Newsletter Nr. 12/2010 (25.06.2010) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

25. Juni 2010

Zivilgesellschaft und Finanzexpertise

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Europa, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Angesichts der intensiven Lobbyarbeit des Finanz- und Banksektors haben europäische Abgeordnete die Initiative »Financewatch« gestartet. Sie fordern eine stärkere Gegen-Expertise und Gegenmacht durch die Zivilgesellschaft, da sie in dem vorherrschenden Ungleichgewicht in der Lobbyarbeit eine Gefahr für die Demokratie sehen. Dazu soll eine Nichtregierungsorganisation gebildet werden, die eine Gegenexpertise zu den auf den Finanzmärkten durch die wichtigsten Marktteilnehmer ausgelösten Vorgänge entwickelt und diese Erkenntnisse effizient über die Medien verbreitet. Die Abgeordneten fordern alle Mitglieder des Europäischen Parlaments und der nationalen und regionalen Parlamente auf, sich dem Aufruf anzuschließen.

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25. Juni 2010

Kommunale Finanzen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Kultur, Soziales/ Soziale Problemlagen, Sport

Mit einem gemeinsamen Appell haben sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, der Deutsche Kulturrat und der Deutsche Olympische Sportbund an die Mitglieder der »Kommission zur Neuordnung der Gemeindefinanzen«  gerichtet. Sie appelieren, die kommunalen Finanzen nachhaltig auf ein sicheres Fundament zu stellen, damit das soziale, kulturelle und sportliche Leben in unseren Städten und Gemeinden nicht durch kurzfristige Sparmaßnahmen beeinträchtigt wird.
Daseinsvorsorge im Sinne einer Teilhabe an der Gesellschaft ist für die Initiatoren des Appels eine wesentliche Voraussetzung für gelebte Demokratie in der Gesellschaft und zur Identitätsbildung.

Zum Wortlaut des Appells

25. Juni 2010

Armut und Engagement

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Soziales/ Soziale Problemlagen

Neben der Bildung spielt auch die materielle Versorgung bzw. Einkommensituation eine wesentliche Rolle beim freiwilligen Engagement, wie Forschungen seit langem nachweisen. Ein Artikel des Wissenschaftszentrums Berlin im Schwerpunktheft »Ausgegrenzt – Arm an Bildung, Lebenschancen, Teilhabe« geht der Frage nach, ob es einen Zusammenhang zwischen Verarmung bei Angehörigen der Mittelschicht und der Fortsetzung des freiwilligen Engagements gibt. Die Autoren stellen fest, dass auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit das freiwillige Engagement länger fortgesetzt wird. Der Zusammenhang von Einkommen, Bildung und Engagement bedeutet aber auch, dass eine Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik, die einkommensschwachen Bürgerinnen und Bürgern Aúfstiege aus ihrer Situation ermöglicht, letztendlich die Zivilgesellschaft stärken kann.

Zum Artikel (PDF)

25. Juni 2010

Friedensradfahrt 2010

Kategorie: Europa, Frieden/ Konflikte/ Gewalt, Kampagnen, Umwelt/ Natur/ Energie

Bei der Friedensradfahrt 2010 werden Menschen vom 2. Juli bis 29. August 2010 von Paris nach Moskau radeln. Mit der umweltfreundlichen Fahrt, die im fünften Jahr stattfindet, soll ein Zeichen für ein solidarisches Miteinander, für Frieden, Abrüstung, Klimaschutz und Völkerverständigung gesetzt werden. Veranstaltet wird die Aktion von einem Verein, der namhafte Persönlichkeiten aus den beteiligten Ländern zur Schirmherrschaft gewinnen konnte. Interessierte können Teiletappen mitfahren.

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25. Juni 2010

Jugendfeuerwehr und Demokratie

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Frieden/ Konflikte/ Gewalt, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

»Jugendfeuerwehren strukturfit für Demokratie« nennt sich das seit 2008 laufende Projekt der Jugendfeuerwehr. In diesem Kontext wurde das Trainingshanduch »Demokratie steckt an« für die Jugendleiterausbildung entwickelt. Ein anderes Projekt ist der Online-Braunmelder, über den Beratungsbedarf oder Probleme mit rechtsextremen Tendenzen, Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt gemeldet werden können. Bei einer Tagung im Juni 2010 haben die Delegierten der Deutschen Jugendfeuerwehr eine Resolution gegen demokratiefeindliches Verhalten verabschiedet. Mit der Resolution positioniert sich der Jugendverband deutlich gegen die Unterwanderung von Jugendfeuerwehren durch rechtsextremistische Gruppierungen und Personen.

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Im Fokus: (Forum-)Theater und politische Partizipation

25. Juni 2010

Vom individuellen Erleben zur politischen Partizipation

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Kultur

Forumtheater zum interkulturellen Dialog, wie es das Forumtheater inszene e.V. durchführt, ermöglicht einen direkten Kontakt der Betroffenen zur Politik. Im Forumtheater, das ursprünglich der brasilianische Theatermacher Augusto Boal entwickelt hat, werden Konflikte auf der Bühne in Szene gesetzt und durch mitspielende Zuschauer/innen verändert. Das Publikum wird auf mehreren Ebenen angeregt, Veränderung herbeizuführen: Zum einen die eigene Handlungskompetenz im Konflikt: was können wir selbst tun? Zum anderen die strukturelle Ebene: was kann von Seiten der Politik und Verwaltung oder von institutioneller Seite getan werden, um das Problem zu entschärfen bzw. die Betroffenen zu unterstützen? Friderike Wilckens-von Hein, Initiatorin und künstlerische Leitung von Forumtheater inszene e.V., stellt in ihrem Gastbeitrag ausführlich die  Forumtheaterveranstaltungen von inszene zu Frauenschwimmen, einem Generationenprojekt zur Einbürgerung und zu Kinderarmut vor. Dabei wird deutlich, wie Menschen über das Theater ins Boot geholt werden, die sich sonst eher mit der Unzufriedenheit über ihre Lebensituation und die gesellschaftliche Realität zurückziehen und sich kaum äußern. Die Autorin schildert auch die gründliche Vorbereitung und Nachwirkung dieser Theaterprojekte durch die Einbeziehung möglichst vieler kommunaler Akteure. »Je mehr gesellschaftliche Gruppen und Ebenen einbezogen werden, desto effektiver verwebt sich das Theater mit der Politik und dem Leben.«

Wilckens-von Hein, Friderike:Vom individuellen Erleben zum Theater zur politischen Partitzipation (PDF)(110 KB)
25. Juni 2010

Legislatives Theater - Politik im Dialog

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Kultur, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Das legislative Theater führt - ausgehend von Forumtheaterszenen - von der individuellen Meinung über die politische Forderung zur Diskussion politischer Machbarkeiten und in der Idealform zur Formulierung gesetzgeberischer Veränderungen. In Brasilien hat der »Erfinder« dieses Konzeptes, Augusto Boal, damit mehrere Gesetzesprojekte ermöglichlicht. Das »Legislative Theater Berlin« hat diesen Ansatz aufgegriffen und in mehreren Projekten umgesetzt. Zu den Themen »Working Poor/Prekariat« und »Der Job, die Zeit, das Kind« wurden sowohl  betroffene Bürger/innen wie auch politische Mandatsträger/innen einbezogen. Die Autoren Harald Hahn und Jens Clausen beschreiben in ihrem Gastbeitrag die Durchführung dieser Projekte, die Entwicklung der Szenen mit jeweils einer Theatergruppe mit Betroffenen, die Dynamik der Aufführungen sowie die politischen Reaktionen. Indem die Expert/innen des Alltags auf der Bühne und im Publikum, politische Abgeordnete wie auch zivilgesellschaftliche Organisationen das legislative Theater als Plattform für einen Dialog nutzen, entsteht ein emanziaptorisches Theaterprojekt für eine solidarische Gesellschaft.

Clausen, Jens/Hahn, Harald:Legislatives Theater Berlin – Politik im Dialog(118 KB)
25. Juni 2010

Interaktives Theater und Konfliktstrukturen

Kategorie: Frieden/ Konflikte/ Gewalt, Kultur

Die dialogische Beziehung zwischen den Personen auf und denen vor der Bühne ist ein Merkmal des Forumtheaters,  In dem sinnlich wahrnehmbaren »ästhetischen Raum« entstehen Erfahrungen, in die auch das Publikum involviert wird, und entsteht Selbstreflektion als Grundlage für gesellschaftliche und politische Veränderung. Hannah Reich, die Aktionsforschung zur Konflikttransformation im Libanon durchgeführt hat, beschreibt in ihrem Gastbeitrag das Beispiel eines Forumtheaterstücks, das in lokalen, friedensbildenden Aktivitäten im Nachkriegskontext im Libanon durchgeführt wurde. In dieser interaktiven Theaterarbeit entsteht ein beziehungsbildender Gruppenprozess zwischen sich gegenüberstehenden und sich bekämpfenden Parteien. In der politischen Konfliktbearbeitung sind die Möglichkeiten des interaktiven Theaters sicher begrenzt, es schafft aber Raum dafür, partizipativ unerkannte und verdeckte Zusammenhänge ans Licht zu bringen und ermöglicht Erlebnisse der Veränderung. Darin liegt für die Autorin ein Potenzial, das noch viel zu wenig benutzt wird.

Reich, Hannah:»George - mit Spitznamen Hussain!« - Interaktives Theater als Raum einer partizipativen Bewusstwerdung von Konfliktstrukturen(92 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

25. Juni 2010

Publikation: Zivilgesellschaftliche Netzwerke in der Sozialen Stadt stärken!

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement, Publikationen

Soziale Stadtentwicklung bleibt eine dauerhafte und gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Gemeinden.Die Prozesse im Rahmen des Programms »Soziale Stadt« können als modellhaft für viele der neuen Herausforderungen angesehen werden, die sich für den sozialen Zusammenhalt im Gemeinwesen und die Weiterentwicklung von Wirtschafts- und Sozialpolitik stellen. Die Autorinnen und Autoren, die die BAG Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit in diesem Band zusammengeführt hat, nehmen wissenschaftliche Begriffsbestimmungen zur Aktivierung von Zivilgesellschaft und zur Rolle der Gemeinwesenarbeit in sozial benachteiligten Stadtteilen vor. Erfahrungsberichte aus der lokalen Praxis zeigen, wie in den Stadtteilen Brücken zu bauen sind. Es geht darum, unterschiedliche Interessen und Erwartungen für das gemeinsame Ziel der Verbesserung der Lebensbedingungen und der gesellschaftlichen Teilhabe zu aktivieren.

Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit e.V.: Zivilgesellschaftliche Netzwerke in der Sozialen Stadt stärken! Gemeinwesenarbeit und lokale Entwicklungspartnerschaften, Bonn 2010 · 48 S., 5,00 Eur, ISBN  978-3-941143-07-4

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25. Juni 2010

Publikation: Partnerschaften von NGOs und Unternehmen

Kategorie: Publikationen, Unternehmen und Engagement

Im Zuge der Diskussion um die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen wird die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und lokalen und internationalen Nichtregierungs-organisationen (NGOs) intensiver. Diese »neuen« Partnerschaften zwischen NGOs und Unternehmen entwickeln sich zu integrierten und nachhaltigen Formen der Zusammenarbeit. Dabei entsteht ein neues Verständnis von Partnerschaften, dessen konkrete Umsetzung für beide Akteure eine Herausforderung darstellt. Dieses Thema beleuchten die Autoren aus NGOs, Unternehmen, Wissenschaft und Beratung in seinen verschiedenen Facetten. Der Sammelband liefert damit Hintergründe und Handlungsempfehlungen für die Praxis ebenso wie Ansatzpunkte für die weitere Diskussion.

Klein, Simone / Siegmund, Karin (Hrsg): Partnerschaften von NGOs und Unternehmen – Chancen und Herausforderungen, 2010. 224 S., 29,95 Eur, ISBN 978-3-531-17099-2

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25. Juni 2010

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.

Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 12. – 16. Juli 2010 in Fohrde: Spielend POLITIK gemacht - Theater der Unterdrückten, Politisches Kabarett, Agit-Prop-Theater.
Ein Seminar der Bildungsstätte Villa Fohrde

• 4. – 5.August 2010 in Würzburg: Die Alternde (Welt-)Gesellschaft mitgestalten
Ein Seminar des Bundesarbeitskreises »einfach anders altern«

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