und die Arbeit des Projekts vor: Was sind die Grundlagen einer vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung? Was können Erzieher/innen tun, um Diskriminierung zur Sprache bringen? Wie können sie gleiche Bildungschancen für alle Kinder gewährleisten? Was brauchen Kinder, um sich selbst und andere besser zu verstehen? Gefragt sind Bildungskonzepte, die unterschiedliche Ausgangslagen und Lebensverhältnisse berücksichtigen, ohne die Kinder zu stigmatisieren und ohne ihre Bildungsansprüche zu mäßigen.

Wagner, Petra:Be(nach)teiligungen auf der Spur – Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung und Bildungsgerechtigkeit(162 KB)