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Policy Paper: Affektive Polarisierung und Verteilungsentscheidungen

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Was passiert, wenn Menschen entscheiden müssen, wie sie Ressourcen verteilen? Diese Frage wurde im Rahmen eines verhaltensökonomischen Experiments mit über 33.000 Teilnehmenden in acht europäischen Ländern wissenschaftlich untersucht. Mittels eines »Diktatorspiels« wurde gemessen, welche Summe fiktiven Geldes Probanden an Fremde vergeben, deren Profile sich in politischen und sozialen Merkmalen unterscheiden. Ein Ergebnis: Politische Überzeugungen – nicht Alter, Geschlecht oder Herkunft – sind der stärkste Treiber affektiver Polarisierung in Europa. Migration polarisiert dabei am stärksten, in Deutschland kommt Klimaschutz als zweiter großer Konfliktherd hinzu. Affektive Polarisierung, also die Übersetzung politischer Differenzen in emotionale Gegnerschaft, wird demnach weniger durch Zuneigung zur eigenen Gruppe angetrieben, als durch die Ablehnung Andersdenkender – mit potenziellen Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für den gesellschaftlichen Umgang mit Polarisierung weisen die Forscher darauf hin, dass Maßnahmen insbesondere dort ansetzen sollten, wo Feindbilder, moralische Abwertung und stereotype Wahrnehmungen der Gegenseite entstehen. Formate, die Begegnung, Perspektivwechsel und differenzierte Auseinandersetzung fördern, könnten hier besonders wirksam sein.  

Das Papier im Wortlaut 

Ansprechpartner

Björn Götz-Lappe

goetz-lappe@mitarbeit.de

Ulrich Rüttgers

ruettgers@mitarbeit.de