Newsletter Nr. 6/2009 (27.03.2009) von wegweiser-bürgergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

27. März 2009

Aktionstag zum Welt-Finanz-Gipfel

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Kampagnen, Nachhaltige Entwicklung

Ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisation ruft im Vorfeld des Anfang April in London stattfindenden sog. G20-Treffens der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer zu Demonstrationen für eine gerechtere Weltwirtschaft auf. Unter dem Motto »Wir zahlen nicht für eure Krise – Für eine solidarische Gesellschaft« findet am 28. März ein globaler Aktionstag zur Finanz- und Klimakrise statt. In Deutschland sind Kundgebungen in Frankfurt am Main und Berlin geplant. Die Demonstration eröffnet eine Aktionswoche »Gemeinsam gegen Krise und Krieg«, die den Bogen bis zu den NATO-Protesten am 4. April 2009 in Straßburg schlägt.

Zur Kampagnen-Website
Zur Website der Aktionswoche 

27. März 2009

60 Jahre Grundgesetz

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Im Mai 2009 wird in Deutschland das 60jährige Bestehen des Grundgesetzes gefeiert. Aus diesem Anlass finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen zum Grundgesetz und der Demokratiegeschichte der Bundesrepublik statt. Der Verein Mehr Demokratie hat vor diesem Hintergrund einen bundesweiten Online-Veranstaltungskalender gestartet, der Veranstaltungen, Seminare und Vorträge verschiedener Organisationen zum Thema bündelt. In diesem Zusammenhang fordert Mehr Demokratie die Mitglieder und Fraktionen des Deutschen Bundestages erneut auf, neben den Wahlen auch Volksabstimmungen auf Bundesebene möglich zu machen. Um diese Forderung zu unterstützen, können sich alle Interessierten im Rahmen einer Kampagne an einer Unterschriftenaktion beteiligen.

Zum Veranstaltungskalender 60 Jahre Grundgesetz
Zur Kampagne Volksentscheid ins Grundgesetz

27. März 2009

15 Jahre Seniorenbüros

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Leben im Alter

Seniorenbüros sind Informations-, Beratungs- und Vermittlungsstellen für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement in der nachberuflichen und nachfamilialen Lebensphase. Sie entstanden 1993 im Rahmen eines Modellprogrammes des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Entwicklung von ursprünglich 44 zu heute 253 Seniorenbüros zeigt die gewachsene Bedeutung dieser engagementfördernden Einrichtungen. Anlässlich der 15jährigen Geschichte hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BAS) eine Reihe von Artikeln veröffentlicht, die die Entwicklungsgeschichte und die Praxis der Seniorenbüros beleuchten.

Zum BAS-Themenschwerpunkt 15 Jahre Seniorenbüros

27. März 2009

Partizipative Qualitätsentwicklung

Kategorie: Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement, Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation

Die Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Berlin hat in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) eine Website zur partizipativen Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten entwickelt. Partizipative Qualitätsentwicklung meint die ständige Verbesserung von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention durch eine gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Projekt, Zielgruppe, Geldgeber und eventuell anderen wichtigen Akteuren. Genutzt wird in dieser Zusammenarbeit vor allem auch das vorhandende lokale Wissen der Beteiligten. Die Seite bietet hilfreiche Konzepte, Methoden und Praxisbeispiele und richtet sich an die Mitarbeiter/innen von Trägern und Organisationen, die mit der Planung und Umsetzung gesundheitsfördernder Interventionen bei sozial Benachteiligten befasst sind. Die Gestaltung der Website orientiert sich am Gedanken der Beteiligung und will den Diskussionsprozess für alle Interessierten transparent machen.

Zur Website Partizipative Qualitatsentwicklung

27. März 2009

Vereine stark machen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Sport, Vereinsarbeit

Die Stärkung von Fußballvereinen im Umgang mit Gewalt und Extremismus stand im Zentrum einer Veranstaltungsreihe in vier Bundesländern im Winter 2008/2009. Ziel war es, Praktiker/innen des Amateurfußballs die Gelegenheit zu geben, das Thema Gewalt und Extremismus im Verein aufzugreifen und nach Lösungen für damit verbundene Probleme zu suchen. Um auch die Zivilgesellschaft in diese Aufgabe mit einzubeziehen, waren neben Spielern, Trainern, Vorstandmitgliedern, Übungsleitern, Schiedsrichtern, Sicherheitsbeauftragten, Vereinsmitgliedern und engagierten Fans auch Vertreter/innen aus Politik, Wirtschaft und Kultur als Teilnehmende angesprochen. Veranstaltet wurden diese sog. Regionaltouren vom Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) gemeinsam mit den jeweiligen Landesverbänden des Deutschen Fußballbundes, dem Projekt »am Ball bleiben« der Deutschen Sportjugend (DSJ) und weiteren regionalen Partnern. Hilfreiches Arbeitsmaterial zu diesem Themenfeld bietet nun die Broschüre »11 Fragen in 90 Minuten«, in der verschiedene Fragen rund um Prävention und Auseinandersetzung mit Gewalt und Extremismus im Fußballverein thematisiert werden und die im Rahmen des Präventionsprojektes entstanden ist.

Zum Bericht der Regionaltouren Vereine stark machen 
Zur Broschüre 11 Fragen in 90 Minuten

Im Fokus: Rechtsradikale Zivilgesellschaft (Teil 1)

27. März 2009

In eigener Sache: Kooperation zum Thema

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien

Mit der vorliegenden Newsletter-Ausgabe zum Thema »Rechtsradikale Zivilgesellschaft« betritt die Redaktion des Newsletter Wegweiser Bürgergesellschaft Neuland: zum ersten Mal gestalten wir den Themenschwerpunkt in Kooperation mit einer Fachzeitschrift. Dass wir für diese Premiere das renommierte Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen (FJNSB) gewinnen konnten, freut uns dabei ganz außerordentlich. Seit 1988 erscheint das Forschungsjournal mit Beiträgen über die Neuen Sozialen Bewegungen. Neben Fragen der Bewegungsforschung, der politischen Soziologie und der Demokratietheorie gilt das Augenmerk des Journals der ganzen Breite der zivilgesellschaftlichen Akteurskonstellationen sowie den Konfliktfeldern von Bewegungsakteuren, Verbänden und Parteien. Ein Thema, das im Forschungsjournal immer wieder aufgegriffen wird, ist die kontroverse Diskussion über »rechte soziale Bewegungen« und ihrer Bedeutung für die Zivilgesellschaft, so auch im aktuellen Heft (4/2008). Neben exklusiv für den Newsletter verfassten Texten von Dr. Renate Bitzan, Anne Broden und Dr. Stephan Bundschuh stellen wir deshalb in den nächsten beiden Newsletter-Ausgaben ausgewählte Autorenbeiträge des Forschungsjournals zum Themenschwerpunkt »Rechtsradikale Zivilgesellschaft? Neonazis besetzen das Ehrenamt« vor. Unser Dank gilt in diesem Zusammenhang Dr. Ludger Klein vom Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Simon Teune und Dierk Borstel, die auch als Gastherausgeber des Themenschwerpunkts im Forschungsjournal fungierten, sowie Carl Chung für ihre Unterstützung. Danken möchten wir aber auch dem Verlag Lucius & Lucius, der sein Einverständnis zur Verwendung der Autorenbeiträge gegeben hat.

Zum Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen
Zum Verlag Lucius & Lucius
Zum Editorial der Ausgabe 4/2008 des Forschungsjournals NSB

27. März 2009

Rechtsradikale Zivilgesellschaft – Ein Widerspruch in sich?

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft

Kann man das soziale Engagement der radikalen Rechten und deren weitläufige Akzeptanz in einigen Regionen der Bundesrepublik als »rechtsradikale Zivilgesellschaft« verstehen? Handlungstheoretische Vorstellungen von Zivilgesellschaft sind gegen die Kombination dieser Begriffe besser abgeschirmt als jene, die sich einer sektoralen Logik bedienen. Vor allem aber hat das Konzept einer rechtsradikalen Zivilgesellschaft einen heuristischen Wert. Es verweist auf die Grenzen der Zivilgesellschaft und darauf, dass Rechtsradikalismus nicht als Problem von devianten Organisationen und Szenen zu verstehen ist, sondern nur als deren Interaktion mit anderen Teilen der Gesellschaft. Simon Teune, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), diskutiert in seinem Gastbeitrag Sinn und Unsinn des Begriffs »Rechtsradikale Zivilgesellschaft«.

Teune, Simon:Rechtsradikale Zivilgesellschaft – contradictio in adiecto?(106 KB)
27. März 2009

Engagement als Strategie – Was will der nette Nazi von nebenan?

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft

Zivilgesellschaft und Rechtsextremismus sind in der Theorie wie Feuer und Wasser. Das zivilgesellschaftliche Wasser lösche sogar den rechtsextremen Brand, so das Credo der Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus. Die rechtsextreme Praxis sieht jedoch anders aus. So agieren seit Jahren auch rechtsextreme Strukturen nicht nur in der Sphäre der Zivilgesellschaft, sondern auch mit zivilgesellschaftlichen Mitteln. Dieser Ansatz ist derzeitig die erfolgreichste rechtsextreme Strategie, die auch Zulauf und Geländegewinne im diskursiven Machtkampf mit demokratischen Akteuren vor Ort bringt. Zwar scheitert die rechtsextreme Praxis noch oft am eigenen Unvermögen. Dennoch gibt es zumindest regional erstaunliche Hinwendungen zu einer rechtsextremen Zivilgesellschaft, die die demokratische Gegenseite noch vor große Herausforderungen stellt. Dierk Borstel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaften der Universität Greifswald, zeichnet in seinem Gastbeitrag die Entwicklung von rechtsradikalem Engagement nach.

Borstel, Dierk:Engagement als Strategie – Was will der nette Nazi von nebenan?(113 KB)
27. März 2009

Frauen im Rechtsextremismus

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Geschlechter/Gender

In der öffentlichen Wahrnehmung werden rassistische und antisemitische Haltungen in der Regel hauptsächlich bei Männern verortet. Gleichwohl sind Frauen – quantitativ betrachtet – in unterschiedliche Dimensionen des Rechtsextremismus unterschiedlich stark involviert. Zwar galten Frauen in der männerbündischen Welt des Rechtsextremismus lange Zeit als Risiko, weil beispielsweise die Beziehung zu einer Frau häufig der Grund für junge rechtsradikale Mitläufer war, sich wieder aus der Szene zu lösen. Doch längst wollen auch Frauen in der rechten Szene eine aktivere Rolle spielen, wie der anhaltende Gründungsboom rechtsextremer Frauengruppen beweist. Die Ausdifferenzierung und teilweise Modernisierung des Frauenbildes in der rechtsextremen Szene ist dabei durch gewisse Konjunkturen gekennzeichnet, wie Dr. Renate Bitzan, Gründungsmitglied des Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus, in ihrem Gastbeitrag aufzeigt. Die individuellen Lebensentwürfe rechtsextremer Frauen und ihr alltagspraktisches Handeln dürften allerdings mehr von ihren persönlichen Neigungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten abhängen als von einer theoretisch postulierten programmatischen Geschlechterideologie.

Bitzan, Renate:Frauen im Rechtsextremismus in Theorie und Praxis(100 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

27. März 2009

Publikation: Handbuch Freiwilligendienst aller Generationen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Generationen

Zum neuen »Freiwilligendienst aller Generationen« ist ein Praxishandbuch des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erschienen. Es baut auf den Erkenntnissen und Erfahrungen aus dem Modellprogramm »Generationsübergreifende Freiwilligendienste« auf und soll beim Aufbau, der Koordination und der Qualitätsverbesserung von Freiwilligendiensten helfen, den Start neuer Projekte erleichtern sowie allen, die bereits routiniert mit Freiwilligen zusammenarbeiten, Anregungen und ergänzende Informationen anbieten. Das Praxishandbuch ist als CD-Rom erschienen und steht als Download zur Verfügung.

Download und Bestellung online

 

27. März 2009

Publikation: Lebensräume zum Älterwerden

Kategorie: Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement, Leben im Alter

Das Netzwerk: Soziales neu gestalten (SONG) hat eine neue Projektpublikation »Zukunft Quartier – Lebensräume zum Älterwerden. Eine neue Architektur des Sozialen« veröffentlicht. Ausgehend von sechs Fallstudien werden die Potenziale kleinräumiger Unterstützungformen dargelegt und die Idee eines sog. Welfare Mix entwickelt. Beschrieben wird eine neue Architektur des Zusammenlebens, in der die Beteiligten füreinander mitdenken. Das institutionelle Rückrat dieser Architektur bildet die in den Wohnprojekten fest verankerte Gemeinwesenarbeit. Weitere Publikationen der Reihe »Zukunft Quartier« können im Internet bei der Bertelsmann Stfitung, die das Netzwerk SONG initiiert hat, bestellt oder heruntergeladen werden.

Netzwerk: Soziales neu gestalten (Hrsg.): Zukunft Quartier – Lebensräume zum Älterwerden, Band 2, Eine neue Architektur des Sozialen: Sechs Fallstudien zum Welfare Mix, 2. Auflage 2009, 176 S. 22,00 Euro, ISBN 978-3-86793-032-1

Informationen und Bestellung online

27. März 2009

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.

Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 23.04.2009 in Neumarkt i.d. Oberpfalz: Bürgerschaftliches Engagement im ländlichen Raum
Eine Veranstaltung des Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern

• 06.05.2009 in Hannover: Öffentlichkeitsarbeit und Marketing im Stiftungswesen
Ein Einsteigerseminar des Bundesverbands Deutscher Stiftungen

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