eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 7/2015 (22.04.2015)



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

22. April 2015

Strukturen und Motive der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Deutschland

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Eine Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt-Universität zu Berlin zeigt, dass sich immer mehr Menschen in Deutschland ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. Die Studie basiert auf einer Online-Umfrage im Herbst 2014. Die überwiegende Mehrheit der Organisationen gibt an, dass sich in den letzten Jahren durchschnittlich 70 Prozent mehr Ehrenamtliche in diesem Bereich engagieren. Die befragten Engagierten und Organisationen möchten vorrangig zur Entstehung einer Willkommensgesellschaft in Deutschland beitragen. Die Ergebnisse zeigen allerdings auch, dass viele Ehrenamtliche einen Großteil ihres Zeitpensums auf Begleitung und Übersetzungshilfen bei Behördengängen verwenden müssen. Deutlich wurde auch: Knapp 40 Prozent sind in Initiativen und anderweitigen Formen selbstorganisiert, während 30 Prozent in Vereinen tätig sind. Nur 4 Prozent der Ehrenamtlichen engagieren sich im Rahmen von Verbänden.

Die Studie im Wortlaut (PDF)

22. April 2015

VENRO-Positionspapier: Politik für globale Gerechtigkeit

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Eine Welt/ Globalisierung, Zukunft/ Zukunftsforschung

Vom 7. bis zum 8. Juni 2015 treffen sich die Staats- und Regierungschefs der wirtschaftsstärksten Industrienationen zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau bei München. Neben Weltwirtschaft, Außen- und Sicherheitspolitik wird es auch um Entwicklungspolitik und die anstehenden UN-Konferenzen zum internationalen Klimaschutz und zur Post-2015-Agenda gehen. Mit einem Positionspapier fordern VENRO und das Forum Umwelt und Entwicklung die Bundesregierung dazu auf, den G7-Gipfel zur Einleitung einer neuen Politik zu nutzen. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen formulieren das Anliegen, Gerechtigkeit als zentrales Ziel auf die Agenda zusetzen. Nur so könnte der G7-Gipfel als ein Meilenstein zur Überwindung weltweiter Ungleichheit und für nachhaltiges Wirtschaften unter Berücksichtigung der planetarischen Grenze verstanden werden. Weitere Themen sind Klimawandel und erneuerbare Energien, globale Wirtschaft zwischen Wachstum und globaler Gerechtigkeit und Stärkung der Frauen. VENRO begleitet in Kooperation mit dem Forum Umwelt und Entwicklung die deutsche G7-Präsidentschaft 2015 und koordiniert den Dialog der deutschen und internationalen  Zivilgesellschaft mit der deutschen Regierung.

Das Grundsatzpapier im Wortlaut (PDF)

22. April 2015

Mobile Ausstellung: »Zukunftsstadt« auf Tour

Kategorie: Kampagnen, Wissenschaft/ Technikgestaltung, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr, Zukunft/ Zukunftsforschung

Was macht eine Stadt aus? Wie funktioniert eine Stadt? Wie machen wir unsere Städte zukunftsfähig? Diesen Fragen widmet sich die Ausstellung »Zukunftsstadt« an einem ungewöhnlichen Ort: Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015 ist das Schiff MS Wissenschaft seit Mitte April auf Gewässern in Deutschland und Österreich unterwegs. Auf Zwischenstationen von Dresden bis Nürnberg haben Interessierte die Möglichkeit, sich während der Tour Ausstellungsstücke von etwa 30 wissenschaftlichen Instituten zum Thema Stadt an Bord anzusehen. Die thematische Bandbreite reicht dabei von Fragen zur Stadtentwicklung bis hin zur umweltfreundlichen Energieversorgung in Städten. In begleitenden Workshops können sich Schülerinnen und Schüler kreativ mit ihrer Stadt von Morgen auseinandersetzen. Das Projekt ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Die nächsten Stationen lauten Magdeburg, Schönebeck und Potsdam. In einem Logbuch auf der Website können die einzelnen Stationen der Schiffstour nachvollzogen und über eine Webcam betrachtet werden.

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22. April 2015

Arbeitshilfen für Demokratieunterricht an Grundschulen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Schule und Bildung

Um politische und gesellschaftliche Themen im Grundschulunterricht besser zu verankern, hat das Göttinger Institut für Demokratieforschung in Kooperation mit dem Niedersächsischen Kultusministerium die »Arbeitsblätter zur Demokratieerziehung in der Grundschule« entwickelt. Die aktuelle Ausgabe greift nun das Thema »Partizipation« auf und möchte Schülerinnen und Schüler ihre Rechte bewusst machen und Wege der politischen Teilhabe aufzeigen. Die Aufgaben sind dabei so gestaltet, dass sie für alle Schuljahrgänge im Primarbereich geeignet sind. In unterschiedlichen Unterrichtseinheiten sollen sich Schülerinnen und Schüler ihrer Mitbestimmungsrechte und -möglichkeiten bewusst werden. In einem zweiten Schritt sollen sie dann Beteiligung durch eigenes Handeln und an konkreten Beispielen einüben und erfahren. In die Entwicklung der bisherigen Arbeitsblätter flossen Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt »Kinderdemokratie« (vgl. Gastbeitrag Johanna Klatt, Ausgabe 8/2012) ein, das untersucht, was Kinder unter Demokratie verstehen und wie sie Demokratie wahrnehmen. Dabei konnte belegt werden, dass auch Kinder im Grundschulalter ein Interesse an politischen Themen und Freude an der Beschäftigung mit ihnen haben.

Die Arbeitsblätter im Wortlaut (PDF)

22. April 2015

Studie: Leistungsfähigkeit deutscher Stiftungen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Stiftungen

Stiftungen in Deutschland geben jährlich geschätzt etwa 12,5 Mrd. Euro für ihre satzungsgemäßen Zwecke aus. Allerdings werden 90 Prozent dieser Summe von wenigen großen Stiftungen aufgebracht, da über zwei Drittel der Stiftungen lediglich über ein Jahresbudget von unter 100.000 Euro verfügen. Was diese Zahlen für die Leistungsfähigkeit und das Selbstverständnis der Stiftungen in Deutschland bedeuten und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, hat eine Studie der Hertie School of Governance und dem Centrum für soziale Investitionen und Innovationen der Universität Heidelberg untersucht. Demnach sehen deutsche Stiftungen ihre Rolle zwar mehrheitlich darin, staatliche Leistungen zu ergänzen oder gar ganz zu übernehmen; nach Ansicht der Autoren der Studie können sie diesem Anspruch jedoch in vielen Fällen nicht gerecht werden, da es insgesamt an finanziellen Mitteln, Strategie und Nachhaltigkeit mangelt – nicht jedoch an Selbstbewusstsein und Engagement. Für die repräsentative Studie wurden 1.000 Stiftungen ausgewählt und zu ihrer selbst wahrgenommen Rolle und Arbeitsweise, ihrem Verhältnis zu Staat, Wirtschaft und Öffentlichkeit sowie ihren Stärken und Schwächen befragt. Die vollständigen Ergebnisse des bis zum Herbst 2015 laufenden Forschungsprojekts werden 2016 veröffentlicht.

Die Zwischenergebnisse der Studie im Wortlaut (PDF)

Im Fokus: Aktionstage Politische Bildung 2015

22. April 2015

Aktionstage Politische Bildung

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Kampagnen, Schule und Bildung

Die Aktionstage Politische Bildung finden seit 2004 traditionell vom 5. bis 15. Mai statt. Sie sind eine bundes- und europaweite Kampagne von und für die politische Bildung. Die Kampagne präsentiert die Vielfalt der Akteure, Zielgruppen und Aktionen und lenkt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das breite und wichtige Angebot politischer Bildung. Neben Deutschland finden die Aktionstage auch in Belgien, Südtirol und Österreich statt. Anders als in der Vergangenheit, steht in diesem Jahr ein Thema im Fokus der Aktionstage: »Zuwanderung – Flucht – Asyl: Umgang mit Vielfalt in der politischen Bildung«. Dazu und zu vielen weiteren Themen stellen die Aktionstage Politische Bildung den Rahmen für zahlreiche Veranstaltungen und Aktivitäten bereit. Die Aktionstage politische Bildung sind eine gemeinsame Initiative der Bundeszentrale für politische Bildung, der Landeszentralen für politische Bildung, des Bundesausschusses Politische Bildung (bap) und der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung e.V. (DVPB).

Zum Veranstaltungskalender

22. April 2015

Veranstaltung: Pegida - nie wieder?

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft

Was war da los im Winter 2014/2015 auf Deutschlands, aber vor allem Dresdens Straßen? Hatten wir es mit »besorgten Bürgern« zu tun? Waren es »Wutbürger?« Handelte es sich um die erste »rechte Massenbewegung« in der Bundesrepublik? Oder war es gar ein »Neonaziaufmarsch 2.0?« Im Seminar der Hermann Ehlers Akademie in Kiel stehen diese Fragen sowie einige der im Pegida-Kontext benutzten Slogans wie »Lügenpresse, Amiknechte« im Mittelpunkt. Was bringt die Menschen dazu, diese Dinge zu skandieren? Und wie hat die Politik reagiert? Erleben wir eine neue Form des Dialogs zwischen Politik und Bürgern oder kehren wir in alte Muster zurück?

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22. April 2015

Veranstaltung: Lobbyparadies EU?

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Europa, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Lobbying gehört zum Brüsseler Politik-Alltag: Geschätzte 20.000 Interessenvertreterinnen und -vertreter versuchen, über die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Kommission, Rat und Parlament Einfluss auf die EU-Politik zu nehmen. Lobbying hat für viele ein negatives Image und Legitimitätsproblem, Korruptionsskandale verstärken den schlechten Ruf. 44 Prozent der EU-Abgeordneten aus Deutschland sprechen sich Umfragen zufolge für mehr Kontrolle aus. Der Verein zur Förderung politischen Handelns e.V. organisiert zu diesem Themenfeld eine Studienreise für junge Menschen nach Brüssel. Mit EU-Lobbyistinnen und -Lobbyisten sowie Adressatinnen und Adressaten wird darüber diskutiert, welche Maßnahmen (Transparenzregister, Verhaltenskodex oder legislative Fußspur) geeignet sind, um Lobbying transparenter zu machen. Welche Interessenvertretung ist legitim, welche nicht (mehr)? Dabei geht es auch um die Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft und die Frage nach Legitimität und Demokratie.

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22. April 2015

Veranstaltung: Flüchtlings- und Asylpolitik

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Eine Welt/ Globalisierung, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Die Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg startet mit einer kritischen Bestandsaufnahme des Themas Flucht und Asyl aus deutscher Perspektive und einer Diskussion der europäischen Flüchtlings und Asyplolitik. Am Beispiel des Nahen Ostens werden die Ursachen und Folgen der aktuellen Flüchtlingsproblematik diskutiert. Im zweiten Teil des Seminars, das sich vorangig an Lehrerinnen und Lehrer richtet, geht es um die Handlungsmöglichkeiten auf internationaler, nationaler und kommunaler Ebene.

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22. April 2015

Wirkung von politischer Jugendbildung

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Schule und Bildung

In die politische Bildung von Kindern und Jugendlichen zu investieren, lohnt sich. Das ist der Befund einer Wirkungsstudie, die an der Hochschule Darmstadt entstanden ist. Die von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung zeigt, dass politische Jugendbildung die Urteilsfähigkeit stärkt und eine Bereitschaft zur gesellschaftlichen Teilhabe hervorbringt – unabhängig von bestimmten Formaten, Trägern oder auch der Dauer von Programmen. Für die Studie »Wie politische Bildung wirkt« befragte eine universitäre Forschungsgruppe zwischen 2010 und 2013 Jugendliche, die fünf Jahre zuvor an Maßnahmen politischer Bildung teilgenommen hatten, in Interviews zu ihrem persönlichen und beruflichen Werdegang. Dabei wurden Einflussfaktoren wie Familie, Schule, Freunde, Vereine oder Beruf berücksichtigt. Die Studie zeigt verschiedene Wirkungen auf: Manche Jugendliche würden zu politischem Engagement angeregt, andere zu einer veränderten beruflichen Orientierung. Außerdem trage politische Bildung zu einer politisch aufgeklärten Haltung bei und vermittle grundlegende soziale Fertigkeiten. Die Studie liefert zudem Hinweise darauf, dass insbesondere Jugendliche aus sog. bildungs- oder politikfernen Milieus durch ihre Erfahrungen mit politischer Bildung ermuntert werden, einen höheren Bildungsabschluss anzustreben; diese Jugendlichen engagierten sich konträr zu ihren Eltern zudem stark im politischen Raum, etwa in Jugendparlamenten, NGOs oder Parteien.

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Publikationen und Veranstaltungen

22. April 2015

Publikation: Anerkennung und Lebensbewältigung im freiwilligen Engagement

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Publikationen

Die Publikation untersucht, inwieweit und unter welchen Bedingungen freiwilliges Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit ein geeignetes Mittel zur sozialen Inklusion sein kann. Dabei beschreiben die qualitativen Interviews mit sozial benachteiligten Jugendlichen eindringlich, wie durch die aktive Mitarbeit und Mitgestaltung das Engagement als Hilfe zur biografischen Lebensbewältigung genutzt wird. Freiwilliges Engagement fungiert als Gelegenheitsstruktur für Selbstwirksamkeit und ermöglicht den Erwerb verschiedener Kompetenzen. Damit junge Menschen aus instabilen Lebenskontexten von den positiven Effekten, Kompetenz- und Kapitalzuwächsen eines Engagements profitieren können, bedarf es innerhalb der Kinder- und Jugendarbeit eines ressourcenorientierten Empowerment und einer förderlichen »Kultur der Anerkennung«, in der die jungen Menschen Zugehörigkeit, Partizipation und soziale Wertschätzung erfahren.

Zimmermann, Germo: Anerkennung und Lebensbewältigung im freiwilligen Engagement. Eine qualitative Studie zur Inklusion benachteiligter Jugendlicher in der Kinder- und Jugendarbeit. Bad Heilbrunn 2014, 321 S., 46,00 Euro, ISBN 978-3-7815-2005-9

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22. April 2015

Publikation: Service Learning mit internationalen Studierenden

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Publikationen, Schule und Bildung

»International Engagiert Studiert« ist ein Studienmodul an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, in dem internationale Studierende und Studierende aus Deutschland gemeinsam Engagementprojekte in Non-Profit-Organisationen und öffentlichen Einrichtungen realisieren. In begleitenden Seminaren werden sie dafür methodisch vorbereitet, zur Reflexion ihrer Erfahrungen angeregt und wissenschaftlich unterstützt. Im Praxishandbuch werden das Konzept und die Durchführung von »International Engagiert Studiert« auf der Grundlage des innovativen Lehr- und Lernkonzeptes Service Learning anschaulich und umsetzungsorientiert erläutert und im Kontext der Internationalisierung deutscher Hochschulen diskutiert.

Backhaus-Maul, Holger / Ebert, Olaf / Frei, Nadine / Roth,  Christiane / Sattler, Christine: Service Learning mit internationalen Studierenden. Konzeption, Erfahrungen und Umsetzungsmöglichkeiten. Weinheim 2015, 143 S., 24,95 Euro, ISBN 978-3-7799-3250-5

Information und Bestellung

22. April 2015

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 12.06.2015: Wenn Verschiedenheit die Normalität ist: Was bedeutet Inklusion für das Engagement?
Auftaktveranstaltung zum Inklusionsprojekt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa)

• 17.06.2015 in Berlin: EU-Förderseminar »Europa gemeinsam gestalten« und Podiumsdiskussion »Europäisches Jahr für Entwicklung 2015 - Reden Sie mit!«
Eine Veranstaltung der Kontaktstelle Deutschland »Europa für Bürgerinnen und Bürger«

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