eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 12/2019 (18.12.2019)



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

18. Dezember 2019

Studie: Energiewende braucht Akzeptanz und Partizipation

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Umwelt/ Natur/ Energie, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Ob die Energiewende und der Umstieg auf erneuerbare Energien gelingen, hängt auch von der Akzeptanz der lokalen Bevölkerung ab. Eine im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz erstellte Studie hat nun in drei Regionen in Schleswig-Holstein, Thüringen und Baden-Württemberg untersucht, wie sich die Akzeptanz der Anwohnerinnen und Anwohner für Erneuerbare-Energien-Anlagen erhöhen lässt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es verstärkter Transparenz, Mitbestimmung und wirtschaftlicher Partizipation bedarf, um die Menschen für die Energiewende zu gewinnen. Darüber hinaus sind auch das Vertrauen in die am Planungsprozess beteiligten Personen sowie die Vermeidung oder Minderung negativer Wirkungen auf Natur und Menschen von Bedeutung. Die 44 Seiten starke Studie richtet sich an Bürger/innen, Projektentwickler, Bürgerinitiativen und Natur- und Umweltschutzverbände.

Die Studie zum Download (PDF)

18. Dezember 2019

DKHW stellt Kinderrechte-Index vor

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Generationen, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) hat erstmalig einen »Kinderrechte-Index« für die Bundesrepublik Deutschland erstellt. In der Pilotstudie werden vor allem die kinderrechtlichen Entwicklungsbedarfe, aber auch Beispiele guter Umsetzung in den einzelnen Bundesländern aufgezeigt. Der Index stellt fünf Kinderrechte in den Mittelpunkt: das Recht auf Beteiligung, das Recht auf Gesundheit, das Recht auf angemessenen Lebensstandard, das Recht auf Bildung und das Recht auf Ruhe und Freizeit, Spiel und Erholung. Bei der Umsetzung des Rechts auf Beteiligung in allen das Kind betreffenden Angelegenheiten schneiden beispielsweise die Bundesländer Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, NRW und Schleswig-Holstein überdurchschnittlich gut ab. Schlusslichter in dieser Kategorie sind Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen.

Der Kinderrechte-Index zum Download (PDF)

18. Dezember 2019

Thesenpapier: Demokratie in der Kindertagesbetreuung

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Schule und Bildung

Wie lassen sich Demokratie, Partizipation und Vielfalt praxisnah und pädagogisch wertvoll in der Kindertagesbetreuung erleben? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Kooperationsprojekts, das die sechs bundesdeutschen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege seit 2017 durchgeführt haben. Die beteiligten Organisationen haben nun zum Abschluss des Projekts ein Thesenpapier vorgelegt, dass die gemachten Erfahrungen bündelt und elf Handlungsempfehlungen formuliert. Darin werden Fachkräfte in Kitas und in der Kindertagespflege, aber auch Eltern und Elternvertretungen ermuntert, durch eine partizipative und inklusive Praxis zum Abbau von Bildungsbarrieren und zur Verwirklichung demokratischer Rechte von Kindern beizutragen.

Das Thesenpapier zum Download (PDF)

18. Dezember 2019

Studie: Entwicklung des freiwilligen Engagements seit den 1990er Jahren

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Leben im Alter

Die aktuellen Ergebnisse der Langzeitstudie Sozio-Ökonomisches Panel (SOEP) zur Beobachtung des ehrenamtlichen Engagements zeigen: In den letzten 30 Jahren ist der Anteil der freiwillig Engagierten gestiegen. Sowohl die Generation der sog. »68er« als auch die »Generation Y« (Jahrgänge 1983 bis 1999) engagiert sich stärker als vorangegangene Generationen im gleichen Alter. Für die Älteren gilt: Aktivere, gesündere und zufriedenere Menschen gehen häufiger auch im Rentenalter einer ehrenamtlichen Tätigkeit nach. Aber auch bei Schülerinnen und Schülern und jungen Erwachsenen hat das Engagement zugenommen. Die Autor/innen der Studie folgern aus den differenzierten Ergebnissen, dass die Angebote zum ehrenamtlichen Engagement möglichst flexibel und niedrigschwellig zu gestalten sind und erfolgreichen Initiativen keine Kürzungen ihrer Projektzuwendungen zugemutet werden sollte.

Weitere Informationen

18. Dezember 2019

Städtenetzwerk Soziale Stadt NRW: Dokumentation einer Werkstattreihe

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement

Was bedeuten heute Sozialraumorientierung und ressortübergreifende Handlungsansätze in der Stadtentwicklung und im Quartier? Dieser Frage ist das Städtenetz Soziale Stadt NRW in einer Werkstattreihe von 2017 bis 2019 nachgegangen. Ausgangspunkt ist das seit 20 Jahren laufende Programm »Soziale Stadt«. Viele Anforderungen an die in diesem Programm entwickelte integrierte Quartiersentwicklung bestehen weiter, aktuelle Entwicklungen setzen neue Rahmenbedingungen und überlagern oder verstärken bereits bestehende Aufgaben. Wie verändern sich Handlungsansätze und was sind die künftigen Herausforderungen? In der Abschlussdokumentation werden aus den zentralen Ergebnissen der Werkstattreihe praxisnahe Empfehlungen abgeleitet, wie zukünftig die Themen und Anforderungen einer integrierten und zukunftsfähigen Stadt- und Quartiersentwicklung weiter behandelt werden sollten.

Weitere Informationen

18. Dezember 2019

Foodsharing: Städtisches Netzwerk für Lebensmittelwertschätzung

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe, Nachhaltige Entwicklung, Umwelt/ Natur/ Energie

Insgesamt landen in Deutschland pro Jahr fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Dadurch werden nicht nur hohe Abfallmengen produziert, der sorglose Umgang mit Lebensmitteln hat darüber hinaus auch drastische Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß und somit direkten Einfluss auf das Klima: mit den Emissionen, die bei Anbau oder Aufzucht, der Ernte, während der Logistik und bei der Lagerung dieser Lebensmittel anfallen. Die Foodsharing-Bewegung möchte sich nun gemeinsam mit Einwohner/innen und Stadtverwaltungen gegen Lebensmittelverschwendung stark machen. Städte und Kommunen sollen durch die Kampagne motiviert werden, auf ihre eigene Weise Konzepte zur Wertschätzung von Lebensmitteln umzusetzen. Auf der im Dezember 2019 gestarteten Website werden die ersten Foodsharing-Städte vorgestellt. Alle teilnehmenden Städte erhalten einen eigenen Bereich auf der Website, in dem sie über lokale Aktivitäten und Events informieren können. Weiterführende Materialien und handlungsorientierte Hinweise zum Thema runden das Angebot ab.

Weitere Informationen

Im Fokus: Gesundheit, Engagement und Partizipation

18. Dezember 2019

Engagiert und gesund: Selbstsorge im Ehrenamt

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe, Vereinsarbeit

Statistisch gesehen sind Menschen, die sich freiwillig engagieren oder ein Ehrenamt ausüben, gesünder als andere. Nichtsdestotrotz kann ehrenamtliches Engagement auch zur Gesundheitsgefährdung werden. Gerade ehrenamtliche Tätigkeiten, die in einem hohen Maß von Beziehungsarbeit leben, bringen auch immer wieder belastende Situationen und Begegnungen mit sich. Wer hier nicht ausreichend auf sich selbst und die eigenen Grenzen achtet, läuft Gefahr, sich zu überfordern, zu ermüden und schlimmstenfalls krank zu werden. Dorothea Eichhorn skizziert in ihrem Gastbeitrag das Konzept der Salutogenese und zeigt, wie freiwilliges Engagement gesundheitsfördernd wirken kann.

Eichhorn, Dorothea:Engagiert und gesund: Selbstsorge im Ehrenamt(729 KB)
18. Dezember 2019

BigPicnic: Von Gartenfrühstücken und Wissenschaftscafés

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Eine Welt/ Globalisierung, Nachhaltige Entwicklung, Umwelt/ Natur/ Energie, Wissenschaft/ Technikgestaltung, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Wie stellen wir sicher, dass unsere wachsende Bevölkerung Zugang zu ausreichend sicheren und nahrhaften Nahrungsmitteln hat? Ist es möglich, die Nahrungsmittelproduktion an den Klimawandel anzupassen? Und wie lassen sich Bürgerinnen und Bürger in Forschung über nachhaltigere Erzeugung, Verbrauch und Lieferung von Lebensmitteln einbeziehen? Norbert Steinhaus stellt in seinem Gastbeitrag ein europäisches Pilotprojekt vor, in dem Wissenschaft und Öffentlichkeit gemeinsam nach Antworten auf diese und weitere Fragen gesucht haben. Sein Fazit: Das kollaborative Projekt macht deutlich, dass die Verwendung eines partizipativen und co-kreativen Ansatzes es Erwachsenen, Jugendlichen und schwer erreichbaren Zielgruppen ermöglicht, ihre Meinungen und Ansichten zu Verantwortung in Forschung und Innovation im Hinblick auf Ernährungssicherheit zu diskutieren und sie sowohl Wissenschaftler/innen als auch politischen Entscheidungsträger/innen vorzustellen.

Steinhaus, Norbert:BigPicnic: Von Gartenfrühstücken und Wissenschaftscafés(1.7 MB)
18. Dezember 2019

Große Sprünge – in Gedanken: Über Clowns in Krankenhäusern

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe

Lachen stärkt das Immunsystem, lindert Schmerzen, fördert den Heilungsprozess und gibt neuen Lebensmut. Seit den 1980er Jahren bringen (ehrenamtliche) Klinikclowns Lachen und Lebensfreude zu kranken und leidenden Menschen. Inzwischen sind die Freiräume der sogenannten komischen Interventionen längst nicht mehr nur auf Krankenhäuser beschränkt. Professionell ausgebildete Klinikclowns gehen zu Senioren und Seniorinnen in Altenheime, besuchen Menschen mit Behinderung in den entsprechenden Einrichtungen, sind gern gesehene Gäste auf Palliativstationen und in Hospizen. Gabi Sabo beleuchtet in ihrem Gastbeitrag die Arbeitsweise, den ethischen Kodex und die Wirkung der Klinikclowns.

Sabo, Gabi:Große Sprünge - in Gedanken(1.2 MB)
18. Dezember 2019

Berlin: Gesundheitsförderne Projekte in Quartieren

Kategorie: Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement, Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

In Berlin zeigen verschiedene Projekte, wie Gesundheitsförderung und Prävention in Stadtteilen aussehen kann. Die »Clearingstelle Gesundheit für Quartiere der Sozialen Stadt« berät Quartiersmanager/innen und Projektträger bei der Konzeption und Finanzierung sog. Gesundheitsmodule, die passgenau auf die Bedarfe der Quartiere ausgerichtet sind. 2019 wurden auf diese Weise in insgesamt 16 Quartieren der Sozialen Stadt in Berlin jeweils ein Gesundheitsmodul auf den Weg gebracht. Das Spektrum der Angebote reicht dabei von Bewegungsförderung im Alltag mithilfe von extra dafür ausgebildeten Kiez-Trainer/innen bis hin zu Workshops über gesunde Ernährung oder Stressbewältigung. In Neu­kölln beispielsweise zeigt ein Verein, wie aus Lebensmittelresten vollwertige Mahlzeiten entstehen können, die nicht nur lecker, sondern auch gesund und klimafreundlich sind. Dieses und viele weitere aktuelle Beispiele sind nun in kurzen Projekt-Steckbriefen dokumentiert.

Die Steckbriefe im Wortlaut (PDF)

18. Dezember 2019

NRW: »Politische Partizipation Passgenau!« baut Barrieren der Kommunalpolitik ab

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe

Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe NRW hat ein Projekt zur Verbesserung der Partizipationsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in Kommunen gestartet. Unter dem Motto »Politische Partizipation Passgenau!« sollen Kommunen unterstützt werden, die Teilhabemöglichkeiten im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes NRW und der UN-Behindertenrechtskonvention verbessern. Ein Projektteam berät und begleitet die Kommunen bei der Prozessgestaltung und bringt Verwaltung, Politik und Betroffene an einen Tisch. Das Projekt schließt an die Ergebnisse von Befragungen aus den Jahren 2013 und 2019 an. Sie zeigen, dass es häufig vom Wohnort abhängt, ob Menschen mit Behinderung sich politisch beteiligen können. Es ist daher notwendig, die Aufmerksamkeit für die politische Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen durch Maßnahmen der politischen Bildung zu wecken und Prozesse der (Weiter-)Entwicklung von Vertretungsstrukturen zu begleiten. Das Programm wird vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW gefördert.

Weitere Informationen

Publikationen und Veranstaltungen

18. Dezember 2019

Publikation: Handbuch Fundraising

Kategorie: Fundraising, Publikationen, Vereinsarbeit

Wer für die gute Sache kämpft, weiß, dass die Unterstützung aus öffentlicher Hand nie ausreicht. Wohltätigkeitsorganisationen, Vereine und gemeinnützige Initiativen sind auf Spender/innen und Förderer/innen angewiesen. Doch wie findet man diese? Welche ethischen und juristischen Fallstricke sind zu beachten? Und wie funktioniert Fundraising im digitalen Zeitalter? Das umfassende Nachschlagewerk beschreibt unterschiedliche Wege und leistet einen Beitrag zur Professionalisierung des Fundraisings.

Haibach, Marita: Handbuch Fundraising. Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis. Frankfurt/M. 2019, 544 S., 49,95 Euro, ISBN 978-3-593511085, eBook: 42,99, ISBN 978-3-593442266

Information und Bestellung

18. Dezember 2019

Publikation: Migration und radikale Demokratie

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Eine Welt/ Globalisierung, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Publikationen

Wie gelingt es migrantischen Jugendlichen, zu politischen Subjekten zu werden und für ihre Rechte einzutreten? Wie ist es möglich, sich Herrschaftsverhältnissen zu widersetzen und inwiefern bietet Demokratie hierbei einen Bezugspunkt? Der Autor geht diesen Fragen nach, indem er eine radikaldemokratische Theorie entwickelt und diese mit einer qualitativen Studie zur Selbstorganisierung migrantischer Jugendlicher in Deutschland und den USA verbindet.

Schwiertz, Helge: Migration und radikale Demokratie. Politische Selbstorganisierung von migrantischen Jugendlichen in Deutschland und den USA. Bielefeld 2019, 398 S., 34,99 Euro, ISBN 978-3-8376-4832-4

Information und Bestellung

18. Dezember 2019

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchte wir dieses Mal auf:

24.–25.1.2020 in Hamburg: Gesellschaftlicher Zusammenhalt - Schöne neue Welt? Digitalisierung und Ehrenamt
Veranstaltung vom Bündnis für Demokratie und Toleranz

6.–8.3.2020 in Rehburg-Loccum: Konflikt findet Stadt: Was kann kommunale Konfliktbearbeitung tatsächlich leisten?
Jahrestagung der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung

In eigener Sache

18. Dezember 2019

In eigener Sache

Heute lesen Sie den letzten eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft im Jahr 2019. Die Redaktion dankt allen Leserinnen und Lesern sehr herzlich für das aufmerksame Interesse in den vergangenen zwölf Monaten und überdies für manchen wichtigen Hinweis. Wie hat Ihnen der Newsletter 2019 gefallen? Wir freuen uns immer über Anmerkungen, Lob oder Kritik - auch im kommenden Jahr. Die nächste Ausgabe folgt am 22. Januar 2020.

Wir wünschen Ihnen frohe Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.
Eva-Maria Antz, Ulrich Rüttgers

  • Anerkennungskultur
  • Bürgerbegehren
  • Bürgerentscheid
  • Bürgergesellschaft
  • Bürgerkommune
  • ...
  • Service Learning
  • Sozialkapital
  • Stiftungen
  • Volksentscheid
  • Zivilgesellschaft

  • Listenpfeil-Symbol Gesamtes Glossar