Newsletter Nr. 14/2009 (17.07.2009) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

17. Juli 2009

Modellprojekt »Junge Migranten als Lotsen«

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Bürgerschaftliches Engagement stellt an Jugendliche mit Migrationshintergrund oftmals höhere Anforderungen als an deutsche Jugendliche, sie benötigen daher mehr Unterstützung bei ihrer freiwilligen Tätigkeit. Das Ende Juni in Berlin gestartete Modellprojekt »Junge Migranten als Lotsen« (JuMiLO) will jungen Migrantinnen und Migranten bessere Zugangsmöglichkeiten zu bürgerschaftlichem Engagement verschaffen, damit diese ihr Wissen und ihre Fähigkeiten gewinnbringender als bisher für die Gesellschaft einsetzen können. Das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt wird gemeinsam mit den Jugendmigrationsdiensten (JMD) realisiert. Projektleiter/innen der Jugendmigrationsdienste werden die Lotsen auf ihre Aufgaben vorbereiten und qualifizieren. Das Projekt wird in einem ersten Schritt an 15 Standorten bundesweit erprobt. Gefördert wird es aus Bundesmitteln sowie aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds.
  
Weitere Informationen zu JuMiLo

17. Juli 2009

BJK: Kinder- und Jugendbeteiligung stärken

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Trotz vieler Fortschritte in den letzten Jahren und einer Vielzahl gelungener Projekte gibt es in Deutschland bei der flächendeckenden Umsetzung von Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen noch immer deutliche Defizite. Das Bundesjugendkuratorium (BJK) beklagt in einer aktuellen Stellungnahme eine Diskrepanz zwischen fachpolitischen Zielen und Absichtserklärungen einerseits und der Partizipationswirklichkeit andererseits. Für das BJK ist Partizipation kein beliebiges Element in der Politik für Kinder und Jugendliche, sondern elementarer Bestandteil der demokratischen Kultur. Das Gremium fordert vor diesem Hintergrund alle relevanten Akteure dazu auf, nachhaltige Beteiligungsstrukturen und Partizipationsangebote insbesondere für benachteiligte Kinder und Jugendliche zu schaffen. Hierzu bedarf es auf allen gesellschaftlichen Ebenen der Verankerung von Partizipation als Querschnittsaufgabe sowie einer abgestimmten Strategie zwischen allen Akteuren in Kommune, Ländern, Bund und EU. Das Bundesjugendkuratorium ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Gremium zur Beratung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik.

Die BJK-Stellungnahme im Wortlaut (PDF)

17. Juli 2009

Bürgerschaftliches Engagement für Bildung

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Schule und Bildung, Stiftungen

Stiftungen haben als Akteure der Bürgergesellschaft gezeigt, dass sie ihre Unabhängigkeit zu nutzen verstehen, um neue Wege als Impulsgeber für Bildungsinnovation zu beschreiten. Im Rahmen des Kooperationsprojektes »Lernen vor Ort« unterstützen 106 deutsche Stiftungen, darunter zahlreiche Bürgerstiftungen, 40 ausgewählte Kommunen, die ein kohärentes Bildungswesen vor Ort etablieren wollen. Die Stiftungen engagieren sich in einer Partnerschaft aus Bund, Ländern und Kommunen. So sollen sich die Bürger/innen eine erfolgreiche Bildungsbiographie aneignen können von der frühkindlichen Bildung bis hin zur Erwachsenenbildung. Die Stiftungen stellen den Kommunen ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen im Management von erfolgreichen Bildungsprojekten zur Verfügung, beraten und helfen bei der Erarbeitung innovativer Ideen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Europäische Sozialfonds stellen insgesamt 60 Mio. Euro für das Projekt zur Verfügung.

Zur Website des Förderprogramms »Lernen vor Ort«

17. Juli 2009

Entwicklungspolitischer Wahlhelfer

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Kampagnen

Entwicklungspolitik und Armutsbekämpfung stehen im Mittelpunkt der Arbeit der Initiative »Deine Stimme gegen Armut«. Mit Hilfe verschiedener Aktionen hat sich die Initiative das Ziel gesetzt, die beiden Themen in den nächsten Wochen verstärkt in den Bundestagswahlkampf einzubringen. Im Mittelpunkt der aktuellen Kampagne steht ein sog. entwicklungspolitischer Wahlhelfer, mit dem sich Interessierte im Rahmen eines Frage- und Antwort-Spiels über die entwicklungspolitischen Positionen der Parteien online informieren können. Die Initiative ist die deutsche Plattform des »Global Call to Action Against Poverty« (GCAP), einer internationalen Kampagne, in der sich zivilgesellschaftliche Organisationen, Vereine, Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften und Einzelpersonen in mehr als 100 Ländern für eine Umsetzung der Millenniumentwicklungsziele (MDG) der Vereinten Nationen engagieren.

Zur Website der Kampagne »Deine Stimme gegen Armut«

17. Juli 2009

Kampagne gegen Staudamm-Projekt

Kategorie: Europa, Kampagnen, Umwelt/ Natur/ Energie

Das Ilisu-Projekt in der Südosttürkei ist eines der umstrittensten Staudammprojekte weltweit. Trotz des Widerrufs einer Exportbürgschaft durch die das Projekt ursprünglich unterstützenden Länder Deutschland, Österreich und der Schweiz hält die türkische Regierung an der Errichtung des Staudamms fest. Die von verschiedenen Initiativen und Organisationen unterstützte Kampagne »Stop Ilisu – Rettet Hasankeyf« setzt sich dafür ein, das gesamte Vorhaben wegen der befürchteten massiven Auswirkungen auf Mensch und Natur zu stoppen. Dazu hat die Kampagne eine Petition formuliert, mit der die betroffene Stadt Hasankeyf und das benachbarte Tigristal zum Weltkulturerbe erklärt werden soll. Die Petition an die UNESCO kann online mitgezeichnet werden.

Zur UNESCO-Petition »Rettet Hasankeyf«

Im Fokus: Politik und Bürgergesellschaft im Web 2.0

17. Juli 2009

Welche Chancen bietet Web 2.0 dem bürgerschaftlichen Engagement?

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft

Das sog. Web 2.0 bietet für das Spektrum der Zivilgesellschaft eine Fülle ungeahnter Möglichkeiten. Speziell die Vernetzungskompetenz der neuen Internet-Tools ist eine Errungenschaft mit großem Potential für die Bürgergesellschaft. Durch Web 2.0 kann sich die Position von bürgerschaftlich Engagierten verändern: die einfachen Publikationsmöglichkeiten schaffen die Voraussetzung, dass sich Macht von traditionellen Institutionen weg und hin zur Zivilgesellschaft verschiebt. Egal ob Blogs, Communities, Foren, Wikis oder Twitter: Dr. Brigitte Reiser, Beraterin von Nonprofit-Organisationen und Betreiberin eines Blogs zu diesem Thema, beschreibt in ihrem Gastbeitrag die Partizipationschancen, die durch das Web 2.0 entstehen und zeigt anhand vieler konkreter Beispiele praxisnah auf, wie Bürgerinitiativen und Selbsthilfegruppen vom Mitmach-Internet profitieren können.

Reiser, Brigitte:Welche Chancen bietet Web 2.0 dem bürgerschaftlichen Engagement?(104 KB)
17. Juli 2009

Online-Kommunikation und bürgerschaftliches Engagement

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft

Bei der Frage nach dem Einfluss des Internets für die politische Kultur der Beteiligung und des Engagements werden in der Regel die positiven Potentiale des Internets hervorgehoben. Vielfach gilt das Internet als Königsweg, um mehr Beteiligung der Bürger/innen und ein verstärktes bürgerschaftliches Engagement zu initiieren. Die neuen interaktiven Kommunikations- und Partizipationsmöglichkeiten werden als Chance zur Wiederbelegung der Demokratie begriffen. Gleichwohl realisieren sich die Potentiale des Internets nicht von selbst, sie müssen bewusst gestaltet und ausgeformt werden. Hanns-Jörg Sippel, Geschäftsführer der Stiftung MITARBEIT, zieht in seinem Gastbeitrag ein ambivalentes Zwischenfazit der bisherigen Entwicklung: Zwar wird das Netz als Medium der zivilgesellschaftlichen Kommunikation weiter an Bedeutung gewinnen, doch sind die individuellen Fähigkeiten, das Potential des Internets als Informations- und Kommunikationsmedium zu nutzen, unterschiedlich verteilt. Wenn das Internet zur Voraussetzung für Teilhabe wird, besteht die Gefahr, bestimmte Bevölkerungsgruppen dauerhaft auszuschließen.

Sippel, Hanns-Jörg:Online-Kommunikation und bürgerschaftliches Engagement(92 KB)
17. Juli 2009

Politik im Web 2.0

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation

Das Internet als Wahlkampfmedium: Spätestens seit dem Wahlsieg von Barack Obama besteht kein Zweifel mehr, dass das Internet eine kaum zu unterschätzende Rolle in der politischen Kommunikation spielt. Im bevorstehenden Bundestagswahlkampf ist von der us-amerikanischen Euphorie noch nicht viel zu spüren. Zwar nutzen alle der fünf größten Parteien in Deutschland das Mit-Mach-Web, der Durchbruch in Sachen strategischer Internetnutzung und Wählermobilisierung lässt jedoch weiterhin auf sich warten. Markus Beckedahl, Betreiber des Blogs netzpolitik.org, und Geraldine de Bastion, Projektleiterin bei der Berliner Agentur newthinking communications, beschreiben in ihrem Gastbeitrag, welche verschiedenen Online-Angebote die Parteien ihren potentiellen Wähler/innen machen. Klar ist: Schlüsselbegriffe für den Wahlkampf im Web 2.0 sind Offenheit und Glaubwürdigkeit.

Bastion, Geraldine de/Beckedahl, Markus:Die Nutzung des Internets zur politischen Kommunikation(88 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

17. Juli 2009

Publikation: Spielregeln der Gewalt

Kategorie: Frieden/ Konflikte/ Gewalt, Geschlechter/Gender, Menschenrechte

Wie viel Kultur steckt in Konflikten? In welchem Zusammenhang stehen etwa Geschlechterverhältnisse, patriarchale Herrschaft, mediale Manipulation und kulturelle Gewalt? Die Publikation fragt nach dem Anteil kultureller Aspekte bei der Entstehung und der (gewalttätigen) Austragung von Konflikten. In den Beiträgen, die im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsnetzwerk zum Thema »Kultur & Konflikt« an der Universität Klagenfurt entstanden sind, nimmt der Terminus »Kultur des Friedens« die Rolle einer konkreten Utopie ein – visionär genug, um ein großes, längerfristiges Ziel abzugeben, und konkret genug, um sich ihm in messbaren Schritten zu nähern.

Utta Isop, Viktorija Ratkovic, Werner Wintersteiner (Hg.): Spielregeln der Gewalt. Kulturwissenschaftliche Beiträge zur Friedens- und Geschlechterforschung. 2009, 290 S., 28,80 Euro, ISBN 978-3-8376-1175-5

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17. Juli 2009

Publikation: Bürgerbeteiligung durch E-Petitionen

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation

Mit dem im September 2005 begonnenen Modellversuch »Öffentliche Petitionen« bezog der Deutsche Bundestag das Internet in das Petitionsverfahren mit ein und erreichte damit eine größere Transparenz des Petitionsgeschehens. Petitionen können seitdem elektronisch übermittelt, im Internet unterstützend mitgezeichnet und diskutiert werden. Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hat diesen Prozess wissenschaftlich begleitet und nach den Erträgen und Folgen des Modellversuchs gefragt. Wurden mehr Petitionen eingereicht? Wer hat sich an den elektronischen Petitionen beteiligt? Wie wurde in den Onlineforen über die Petitionen diskutiert, und wie wurden die Diskussionsergebnisse in den politischen Prozess der Beratung über Petitionen eingebracht? Auf diese wie weitere Fragen gibt diese Studie auf Basis einer umfassenden Empirie erstmals Antworten. Die Analysen zum Modellversuch des Deutschen Bundestages werden dabei in den Kontext der Entwicklung des Petitionswesens und der E-Demokratie insgesamt gestellt. Fallstudien zur Einführung von elektronischen Petitionssystemen beim schottischen Parlament, beim britischen Premierminister, in Südkorea, Australien (Queensland) und Norwegen runden das Bild ab.

Riehm, Ulrich/Coenen, Christopher/Lindner, Ralf/Blümel, Clemens: Bürgerbeteiligung durch E-Petitionen. Analysen von Kontinuität und Wandel im Petitionswesen. 2009, 278 S., 24,90 Euro, ISBN 978-3-8360-8129-0

Information und Bestellung online

17. Juli 2009

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.

Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 16.-29.08.2009 in Weimar: »Meilensteine der Demokratie« – Europäische Erinnerungen im Jahr 2009
Ein Sommerkurs der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar

• 27.-29.08.2009 in St. Andreasberg: Mitdenken, Mitreden, Mitmischen – Demokratisches Basistraining für Schülervertretungen
Eine Veranstaltung der Bildungs- und Begegnungsstätte Haus Sonnenberg

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