eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 6/2015 (08.04.2015)



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

08. April 2015

Trendreport betterplace lab: NGOS und Datenschutz

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien

Der verantwortungsbewusste Umgang mit personenbezogenen Daten ist für viele ein lästiges und kompliziertes Thema. Gerade soziale Organisationen können sich weltweit dieser Herausforderung nicht länger entziehen. Sie verarbeiten Adressen und Bankdaten von Spendern, setzen sich in einigen Engagementbereichen für gesellschaftlich brisante Themen ein oder arbeiten mit verletzlichen Personengruppen. In diesen Zusammenhängen möchten sie Identitäten vor dem Zugriff der Institutionen und Geheimdienste geschützt wissen. Immer mehr und neue Plugins, Apps oder Software helfen dabei. Im aktuellen Trendreport von betterplace lab werden solche Instrumente vorgestellt. In dem Report wird aber auch deutlich: die grundlegende Diskussion über Normen, Regeln und Prinzipien der Internetnutzung (Internet Governance) steht noch am Anfang. Der soziale Sektor kann eine wichtige, nicht-kommerzielle Rolle in der Datenschutz-Diskussion einnehmen und die Interessen der Zivilgesellschaft vertreten. Chancen für die Zukunft liegen aber auch darin, dass es für NGOs dank Schulungen und Software leichter wird, ihrer Datenschutzverantwortung gerecht zu werden.

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08. April 2015

APUZ: Engagement

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Das aktuelle APUZ-Heft (Aus Politik und Zeitgeschichte) der Bundeszentrale für politische Bildung widmet sich dem Thema Engagement und Engagementpolitik. Zu finden sind Beiträge zur Vielfalt des Engagements und zu Grundlagen, Perspektiven und Kritik einer Engagementpolitik. Welche Strukturen und Leistungen sollten Staat und Kommunen unabhängig von freiwilligem Engagement garantieren? Wo stoßen zivilgesellschaftliche Ansätze zur Lösung gesellschaftlicher Probleme an ihre Grenzen und wo liegen die Potenziale? Zum Bundesfreiwilligendienst wird ein Fazit gezogen und verschiedene Engagementfelder werden genauer betrachtet: Engagement im Quartier, in der Flüchtlingshilfe sowie das freiwillige Engagement von Zuwanderinnen und Zuwanderern. Das Themenheft kann online gelesen oder als Printversion bestellt werden.

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08. April 2015

BAGSO-Positionspapier: Engagement älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Leben im Alter

Der Vorstand der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) hat im März 2015 ein Positionpapier zum freiwilligen Engagement älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte verabschiedet. Das Papier war von den Mitgliedern der verbandsübergreifenden Fachkommission »Freiwilliges Engagement und Partizipation« erarbeitet worden. Es führt Schwierigkeiten und Hemmschwellen für das freiwillige Engagement dieser Bevölkerungsgruppe auf und nennt  zugleich mögliche und notwendige Schritte, wie Seniorenorganisationen und Verbände Menschen mit Zuwanderungsgeschichte besser erreichen. Neben der interkulturellen Öffnung der Seniorenarbeit werden vor allem Migrantenselbstorganisationen als zentrale Schnittstellen gesehen, um ein gemeinsames bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte langfristig zu sichern. Aber auch die Politik sollte aus Sicht der BAGSO die Rahmenbedingungen für eine intensive und zielgerichtete Seniorenarbeit verbessern.

Das Positionspapier im Wortlaut (PDF)

08. April 2015

Kommunen und TTIP

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Eine Welt/ Globalisierung, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA oder das geplante multilaterale Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen, TiSA, betreffen nicht nur die EU und ihre Mitgliedsstaaten. Auch die Bundesländer, Städte, Landkreise und Gemeinden sowie kommunale Unternehmen werden die Auswirkungen zu spüren bekommen und an der Umsetzung beteiligt sein. Mehr und mehr kommunale Parlamente äußern sich deshalb in Resolutionen und Beschlüssen zu den Abkommen, in denen sie Forderungen aufstellen oder eine Ablehnung der Verhandlungen kundtun.  Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages formulierte in einem Brief an Abgeordnete im März 2015, dass Kommunalbeschlüsse zu Handelskommen unzulässig seien. Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen wie Attac und das Umweltinstitut in München machen indes deutlich, dass dieser Infobrief keine verbindliche Wirkung hat. Wichtig ist für die Kommunen allerdings der Bezug auf Themen, die die lokale Verwaltung oder spezifische Auswirkungen vor Ort betreffen.  Das Umweltinstitut hat eine Musterresolution für Kreistage verfasst und ein Paket mit Informationen verschiedener Organisationen und Verbände zusammengestellt, mit denen Bürgerinnen und Bürger auf ihre Kommunalpolitiker/innen vor Ort zugehen können. Attac hat zudem in einer Online-Karte kommunale Initiativen gegen TTIP in Deutschland veröffentlicht.

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08. April 2015

Soziale Verteidigung und IS

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Frieden/ Konflikte/ Gewalt

Kann Soziale Verteidigung als organisierter gewaltfreier Widerstand im Kontext der Gewalttaten des IS (Islamischer Staat) überhaupt angedacht werden? Christine Schweitzer, Institut für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung und Bund für Soziale Verteidigung, ist dieser Frage mit einem Vortrag »Nachdenken über das Unvorstellbare« im März 2015 nachgegangen. Auch wenn der IS die von ihm ausgeübten Menschenrechtsverletzungen in einer einzigartigen Art und Weise publiziert, so geht es ihm nicht nur um Terrorismus im Sinne von Attentaten sondern vorrangig um territoriale Machtausübung. Auf der Basis eines Konzeptes der politischen Macht führt die Autorin aus, wie der IS die externen Machtquellen für sich füllen will. Benannt werden aber auch Beispiele gewaltfreien Handelns gegen den IS, die aus Syrien und Irak bekannt sind. Ihre vorsichtige These ist, dass der IS langfristig auf eine Unterstützung durch die Bevölkerung angewiesen ist und eine Situation entstehen kann, in der Strategien gewaltfreien Widerstands eine Chance haben.

Der Vortrag im Wortlaut (PDF)

Im Fokus: Wettbewerbe und Förderpreise zu Jugend oder Alter

08. April 2015

Verein(t) für gute Schule

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Schule und Bildung

Ziel des Förderpreises »Verein(t) für gute Schule« ist es, erfolgreiche Projekte zum Thema Kinder- und Jugendbeteiligung zu entdecken, zu fördern und bekannt zu machen. Was in diesen Projekten – in Kooperationen zwischen Schulfördervereinen und Schulen – erlernt und erreicht wurde, soll übertragen und andernorts angewendet werden können. Der Preis zeichnet drei Projekte mit jeweils 5000 Euro aus und wird ausgelobt durch die Stiftung Bildung und Gesellschaft in Kooperation mit der Stiftung Bildung sowie der Stiftung Schüler Helfen Leben. Erstmalig erhalten zudem alle Preisträger und nominierten Initiativen das Angebot, an einem Seminartag »Kinder- und Jugendbeteiligung« teilzunehmen. Bewerbungsschluß ist der 30. April 2015.

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08. April 2015

Mensch, du hast Recht(e)!

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Millionen Menschen weltweit ist eine gute Zukunft verwehrt – sei es aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihres Geschlechts, ihres schmalen Geldbeutels oder anderer Hürden und Barrieren. Vor diesem Hintergrund lädt die Bildungsstätte Anne Frank unter dem Slogan »Mensch, du hast Recht(e)!« zu einem Plakatwettbewerb ein. Der Wettbewerb richtet sich an junge Kreative und stellt die Frage nach einem positiven Gesellschaftsentwurf. Gesucht werden Plakate die sich mit der Frage nach einem guten (Zusammen)Leben beschäftigen. Die Plakate können gezeichnet, geklebt, gemalt, fotografiert oder am Computer entworfen werden. Als Preise werden verschiedene Studien- oder Erlebnisreisen vergeben. Die Bewerbungsfrist geht bis zum 13. Mai 2015.

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08. April 2015

Jugenddemokratiepreis

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Der Jugenddemokratiepreis der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb wird 2015 zum sechsten Mal vergeben. Mit dem Jugenddemokratiepreis werden Projekte junger Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise für die Stärkung der Demokratie innerhalb Europas einsetzen. Schwerpunkt des diesjährigen Jugenddemokratiepreises sind Projekte, die bei Jugendlichen Interesse für Politik wecken. Diese bieten jungen Menschen neue Wege politisch mitzumischen und sich für ihre Themen in der Gesellschaft einzusetzen. Sie regen Jugendliche zur Partizipation an und fördern ihre Handlungsfähigkeit. Das beste Projekt wird Mitte Juni von einer Jugendjury ausgezeichnet und gewinnt den mit 3.000 Euro dotierten Preis. Die Jugendjury des Jugenddemokratiepreises besteht aus Schüler/innen, Studierenden und jungen Berufstätigen. Sie alle sind engagiert und ehrenamtlich aktiv. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 17. Mai 2015.

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08. April 2015

Deutscher Alterspreis

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Leben im Alter

Mit dem Deutschen Alterspreis 2015 zeichnet die Robert Bosch Stiftung Initiativen aus, die den Mehrwert der gewonnenen Lebensjahre im Alter unterstreichen und die zeigen, dass Alter eine attraktive Lebensphase ist. Bewerben können sich Einzelpersonen, Gruppen, Vereine und Organisationen, die zeigen, wie ältere Menschen mit ihrer Leistungsfähigkeit, ihrem Engagement und ihrer Kreativität das (Zusammen-)Leben in ihrer Stadt oder Gemeinde mitgestalten. Die Initiativen können aus allen gesellschaftlichen Bereichen kommen und sollen mit überholten Klischees über das Alter brechen, die Altersgrenzen auflösen oder den wertvollen Beitrag Älterer für die Gesellschaft sichtbar machen. Bewerben können sich auch Städte und Gemeinden sowie Initiativen aus der Zivilgesellschaft, Wissenschaft oder dem unternehmerischen Bereich. Ausgezeichnet werden Initiativen, die eine große Ausstrahlung für die positive Wahrnehmung von Alter haben. Sie sollten mit Originalität überraschen und das Potential haben, neue Trends zu setzen. Der Preis ist mit insgesamt 120.000 Euro dotiert. Bewerbungsschluss ist der 22. April 2015.

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08. April 2015

Schluss mit lustig?

Kategorie: Leben im Alter, Medien

Wie sehen differenzierte Altersbilder aus? Die Wirklichkeit des Alters ist vielfältig und bunt, doch geistern in vielen Köpfen stereotype Vorstellungen vom Alter herum. Sie reichen von absoluter Hilfsbedürftigkeit bis zu extremem Jugendwahn. Unter dem Motto »Schluss mit lustig?« findet dazu ein Karrikaturenwettbewerb statt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) suchen im Rahmen des Wettbewerbs Karikaturen und Cartoons, in denen sich die Autorinnen und Autoren mit den zahlreichen Stereotypen rund ums Alter und das Altern satirisch auseinandersetzen. Es werden Preise im Gesamtwert von 18.000 Euro vergeben, Bewerbungsschluss ist der 15. Mai 2015.

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Publikationen und Veranstaltungen

08. April 2015

Publikation: Pegida – Die schmutzige Seite der Zivilgesellschaft?

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Publikationen

Sie spazieren gegen die »Islamisierung des Abendlandes«, skandieren »Wir sind das Volk« und schimpfen auf die »Lügenpresse«: Die Demonstrationen von Pegida bewegten 2014/15 ganz Deutschland. Nicht nur (aber vor allem) in Dresden, wo die Pegida-Proteste ihren Anfang nahmen, wurden Zehntausende mobilisiert. Medien und Politik rätselten: Was ist Pegida? Woher kommt die Bewegung? Was macht sie aus und was treibt ihre Aktiven an? Ein Autorenteam des Göttinger Instituts für Demokratieforschung  hat Pegida-Demonstrationen beobachtet und Interviews, Gruppendiskussionen sowie eine Onlineumfrage durchgeführt. So konnte ein tiefer Einblick in die Einstellungen und Überzeugungen der Pegida-Anhängerschaft gewonnen werden. Auch die Gegendemonstranten von NoPegida wurden untersucht: Inwiefern unterscheiden sich die Lager? Entstanden ist eine facettenreiche Studie, die erste Auskünfte gibt über Pegida sowie über die Verfassung der deutschen Gesellschaft im Jahr 2015.

 

Geiges, Lars / Marg, Stine / Walter, Franz: Pegida - Die schmutzige Seite der Zivilgesellschaft? Bielefeld 2015, 208 S., 19,99 Euro,  ISBN 978-3-8376-3192-0

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08. April 2015

Publikation: Weil Demokratie sich ändern muss

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Publikationen

Die Gruppe der Nichtwähler/innen wird von Wahl zu Wahl größer. Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Politiker und Parteien nimmt ab und gleichzeitig etablieren sich neue Formen von Bürgerprotest wie die weltweite Occupy-Bewegung. Welche neuen Partizipationsmöglichkeiten sind überhaupt denkbar? Wie lassen sich diese mit den Grundregeln der repräsentativen Demokratie vereinbaren? Welche Folgen hat die Forderung nach mehr Transparenz für unsere politische Kultur? Diese und andere Fragen diskutieren ein Historiker, eine Menschenrechtsaktivistin und ein Rechtsphilosoph.

Springer VS (Hrsg.): Weil Demokratie sich ändern muss. Im Gespräch mit Paul Nolte, Helen Darbishire, Christoph Möllers. Heidelberg 2014, 106 S., 14,99 Euro, ISBN 978-3-658-01389-9

Information und Bestellung

08. April 2015

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

12.05.2015 in Frankfurt: Mitmachen und mehr? Bürgerbeteiligung als Teil dialogorientierter Stadtkultur
Ein Fachtag des Instituts für Städtebau und Wohnungswesen

29.5.2015 in Berlin: openTransfer CAMP Demografie. Gutes einfach verbreiten.
Eine Veranstaltung von Stiftung Bürgermut und Generali Zukunftsfond

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