Newsletter Nr. 22/2010 (12.11.2010) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

12. November 2010

Fördernetzwerk für Community Organizing

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Die Körber-Stiftung, die BMW Stiftung Herbert Quandt und der Generali Zukunftsfonds haben Ende September gemeinsam ein offenes Fördernetzwerk für Community Organizing ins Leben gerufen. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, die Idee des Community Organizing in Deutschland langfristig zu etablieren und dadurch die Bürgerbeteiligung in Deutschland zu stärken. Das Fördernetzwerk unterstützt das Deutsche Institut für Community Organizing (DICO) in Berlin dabei, bundesweit sog. Bürgerplattformen in verschiedenen Städten aufzubauen. Erfolgreich arbeitende Bürgerplattformen gibt es bereits in Berlin und Hamburg. Die Methode des Community Organizing als Instrument der Bürgerbeteiligung kommt aus den USA und Großbritannien. Es hat sich dort vielerorts bewährt, um die politische Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern in benachteiligten Stadtteilen zu fördern.

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12. November 2010

Öffentlichkeit und Demokratie

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien

Die »Initiative Öffentlichkeit und Demokratie« hat Anfang Oktober zum Abschluss ihres Kongresses eine Erklärung formuliert, in der die Positionen und Vorschläge der 600 Kongressteilnehmer/innen zusammengefasst werden. Zentrale Forderung der Erklärung ist die Schaffung einer demokratischen Öffentlichkeit. Grundvoraussetzung dafür seien Transparenz sowie ein freier Zugang zu Informationen über Hintergründe von Entscheidungsprozessen für Bürgerinnen und Bürger. In diesem Zusammenhang wird ein verpflichtendes und sanktionsbewehrtes Lobbyisten-Register gefordert, in dem Unternehmen, Verbände, Nichtregierungsorganisationen, PR-Agenturen, Denkfabriken, Anwaltskanzleien und selbstständige Lobbyisten erfasst sein sollten. Mit der Erklärung ist auch eine Kritik am Status quo der Medien- und Presselandschaft verbunden. Nötig seien in Zukunft mehr Stiftungen und Vereine, die unabhängigen Journalismus fördern. 

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12. November 2010

Untersuchung zu Stuttgart 21

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat mithilfe einer detaillierten Fragebogenaktion erstmals die Motive und Einstellungen der Demonstranten gegen Stuttgart 21 untersucht. Die Ergebnisse der am Rande einer Montagsdemonstration durchgeführten  aktuellen Befragung zeigen: Die Protestierenden stammen mehrheitlich aus der linken Mitte. Es treibt sie – neben dem Protest gegen den unterirdischen Bahnhofsneubau – vor allem der Wunsch nach mehr direkter Demokratie. 90 Prozent sind bereit, ihre Ziele auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsams, zum Beispiel mit Besetzungen und Blockaden, zu erreichen.

Die Kurzstudie im Wortlaut (PDF)

12. November 2010

Netzwerk21 verabschiedet »Nürnberger Erklärung«

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Eine Welt/ Globalisierung, Nachhaltige Entwicklung

Unter dem Motto »Nachhaltigkeit in Zeiten der Krise« fand Mitte Oktober in Nürnberg der 4. Netzwerk21Kongress statt. Der Kongress stellte in diesem Jahr den Zusammenhang von Finanz- und Wirtschaftskrise, öffentlicher Daseinsvorsorge und nachhaltiger Entwicklung in den Mittelpunkt. Mit Vertreter/innen aus Politik und Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft wurden Strategien und Praxisbeispiele für eine nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene diskutiert. Im Rahmen der Tagung wurde eine Erklärung verabschiedet, die die für die Kommunen erforderlichen Rahmenbedingungen für die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung thematisiert und konkrete Forderungen dazu stellt. Ein Weg um die Handlungsfähigkeit der Kommunen zu stärken, sind demnach Investitionen in langfristige Beteiligungsprozesse: Künftig könnten viele kommunale Potenziale durch umfassende Bürgerbeteiligung und ein Nachhaltigkeitsmanagement noch besser genutzt, Innovationen durchgeführt und bürgerschaftliches Engagement noch besser mobilisiert werden. Grundsätzlich könnten die kommunalen Herausforderungen angesichts leerer Kassen nur durch eine konzertierte Aktion von Bund, Ländern und Kommunen unter Hinzuziehung der Stakeholder erfolgreich gemeistert werden.

Die Nürnberger Erklärung im Wortlaut (PDF)

12. November 2010

Spiele zu Bürgerbeteiligung und Demokratie

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Das Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung hat das Brettspiel »Aktivoli - Gesellschaft spielen« herausgegeben. Ziel des Spiels ist es, eine Stadt in eine Bürgerkommune zu verwandeln. Dabei gilt es Wirtschaftskrisen, politischen Mauscheleien und anderen Schwierigkeiten zu trotzen. Wer seine Konzepte und Ideen am klügsten umsetzen kann, steht am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen. Zuvor muss man sich jedoch, ganz im Sinne demokratischer Spielregeln, mit den anderen Mitspielenden konstruktiv verständigen. Die Argumentations- und Diskussionsfähigkeit ist hier also ebenso gefragt wie die Akzeptanz gegenüber Mehrheitsentscheidungen. Folglich kann »Aktivoli« auch als Lern- und Simulationsspiel verstanden werden, dass didaktisch eingesetzt werden kann. Das Spiel richtet sich an 3-5 Spieler/innen ab 14 Jahren.
Das Online-Browser-Computerspiel »Visions of Politics« möchte die gesellschaftlichen Ziele und die Art und Weise der politischen Willensbildung neu denken. Das Spiel bietet zwei reale und miteinander verbundene Spielebenen: erstens geht es um die konkrete und zugleich realistische Festlegung neuer, visionärer Politikziele. Die Teilnehmer/innen entwerfen diese Politikziele, stellen sie vor und werben um möglichst große Unterstützung. In regelmäßigen Abstimmungen wird über diese Inhalte entschieden. Daneben geht es um konkrete Vernetzung vorhandener, existierender, aktiver Initiativen, Aktionen, Projekte, Selbsthilfegruppen etc. Das Projekt wird von einer Initiativgruppe ausschließlich ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. Die Gruppe konzipiert das Politik-Spiel und kümmert sich um die Umsetzung, bearbeitet die Internet-Vorlagen und moderiert das Spiel.

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12. November 2010

Petition Soziale Stadt

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement

Gegen die drohenden Kürzungen im Städtbauprogram »Soziale Stadt« sind zwei Petitionen entstanden. Eine Petition ist abgeschlossen, eine aktuelle Petition an den Bundestag kann noch bis zum 18.11.2010 unterzeichnet werden. Durch die angekündigten Haushaltskürzungen werden die Erfolge der Sozialen Stadtentwicklungspolitik gefährdet, so die Kritik von Akteuren aus dem Bereich der Stadtentwicklungsarbeit und der Gemeinwesenarbeit.

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Im Fokus: Sport, Engagement und Demokratie

12. November 2010

Sportvereine für Demokratie und Anerkennung!?

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Sport

Sportvereine tun sich vielfach schwer damit, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, Schwulenfeindlichkeit und Sexismus als Themen des Sports zu sehen. Und tatsächlich ist die Grundhaltung in vielen Vereinen überwiegend demokratisch gestimmt. Trotzdem dürfen Sportvereine nicht darauf vertrauen, dass die positiven Funktionen des Sports sich von selbst einstellen. Sporttreiben ist nicht per se demokratisches Handeln, Sportvereine sind nicht per se demokratische Räume. Vielmehr ist es Aufgabe der Sportvereine, auf der Basis der im Sport verankerten Werte Sportvereine als demokratische Räume zu gestalten und zu einer Stärkung der Kultur der Anerkennung, der Partizipation, der sozialen und kulturellen Öffnung beizutragen und Demokratie zu leben. Prof. Dr. Gunter A. Pilz, Sportwissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover, zeigt in seinem Gastbeitrag auf, dass der Sport mit seinen Grundgedanken von Fair Play, Partizipation und Anerkennung demokratische Grundwerte vermitteln und wichtige soziale Integrationsfunktionen übernehmen kann. Zugleich gibt er Handlungsempfehlungen, wie sich die dem Sport innewohnenden Potenziale entfalten können, wenn die Vereins- und Verbandsstrukturen dementsprechend gestaltet werden. Für ihn ist klar: der Abbau von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus bedarf einer breit angelegten Erziehung zur Demokratie, gepaart mit der Erfahrung von effektiver politischer Partizipation insbesondere für junge Menschen.

Pilz, Gunter A.:Sportvereine für Demokratie und Anerkennung!? (123 KB)
12. November 2010

Am Ball bleiben: Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Sport

Organisationen und Gruppierungen des rechtsextremen Spektrums versuchen seit Jahren  mit unterschiedlichen Strategien, die Attraktivität des Sports und insbesondere des Fußballs für ihre Zwecke zu nutzen bzw. zu missbrauchen. Daher ist die Bekämpfung von Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung von Minderheiten, die eine dauerhafte gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt, zunehmend auch für den organisierten Sport eine große Herausforderung. Vor diesem Hintergrund startete zu Beginn des Jahres 2007 das Projekt »am Ball bleiben – Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung«, das über eine Laufzeit von drei Jahren vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wurde. Das Projekt setzte sich zwei zentrale Ziele: Zum einen eine Situationsbeschreibung in Bezug auf rechtsextremistische Erscheinungsformen im Profi- und Amateurfußball zu erstellen, die auf bundesweiter Ebene Auskunft über Vorfälle im Fußball mit rechtsextremistischem Hintergrund gibt. Zum anderen Präventions- und Interventionskonzepte darzustellen, mit denen in betreffenden Situationen vorgebeugt und wirkungsvoll gehandelt werden kann. Darüber hinaus sollte mit der Dokumentation vorhandener Ansätze der Prävention und der Auseinandersetzung mit Rassismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung im Fußballumfeld  eine gesteigerte Aufmerksamkeit für diese Themen geschaffen werden. Gerd Wagner, Leiter des Modellprojekts und Mitarbeiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) bei der Deutschen Sportjugend, bilanziert in seinem Gastbeitrag die Erfahrungen und Handlungsempfehlungen des Pilotprojekts.

Wagner, Gerd:Am Ball bleiben: Fußball gegen Rassismus und Diskriminierung(110 KB)
12. November 2010

JETST: Junges Engagement im Sport

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Sport

Ehrenamt und Engagement sind die wichtigsten Ressourcen des gemeinwohlorientierten Sports. Sie bilden die Grundlage für Entstehung und Weiterentwicklung von Sportvereinen und -verbänden und deren Aktivitäten. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung von »JETST! Junges Engagement im Sport«, einem Projekt der Deutschen Sportjugend (dsj) zur Förderung von jungen Menschen mit erschwerten Zugangsbedingungen zum Engagement im Sport, hat das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) in Kooperation mit der dsj und der Führungsakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) eine erste Expertise veröffentlicht. Die Untersuchung zum »Stand von Forschung und Praxis zur Förderung des Engagements benachteiligter Jugendlicher und junger Menschen mit Migrationshintergrund in den Strukturen des organisierten Sports« verfolgt das Ziel, die fachliche und strategische Bedeutung der Engagementförderung im Sport zu reflektieren und erste Erfolgsfaktoren für Förderungsmaßnahmen zu präsentieren. Demnach gilt es in Zukunft, Barrieren vor dem Eintritt in den Sportverein insbesondere für Mädchen mit Migrationshintergrund abzubauen. Im Hinblick auf das freiwillige Engagement von Jugendlichen in Sportvereinen stellt die Studie jedoch keine systematischen Barrieren mehr fest. JETST wird im Rahmen der »Initiative ZivilEngagement« vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Die Expertise im Wortlaut (PDF)

Publikationen und Veranstaltungen

12. November 2010

Publikation: Integrationsmotor Sportverein

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Publikationen, Sport

Die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ist eine der zentralen Herausforderungen Deutschlands. Dabei wird speziell dem vereinsorganisierten Sport vor Ort eine wichtige Integrationsfunktion zugeschrieben. Allerdings ist die soziale Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in und durch Sportvereine kein Automatismus. Vielmehr bedarf es anspruchsvoller organisatorischer und konzeptioneller Arrangements, um insbesondere unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen mit Zuwanderungsgeschichte zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Modellprojekt spin – sport interkulturell seit Februar 2007 das Ziel, Sportvereine zu unterstützen und zu befähigen, den Prozess der sozialen Integration von Mädchen und jungen Frauen mit Zuwanderungsgeschichte zu begleiten und zu fördern. In dem Band werden Erkenntnisse der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation von spin während der Pilotphase ausführlich dargestellt und mit ersten Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Integrationsprojekts verbunden.

Information und Bestellung online

12. November 2010

Publikation: Gemeinsam engagiert

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Publikationen

In dieser Veröffentlichung werden die Abschlussergebnisse des Projekts »Gemeinsam engagiert für eine gemeinsame Zukunft - Bürgerschaftliches Engagement im Bereich Integration« ausgewertet und zusammengefasst. Die positiven Erfahrungen können dabei ebenso nachgelesen werden, wie die Schwierigkeiten und Hindernisse mit denen sich das Projektteam konfrontiert sah. Ziel des Projekts war es die Themen Integration mit bürgerschaftlichem Engagement inhaltlich zu verknüpfen. Zum einen sollte das bürgerschaftliche Engagement im Bereich Integration durch Informationsvermittlung und Qualifizierungsmaßnahmen gezielt gefördert werden. Im Vordergrund stand jedoch die direkte Zusammenarbeit mit  Migrantinnen und Migranten und der Unterstützung  deren Engagements in zahlreichen Einrichtungen und Kommunen vor Ort. Die Projektdokumentation möchte Ideen und Anregungen für eine erfolgreiche Arbeit in ähnlichen Bereichen liefern.

Die Dokumentation im Wortlaut (PDF)

12. November 2010

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 22.11.2010 in Berlin: »Aktiv im Alter«
Festveranstaltung zum Abschluss des Programms »Aktiv im Alter«

• 30.11.2010 in Berlin: Engagement - Arbeit - Zeit
Eine Fachtagung des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik

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