Newsletter Nr. 2/2010 (05.02.2010) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

05. Februar 2010

Kirche und Demokratie

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Religion und Weltanschauung

Eine »Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus« wird am 12. Februar 2010 in Dresden gegründet. Initiatoren sind die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, das Kulturbüro Sachsen e.V. und Miteinander e.V. aus Sachsen-Anhalt. In ihrem Aufruf zur Gründung betonen sie die Notwendigkeit praktischen kirchlichen Engagements gegen Rechtsextremismus und für Demokratie in Ost- und Westdeutschland. Gleichzeitig stellen die Erstunterzeichner/innen des Aufrufs fest, dass menschenverachtende, rassistische, antisemitische und demokratiefeindliche Einstellungen mit dem christlichen Glauben unvereinbar sind. Mit der Entscheidung für den Gründungstermin setzt die Initiative ein Signal des Engagements der evangelischen Kirchen gegen Rechtsextremismus angesichts der für den 13. Februar 2010 geplanten, europaweiten Demonstration von Neonazis in Dresden.

Der Aufruf im Wortlaut (PDF)

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05. Februar 2010

Interkulturelle Öffnung entwicklungspolitischer Arbeit

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Die Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt Landesnetzwerke unterhält ein »Fachforum Diasapora, Migration und Entwicklung«. Bisher gibt es zwischen den Organisationen von in Deutschland lebenden Menschen aus Entwicklungsländern, Migrantenselbstorganisationen und mehrheitlich deutschen entwicklungspolitischen Organisationen kaum kontinuierlichen Austausch und Zusammenarbeit. Hauptanliegen des Fachforums ist es daher, diese Akteure zu vernetzen und auf eine interkulturelle Öffnung der entwicklungspolitischen Arbeit in Deutschland hinzuwirken. Mit einer aktuellen Umfrage soll das entwicklungspolitische Engagement der Diaspora in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden und ein Beitrag geleistet werden zu einem Umdenken in Bezug auf das bislang dominierende Bild von Migrantinnen und Migranten in unserer Gesellschaft. Gleichzeitig soll diese Umfrage die Basis liefern für eine stärkere Vernetzung mit entwicklungspolitisch engagierten Diasporaorganisationen.

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05. Februar 2010

Engagementkampagne des BMZ

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Eine Welt/ Globalisierung, Unternehmen und Engagement

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat im Netz eine Sonderseite zum Thema Engagement für Entwicklungszusammenarbeit eingerichtet. Die verschiedenen Rubriken der Seite bieten Anregungen zum eigenen Lebens- und Konsumverhalten, zum Engagement in Projekten oder Organisationen sowie Informationen zu Fairem Handel und freiwilligen Verhaltenskodizies von Unternehmen und Kommunen.

Zur Themenseite Engagement des BMZ

05. Februar 2010

Bündnis für Gemeinnützigkeit

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft

Eine Reihe von Dachverbänden des Dritten Sektors hat sich im Mai 2009 als Bündnis für Gemeinnützigkeit zusammengeschlossen, um die Interessen des Dritten Sektors gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten. Das Bündnis wird getragen von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, dem Bundesverband Deutscher Stiftungen, Deutscher Kulturrat, Deutscher Naturschutzring, Deutscher Olympischer Sportbund, Deutscher Spendenrat, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO). In der Anfang Februar 2010 veröffentlichten »Genshagener Erklärung« fordert das Bündnis eine kohärente nationale Engagementstrategie und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Infrastruktur und Stabilisierung von Engagement und Partizipation. Dazu gehören nach Ansicht des Bündnisses eine Stärkung des gemeinnützigen Stiftungswesens, eine stärkere Förderung der Freiwilligendienste sowie eine bessere Förderung der wissenschaftlichen Forschung zum bürgerschaftlichen Engagement. Der besondere Wert der Sozial- und Kulturdienstleistungen für die Verwirklichung eines »Europas der Bürgerinnen und Bürger« sollte zudem deutlicher anerkannt werden.

Zum Wortlaut der Genshagener Erklärung

05. Februar 2010

Deutscher Bundestag: Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement eingesetzt

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement

Der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages hat Ende Januar einstimmig beschlossen, in der aktuellen Legislaturperiode den Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement (UABE) erneut einzusetzen. Zum Aufgabenkreis des Unterausschusses gehören künftig nach dem Willen aller Fraktionen auch die Themen Integration und demografischer Wandel. Der Unterausschuss soll mit dem vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement ausgerichteten Nationalen Forum für Engagement und Partizipation zusammenarbeiten, das die Bundesregierung im Koalitionsvertrag als Partner beim Aufbau einer nationalen Engagementstrategie in der laufenden Legislaturperiode benannt hat. Der UABE wurde zu Beginn der 15. Wahlperiode im Jahr 2003 erstmals berufen. Die Mitglieder des Unterausschusses verfolgen Entwicklungen in der Bürgergesellschaft und befassen sich mit laufenden Gesetzesvorhaben und Initiativen, die die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement betreffen. 

Die Ausschüsse der 17. Wahlperiode im Überblick

Im Fokus: Fundraising für Initiativen und Vereine (Teil 2)

05. Februar 2010

Social Media Fundraising: Ein Hype im Web 2.0?

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Fundraising

Fundraising meint die Beschaffung von Ressourcen, die neben Geld auch Sach- und Dienstleistungen sowie Zeit- und Wissensspenden umfassen können. Fundraising ist immer harte Arbeit, zumal für diejenigen Initiativen und Vereine, die über keine großen Etats oder Mitarbeiterstäbe verfügen oder sich in gesellschaftlichen Handlungsfeldern tummeln, die nicht im Mittelpunkt der Öffentlichkeit stehen. Fundraising stellt deshalb für viele kleine, gemeinwohlorientierte Initiativen, Vereine und Organisationen ein permanentes Problem dar.  Manche gute Idee bleibt auf der Strecke, weil das Geld zur Umsetzung fehlt. Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet für einige Organisationen und Initiativen das Web 2.0 mit seinen neuen Möglichkeiten der Geldbeschaffung. Kai Fischer, geschäftsführender Gesellschafter von Spendwerk, stellt in seinem Gastbeitrag das sog. SocialMedia-Fundraising vor. Für ihn ist jedoch klar: auch im Internet müssen Initiativen und Vereine allen Anforderungen gerecht werden, die für ein systematisches (Offline-)Fundraising gelten. Erst wenn die technischen Möglichkeiten systematisch auf Basis eines guten Fundraising-Konzepts genutzt werden, haben Vereine und Initiativen eine Chance, neue Förderer zu finden, zu binden und auch finanziell erfolgreich zu sein.

Fischer, Kai:SocialMedia-Fundraising – Ein Hype im Web 2.0?(99 KB)
05. Februar 2010

SocialMedia-Fundraising: Angebote im Netz

Kategorie: Fundraising, Medien

Im Web 2.0 haben sich mittlerweile viele Plattformen etabliert, auf denen nicht nur Initiativen und Vereine um (finanzielle) Unterstützung werben können. Helpedia ist ein Internetportal für gesellschaftliches Engagement in Deutschland. Im Vordergrund der Seite stehen Spendensammelaktionen, eine Job- und Ehrenamtsbörse sowie eine Community von engagierten Menschen. Die Internetplattform Betterplace ermöglicht es weltweit jedem Menschen für ein Hilfsprojekt Unterstützung zu finden oder selbst ein Hilfsprojekt auszuwählen, das er unterstützen möchte. Die Seite donare.de versteht sich als eine gemeinnützige Spendenplattform, auf der Sportler/innen die Möglichkeit gegeben wird, online Spenden für soziale Zwecke zu sammeln. Welche Organisation oder Einrichtung bedacht werden soll, können die Spendensammler/innen selbst entscheiden.

05. Februar 2010

Förderprogramme der Europäischen Union

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Europa, Fundraising

Die Europäische Union bietet mit ihren verschiedenen Förder- und Aktionsprogrammen viele Gelegenheiten zur Finanzierung von zivilgesellschaftlichen Projekten und Ideen. Das im Rahmen des EU-Aktionsprogramms Lebenslanges Lernen platzierte Programm Grundtvig (Laufzeit 2007-2013) deckt nicht nur Lernende in der Erwachsenbildung ab, sondern auch Einrichtungen, die derartige Leistungen erbringen. Hierzu zählen einschlägige Verbände, Beratungsorganisationen und sonstige Einrichtungen, die auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene zum lebenslangen Lernen und zur Erwachsenenbildung beitragen, wie etwa NRO, Unternehmen, Freiwilligengruppen und Forschungszentren.

Für das Programm Jugend in Aktion stellt die EU bis einschließlich 2013 insgesamt 886 Millionen Euro für Jugendgruppen, gemeinnützige Vereine und Einrichtungen der Jugendarbeit zur Verfügung. Damit möchte die EU Bürgersinn, Solidarität und demokratisches Engagement unter jungen Menschen stärken und ihnen zu mehr Mobilität und Zusammenarbeit in Europa verhelfen. Gefördert werden Projekte der partizipativen Demokratie, Jugendbegegnungen, Jugendinitiativen sowie der Europäische Freiwilligendienst.

Der Europäische Sozialfonds (ESF) stellt für Deutschland von 2007 bis 2013 insgesamt 9,38 Milliarden Euro bereit. Das Geld soll die Bundesregierung und die Länder dabei unterstützen, die Ziele der Europäischen Beschäftigungsstrategie besser zu erreichen. Neben den reinen beschäftigungsnahen Projekten können auch Projekte aus den Bereichen Kultur, Sport, Bildung, Zivilgesellschaft oder auch Migration gefördert werden.

Das bürgerschaftliche Engagement in und für Europa möchte das EU-Förderprogramm Europa für Bürgerinnen und Bürger (EFBB) voranbringen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen motiviert werden, die europäische Integration aktiv mitzugestalten und eine europäische Zivilgesellschaft zu etablieren. Die EU stellt für das Programm (Laufzeit 2007–2013) insgesamt 215 Mio. Euro zur Verfügung. Das EFBB-Programm besteht aus vier unterschiedlichen Maßnahmebereichen. Diese unterstützen u.a. Bürgerbegegnungen, aber auch Bürgerprojekte, mit denen innovative Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung erprobt werden. Daneben können sich transnationale Kooperationsprojekte von Vereinen, Verbänden und weiteren Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich mit Fragestellungen von europäischem Interesse befassen, um eine Förderung bewerben.

Publikationen und Veranstaltungen

05. Februar 2010

Publikation: Handwerker der Demokratie

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Publikationen

Ohne Verantwortungsübernahme von sozialpädagogischen Fachkräften für die sozialen Probleme der Gesellschaft und deren Lösung sind Fortentwicklungen innerhalb der Sozialen Arbeit sowie soziale Innovationen undenkbar. Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe realisieren sich vielfältige Überschneidungen zwischen bürgerschaftlichem Engagement und beruflichem Handeln – ehrenamtliches kann nicht konkurrierend zum professionellen Handeln diskutiert werden. Diese Besonderheit der Konstellation begründet sich aus dem intermediären Charakter der Sozialen Arbeit, bei dem das Bürgerschaftliche im Handeln der Akteure zum konstitutiven Element wird. Die vorliegende Studie fokussiert das »Wie« bürgerschaftlich-demokratischen Handelns sozialpädagogischer Fachkräfte. In narrativen Interviews und Gruppendiskussionen mit Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe, die nach 1990 die regionalen Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe in Ostdeutschland aufgebaut haben, werden biografische Erfahrungen und Handlungsstrukturen rekonstruiert und subjektive Theorien der handelnden Akteure expliziert. Abschließend wird bürgerschaftliche Professionalität im Kontext der jeweiligen Organisation untersucht.

Rätz-Heinisch, Regina / Heeg, Stefan: Handwerker der Demokratie. 2009, 180 S., 18,00 Euro, ISBN 978-3-7799-1798-4

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05. Februar 2010

Publikation: Diplomatie und Zivilgesellschaft

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Eine Welt/ Globalisierung, Frieden/ Konflikte/ Gewalt, Menschenrechte, Publikationen

Die klassische Diplomatie war ursprünglich Domäne des souveränen Staates, politische Partizipation war wesentlich der gesellschaftlichen Oberschicht vorbehalten. Kriege wurden vorwiegend zwischenstaatlich ausgetragen. Heute sind über 90% der Kriege innerstaatlich und zumeist ethnisch begründet. Die politische Landschaft ist vielschichtig, die Globalisierung der Konflikte allgegenwärtig. Dieses Umfeld schafft zunehmend komplexe Situationen, die nicht mehr nur auf der staatlichen Ebene zu bearbeiten sind. So wirken heute an Friedensprozessen neben Staaten auch Nichtregierungsorganisationen, die Wirtschaft, Medien, Kirchen und sogar private Initiativen mit. Welche Bedeutung kommt dem Verhältnis von Staaten und Nichtregierungsorganisationen in Prozessen der Konfliktbearbeitung vor diesem Hintergrund zu? Werden Synergien optimal genutzt und welche Potenziale könnten noch ausgeschöpft werden? Mit dieser Thematik befasste sich im Mai 2009 eine Tagung, deren Beiträge nun als Publikation dokumentiert sind.

Corinna Hauswedell, Ulrich Frey, Wiebke Zorn (Hg.): Diplomatie und Zivilgesellschaft – Konfliktbearbeitung auf Augenhöhe? Loccumer Protokoll 32/09, 2010, 236 S., 12,00 Euro, ISBN 978-3-8172-3209-3

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04. Februar 2010

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.

Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 24. – 25.2.2010 in Berlin: Engagement gestaltet ländliche Räume
Eine Tagung des Zentrums für zivilgesellschaftliche Entwicklung

• 3.3.2010 in Köln: Urbane Landschaften - Wohnen im demografischen Wandel
Ein Kongress des vhw-Bundesverbandes für Wohnen und Stadtentwicklung e.V.

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