Newsletter Nr. 3/2009 (13.02.2009) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

13. Februar 2009

BürgerForum Europa

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Europa

Die in wenigen Monaten anstehende Wahl zum Europäischen Parlament ist in der bundesdeutschen Bevölkerung wenig bekannt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Umfrage der Bertelsmann Stiftung, die Anfang Februar vorgestellt wurde. Trotzdem trifft das Thema Europa auf Interesse. Viele der befragten Bürgerinnen und Bürger wünschen sich auf EU-Ebene jedoch grundsätzlich mehr Chancen zur Beteiligung, beispielsweise durch die Direktwahl eines/r EU-Präsident/in oder EU-weite Volksbegehren. Vor diesem Hintergrund hat die Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit der Heinz Nixdorf Stiftung die Initiative »BürgerForum Europa« gestartet. Ziel des Forums ist es, den europapolitischen Dialog zwischen Bürger/innen, Expert/innen und Politiker/innen in Deutschland zu stärken und gemeinsam Vorschläge zur zukünftigen Gestaltung der EU zu erarbeiten. Teil der Initiative ist eine Online-Diskussionsplattform, auf der die Bürger/innen beispielsweise in virtuellen Ausschüssen zusammenarbeiten können.

Zu den Ergebnissen der Umfrage
Zum Bürgerforum Europa

13. Februar 2009

Freiwilligendienst »kulturweit«

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Kultur

Das Auswärtige Amt startet ab 2009 den internationalen kulturellen Freiwilligendienst »kulturweit« für junge Menschen im Alter von 18 bis 26 Jahren. »Kulturweit« ermöglicht jungen Menschen einen Freiwilligendienst in Partnerorganisationen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Der neue Freiwilligendienst, der auf den Regelungen für das Freiwillige Soziale Jahr basiert, wird vom Auswärtigen Amt in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Komission aufgebaut. Bewerbungen sind ab Mitte Februar 2009 online möglich.

Zur Website kulturweit

13. Februar 2009

Nachweisgenerator für Jugendengagement

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Anerkennung und Wertschätzung sind oft der wesentliche »Lohn« für das freiwillige, ehrenamtliche, bürgerschaftliche Engagement. Informationen und Material für Kompetenznachweise für ein ehrenamtliches Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit bietet nun ein neues Internetangebot der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej). Mit dem sog. »Nachweisgenerator« kann ein stark standardisierter Engagementnachweis individuell erstellt werden. Auf der Website stehen auch diverse Mustenachweise und Hintergrundmaterialien zum Download bereit.

Zur Website Nachweisgenerator 

13. Februar 2009

Gesundheitsförderung im Quartier

Kategorie: Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement, Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation

Wichtige Orte einer sozialraumorientierten Gesundheitsförderung sind Stadtteile und (Wohn-)Quartiere, in denen sich Belastungen wie hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Wohnbedingungen, hohes Verkehrsaufkommen und nur wenige Grün- und Spielflächen bündeln. Hier arbeiten bereits eine Reihe von Programmen und Netzwerken, die auf die Verbesserung der Lebensbedingungen abzielen. Für die konkrete Praxis der Gesundheitsförderung im Quartier hat der Kooperationsverbund »Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten« einen Ordner mit Arbeitshilfen online gestellt.

Zur Arbeitshilfe Gesundheitsförderung im Quartier

13. Februar 2009

Kampagne für Saubere Kleidung

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Kampagnen, Menschenrechte

Die »CleanClothes Campaign« ist ein internationales Netzwerk von Gewerkschaften und nichtstaatlichen Organisationen, das sich für die Einhaltung von Sozial- und Menschenrechtsstandards in der Produktion von Kleidung und Textilien engagiert. Das Netzwerk kritisiert in einer aktuellen Studie die oft unzureichenden Arbeitsbedingungen in asiatischen Zuliefererbetrieben für europäische (Textil-) Discounter. Untersucht wurden die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in Indien, Bangladesch, Sri Lanka und Thailand. Die untersuchten Länder exportierten 2007 Textilien im Wert von rund 58 Milliarden Euro in die Europäische Union. Vor allem Frauen seien Opfer der schlechten Arbeitsbedingungen, heißt es in der Studie. Die Kampagne fordert die Discounter auf, sich für bessere Standards einzusetzen. Die Regierungen der betroffenen Länder sollten zudem die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation ratifizieren und auch von ausländischen Investoren die Einhaltung des Arbeitsrechts fordern.

Zur Website der Kampagne

Im Fokus: Partizipation in der Heimerziehung

13. Februar 2009

Beteiligungspraxis in der Heimerziehung

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Soziales/ Soziale Problemlagen

Im öffentlichen Diskurs der Kinderbeteiligungsszene in Deutschland wird die Situation der Heimkinder und –jugendlichen allzu häufig übersehen. In den internationalen Diskussionen dagegen ist die Heimerziehung und deren besonderes Beteiligungsanliegen längst angekommen. Vor diesem Hintergrund fand im Dezember 2008 in Berlin eine Konferenz statt, auf der sich Vertreter/innen von Kinder- und Jugendheimen, Jugendämtern, Verbänden und Hochschulen mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Eine der Mitorganisatorinnen der Veranstaltung, Prof. Dr. Mechthild Wolff, Dozentin für erziehungswissenschaftliche Aspekte Sozialer Arbeit und Dekanin an der Hochschule Landshut, beschreibt in ihrem Gastbeitrag die beteiligungspolitische Realität in der Alltagspraxis der bundesdeutschen Heimerziehung. Sie skizziert die partizipatorischen Standards zur Beteiligung in Heimen und stellt anhand ausgewählter Praxisbeispiele die Anforderungen, Möglichkeiten und Chancen vor, die für alle Beteiligten mit einer beteiligungsorientierten institutionellen Erziehung verbunden sind. Ihr Fazit: gelingende Beteiligung benötigt wie immer verbindliche Strukturen und Rahmenbedingungen, sie muss aber darüber hinaus auch jederzeit und unmittelbar erlebbar und spürbar für alle sein.

Wolff, Mechthild:Beteiligungspraxis in der Heimerziehung(102 KB)
12. Februar 2009

Das Bildungskonzept SoLiG: Soziales Lernen in der Gruppe

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Soziales/ Soziale Problemlagen

Viele Ansätze, die die Beteiligung Jugendlicher an bestimmten Entscheidungen innerhalb formeller Strukturen zum Ziel haben, fristen nach Angaben einer aktuellen Studie ein Mauerblümchendasein im Alltag der Erziehungshilfen. Eine Ausnahme stellt das Konzept SoLiG – Soziales Lernen in der Gruppe dar. SoLiG ist ein partizipatives Bildungskonzept, das sich zum Ziel gesetzt hat, benachteiligte junge Menschen zu befähigen, ihren Anspruch auf ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben in unserer demokratischen Gesellschaft zu realisieren und ein produktiver Bestandteil dieser Gesellschaft zu sein. Fachpolitisch knüpft SoLiG an die Diskussion um bzw. die Umsetzung von Kinderrechten sowie die derzeit auf allen Politikebenen geführte Bildungsdiskussion an. Thomas Köck, im Christophorus Jugendwerk Oberrimsingen zuständig für die Qualitätsentwicklung und Projektplanung, stellt in seinem Gastbeitrag das dort entwickelte und seit 2006 in allen Wohngruppen umgesetzte Konzept vor. Erste Erfahrungen zeigen: durch SoLiG können positive Effekte bei den individuell und sozial benachteiligten Jugendlichen hinsichtlich Bildung, lebenspraktischer Kompetenzen und Selbstwertgefühl erreicht werden.

Köck, Thomas:SoLiG – Wie Partizipation zu Bildung führt (154 KB)
13. Februar 2009

Partizipationsbereiche und Beteiligungsrechte in der stationären Erziehungshilfe

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Soziales/ Soziale Problemlagen

Das Stichwort »Beteiligung« wird von Fachkräften der Jugendhilfe häufig mit positiven Assoziationen verbunden. Zahlreiche Studien belegen jedoch, dass die Umsetzung von Partizipation in der Heimerziehung mit teilweise erheblichen Unsicherheiten verbunden ist. Obwohl rechtliche Vorschriften Beteiligung (allgemein) einfordern, liegt die Umsetzung von Partizipation im Verantwortungsbereich des jeweiligen Trägers der Jugendhilfe. Nicht selten führt dies dazu, dass den Kindern und Jugendlichen mögliche Beteiligungsrechte verwehrt bleiben. Steffen Beyer, Sozialcoach bei der Volkswagen AG in Wolfsburg, hat im Rahmen einer Evaluationsstudie die Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen des Verbund Kommunaler Kinder- und Jugendhilfe (VKKJ) Leipzig untersucht. Er stellt in seinem Gastbeitrag die Grundzüge der Studie vor. Die vollständige Arbeit steht zudem online zum Abruf  bereit.

 

Zum Wortlaut der Studie (PDF)

Beyer, Steffen:Partizipationsbereiche und Beteiligungsrechte in der stationären Erziehungshilfe(94 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

13. Februar 2009

Publikation: Talente einsetzen – Solidarität stiften

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Generationen

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung hin zu einer älter werdenden Gesellschaft hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Modellprogramm Generationsübergreifende Freiwilligendienste (2005–2008) aufgelegt. Der Deutsche Caritasverband hat sich mit dem Verbund Freiwilligen-Zentren und über die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Freiwilligendienste am Modellprogramm beteiligt. In diesem Buch sind Grundlagen, Konzepte, Hintergründe, Bilanzen und Perspektiven wiedergegeben. Die geschilderten Erfahrungen von Freiwilligen aus ihren jeweiligen Einsätzen zeigen, welchen Gewinn derartige Einsätze für den Einzelnen und die Gesellschaft erbringen können.

Eugen Baldas (Hrsg.), Rainer A. Roth, Helmut Schwalb:
Talente einsetzen – Solidarität stiften. Modellprogramm Generationsübergreifende Freiwilligendienste. 2008, 392 S., 20,00 Euro, ISBN 978-3-7841-1883-3

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13. Februar 2009

Publikation: Systematische Ehrenamtsarbeit

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation, Religion und Weltanschauung

Ehrenamtlich Mitarbeitende sind längst nicht mehr nur Helferinnen und Helfer der hauptberuflich Mitarbeitenden in Kirche und Diakonie, sondern prägen auch das Leben kirchlicher Gemeinden. Dabei spielen neue gesellschaftliche Bedingungen, neue Biografien, neue Motive eine Rolle und erfordern – will man Ehrenamtliche gewinnen – eine systematische Ehrenamtsarbeit. Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe initiierte 2006 ein Modellprojekt: Die Kirchengemeinde Essen-Schonnebeck wollte ihre Ehrenamtsarbeit neu ausrichten. Die Evangelische Fachhochschule RWL in Bochum begleitete sie dabei ein Jahr lang wissenschaftlich. Das Ziel: eine systematische Ehrenamtsarbeit zu etablieren. Die Erfahrungen der Gemeinde, Orientierungen und Analysen, Beiträge zu rechtlichen Fragen, ein fundierter Leitfaden und mehr sind Inhalte dieser Praxishilfe.

Karen Sommer-Loeffen (Hrsg.): Systematische Ehrenamtsarbeit. Eine Praxishilfe für Kirche und Diakonie.
Düsseldorf 2009, 226 S., 16,80 Euro, ISBN 978-3-87645-184-8

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13. Februar 2009

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.

Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 13.– 15.03.2009 in Loccum: Kompetenzen! Visionen finden – Wandel gestalten – Veränderungen bewältigen
Werkstatttagung des Procedere-Verbundes mit der Evangelischen Akademie Loccum 

• 20.– 22.03.2009 in Werneuchen: Projekte präsentieren
Ein Methodenseminar der Stiftung MITARBEIT

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