Newsletter Nr. 20/2008 (10.10.2008) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

10. Oktober 2008

Aktionstag gegen Armut

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Kampagnen, Soziales/ Soziale Problemlagen

Die UN-Millenniumkampagne und der »Global Call to Action against Poverty« rufen zum weltweiten Aktionstag gegen Armut vom 17. bis 19. Oktober 2008 auf. Die UN-Millenniumkampagne in Deutschland engagiert sich seit Anfang 2005 mit einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit und in enger Kooperation mit anderen entwicklungspolitischen Akteuren für die Umsetzung der Millenniumsziele. Die Milleniumsziele sind acht konkrete und messbare Ziele zur Armutsbekämpfung, die von den Regierungen im Jahr 2000 festgeschrieben wurden. Zentrales Element der Aktionstage sind STAND UPs. Ein STAND UP ist eine Aktionsform, bei der Menschen aufgefordert werden, sich durch das Aufstehen zu einem verlesenen Statement zum Kampf gegen Armut zu positionieren.

Zur STAND UP-Homepage
Zur Milleniumskampagne

10. Oktober 2008

Interessenvertretung für pflegende Angehörige

Kategorie: Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe, Leben im Alter, Soziales/ Soziale Problemlagen

Die Anzahl pflegebedürftiger sowie pflegender Menschen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Unter dem Namen »Wir pflegen« hat sich nun die erste bundesweite Interessenvertretung für pflegende Angehörige in Deutschland gegründet. Die Interessenvertretung will bundesweit das Gemeinsame aller pflegenden Angehörigen und Freunde nach außen vertreten und auf Bundes-, Länder- und Regionalebene die unterschiedlichen Organisationen und Initiativen zusammenführen. Der Zusammenschluss ist entstanden aus dem internationalen Forschungsprojekt zur Situation pflegender Angehöriger – EUROFAMCARE.

Zur Website Wir pflegen
Zu EUROFAMCARE

10. Oktober 2008

Unfallschutz im Ehrenamt

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Vereinsarbeit

Zum 1. Oktober 2008 ist der Unfallversicherungsschutz für Engagierte erweitert worden. Durch eine Neuerung im sog. Unfallversicherungsmodernisierungsgesetz können sich nun neben den »gewählten« auch »beauftragte« Ehrenamtliche und Freiwillige an der Unfallversicherung beteiligen. Mit verschiedenen Artikeln und einigen Beispielen bietet der Themenschwerpunkt im aktuellen Newsletter des BBE dazu wichtige Informationen.

Zum Schwerpunkt-Thema Unfallversicherungsschutz im BBE-Newsletter 20/2008

10. Oktober 2008

Online Volunteering: Möglichkeiten und Herausforderungen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Medien

Unter dem Begriff »Online-Volunteering« wird das freiwillige Engagement von Menschen verstanden, die für gemeinnützige Organisationen unter Zuhilfenahme der technischen Möglichkeiten des Internets und des Computers tätig sind. Online-Volunteering ist – im Gegensatz zum anglo-amerikanischen Raum – ein in Deutschland noch weitgehend neues Phänomen. Jayne Cravens, seit Mitte der 1990er Jahre eine US-amerikanische Pionierin auf dem Gebiet des Online Volunteerings, stellt im Gespräch mit Dr. Gerd Placke, bei der Bertelsmann Stiftung für das Themengebiet »Zivilgesellschaftliches Unternehmensengagement« zuständig, die Methode vor und gibt gemeinnützigen Organisationen einen Einblick in das Management dieser Engagementform.

Zum Interview (PDF)

Im Fokus: Bedingungen gelingender Beteiligung

10. Oktober 2008

Lokale Demokratie erlebbar machen

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Für Kommunen, die eine bürgernahe Politik machen wollen, ist eine aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger an den politischen Entscheidungsprozessen unverzichtbar. Dies gilt umso mehr in Zeiten leerer öffentlicher Kassen, in denen der politische Handlungsspielraum der Kommunen schrumpft und die Unzufriedenheit der Bürgerschaft wächst. Untersuchungen zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger bereit sind, sich stärker in kommunale Belange einzubringen. Diese Bereitschaft findet in der kommunalpolitischen Praxis allerdings nur wenig Widerhall: Es gibt nur vereinzelte »Beteiligungsinseln«, wo die Bürgerschaft systematisch  an politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen beteiligt wird. Wie kann es gelingen, die lokale Demokratie für die Menschen konkret erlebbar zu machen? Welche Barrieren verhindern eine breite Beteiligung der Bürgerschaft? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Forums für Bürger/innenbeteiligung und kommunale Demokratie, das die Stiftung MITARBEIT Ende September in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Loccum veranstaltet hat. Ausgewählte Beiträge der Referent/innen werden im Folgenden dokumentiert.

Zum Tagungsprogramm

10. Oktober 2008

Bürger/innenbeteiligung zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Geht man von den Freiwilligensurveys 1999 und 2004 aus, dann ist die Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement in der Bevölkerung stark verankert. Das Engagement für lokale Bürgerbeteiligung nimmt mit ca. 2% der Engagierten hingegen nur eine unbedeutende Mauerblümchen-Position ein. Es gibt einen eklatanten Widerspruch zwischen den an vielen Indikatoren ablesbaren proaktiven Interessen und Bereitschaften der Bevölkerung und ihrem passiven Verhalten im politischen Raum. Die Erklärung dieses Widerspruchs muss nach Ansicht von Prof. Dr. Helmut Klages, emeritierter Professor für empirische Sozialwissenschaften an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, bei inneren und äußeren Barrieren oder Blockierungen ansetzen, die sich sowohl bei den Bürgerinnen und Bürgern selbst, wie auch im institutionellen Bereich finden. Vor diesem Hintergrund entwickelt er in seinem Gastbeitrag ein kooperatives Bürgerbeteiligungskonzept, das für alle Beteiligten, d.h. nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für die kommunalen Entscheider/innen attraktiv ist. Ziel ist es, die kommunale Bürgerbeteiligung als Element einer lebendigen Demokratie so zu gestalten, dass sie zum Normalfall der alltäglichen gesellschaftlichen Lebenskultur und -praxis werden kann.

Klages, Helmut:Bürger/innenbeteiligung zwischen Anspruch und Wirklichkeit(194 KB)
10. Oktober 2008

Regieren in der Bürgerkommune

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Das Konzept der sog. »Bürgerkommune« ist nicht neu. Bürgerkommunen wollen durch eine Erweiterung der Bürgerbeteiligung und des bürgerschaftlichen Engagements das Zusammenspiel zwischen Bürger/innen, kommunaler Politik und Verwaltung neu gestalten. Auf die Frage, wie die Rolle der gewählten politischen Gremien in der Bürgerkommune theoretisch zu denken und praktisch zu gestalten sei, sind die Antworten jedoch bis auf wenige Ausnahmen eher vage geblieben. Filderstadt, eine Mittelstadt in der Region Stuttgart, hat sich vor fünf Jahren systematisch auf den Weg gemacht, unter dem Leitbild der Bürgerkommune das Kräftedreieck Bürger, Politik und Verwaltung neu aus zu tarieren. Prof. Dr. Paul-Stefan Ross, Studiengangsleiter Soziale Dienste in der Jugend-, Familien- und Sozialhilfe an der Berufsakademie Stuttgart, und Thomas Haigis, Referatsleiter Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung in Filderstadt, beschreiben zusammen mit Dr. Christine Grüger, Raumplanerin und Fachberaterin für Dialogprozesse und Bürgerschaftliches Engagement im Zentrum für Zivilgesellschaftliche Entwicklung an der Ev. Fachhochschule Freiburg, in ihrem Gastbeitrag, wie das Regieren in der Bürgerkommune im Sinne konkreter Strukturelemente und Verfahrensweisen gedacht und umgesetzt werden kann. Ihr Fazit: In einem transparenten und fairen Zusammenspiel von Bürgerschaft, öffentlicher Verwaltung und Gemeinderat entsteht eine erhöhte Problemlösekapazität, die keiner der Beteiligten für sich allein hätte zu Stande bringen können.

Grüger, Christine/Haigis, Thomas/Roß, Paul-Stefan:Regieren in der Bürgerkommune(203 KB)
10. Oktober 2008

Das Beispiel Essen: Qualifizierung für eine »bürger/innenbeteiligende Verwaltung«

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation

Nirgendwo sind die Bürgerinnen und Bürger der Politik und politischen Entscheidungen so nah wie in der Kommune, nirgendwo ist die Politik mit ihren Entscheidungen so nahe an den Bürgern. Immer mehr Kommunen stehen vor Herausforderungen, die ohne Beteiligung, ohne aktives Engagement der Bürger/innen nicht zu bewältigen sind. Die Aufgabe der kommunalen Selbstverwaltung ist es, dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen: es muss eine Grundhaltung gelebt werden, die Beteiligung und Engagement nicht nur ermöglicht, sondern dazu ermutigt. Eine Bürgerkommune braucht also dementsprechend qualifizierte (Verwaltungs-) Mitarbeiter/innen. Die Stadt Essen hat zu diesem Zweck verschiedene Maßnahmen entwickelt, mit denen sie die städtischen Mitarbeiter/innen für das Thema sensibilisiert und qualifiziert. Prof. Klaus Wermker und Monika Hanisch vom Büro Stadtentwicklung stellen in ihrem Gastbeitrag den Essener Ansatz für eine bürger/innenbeteiligende Verwaltung vor.

Wermker, Klaus/Hanisch, Monika:Qualifizierung für eine bürger/innenbeteiligende Verwaltung(137 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

10. Oktober 2008

Publikation: Wer organisiert das Gemeinwesen?

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Soziales/ Soziale Problemlagen

Die mit der Zivilgesellschaft verbundene neue Verantwortungsteilung
zwischen Staat, Markt und Bürgern birgt die Gefahr, dass ressourcenarme Bevölkerungsgruppen die zunehmenden Möglichkeiten zivilgesellschaftlicher Mitbestimmung nicht für sich nutzen können. Das drohende Szenario einer Spaltung der Zivilgesellschaft wirft die Frage auf, welche Beiträge Soziale Arbeit zur zivilgesellschaftlichen Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen leisten kann. Anhand der zurzeit hitzig diskutierten Ansätze sozialraumorientierter Sozialer Arbeit konkretisiert der Autor handlungspraktische Veränderungsperspektiven.

Oliver Fehren: Wer organisiert das Gemeinwesen? Zivilgesellschaftliche Perspektiven Sozialer Arbeit als intermediärer Instanz. Berlin 2008, 235 S., 19,90 Euro, ISBN 978-3-89404-560-9
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10. Oktober 2008

Publikation: Politik und Geschichte vor Ort erleben

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Geschichte, Schule und Bildung

Der im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland erschienene Band zeigt, wie sich politische Bildung an historischen Orten gestalten lässt. Er stellt quer durch die Republik Orte vor, an denen Geschichte erlebbar ist. Er dokumentiert, wie durch Architektur und Raumgestaltung eine politische Deutungshoheit realisiert werden soll und wie auch auf den ersten Blick unscheinbare Orte Anlass zu historischem Erforschen und politischem Überlegen bieten können. Vorgestellte Lernorte sind u.a. der Berliner Reichstag, der Aachener Dom, Wackersdorf, die Münchner Residenz bis hin zur italienischen Eisdiele. Das zweibändige Werk umfasst theoretische Beiträge zum »Lernen vor Ort«, Beschreibungen geeigneter Lernorte, didaktische Seminarkonzepte und Exkursionen zu historisch bedeutenden Schauplätzen.

Grillmeyer, Siegfried/Wirtz, Peter (Hg.): Ortstermine 2. Politisches Lernen an historischen Orten. Schwalbach/Ts. 2008, 304 S., 16,80 Euro, ISBN 978-3-89974237-4

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10. Oktober 2008

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden.

Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 10.-12.11.2008 in Bad Bevensen: Menschenrechte und Diskriminierungsschutz als Themen des Interkulturellen- und Demokratie-Lernens
Eine Fortbildung des Gustav-Stresemann-Institut Niedersachsen

• 17.-18.11.2008 in Hannover: Aufgaben, Ziele und Methoden der bürgerschaftlichen Engagementförderung Älterer
Ein Seminar der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e.V.

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