Newsletter Nr. 10/2010 (28.05.2010) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

28. Mai 2010

Integrationsbarometer 2010

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Mehrheits- und Zuwandererbevölkerung in der Bundesrepublik sind mit der Integrationspolitik der letzten Jahre weitgehend zufrieden und blicken verhalten zuversichtlich in die Zukunft: zu diesem positiven Ergebnis kommt das erste Integrationsbarometer des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). Das Integrationsbarometer macht deutlich, dass ein belastbares gegenseitiges Grundvertrauen zwischen Zugewanderten und Deutschen vorhanden ist. Beide Seiten haben im Umgang mit Integration und gesellschaftlicher Heterogenität überwiegend gute Erfahrungen gemacht und halten kulturelle Vielfalt in der Regel für einen Gewinn. Als Problembereiche nennt der Bericht den Problemstau im Bildungsbereich, soziale Spannungsfelder sowie einen Reformbedarf in der Zuwanderungspolitik. Für das Integrationsbarometer wurden 5.600 Personen mit und ohne Migrationshintergrund befragt. Zweck der Umfrage war es, Daten zur Einschätzung von Integrationsentwicklung und Integrationspolitik auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene zu erheben. Der Sachverständigenrat ist ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium, das zu integrations- und migrationspolitischen Themen Stellung bezieht und handlungsorientierte Politikberatung anbietet. Die Ergebnisse seiner Arbeit werden in einem Jahresbericht veröffentlicht.

Das SVR-Integrationsbarometer im Wortlaut (PDF)

28. Mai 2010

Bürgerforum 2011

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Wie soll das gesellschaftliche Zusammenleben bei wachsender Vielfalt der Gesellschaft gestaltet werden? Zu dieser Fragestellung eröffnete der Bundespräsident im Mai ein neues Bürgerforum der Bertelsmann Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung. Bis zum Mai 2011 sollen beim Bürgerforum 10.000 Bundesbürger/innen, die einen möglichst vielfältigen Querschnitt der Gesamtbevölkerung in allen deutschen Regionen abbilden, die Möglichkeit bekommen, an dieser Form der Beteiligung mitzuwirken. Dazu werden zu Beginn des kommenden Jahres in 25 Städten und Kreisen dezentrale lokale Bürgerforen mit je 400 Teilnehmer/innen organisiert. Zum Abschluss der regionalen Foren werden die Entwürfe von allen Teilnehmer/innen gemeinsam auf einer Internet-Plattform online diskutiert und ein gemeinsames Bürgerprogramm verabschiedet, das auf einer nationalen Abschlussveranstaltung dem Bundespräsidenten übergeben werden soll.

Weitere Informationen zum Bürgerforum

28. Mai 2010

Studien zum Verbraucherinformationsgesetz

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Verbraucherinformationsgesetzes (VIG) hat die Bundesregierung im Deutschen Bundestag drei wissenschaftliche Studien mit umfangreichen Hintergrundinformationen über die Wirkungsweise des Verbraucherinformationsgesetzes vorgestellt. Die Evaluation kommt zu dem Ergebnis, dass sich das Verbraucherinformationsgesetz in großen Teilen bewährt hat. Gleichzeitig werden eine Reihe von Vorschlägen für eine noch verbraucherfreundlichere Ausgestaltung des Gesetzes unterbreitet. Interessierte Bürger/innen, Verbände und (Fach-)Öffentlichkeit können überdies ab sofort online eigene Stellungnahmen, Erfahrungen und Ideen zum VIG mitteilen.

Zur Website VIG im Dialog

28. Mai 2010

Quartiersplattform für Stadtteile

Kategorie: Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement

Die Quartiersplattform Q+ möchte den Austausch und die Vermittlung von Informationen zwischen den Bewohner/innen eines Stadtquartiers erleichtern. Private, ehrenamtliche oder auch professionelle Aktivitäten können auf einer Quartiersplattform veröffentlicht und vernetzt werden. Die Software, die nun kostenlos und lizenzfrei zur Verfügung steht, entstand im Rahmen des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt). Nach einer Testphase in zehn Pilotprojekten können interessierte Stadtteilinitiativen und Projekte diese Software jetzt selber nutzen.

Zur Website Q+

Im Fokus: Freiwilliges Engagement im Spannungsfeld zwischen Haupt- und Ehrenamt

28. Mai 2010

Hauptamt vs. Ehrenamt: Schlüsselfaktoren für eine gelingende Zusammenarbeit

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation, Soziales/ Soziale Problemlagen

Seit einigen Jahren sind viele soziale Einrichtungen und Träger verstärkt dabei, Freiwilligenarbeit systematisch in ihre Strukturen zu integrieren. Diese Implementierungsprozesse stehen in vielfältiger Weise in Wechselwirkung mit aktuellen gesellschaftspolitischen und fachlichen Entwicklungen. Das Thema der Konkurrenz zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen ist jedoch seit Anbeginn ein Dauerbrenner der Diskussion rund ums freiwillige Engagement. Unstrittig ist: Ein Schlüsselaspekt für den Erfolg eines Freiwilligenkonzepts ist eine konstruktive Zusammenarbeit von freiwillig Engagierten und hauptberuflichen Mitarbeiter/innen. Dr. Paul-Stefan Roß, Professor für Sozialarbeitswissenschaft an der DHBW Stuttgart, und Hilli Tries, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für angewandte Sozialwissenschaften (IfaS) der DHBW, stellen in ihrem Gastbeitrag die Ergebnisse eines dreijährigen Forschungsprojekts zur Implementierung eines Konzepts für systematische Freiwilligenarbeit bei einem großen Träger sozialer Dienstleistungen in Baden-Württemberg, der BruderhausDiakonie Reutlingen, vor. Für sie ist klar: Die Kernfrage des freiwilligen Engagements im Kontext sozialer Einrichtungen ist nicht die Gewinnung von Freiwilligen, sondern die Gewinnung der Hauptberuflichen.

Tries, Hilli/Roß, Paul-Stefan:Die Kernfrage des freiwilligen Engagements ist die Gewinnung der Hauptberuflichen(154 KB)
28. Mai 2010

Konfliktfelder in der Arbeit mit Freiwilligen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation

Die Beziehung zwischen Festangestellten und Freiwilligen ist nicht immer einfach. Vielfach gibt es typische Konflikte bzw. eine besondere Konfliktdynamik in der Arbeit mit Freiwilligen. Katharina Witte, Supervisorin und freiberufliche Organsiationsberaterin, schildert in ihrem Gastbeitrag praxisnah und anhand einer Fülle von Beispielen, welche Konflikte zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen entstehen und mit welchen Strategien sie überwunden werden können. Sie ist überzeugt: Häufig ist nicht der wie auch immer geartete Konflikt das Problem, sondern der ungeübte Umgang damit.

Witte, Katharina:Konflikte sind keine einfachen Freunde, aber man sollte sie sich nicht zu Feinden machen.(107 KB)
28. Mai 2010

Soziale Einrichtungen und freiwilliges Engagement

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation, Soziales/ Soziale Problemlagen

Die Einbeziehung Freiwilliger gehört mittlerweile für viele Einrichtungen und Dienste im Sozial- und Pflegebereich zum Alltag. Befriedigende Antworten auf die Probleme bei der Zusammenarbeit von Beschäftigten und Freiwilligen erlangt man jedoch nur, wenn man zwei größere Fragen einbezieht: Welchen Stellenwert sollen die vielfältigen Formen von Engagement bekommen? Welchem Leitbild sollen zukünftig soziale Angebote und Dienste folgen? Dr. Adalbert Evers, Politikwissenschaftler und Professor für Vergleichende Gesundheits- und Sozialpolitik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, zeigt in seinem Gastbeitrag auf, dass eine Einbindung von freiwilliger Arbeit immer dann erfolgreich ist, wenn sie von den Organisationen mit Reorganisation, Innovation und der Anreicherung von Angeboten verbunden wird. Konzepte zur Mitarbeit Freiwilliger sollten deshalb einhergehen mit Vereinbarungen zur Arbeitsplatzsicherheit und sie sollten auch in Hinblick auf Arbeitsaufgaben und -bedingungen für Beschäftigen eine positive Botschaft enthalten. Wichtig ist: Es braucht eine Kultur der Anerkennung für alle Mitarbeitenden – professionelle und freiwillige.

Evers, Adalbert:Einrichtungen für Engagement öffnen – Was heißt das künftig im Sozial- und Pflegebereich?(92 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

28. Mai 2010

Publikation: Unternehmenskritische Kampagnen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation, Kampagnen, Medien, Publikationen, Unternehmen und Engagement, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Politische Protestakteure appellieren in netzgestützten Kampagnen zunehmend an die Macht politisierter Konsumenten. Normverletzungen bekannter Markenfirmen werden skandalisiert und wirtschaftliches Handeln von Unternehmen wie Verbrauchern moralisch und politisch aufgeladen. Im netzbasierten unternehmenskritischen Protest zeigt sich eine Vielfalt innovativer, nicht institutionalisierter Formen politischer Partizipation, in denen die Grenzen zwischen öffentlicher und privater Sphäre ebenso verschwimmen wie zwischen kollektivem und individualisiertem Handeln. Neue Deutungsmuster einer wertorientierten 'Lifestyle-Politik' mit dem Einkaufswagen werden in aktuellen Formen netzvermittelter Mobilisierung und Vernetzung politischen Protests artikuliert. Der Band präsentiert eine umfassende Studie unternehmenskritischen Protests im deutschsprachigen Web und spürt dem Wandel von Protest in Online- und Offline-Räumen komplexer Kampagnenkommunikation nach: Inwiefern bietet das Internet neben politischen und ökonomischen Strukturen eine mediale Gelegenheitsstruktur für konsumeristische Protestpolitik, die auch über nationalstaatliche Grenzen hinausreicht?

Baringhorst, Sigrid/Kneip, Veronika/März, Annegret/Niesyto, Johanna: Unternehmenskritische Kampagnen. Politischer Protest im Zeichen digitaler Kommunikation. 2010, 441 S., 39,95 Euro, ISBN 978-3-531-17451-8

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28. Mai 2010

Publikation: Grundrechte-Report 2010

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Menschenrechte, Publikationen

Eine kritische Bilanz der gelebten Verfassungswirklichkeit in Deutschland ist das Thema des Grundrechte-Reports 2010. Im auch als alternativer Verfassungschutzbericht bezeichneten Sammelwerk dokumentieren Bürger- und Menschenrechtsorganisationen unter der Koordination der Humanistischen Union und der Gustav-Heinemann-Initiative jährlich den Umgang mit dem Grundgesetz.

T. Müller-Heidelberg u.a. (Hrsg.): Grundrechte-Report 2010: Zur Lage der Bürger- und Menschenrechte in Deutschland. 2010, 280 S., 9,95 Euro, ISBN 978-3-596-18678-5

Informationen und Bestellung online

28. Mai 2010

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.

Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 24.-25.06.2010 in Köln: Bürgerengagement von Senioren – Perspektiven einer Gesellschaft des langen Lebens
Ein Zukunftssymposium des Bundesverbands Deutscher Stiftungen und des Generali Zukunftsfonds

• 28.-01.07.2010 in Weingarten: Erfolgreich Veränderungen gestalten
Ein Seminar der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

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