Newsletter Nr. 11/2009 (05.06.2009) von wegweiser-buegergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

05. Juni 2009

Diskriminierung von Minderheiten in der EU

Kategorie: Europa, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Menschenrechte

Differenzierte Angaben zur Diskriminierung von Migrant/innen und Angehörigen ethnischer Minderheiten in den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union liefert eine aktuelle Studie der EU-Agentur für Grundrechte (Fundamental Rights Agency – FRA). Demnach sind insbesondere Roma und Menschen aus Nord- sowie aus dem subsaharischen Afrika europaweit von Diskriminierung in zahlreichen Lebensbereichen betroffen. Für die Studie EU-MIDIS (European Union Minorities and Discriminiation Survey) wurden insgesamt 23.500 Migrant/innen und Angehörige ethnischer Minderheiten in den Ländern der Europäischen Union interviewt. Außerdem wurden in zehn Mitgliedsländern insgesamt 5.000 Angehörige der jeweiligen Mehrheitsbevölkerung in die Umfrage einbezogen. Nach Angaben der Studie spiegeln die amtlichen Statistiken nur einen Bruchteil der tatsächlichen Fälle von Diskriminierung wider: Über ein Drittel der Befragten berichtete von persönlich erfahrener Diskriminierung aufgrund von Herkunft oder Hautfarbe, etwa ein Zehntel war Opfer rassistisch motivierter Straftaten. Besonders alarmierend ist laut der EU-Grundrechteagentur der Umstand, dass viele Angehörige ethnischer Minderheiten den Besuch bestimmter Orte aus Angst vor Übergriffen oder Bedrohungen meiden. Die vollständigen Ergebnisse der Studie werden auf einer EU-Grundrechtekonferenz im Dezember 2009 in Stockholm präsentiert.

Die Studie EU-MIDIS im Wortlaut (engl., PDF)

05. Juni 2009

Dokumentenkoffer »GeschichteN teilen«

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Frieden/ Konflikte/ Gewalt, Geschichte, Schule und Bildung

Der Berliner Verein Miphgasch/Begegnung hat gemeinsam mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz einen Dokumentenkoffer für eine interkulturelle Pädagogik zum Nationalsozialismus zusammengestellt. Die Türkei im Zweiten Weltkrieg, Hilfe für Juden durch Muslime, Tunesien unter deutscher Besatzung, die Zwangssterilisation von afrodeutschen Jugendlichen und anderes mehr: der Dokumentenkoffer bietet unter dem Motto »GeschichteN teilen« Materialien über Menschen, ihre Erfahrungen und bisher kaum beachtete Zusammenhänge der nationalsozialistischen Geschichte in thematischen Mappen mit Fotos, Berichten von Zeitzeugen und historischen Dokumenten. Die Materialsammlung wurde für die schulische und außerschulische historisch-politische Bildungsarbeit entwickelt und richtet sich an Jugendliche aller Schultypen ab Klasse 9. Das Projekt wird gefördert durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ).

Weitere Informationen und Bestellung online

05. Juni 2009

Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Europa, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Leben im Alter

Im Rahmen des Projekts AAMEE (Active Ageing of Migrant Elders across Europe) wird eine europaweite Broschüre von Beispielen guter Praxis zum Aktiven Altern älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte veröffentlicht. Mit der Broschüre soll die Vielfalt der Projekte, Initiativen und Dienstleistungen gezeigt und wertgeschätzt, das Engagement für und von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gefördert und das politische und gesellschaftliche Umfeld für jenes Engagement senibilisiert werden. Initiativen, Projekte und Organisationen sind dazu aufgerufen, bis Ende Juni 2009 ihr Good-Practice-Beispiel für die Broschüre einzureichen. AAMEE ist ein gemeinsames Projekt des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW und der Europäischen Kommission. Der Fokus von AAMEE liegt auf dem ehrenamtlichen Engagement sowie der Entwicklung von neuen kultursensiblen Produkten und Dienstleistungen, zum Beispiel in den Bereichen Wohnen, Pflege, Bildung, Freizeit, Kultur und Marketing.

Zur AAMEE-Broschüre
Zur AAMEE-Website

05. Juni 2009

Evaluation der Marktplatzmethode

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Unternehmen und Engagement

Die sog. Marktplatz-Methode bringt Unternehmen und gemeinnützige Organisationen vor Ort zusammen, um neue gesellschaftliche Kooperationen abseits des Geldtransfers auszuhandeln. Seit 2006 haben bundesweit über 50 »Marktplätze« stattgefunden, die nun in ihrer Wirkung ausgewertet wurden. Die Evaluation macht deutlich, dass Marktplätze flexible Instrumente zur Anbahnung von gesellschaftlichen Kooperationen zwischen Unternehmen und Gemeinnützigen sind. Eine zentrale Rolle spielt eine klug und heterogen zusammengesetzte Vorbereitungsgruppe, um den Marktplatz auf den Weg zu bringen. Eine besondere Herausforderung stellt die Gewinnung von Unternehmen zur verbindlichen Mitwirkung dar. Insgesamt wurde festgestellt, dass sich die von der Bertelsmann Stiftung eingeführte Methode bewährt und verbreitet hat, dass aber dennoch nicht alle Potenziale in der konkreten Ausgestaltung ausgeschöpft sind. Im Sommer 2009 werden die vollständigen Ergebnisse der Evaluation in einer ausführlichen Darstellung dokumentiert.

Weitere Informationen zur Marktplatz-Methode

05. Juni 2009

Aktion Tagwerk

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Schule und Bildung

Unter dem Motto »Dein Tag für Afrika« findet am 23. Juni 2009 der nächste bundesweite Aktionstag der Aktion Tagwerk statt. Statt zur Schule gehen an diesem Datum Schülerinnen und Schüler einer bezahlten Tätigkeit nach und spenden ihren Lohn für ausgewählte Kinder- und Jugendprojekte in Afrika. Mitmachen können alle Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 13. Klasse aller Schulformen. Mit der Aktion setzen sich Kinder und Jugendliche in Deutschland für Gleichaltrige in Angola, Burundi, Ruanda, Sudan und Südafrika ein. An der aktuellen Kampagne nehmen knapp 700 Schulen aus ganz Deutschland teil. Kooperationspartner des Projekts ist die Kinderhilfsorganisation Human Help Network.

Zur Website der Aktion Tagwerk

Im Fokus: Beteiligung im Alter

05. Juni 2009

Partizipation im Alter: Erfahrungen in NRW

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Leben im Alter

Die Forderung nach der partizipativen Gestaltung einer alternden Kommune hat in letzter Zeit an Dynamik gewonnen. Wenn Kommunen und Kreise sich dazu entscheiden, die demografische Alterung aktiv zu gestalten und dabei nicht nur die Defizite der Lebensphase Alter, sondern auch die Potentiale sehen, entstehen automatisch Fragen nach der Partizipation im Alter. Gleichwohl gibt es vielerorts bei Stadtverwaltungen, Seniorenvertretungen und Wohnungsunternehmen zwischen der Zustimmung zu Partizipation älterer Menschen und der Praxis eine große Diskrepanz. Um der Frage nachzugehen, wie diese Diskrepanz zu bearbeiten ist, führt das Forschungsinstitut Geragogik (FoGera) seit 2007 das Forschungs- und Entwicklungsprojekt »Partizipation im Alter in den Kommunen Nordrhein-Westfalens« (PiA) durch. Dr. Dietmar Köster, Geschäftsführer des Forschungsinstituts, zieht in seinem Gastbeitrag ein erstes Zwischenfazit des noch bis Mitte 2010 in vier Kommunen laufenden Projekts. Ein Ergebnis: Unabdingbar für den Erfolg der initiierten Beteiligungsprozesse ist die parteiübergreifende Unterstützung durch die entsprechenden politischen Gremien.

Köster, Dietmar:Partizipation im Alter in den Kommunen Nordrhein-Westfalens(279 KB)
05. Juni 2009

Seniorenbüros – Orte gelebter Partizipation im Gemeinwesen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Leben im Alter

Ein gutes Beispiel für kommunale Strukturen zur Förderung von freiwilligem Engagement stellen sog. Seniorenbüros dar, die in den 1990er Jahren aus einem Modellprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend heraus entstanden sind. Seniorenbüros verstehen sich als Informations-, Beratungs- und Vermittlungsstellen für freiwilliges Engagement in der nachberuflichen und nachfamiliären Lebensphase. Sie vernetzen Menschen, die ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Ideen einbringen möchten mit Einrichtungen, die an diesem Engagement Interesse haben. Seniorenbüros sind immer auch ein kompetenter Impulsgeber und Berater für die lokale Seniorenpolitik und verbessern durch ihre Stellungnahmen die Kommunikation zu den politischen Entscheidungsträgern in der Kommune. Gabriela Hinn, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e.V. (BaS) und Christine Massion, wissenschaftliche Mitarbeiterin der BaS, stellen in ihrem Gastbeitrag Seniorenbüros als Orte gelebter Partizipation im Gemeinwesen vor.

Massion, Christine/Hinn, Gabriela:Seniorenbüros – Orte gelebter Partizipation im Gemeinwesen(94 KB)
05. Juni 2009

Gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen in europäischer Perspektive

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Europa

Obwohl die Impulse, die von der Verantwortungsübernahme Älterer für die Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft ausgehen weithin anerkannt sind und obwohl Partizipation in der politischen Arena Europas zu einem der wichtigsten Kernbegriffe avanciert ist, ist es bisher nicht gelungen, eine kohärente europäische partizipations- und engagementfördernde Seniorenpolitik zu etablieren. Trotz einer Fülle von erprobten Projekten und Ansätzen zur Verbesserung der Partizipation Älterer wird diese Vielfalt von der europäischen Politik bislang kaum aufgegriffen. Aber auch das Partizipations- und Engagementverhalten wie auch das Interesse an mehr Beteiligung bei den Älteren selbst ist in Europa unterschiedlich stark ausgeprägt. Silke Brauers, Soziologin und stellvertretende Leiterin des ISAB Instituts, skizziert in ihrem Gastbeitrag die Gründe für dieses Verhalten. Dennoch ist sie überzeugt, dass angesichts des demografischen Wandels die Beteiligung und die Teilhabe Älterer zu einem wichtigen Pfeiler der europäischen Bürgergesellschaft werden wird. Vor diesem Hintergrund plädiert sie dafür, die bisherigen Erkenntnisse aus Praxis und Forschung stärker zu verknüpfen und sie zur aktiven Mitgestaltung der europäischen (Förder-)Politik zu nutzen.

Brauers, Silke:Gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen – Herausforderungen für die europäische Bürgergesellschaft(107 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

05. Juni 2009

Publikation: Medienmix in der Bürgerbeteiligung

Kategorie: Bürgerbeteiligung, E-Partizipation, Medien

Das Thema »Elektronische Partizipation« ist mit einer gewissen Verzögerung auch in der Praxis bundesdeutscher Politik angekommen. Neben den traditionellen Formen der (lokalen) Bürgerbeteiligung haben sich mit der Zeit auch online-basierte Formen von Beteiligung etabliert. Da in der Regel in einem Beteiligungsverfahren mehrere Kommunikationswege und -mittel eingesetzt werden, kann von einem Medienmix in der Bürgerbeteiligung gesprochen werden. Anhand ausgewählter Beteiligungsprojekte wird in der vorliegenden Publikation untersucht, ob und wie neue Beteiligungsformen über das Internet mit den bisher üblichen Praktiken kombiniert und so die Beteiligungsziele besser verwirklicht werden können. Die Darstellung führt in Grundbegriffe der »E-Partizipation« und Medienkommunikation ein, erörtert anhand eines handlungsbezogenen Modells die Planung des Medieneinsatzes in Beteiligungsverfahren und deren Wirkungen, und macht das Vorgehen durch zahlreiche Praxisbeispiele anschaulich.

Kubicek, Herbert/Lippa, Barbara/Westholm, Hilmar: Medienmix in der Bürgerbeteiligung. Die Integration von Online-Elementen in Beteiligungsverfahren auf lokaler Ebene. Berlin 2009, 275 S., 19,90 Euro, ISBN 978-3-8360-7283-0

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05. Juni 2009

Publikation: Methoden für die intergenerationelle Bildungsarbeit

Kategorie: Generationen, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation, Schule und Bildung

Durch den demographischen Wandel werden alters- und generationsübergreifende Begegnungs-, Dialog- und Lernprozesse immer weniger selbstverständlich. Von daher entwickelt sich intergenerationelles Lernen zunehmend zu einem zentralen Praxisfeld in der Erwachsenenbildung und anderer Bildungsbereiche. Im vorliegenden Methodenhandbuch werden zahlreiche praktische Ideen und methodische Anregungen für eine intergenerationelle Bildungsarbeit begründet und entfaltet. Auf der Basis von sechs zentralen didaktischen Grundorientierungen für intergenerationelle Lernprozesse bietet das Handbuch detaillierte und strukturierte Beschreibungen und Anleitungen von über 50 Methoden. Diese Methoden bieten eine ideale Unterstützung, um generationsübergreifende Bildungsveranstaltungen und Dialogprozesse zu planen, durchzuführen, zu begleiten und auszuwerten.

Antz, Eva-Maria/Franz, Julia/Frieters, Norbert/Scheunpflug, Annette: Generationen lernen gemeinsam – Methoden für die intergenerationelle Bildungsarbeit. Bielefeld 2009, 150 S.,24,90 Euro, ISBN 978-3-7639-3883-4

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05. Juni 2009

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.

Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 19.06.2009 in Berlin: 2. OE-Tag – Forum für gemeinnützige Organisationsentwicklung
Eine Veranstaltung der socius gGmbH

• 03.-06.07.2009 in Bad Honnef: 11. Sommerakademie Querdenken
Eine Veranstaltung des Katholisch-Sozialen Instituts der Erzdiözese Köln

• 05.-10.07.2009 in Schlaining/Österreich: Söldner, Schurken, Seepiraten – Von der Privatisierung der Sicherheit und dem Chaos der »neuen« Kriege
Eine internationale Tagung des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung

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