Studie: Finanzierung Zivilgesellschaft
Wie finanzieren sich zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland? Dieser Frage widmet sich eine Sonderauswertung des Projekts Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ). Mithilfe repräsentativer Zahlen untersucht die Studie, wie sich die Hauptbestandteile der Finanzierung – öffentliche Mittel, selbsterwirtschaftete Mittel und zivilgesellschaftlich selbstorganisierte Mittel – im Finanzierungsmix von Organisationsfeldern gewichten. Demnach verfügt die Hälfte aller zivilgesellschaftlichen Organisationen über maximal 10.000 Euro Jahreseinnahmen. Es gibt zwar auch finanzstarke Organisationen mit jährlichen Einnahmen im sechsstelligen Bereich, diese bilden jedoch mit 4 Prozent die Ausnahme. Sie sind jedoch vor allem aus ökonomischer und arbeitsmarktpolitischer Sicht von hoher Bedeutung, da sich in ihnen der Großteil der 2,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten des Dritten Sektors konzentriert. Für die meisten Vereine und Initiativen der Bürgergesellschaft sind Mitgliedsbeiträge die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle. Ein überraschendes Ergebnis: Öffentliche Mittel spielen im Gesamtfinanzierungsmix eine geringe Rolle. Der überwiegende Teil der Organisationen, rund zwei Drittel, bekommt keine öffentlichen Mittel. Eine besondere Form der öffentlichen Förderung, die vor allem von den Kommunen geleistet wird, sind materielle Unterstützungen. Jede zweite Organisation profitiert von der Bereitstellung von Infrastrukturen wie Räumen und Sportanlagen, Sachspenden und Personalleistungen. Die Sonderauswertung steht online als PDF zur Verfügung, die Printversion kann beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft bestellt werden.