06. Februar 2002

Buchvorstellung: W. Dettling, Die Stadt und ihre Bürger

In einer Zeit, in der lokale Politik und Gesellschaft für die Menschen als scheinbar paradoxe Folge von Globalisierung immer wichtiger werden, entwickelt Warnfried Dettling eine interessante Vision kommunaler Sozialpolitik. Er macht deutlich, dass neue Balancen zwischen Arbeit und Leben, Familie und Beruf, Individuum und Gemeinschaft, Rechten und Pflichten, Eigenverantwortung und Solidarität gefunden werden müssen. Dettling plädiert für eine Sozialpolitik, in der nicht die Betreuung der sozial schwachen Menschen im Zentrum steht, sondern die Entwicklung und Förderung ihrer Stärken. Wie müssen soziale Einrichtungen und Hilfen aussehen, damit sie die Freiheiten und Fähigkeiten der Betroffenen aktivieren? Dettling versteht Sozialpolitik als Ausdruck und Folge einer aktiven Bürgergesellschaft, in der die Menschen nicht deren passive Objekte, sondern handelnde Subjekte sind. Viele Kommunen sind in diesem Sinne bereits aktiv. Interessante Beispiele zeigen auf, wie eine Sozialpolitik für junge und alte Menschen, Deutsche und Ausländer, für Familien sowie für mehr Beschäftigung aussehen kann; eine Sozialpolitik, die innovativ ist, ohne traditionelle Werte zu vernachlässigen.

Warnfried Dettling, Die Stadt und ihre Bürger. Neue Wege in der kommunalen Sozialpolitik – Grundlagen, Perspektiven, Beispiele, 1. Auflage 2001, 440 Seiten, ISBN 3-89204-588-7, 20.00 EUR.