eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 9/2018 (20.09.2018)



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

20. September 2018

Studie: Vereinssterben in ländlichen Regionen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation, Medien, Vereinsarbeit

Vereine sind ein wichtiger Pfeiler der Zivilgesellschaft. Doch auf dem Land droht dem organisierten Engagement vielerorts das Aus. Das ist das zentrale Ergebnis einer Untersuchung, mit dem das Projekt ZiviZ Anfang September 2018 an die Öffentlichkeit gegangen ist. Neben der Analyse der Vereinsstrukturen wird auch die Frage aufgeworfen, wie durch die Nutzung digitaler Techniken für das gemeinsame Engagement Arbeitsprozesse verbessert werden können, Kommunikation erleichtert wird und durch digitale Kommunikation mehr Engagierte erreicht werden können. Die Studie beruht auf einer Sonderauswertung des ZiviZ-Surveys 2017 und entstand im Rahmen der Initiative »digital.engagiert«. 

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20. September 2018

Bürgerstiftungen: Selbstverpflichtung »Für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt«

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft

Die Bürgerstiftungen Deutschlands haben sich zu Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt verpflichtet. In der Erklärung, die auf dem Bürgerstiftungskongress am 15. September 2018 in Neuss vorgestellt wurde, sprechen sie sich für ein freiheitlich demokratisches Miteinander aus. Die Bürgerstiftungen verstehen sich als zivilgesellschaftliche Akteure, die vor Ort das Gemeinwesen und Miteinander gestalten und weiterentwickeln. Basis ihres Handelns sind die demokratischen Grundwerte, ohne die bürgerschaftliches Engagement, Mitbestimmung und -gestaltung nicht möglich sind. Die Selbstverpflichtung konkretisiert in 10 Punkten, wie die Bürgerstiftungen dieses Bekenntnis in ihrem Alltag, wie auch in ihrer Projekt- und Förderarbeit umsetzen wollen.

Die Selbstverpflichtung im Wortlaut (PDF)

20. September 2018

Engagementpolitische Forderungen zur Landtagswahl in Bayern

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement

Das Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (LBE) und die darin zusammengeschlossenen Verbände begleiten seit 2003 das Bürgerschaftliche Engagement in Bayern. Das LBE hat auf seiner Mitgliederversammlung einstimmig engagementpolitische Empfehlungen für die kommende Landtagswahl in Bayern formuliert. Für eine vorausschauende Engagementpolitik fordern sie: Infrastrukturen vor Ort nachhaltig ausbauen; Bildung für und durch Engagement stärken; individuelle Fördermöglichkeiten, für Menschen, die sich engagieren möchten und dazu Unterstützung benötigen; Partizipation und Teilhabechancen verbessern sowie die Entbürokratisierung von Rahmenbedingungen. Jede Forderung wird durch einen konkreten Vorschlag zur Umsetzung ergänzt

Die Forderungen im Wortlaut (PDF)

20. September 2018

IAVE-Welt-Freiwilligenkonferenz 2018

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Eine Welt/ Globalisierung, Europa, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation

Im Oktober findet zum ersten Mal in Deutschland die IAVE Weltfreiwilligenkonferenz statt. 700 Teilnehmer/innen aus aller Welt werden zu dieser Konferenz vom 17.-20.10.2018 in Augsburg erwartet. Im Rahmen der Weltfreiwilligenkonferenz gibt es Plenumssessions, Podiumsdiskussionen und Workshops mit knapp 100 Projektvorstellungen rund um bürgerschaftliches Engagement. Direkt vor der IAVE-Weltfreiwilligenkonferenz findet das Welt-Jugendfreiwilligenforum (Global Youth Volunteers Forum) statt. Das Jugendforum bietet eine Gelegenheit für junge Freiwillige und junge Führungskräfte, Netzwerke aufzubauen, die über viele Jahre Bestand haben. Themen sind unter anderem internationale Freiwilligendienste, SDG 2030, Führung in der Jugendarbeit, Jugendengagement vor Ort, Rettungsdienste und Service Learning. Für beide Konferenzen sind noch Anmeldungen möglich.

Weitere Informationen (Welt-Freiwilligenkonferenz)
Weitere Informationen (Welt-Jugendfreiwilligenforum)

20. September 2018

Studie: Freiwilliges Engagement stärkt Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Soziales/ Soziale Problemlagen

Von den rund 1,5 Millionen Geflüchteten, die seit 2015 in Deutschland sind, hat laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) jede/r Vierte mittlerweile Arbeit gefunden. Was freiwillig Engagierte leisten, um Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wird dabei oft unterschätzt. Sie begleiten die Geflüchteten zur Agentur für Arbeit und zu den Jobcentern. Sie helfen bei der Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen, beim Erstellen von Lebensläufen und Bewerbungsunterlagen: Freiwilliges Engagement ist ein erfolgversprechendes Instrument zur Integration in den Arbeitsmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung, die fünf lokale Beispiele in den Regionen Hamburg, Potsdam, Dresden, Augsburg und im hessischen Schwalm-Eder-Kreis untersucht hat. Fazit: Eine stärkere Einbeziehung von freiwillig Engagierten in die integrativen Arbeitsprozesse staatlicher Institutionen wäre für alle Beteiligten von Vorteil. Durch eine engere Zusammenarbeit lassen sich Integrationsprozesse entwickeln, durch die die jeweiligen Leistungen der Partner effektiver, schneller und nachhaltiger werden.

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20. September 2018

Open Creative Labs: Potentiale für Innovation und Partizipation

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Wissenschaft/ Technikgestaltung

Der Begriff Open Creative Labs steht für offene Orte kreativer Wissensarbeit, an denen Arbeitsräume und technische Infrastrukturen flexibel und für eine begrenzte Zeit vergeben werden. Dabei weisen sie eine hohe soziale Offenheit auf und bringen Akteure bewusst so zusammen, dass kreative Arbeitsergebnisse gefördert werden. Zudem setzen diese Organisationen bereits während der Problemdefinition von Forschungs- und Entwicklungsprozessen einen besonderen Akzent auf die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern. Eine neu erschienene Handreichung leuchtet im Auftrag des Leibniz-Institut für raumbezogene Sozialforschung Potenziale sowie politische Gestaltungsaufgaben und Förderoptionen für Open Creative Labs aus. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Frage, ob Labore die an sie gestellten Erwartungen, Gelegenheiten für Innovationen und zur Partizipation von Bürger/-innen an Prozessen der Forschung und Technologieentwicklung zu bieten, erfüllen können.

Das Policy Paper im Wortlaut (PDF)

Im Fokus: Mobilität, Engagement und Beteiligung

20. September 2018

Bürgerbusse in Brandenburg

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Vereinsarbeit, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Seit 1985 verbreitet sich die ursprünglich aus den Niederlanden stammende Idee der Bürgerbusse erfolgreich auch in Deutschland. So sind beispielsweise allein in Nordrhein-Westfalen mittlerweile etwa 130 Bürgerbusse in Betrieb. Ziel der Bürgerbusse ist es, die Lücken im kommunalen Nahverkehrsnetz insbesondere in ländlichen und kleinstädtischen Regionen zu schließen. In Bürgerbussen fahren »Bürger für Bürger«: alle Fahrzeuge werden durch ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer gesteuert. In Brandenburg gibt es fünf Bürgerbusvereine, jeder Verein befördert pro Jahr bis zu 9.000 Fahrgäste. Gerhard Franzen, Sprecher der brandenburgischen Bürgerbusse, stellt in seinem Gastbeitrag die Situation in seinem Bundesland vor. Er ist sich sicher: Für die Bewohner/innen in den dünn besiedelten Regionen Brandenburgs sind die Bürgerbusse eine wertvolle Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und Mobilität im Alter zu gewährleisten. 

Franzen, Gerhard:Bürgerbusse im Land Brandenburg(60 KB)
20. September 2018

Bergisch Gladbach: Beteiligungsverfahren zum städtischen Mobilitätskonzept

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Bergisch Gladbach ist eine Stadt im Regierungsbezirk Köln mit mehr als 110.000 Einwohner/innen. Im Jahr 2016 hat die Stadt ein Mobilitätskonzept verabschiedet, das in einem beteiligungsorientierten Prozess von Verwaltung, Politik und Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam erarbeitet worden ist. Wo liegen die Stärken und Schwächen der Mobilität in Bergisch Gladbach? Wie kann eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung vor Ort gefördert werden? Welche Maßnahmen könnten helfen, die Verkehrsentwicklung in Bergisch Gladbach positiv zu beeinflussen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines umfangreichen Beteiligungsverfahrens, das Stephan Schmickler, ehemaliger Stadtbaurat der Stadt Bergisch Gladbach, sowie Christoph Overs, stellvertretender Leiter der Abteilung Mobilitätsmanagement beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg, in ihrem Gastbeitrag vorstellen.

Schmickler, Stephan/Overs, Christoph:Beteiligungsverfahren im Rahmen der Aufstellung des Mobilitätskonzeptes der Stadt Bergisch Gladbach(318 KB)
20. September 2018

Der Berliner Volksentscheid Fahrrad: Von der Graswurzelbewegung zum Mobilitätsgesetz

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Kampagnen, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Am 28. Juni 2018 verabschiedete das Berliner Abgeordnetenhaus das »Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mobilitätsgewährleistung«, kurz Mobilitätsgesetz (MobiG). Der Verabschiedung ging eine über zweieinhalb Jahre dauernde zivilgesellschaftliche Kampagne voraus, die von der Initiative »Volksentscheid Fahrrad in Berlin« und ihres Trägervereins Changing Cities e.V. getragen wurde. Mit dem erfolgreichen Volksentscheid ist es gelungen, die gesetzliche Grundlage für den Umbau des Verkehrssystems einer Großstadt von unten zu erstreiten. Denis Petri, politischer Referent von Changing Cities, stellt die Kampagne sowie die Inhalte des Berliner Mobilitätsgesetzes vor und gibt einen Ausblick auf die weiteren Ziele der Bewegung. 

Petri, Denis:Berlin dreht sich! Der Berliner Volksentscheid Fahrrad – Von der Graswurzelbewegung zum Mobilitätsgesetz(416 KB)
20. September 2018

Mobilität und Bürgerbeteiligung am Beispiel der Fußverkehrsinfrastruktur

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

In vielen Städten sind mehr Menschen auf den Beinen unterwegs als hinterm Steuer. Gehen ist ein wichtiger Baustein nachhaltiger Mobilität. Seit 1985 vertritt FUSS e. V. die Interessen der Fußgängerinnen und Fußgänger in Deutschland. Der Verein hat seit 2016 in einem Beteiligungsprozess einen Handlungsleitfaden entwickelt, der Städten und Gemeinden die Einführung einer kommunalen Fußverkehrsstrategie erleichtern soll; dieser wurde im Juli 2018 allen Stadtverwaltungen in Städten mit über 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zugestellt. Bernd Herzog-Schlagk, Mitbegründer des FUSS e.V., stellt in seinem Gastbeitrag den Handlungsleitfaden vor und wirft einen Blick auf Mobilität und Bürgerbeteiligung am Beispiel der Fußverkehrsinfrastruktur. 

Herzog-Schlagk, Bernd:Mobilität und Bürgerbeteiligung am Beispiel der Fußverkehrsinfrastruktur(343 KB)
20. September 2018

Europäische Mobilitätswoche 2018

Kategorie: Kampagnen, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Die Europäische Mobilitätswoche ist eine Kampagne der Europäischen Kommission. Seit 2002 bietet sie Kommunen aus ganz Europa die Möglichkeit, ihren Bürgerinnen und Bürgern die komplette Bandbreite nachhaltiger Mobilität vor Ort näher zu bringen. Die Woche findet immer vom 16. bis 22. September statt. In Deutschland werden im Rahmen der Mobilitätswoche zahlreiche Veranstaltungen angeboten, beispielsweise in Bremen, Dresden, Aachen oder Kassel. Das Umweltbundesamt informiert im Netz über Aktionen und stellt Materialien zur Weiterbildung bereit.

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Publikationen und Veranstaltungen

20. September 2018

Publikation: Das Integrationsparadox

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Publikationen

In seinem Buch geht der Autor folgenden Fragen nach: Welche paradoxen Effekte hat Integration? Woher kommen extreme Gegenreaktionen? Der Autor legt eine Neubewertung der aktuellen Situation vor. Demnach irrt, wer davon ausgeht, dass Konfliktfreiheit ein Gradmesser für gelungene Integration und eine offene Gesellschaft ist. Seine These: Konflikte entstehen nicht, weil die Integration von Migrant/innen und Minderheiten fehlschlägt, sondern weil sie zunehmend gelingt. Gesellschaftliches Zusammenwachsen erzeugt Kontroversen und populistische Abwehrreaktionen – in Deutschland und weltweit.

Aladin El-Mafaalani: Das Integrationsparadox. Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt. Köln 2018, 240 S., 15,00 Euro, ISBN 978-3-462-05164-3

Information und Bestellung

20. September 2018

Publikation: Die Energiewende der Bürger stärken

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Publikationen, Umwelt/ Natur/ Energie

In vielfältigen Formen engagieren sich Bürgerinnen und Bürger in ihren Kommunen und Regionen für Belange des Klimaschutzes und der dezentralen Energiewende. Mit Hilfe von Energiegenossenschaften und anderen bürgergetragenen Organisationsformen verändern sie die Energieversorgung grundlegend. Engagement, Partizipation, Selbstversorgung und Regionalität sind wesentliche Merkmale der Bürgerenergie. Auf welche Herausforderungen die Bürgerenergie-Aktiven dabei stoßen, welche Lösungen sie entwickeln und welche Beiträge sie für eine umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation unseres Energiesystems leisten (können) - diese und ähnliche Fragen behandelt dieser Band.

Christian Lautermann (Hg.): Die Energiewende der Bürger stärken. Marburg 2018, 322 S., 34,80 Euro, ISBN 978-3-7316-1285-8

Information und Bestellung

20. September 2018

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchte wir dieses Mal auf:

15.10.2018 in Leipzig: Zukunft der Bürgerbeteiligung: Ideen, Wege und Herausforderungen für erfolgreiche Beteiligungsverfahren in kleineren bis mittleren Kommunen
Veranstaltung der Akademie für lokale Demokratie e.V.

9.-11.11.2018 in Hamburg: Dialogisches Denken und Bildung als Praxis der Freiheit. Mit Freire den Herausforderungen einer inklusiven Gesellschaft begegnen.
Kongress der Paolo Freire Kooperation e.V.

 

 

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