Newsletter Nr. 1/2010 (22.01.2010) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

22. Januar 2010

Internet und digitale Gesellschaft

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation, Medien

Die Koalition hat Mitte Januar vorgeschlagen, in der aktuellen Legislaturperiode eine Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zum Thema »Internet und digitale Gesellschaft« einzusetzen. Der Vorschlag wird von allen anderen im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien unterstützt. Der Kommission gehören 13 noch zu benennende Mitglieder des Bundestages und ebenso viele sachverständige Expert/innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft an. Die in der Regel zwei Jahre amtierende Enquete-Kommission soll politische Handlungsempfehlungen erarbeiten, die der Verbesserung der Rahmenbedingungen der Informationsgesellschaft in Deutschland dienen.

Die Kommission will unter dem Schwerpunkt »Gesellschaft und Demokratie« auch Möglichkeiten für neue online-basierte Formen der Bürgerbeteiligung diskutieren. Geplant ist, dass die Kommission bis zur parlamentarischen Sommerpause 2012 erste Ergebnisse vorlegt, damit noch in der 17. Legislaturperiode erste Umsetzungsschritte erfolgen können.

Über die Arbeit der Kommission wird regelmäßig auf der Internetseite des Deutschen Bundestages informiert. Dort werden zudem für Bürgerinnen und Bürger dialogorientierte Beteiligungsmöglichkeiten angeboten.

Zeitgleich hat das Bundesinnenministerium (BMI) einen Online-Dialog gestartet, der gemeinsam mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Perspektiven deutscher Netzpolitik erörtern soll. Die Ideen und Ergebnisse des zu verschiedenen Fragestellungen geplanten Dialogs sollen in die netzpolitische Strategie der Bundesregierung einfließen.

Der Antrag zur Einsetzung der Enquete-Kommission im Wortlaut (PDF)

Zum BMI-Online-Dialog

22. Januar 2010

Bürgerfernsehen im Internet

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Kultur, Medien

In Deutschland hat sich in den letzten 20 Jahren ein dichtes Netz von gemeinnützigen und nichtkommerziellen Bürgermedien entwickelt. Bürgermedien haben sich vielerorts als dritte Säule der Medienlandschaft etabliert. Weil sie auf der lokalen Ebene Beteiligungspotentiale aktivieren, sind sie zudem vielerorts zu einem vitalen Teil der lokalen Zivilgesellschaft avanciert. Egal ob Print, Radio oder Fernsehen: Bürgermedien ermöglichen und garantieren Bürgerinnen und Bürgern einen offenen Zugang zu den modernen (elektronischen) Massenkommunikationsmitteln. Der Verein Kunst- und Medienpark e.V. (KUM) hat in Kooperation mit der Bundesstiftung Kulturserver das Format »Stadt-TV« entwickelt. Das Angebot bietet im Internet einen Offenen Kanal für die gesamte Bundesrepublik mit verschiedenen regional-lokalen Kanälen. Die Programme und Beiträge sind im Vergleich zu herkömmlichem, kabelgestütztem Bürgerfernsehen jederzeit im Netz abrufbar. Das von der UNESCO ausgezeichnete Projekt versteht sich als demokratische und gemeinnützige Netzwerk-Plattform und steht allen Interessierten offen, die vor Ort Fernsehen selber produzieren wollen.

Zur Website Stadt-TV

21. Januar 2010

Junge Menschen in der Selbsthilfe

Kategorie: Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) hat im Jahr 2009 ein Projekt zu jungen Menschen in der Selbsthilfe durchgeführt. Dabei wurden Vorschläge für eine zielgruppengerechte und situationsgerechte mediale Ansprache erarbeitet sowie der Kenntnisstand zur Selbsthilfe junger Menschen aufgearbeitet. Eine Reihe von Informationsmaterialien und eine »Galerie der guten Beispiele« bilden nun einen Schwerpunkt in der neu gestalteten NAKOS-Website.

Zur NAKOS-Website

21. Januar 2010

Faires Praktikum in der Kulturpolitik

Kategorie: Kultur, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Die Kulturpolitische Gesellschaft hat die Initiative »Faires Praktikum« gestartet. Anlass ist eine Tendenz zur Funktionalisierung der »Generation Praktikum« als billige Arbeitskräfte für Kultureinrichtungen. Der Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft hat daher Grundsätze für ein »Faires Praktikum« beschlossen, um für einen besseren Umgang mit Praktikumsstellen und Praktikant/innen im Kulturbereich zu werben. Die Kulturpolitische Gesellschaft ruft die Praktikumsanbieter im Kulturbereich dazu auf, Praktikumsplätze zu fairen Bedingungen einzurichten und anzubieten. An Hochschulen und Ausbildungsstätten appelliert sie, nur solche Praktikumsplätze zu vermitteln, die den fairen Bedingungen entsprechen. Die Initiative wird bereits von vielen Prominenten aus dem Kulturbereich unterstützt und kann online unterschrieben werden.

Mehr Informationen

Im Fokus: Fundraising für Initiativen und Vereine (Teil 1)

22. Januar 2010

Baustelle Finanzierung: Überlegungen zum Fundraising und Projektmanagement für die politische Bildung

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Fundraising, Vereinsarbeit

Die öffentliche Finanzierung von Maßnahmen der politischen Bildung in Deutschland ist weltweit einmalig. Zahlreiche Fördereinrichtungen unterstützen die unterschiedlichen Maßnahmen der politischen Bildungsarbeit: Volkshochschulen, Bundes- und Landeseinrichtungen, Stiftungen, aber auch europäische und private Fördereinrichtungen finanzieren die Tätigkeit zahlreicher, oftmals kleiner lokaler Vereine und Initiativen im Bereich der politischen Bildung. Angesichts knapper öffentlicher Kassen wird die institutionelle Förderung jedoch immer seltener, dementsprechend erlebt die antragsbasierte Projektförderung seit einigen Jahren einen Boom. Öffentliche Förderer, aber auch private Stiftungen, bevorzugen immer häufiger Projekte, da der finanzielle, zeitliche und personelle Rahmen für sie dadurch besser planbar wird. Für die zivilgesellschaftlichen Akteure im Bereich der politischen Bildungsarbeit ist es daher besonders wichtig, ein professionelles Antragsmanagement aufzubauen und es durch professionelles Fundraising zu ergänzen. Daniel Kraft, Fundraising-Referent bei der Bundeszentrale für politische Bildung, erläutert in seinem Gastbeitrag, mit welcher Strategie Fundraising für politische Bildung gelingen kann. Sicher ist: Fundraising leistet einen zentralen Beitrag zur Finanzierung politischer Bildungsarbeit und trägt damit auch zur Festigung der Demokratie und zur Stärkung einer unabhängigen Zivilgesellschaft bei.

Kraft, Daniel:Baustelle Finanzierung – Überlegungen zum Fundraising und Projektmanagement für die politische Bildung(107 KB)
22. Januar 2010

Netzwerk Selbsthilfe: Ein politischer Förderfonds in Berlin

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Fundraising, Vereinsarbeit

Die Zeiten für die Verwirklichung alternativer Projekte und Ideen sind scheinbar besser geworden. Es gibt Geld von staatlichen Stellen oder aus Programmen der EU zur Förderung zivilgesellschaftlicher Initiativen. Doch ist es für viele kleine Grassroot-Initiativen nach wie vor schwierig und mit großem organisatorischem Aufwand verbunden, an diese Fördertöpfe heranzukommen. Politisches Engagement außerhalb von großen Mitgliederorganisationen, Parteien und Verbänden stößt deshalb viel zu oft an finanzielle Grenzen, zumal wenn es sich mit kontroversen Themen abseits des gesellschaftlichen und politischen Mainstreams beschäftigt. Seit dreißig Jahren fördert das Berliner Netzwerk Selbsthilfe Menschen, die sich freiwillig zusammenfinden, um auf lokaler Ebene in kleinen Schritten die Gesellschaft von unten zu verändern. Mit seiner Arbeit stärkt es unabhängige Initiativen, die es sonst so nicht geben würde. Katja Grabert, Mitarbeiterin des Netzwerk Selbsthilfe, stellt in ihrem Gastbeitrag die Arbeit, die Erfolge und Schwierigkeiten eines politischen Förderfonds vor. Im Mittelpunkt seiner Fördertätigkeit steht dabei stets die hierarchiefreie Selbstorganisation für eine solidarische Gesellschaft.

Grabert, Katja:Das liebe Geld – Der politische Förderfonds Netzwerk Selbsthilfe(85 KB)
22. Januar 2010

Fundraising im Wegweiser Bürgergesellschaft

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Fundraising

Ebbe in den öffentlichen Kassen, immer weniger Geld für gemeinnützige Aufgaben: dies sind die oft genannten Gründe für Finanzierungsprobleme in Initiativen und Vereinen. Aber eine Finanzkrise in einer gemeinnützigen Organisation ist auch immer der Hinweis auf eine Beziehungskrise mit den Geldgebern. Selten lassen sich ernsthafte Finanzierungsprobleme rein technisch, beispielsweise durch bessere Antragsformulierungen oder effektivere Vervielfältigung von Spendenschreiben, lösen. Auf Dauer am erfolgreichsten sind Finanzierungsstrategien, die für alle Beteiligten erfahrbar machen, dass in den drei Ebenen Zielgruppen, Mitarbeiter/innen und Geldgeber/innen immer Menschen im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Die Praxishilfen »Fundraising« und »Eigenmittel erwirtschaften« im Wegweiser Bürgergesellschaft informieren engagierte Menschen in NPOs, Vereinen und Initiativen kompakt über nachhaltige Strategien zur besseren Eigenfinanzierung.

Zur Praxishilfe Fundraising

Zur Praxishilfe Eigenmittel erwirtschaften   

22. Januar 2010

Veranstaltungen zum Thema

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Fundraising

Viele Bildungsträger in Deutschland bieten für Verantwortliche in Vereinen und Initiativen das ganze Jahr über Seminare und Fortbildungen zum Thema Fundraising an. Eine Auswahl sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zusammengestellt.

Die Fundraising Akademie ist die Ausbildungsstätte der Berufs- und Dachverbände für den Bereich Fundraising in Deutschland. Sie bietet in ihrem Programm einen zweijährigen Studiengang im Fundraising an. Gesellschafter der Fundraising Akademie sind das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), der Deutsche Fundraising Verband und der Deutsche Spendenrat. Katholischer Kooperationspartner ist das Katholisch-Soziale Institut der Erzdiözese Köln. Die Akademie bietet auf ihrer Website umfassende Informations- und Beratungsdienstleistungen für gemeinnützige Körperschaften wie Stiftungen, Vereine, Kultur- oder Bildungseinrichtungen.

Publikationen und Veranstaltungen

22. Januar 2010

Publikation: Globale Trends 2010

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Frieden/ Konflikte/ Gewalt, Nachhaltige Entwicklung, Publikationen, Umwelt/ Natur/ Energie

Gegenwärtig wird die internationale Politik stark von den Auswirkungen der Weltfinanzkrise beeinflusst. Gerade in einer Zeit, in der ein einzelnes Thema so prominent im Vordergrund steht, wollen die Globalen Trends 2010 auf längerfristige Entwicklungen aufmerksam machen, die ebenfalls einen Einfluss auf Wohlfahrt, Sicherheit sowie Partizipations- und Überlebenschancen der Menschheit haben bzw. zukünftig verstärkt haben werden. Daher stehen zwei zentrale Herausforderungen im Mittelpunkt: neue multipolare Machtkonstellationen und den drohenden Klimawandel. Die Globalen Trends 2010 verdeutlichen zudem weitere Entwicklungen, wie widersprüchliche Trends bei der Entwicklung von Gewaltkonflikten, eine neue Aufrüstungswelle oder die wachsende Bedeutung des Religiösen in der Weltpolitik. Hinzu kommen der rapide fortschreitende Urbanisierungstrend, die mittlerweile zentrale Rolle von Migration für Wirtschaft und Gesellschaft der Herkunfts- und Zielländer und die zunehmende Spaltung der Welt in »Gesundheitsgesellschaften« und Weltgegenden, in denen sich Infektionskrankheiten rapide ausbreiten.

Tobias Debiel, Dirk Messner, Franz Nuscheler, Michèle Roth, Cornelia Ulbert (Hrsg.): Globale Trends 2010: Frieden – Entwicklung – Umwelt. Frankfurt/Main 2009, 416 S., 16.95 Euro, ISBN: 978-3596183746

Informationen und Bestellung online

22. Januar 2010

Publikation: Kulturelle Vielfalt gestalten

Kategorie: Europa, Kultur, Publikationen

In dem vorleigenden Weißbuch werden Maßnahmen vorgeschlagen, wie die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Deutschland geschützt und gefördert werden kann. Deutschland ist der UNESCO-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen im März 2007 beigetreten. Das Weißbuch ist ein Beitrag der Zivilgesellschaft zur Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens in und durch Deutschland. Rund 60 Expert/innen der bundesweiten Koalition Kulturelle Vielfalt haben die politischen Handlungsempfehlungen für die deutsche und europäische Kulturpolitik ausgearbeitet. Die Empfehlungen richten sich an Akteure und Partner, die für Schutz und Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen politische Verantwortung tragen.

Deutsche UNESCO-Kommission: Kulturelle Vielfalt gestalten. Handlungsempfehlungen aus der Zivilgesellschaft zur Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und durch Deutschland. Weißbuch Version 1.0. Bonn, 2009, 32 S., ISBN 978-3-940785-13-8

Informationen und Download online

21. Januar 2010

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.

Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 12. - 14.2.2010 in Oßmannstdt: Wer keinen Mut zum träumen hat, hat keine Kraft zum Handeln. Politische Utopien - Gefahren und Chancen
Ein Seminar der Landeszentrale für politische Bildung, Thüringen

• 19. – 20. 2. 2010 in Hofgeismar: Verantwortung für eine solidarische Stadt
Eine Tagung der Evangelischen Akademie Hofgeismar in Kooperation mit der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung, der Diakonie und der BAG Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit.

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