eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 3/2019 (13.3.2019)



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

13. März 2019

vhw-Migrantenmilieu-Survey 2018

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Migration, Integration und die Entwicklung hin zu einer vielfältigen Gesellschaft benötigen Wissen über diese Veränderungen und die damit verbundenen Herausforderungen. Mit dem Migrantenmilieu-Survey 2018 hat der Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung (vhw) zehn Jahre nach der ersten Untersuchung erneut zentrale Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen im Themenfeld erarbeitet. In der aktuellen Befragung wurde das Verhältnis zu Institutionen und Politik, das Zusammenleben mit Deutschen, die Familienorientierung und Kontaktoffenheit, die Einstellungen zu Religion und Nachbarschaft, aber auch zu Teilhabe, den Wohnwünschen und Diskriminierungserfahrungen erfragt. Die Orientierung an dem Modell der unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus hat im Rahmen des Surveys zu vielfältigen und differenzierten Ergebnissen geführt. Wie groß sind die einzelnen Milieus? Welches Werteprofil weisen sie auf? Und inwieweit lassen sich Migrantenmilieus mit einheimischen Milieus vergleichen? Mit diesem Wissen möchte die Studie dabei helfen, Zugänge zu unterschiedlichen Gruppen zu finden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Der Survey im Wortlaut (PDF)

13. März 2019

Projekt »Nachbarschaft digital«

Kategorie: Medien, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation, Vereinsarbeit

Wie können sich zivilgesellschaftliche Vereine, Engagierte, Bürgerinnen und Bürger sicher im Internet bewegen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Projekts »Digtale Nachbarschaft« (DiNa). Mit Selbstlernkursen, mit Tutorials und mithilfe der Unterstützung qualifzierter, ehrenamtlicher Multiplikator/innen möchte das Projekt relevantes Wissen, beispielsweise zu Datenschutz und Datensicherheit, zugänglich machen. Interessierte Vereine und ehrenamtliche Initiativen können lokale Workshoptermine zu allen Themen der Digitalen Nachbarschaft anfragen. Die mobilen Einsatzteams sind bundesweit unterwegs und können je nach Verfügbarkeit für kostenfreie Schulungen in Vereinen und Initiativen vor Ort gebucht werden. Das Projekt wird zusammen mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) als Kooperationspartner durchgeführt. 

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13. März 2019

Lernort Stadion: Studie zur politischen Bildungsarbeit mit jungen Menschen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Kampagnen, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Schule und Bildung, Sport

Ein Fußballstadion wirkt als Ort politischer Bildung auf den ersten Blick ungewöhnlich. Bei genauerer Betrachtung erweisen sie sich jedoch als geeignete Schnittstelle, um politische Bildung, Lebenswelten und Interessen von Jugendlichen mit Wertschätzung zu verknüpfen und so inklusive Lernprozesse anzustoßen. Zu diesem Fazit kommen Forscher/innen des Zentrums für inklusive politische Bildung (ZipB), die das Projekt »Lernort Stadion« über zwei Jahre wissenschaftlich begleitet haben. »Lernort Stadtion« spricht seit 2009 Jugendliche über den Fußball für Themen wie gesellschaftliche Teilhabe und soziale Verantwortung an. Bisher wurden an 17 Standorten, von der Bundesliga bis zur 3. Liga, etwa 40.000 fußballbegeisterte junge Menschen aus Schulen, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, Vereinen und Fanszenen erreicht. Die 150 Seiten umfassende Studie »Inklusives politisches Lernen im Stadion« bündelt die Ergebnisse der Arbeit und gibt methodische Anregungen für die politische Bildungsarbeit. Sie steht kostenfrei als barrierefreier Download zur Verfügung.

Die Studie im Wortlaut (PDF)

13. März 2019

Kommunen innovativ: Forschungsvorhaben Bürgerfonds

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Das noch bis Ende September 2019 laufende Pilotprojekt und Forschungsvorhaben Bürgerfonds ist ein zivilgesellschaftlich getragenes Entscheidungs- und Finanzierungsmodell für Innenentwicklung und Stadtumbau in schrumpfenden kleinen und mittleren Städten. Das Vorhaben der Stiftung trias und weiterer Projektpartner beinhaltet die Entwicklung und Etablierung eines revolvierenden Fondsmodells, welches, getragen und gefördert durch bürgerschaftliches Engagement, langfristig zur Pflege und Sanierung historischer Stadtkerne im ländlichen Raum zur Verfügung stehen wird. In Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen aus einzelnen Modellstädten werden seit 2016 unterschiedlich genutzte Immobilien gefunden, gesichert und wiederbelebt. Zurzeit nehmen Projekte aus Niedersachsen, Thüringen und Hessen am Programm teil. Nach Abschluss des Vorhabens sollen weitere Städte und Kommunen zur Unterstützung und zur Mitarbeit im Bürgerfonds-Netzwerk gewonnen werden. Das Forschungsvorhaben wird im Rahmen des Programms »Kommunen innovativ« durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Durch die Kooperation von Kommunen mit Wissenschaft, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen sollen neue Impulse für die Zukunft der Regionen in Deutschland gesetzt werden.

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13. März 2019

Engagierte Stadt: Förderprogramm offen für Externe

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft

Das Netzwerkprogramm »Engagierte Stadt« möchte lokale Engagementstrukturen stärken und neue Akzente in der Engagementförderung setzen. Zu diesem Zweck bietet es Interessierten die Möglichkeit, an verschiedenen kostenlosen Workshops und Online-Kursen rund um die Themen Engagement, Förderung und Vernetzung teilzunehmen. Ziel ist es, ein bundesweites Lernnetzwerk zu schaffen, dass die gute Praxis engagierter Städte weitergibt, um diese mit den eigenen Erfahrungen zu verbinden. Das Angebot, das bisher primär den fünfzig vom Programm begleiteten gemeinnützigen Organisationen sowie teilnehmenden engagierten Städten, kommunalen Verwaltungen und lokalen Unternehmen offen stand, kann seit Januar 2019 auch von interessierten Teilnehmer/innen außerhalb des Programms genutzt werden. Die Anmeldung für insgesamt neun Veranstaltungen, die zwischen März und September 2019 angeboten werden, erfolgt online und ist ab sofort möglich.

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13. März 2019

Handbuch für Klima-Bürgerbegehren

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Umwelt/ Natur/ Energie

Seit 2008 beschäftigt sich der Verein »BürgerBegehren Klimaschutz« mit der Frage, wie sich Verfahren der Bürgerbeteiligung und insbesondere der direkten Demokratie konstruktiv für Klimaschutz einsetzen lassen. Der gemeinnützige Verein ermutigt lokale Initiativen dazu, ihre politischen Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Umsetzung einer klimafreundlichen Kommunalpolitik auszuschöpfen. Wer in diesem Zusammenhang selbst ein Bürgerbegehren starten möchte, kann sich ab sofort in einem praxisnahen Handbuch über die »Klimawende von unten« informieren, das der Verein in Kooperation mit dem Umweltinstitut München und Mehr Demokratie im März 2019 veröffentlicht hat. Das Handbuch steht online als Download zur Verfügung und gibt einen Überblick darüber, was passiert, wenn Bürgerinnen und Bürger die Klimawende selbst in die Hand nehmen. Das Handbuch vereint erfolgreiche Praxisbeispiele mit Ansatzpunkten für Kampagnen und stützt sich dabei sowohl auf eigene Recherchen, als auch auf juristische Gutachten sowie die Erfahrungen von Klimaaktivist/innen.

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Im Fokus: Medien & Demokratie

13. März 2019

Polarisierung der demokratischen Öffentlichkeit und Legitimationsverlust der Demokratie

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien, Stiftungen

Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus. Sie braucht eine Medienlandschaft, die sachkundige, seriöse und vielfältige Informationen öffentlich zugänglich macht. Doch die Welt der Medien wandelt sich rasant. Eingeklemmt zwischen wirtschaftlichem Druck und digitalem Wandel markieren die Schlagworte »Lügenpresse« und »FakeNews« die Extreme der Debatte. Es gibt Studien, die besonders dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Tageszeitungen immer noch hohe Glaubwürdigkeit bescheinigen. Aber es liegen auch Untersuchungen vor, die ein wachsendes Misstrauen gegenüber Medien belegen. Dass das kein Widerspruch sein muss, hat eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung über den Zusammenhang von Mediennutzung und Demokratiezufriedenheit gezeigt. Dr. Johannes Kiess stellt in seinem Gastbeitrag die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse der Studie vor. 

Kiess, Johannes M.:Polarisierung der demokratischen Öffentlichkeit und Legitimationsverlust der Demokratie(60 KB)
13. März 2019

Socialbots: Gefahr für Demokratie und Meinungsbildung?

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien, Wissenschaft/ Technikgestaltung

Bei sog. Socialbots handelt es sich um Computerprogramme, die zu manipulativen Zwecken in sozialen Netzwerken eingesetzt werden. Hierzu geben sie fälschlicherweise vor, »echte« Nutzer/innen zu sein und verbreiten oftmals im Verbund mit anderen Socialbots gezielt und massenhaft bestimmte Nachrichten oder Hashtags, um die Aufmerksamkeit der Online-Community sowie von Politik und Massenmedien auf spezifische Themen und Inhalte zu lenken und deren Popularität zu beeinflussen. Dr. Florian Muhle zeigt in seinem Gastbeitrag, wieso Socialbots eine Gefahr für politische Diskussionen und Meinungsbildung nicht nur im Internet sind und was sich dagegen tun lässt. 

Muhle, Florian:Socialbots: Gefahr für politische Diskussionen und Meinungsbildung im Internet?(1.4 MB)
13. März 2019

Videogespräch: »Demokratie braucht gemeinsame Öffentlichkeit«

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation, Medien

Das Internet, die neuen sozialen Medien und die damit verbundene digitale Kommunikation bieten vielfältige Potentiale zur Demokratisierung der Gesellschaft. Zugleich führt die Digitalisierung der politischen Kommunikation jedoch zunehmend zur Fragmentarisierung von Öffentlichkeit. Der Publizist Dr. Serge Embacher erläutert im Gespräch die demokratiepolitischen Ambivalenzen des Internets und der sozialen Medien.

Zum Videogespräch

13. März 2019

»Reagieren, wenn etwas aus dem Ruder läuft«: Das Projekt LOVE-Storm

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien

Hass, Beschimpfungen, Drohungen und Falschmeldungen sind seit einigen Jahren Alltag im Netz geworden. Doch Hassrede ist nicht nur ein Problem für diejenigen, die direkt von ihr betroffen sind und angegriffen werden. Sie bedroht die demokratische Debatte und den freien Meinungsaustausch im Netz und schafft eine Atmosphäre der Angst. Das Projekt LOVE-Storm setzt sich dafür ein, dieser Welle aus Hass, Herabwürdigungen und Beleidigungen im Internet eine Bewegung der digitalen Zivilcourage entgegen zu stellen. Beate Achilles stellt in ihrem Gastbeitrag das Projekt und seinen Hintergrund vor.

Achilles, Beate/Eich, Margaretha:Reagieren, wenn etwas aus dem Ruder läuft(589 KB)
13. März 2019

TraceMap: Online-Plattform für kollektive Faktenüberprüfung und konstruktive Diskussionen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien, Wissenschaft/ Technikgestaltung

Das Projekt TraceMap will eine Online-Plattform für kollektive Faktenüberprüfung und konstruktive Diskussionen etablieren. Nutzer/innen können sich die einflussreichsten Social-Media-Inhalte zu einem Thema visualisieren lassen, diese analysieren, diskutieren und klassifizieren. Durch Regulierung und Verifizierung der Diskussionsinhalte auf der Plattform soll eine respektvolle politische Diskussionskultur entstehen. Die Entwickler/innen des Angebots wollen so Falschnachrichten und HateSpeech kollektiv bekämpfen und Social-Media-Nutzer/innen zu partizipativer und demokratischer Meinungsbildung befähigen. Allegra Pochtler stellt den Ansatz in ihrem Gastbeitrag kompakt vor. 

Pochtler, Allegra:TraceMap: Online-Plattform für kollektive Faktenprüfung und konstruktive Diskussionen(44 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

13. März 2019

Publikation: Dorfgespräch

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Publikationen, Vereinsarbeit, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Die Handreichung führt die Leserinnen und Leser in die konzeptionellen Hintergründe von Wertedialogen als Beitrag zur Demokratieentwicklung im ländlichen Raum ein. Die Autoren geben praxiserprobte Hinweise zum Planungsprozess und der methodischen Gestaltung eines entsprechenden Projekts. Ausgangspunkt der Dorfgespräche ist die persönliche Begegnung als Basis eines nicht nur rationalen, sondern vor allem auch emotionalen und werteorientierten Dialogs. Dorfgespräche aktivieren die demokratischen Selbstheilungskräfte der dörflichen Gemeinschaft und setzen Vertrauen in die eigene demokratische Handlungsfähigkeit. Dorfgespräche eröffnen im sozialen Nahraum des Dorfs neue Arten der Interaktion von Mehrheit und Minderheit. Dorfgespräche stärken zudem Wertekompetenz als demokratische Schlüsselqualifikation. Das Buch richtet sich an kommunale Praktiker/innen, an Projektverantwortliche und insbesondere an engagierte Bürgerinnen und Bürger, Einwohnerinnen und Einwohner, die vor Ort aktiv Veränderungsprozesse anstoßen wollen.

Florian Wenzel/Christian Boeser-Schnebel: Dorfgespräch. Ein Beitrag zur Demokratieentwicklung im ländlichen Raum. Bonn 2019, 120 S., 12,00 Euro, ISBN 978-3-941143-37-1

Information und Bestellung

13. März 2019

Publikation: Digitalisierung und zivilgesellschaftliche Praxis

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation, Medien, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation

Das neue eBook der Stiftung Bürgermut ist eine Orientierungs- und Arbeitshilfe, die das Großthema »Digitalisierung« für den Alltag zivilgesellschaftlicher Arbeit übersetzt. Die Publikation macht konkrete Vorschläge, wie Non-Profit-Organisationen digitaler werden können: vom Entwickeln einer Digital-Strategie über das Freiwilligenmanagement bis hin zur dezentralen Zusammenarbeit. Schlagworte der Debatte werden erklärt und mit Praxisbeispielen illustriert, zahlreiche weiterführende Tipps helfen bei der Umsetzung. Darüber hinaus lotet das Buch aus, wie sich Zivilgesellschaft stärker in die Debatte um den digitalen Wandel einschalten und diese mitgestalten kann. Gefördert wurde die Publikation durch das Bundesinnenministerium sowie die Robert Bosch Stiftung.

Stiftung Bürgermut (Hrsg.): Digitalisierung – Vom BuzzWord zur zivilgesellschaftlichen Praxis. 2019, 168 S., kostenlos

Information und Bestellung

13. März 2019

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchte wir dieses Mal auf: 

5.–6. April 2019 in Würzburg: Konflikte angehen und Veränderungen ermöglichen
Ein Praxisworkshop der Stiftung Mitarbeit für Engagierte in Initiativen und Vereinen

12. April 2019 in Berlin: ZOG 19 – Under Pressure
Eine Konferenz der Amadeu Antonio Stiftung 

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