eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 4/2015 (11.03.2015)



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

11. März 2015

Digitales bürgerschaftliches Engagement

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Medien

Bürgerschaftliches Engagement kann sich die modernen Informations- und Kommunikationswege noch viel stärker zu Nutze machen als bisher. Über solche Möglichkeiten und die damit verbundenen Herausforderungen diskutierte Bundesinnenminister Thomas de Maizière in einer Dialogrunde mit Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung die Einführung eines Modellprojektes »Freiwilliges Soziales Jahr digital« vorbereitet. Junge Menschen sollen im Rahmen eines Freiwilligendienstes ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten im Umgang und in der Anwendung von neuen Medien in den Dienst von gemeinnützigen Einrichtungen stellen. Die Dialogrunde ist als Video dokumentiert.

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11. März 2015

Kostenlose App für Ehrenamtliche in NRW

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Medien

Mit der Ehrenamtskarte NRW würdigt das Land Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit den Kommunen und lokalen Vergünstigungsgebern das bürgerschaftliche Engagement von Menschen, die sich in überdurchschnittlich zeitlichem Umfang ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzten. Etwa 27.000 Inhaberinnen und Inhaber der Ehrenamtskarte können bereits mehr als 3.300 Angebote und Vergünstigungen in kommunalen Einrichtungen sowie bei öffentlichen und privaten Anbietern in NRW nutzen. Um die einzelnen Angebote zugänglicher und leichter nutzbar zu machen, hat das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen jetzt eine App entwickelt, die die Standorte der Vergünstigungsgeber auf mobilen Geräten anzeigt. Nutzerinnen und Nutzer können über GPS nach Angeboten in ihrer Nähe suchen und sich über eine Navigationskarte den Weg dorthin anzeigen lassen. Ebenso kann nach Kategorien und Inhalten der Vergünstigungen recherchiert werden. Die App ist für Smartphones und Tablets in der Android-Version geeignet und kann kostenlos über den Google Play Store abgerufen werden. In Kürze wird die App auch als iOS-Version zur Verfügung stehen.

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11. März 2015

Forum Ziviler Friedensdienst: Unterschriftenaktion für nachhaltige Entwicklung

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Eine Welt/ Globalisierung, Frieden/ Konflikte/ Gewalt, Kampagnen

Mit einer Unterschriften-Aktion fordert das Forum Ziviler Friedensdienst die Bundesregierung dazu auf, zukünftig mindestens 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Frieden und Entwicklung zu investieren und den Rüstungsetat zu kürzen. Die Aktion knüpft an die »Post-2015-Agenda für nachhaltige Entwicklung« an, welche die Vereinten Nationen im September 2015 verabschieden werden. Darin werden Ziele für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung bis 2030 formuliert. Die neue Agenda löst die Milleniumsentwicklungsziele ab. Das Forum fordert die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass der Auf- und Ausbau friedens- und menschenrechtsfördernder staatlicher Institutionen, die Förderung von Demokratie und Rechtstaatlichkeit, die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die Verpflichtung zum gewaltfreien Konfliktaustrag in die neue Agenda aufgenommen werden.

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11. März 2015

Öffentlichkeitsbeteiligung bei Infrastrukturprojekten

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Der Deutsche Bundestag hat vor einiger Zeit beschlossen, die Öffentlichkeitsbeteiligung bei Infrastrukturprojekten zu verbessern. Das dazugehörige Gesetz ist am 7. Juni 2013 in Kraft getreten. Einige Fachgesetze des Bundes sind allerdings erst zum 1. Juni 2014 geändert worden, um den Ländern ausreichend Zeit zu geben, die eigenen Verwaltungsverfahrensgesetze anzupassen. Noch seien nicht in allen Ländern entsprechenden Landesgesetze in Kraft. Dies schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Grundsätzlich habe das Interesse an Bürgerbeteiligung im Bereich der Infrastrukturvorhaben im Verkehrsbereich nach Einschätzung der Bundesregierung »deutlich zugenommen«. Angesichts der praktischen Erfahrungen bei Großprojekten in den letzten Jahren erachtet die Bundesregierung eine »frühe und kontinuierliche« Öffentlichkeitsbeteiligung als »zentralen Bestandteil einer erfolgreichen Realisierung von Verkehrsinfrastrukturprojekten«. Zur Überprüfung der gegenwärtigen Praxis der Bürgerbeteiligung im Verkehrssektor will die Bundesregierung in der jetzigen Legislaturperiode eine Fachveranstaltung durchführen, zudem soll die wissenschaftliche Evaluierung weiter gestärkt werden. Seit Inkrafttreten des Gesetzes haben bundesweit über 300 Planfeststellungsverfahren mit öffentlicher Auslegung stattgefunden.

Die Antwort im Wortlaut (PDF)

11. März 2015

DKJS: Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement

Kategorie: Schule und Bildung

Strukturwandel, Flüchtlinge, knappe Ressourcen – das sind nur einige der Herausforderungen, vor denen deutsche Großstädte derzeit stehen. Auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten und Strategien entdecken immer mehr Kommunen das Potential, das in Bildung steckt. Die Transferagenturen für Großstädte der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) unterstützen Kommunen ab 250.000 Einwohnern dabei, ihr Bildungsmanagement strategisch weiterzuentwickeln. Als Querschnittsthema sind dabei sowohl Verwaltungen, Politik und Bildungseinrichtungen wie auch zivilgesellschaftliche Akteure gefragt. In der vielfältigen Landschaft der Bildungsakteure wollen die Transferagenturen Navigationshilfe leisten. Sie sind Teil der »Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement«, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Mit Angeboten wie Fortbildungen, Coaching, Fachtagungen und einem praxisorientierten Großstadtnetzwerk werden interessierte Kommunen begleitet und unterstützt.

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Im Fokus: Monetarisierung und bürgerschaftliches Engagement

11. März 2015

Eigennutz statt Eigensinn? Betrachtungen zum aktuellen Stand der Debatte

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Gefährdet Bezahlung das »Reinheitsgebot des Ehrenamtes«? Oder gehört die Bezahlung von Freiwilligen selbstverständlich zum Repertoire bürgerschaftlichen Engagements? Tatsache ist: Immer häufiger werden Tätigkeiten entlohnt, die als ehrenamtliches und freiwilliges Engagement bezeichnet werden. Prof. Dr. Thomas Beyer, Lehrstuhlinhaber an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Technischen Hochschule Nürnberg, analysiert in seinem Gastbeitrag den aktuellen Stand der Debatte um die sog. Monetarisierung bürgerschaftlichen Engagements. Für ihn ist klar: Nicht finanzielle Leistungen als Anreiz oder Aufwandsentschädigung im Zusammenhang mit freiwilligem Engagement als solche sind das eigentliche Problem, sondern die Abgrenzung von Ehrenamt und Engagement vom Arbeitsverhältnis als fremdbestimmter (Erwerbs-)Tätigkeit.

Beyer, Thomas:Eigennutz statt Eigensinn? – Betrachtungen zum aktuellen Stand der Debatte um eine »Monetarisierung« freiwilligen Engagements(74 KB)
11. März 2015

Ohne Moos nix los? Sieben Thesen zur Monetarisierung des Freiwilligenengagements

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Macht die Ökonomisierung aller Lebensbereiche vor den ehrenamtlichen Tätigkeiten keinen Halt? Vermischen sich Erwerbsarbeit und freiwilliges Engagement immer stärker? Geht den Bürgerinnen und Bürgern die Motivation fürs Ehrenamt aus, wenn sie nicht wenigstens etwas Geld für ihre eingesetzte Zeit sehen? Die Frage nach dem Umgang mit dem Geld in den vielen Feldern bürgerschaftlichen Engagements ist aktuell, die Einführung des Mindestlohns hat sie mit neuer Relevanz ausgestattet. Prof. Dr. Thomas Klie, Leiter des Zentrums für zivilgesellschaftliche Entwicklung in Freiburg und Vorsitzender der Zweiten Engagementberichtskommission der Bundesregierung, nähert sich in seinem Gastbeitrag in sieben Thesen dem Thema an.

Klie, Thomas:Sieben Thesen zur Monetarisierung des freiwilligen Engagements(58 KB)
11. März 2015

Die Geister, die wir riefen: Kritische Bemerkungen zur Vereinnahmung des Engagements durch Geld

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Vereinsarbeit

Ein Blick in den letzten Freiwilligen-Survey von 2009 zeigt: Im Jahr 1999 erhielten 18% aller Engagierten eine Vergütung für ihre Tätigkeit, 2009 waren es bereits 23%, also fast ein Viertel – bei über 20 Millionen Engagierten sind das etwa fünf Millionen Menschen. Insbesondere in den Bereichen Pflege, Gesundheit, Sport oder Kultur wird die Bezahlung von Freiwilligen zunehmend genutzt. Dort ist es vielerorts üblich geworden, die Übungsleiterpauschale mit einem Mini-Job zu kombinieren. Dr. Serge Embacher, Publizist und Autor, setzt sich in seinem Gastbeitrag kritisch mit der Entwicklung auseinander. Eine generelle Abkehr vom Geld in der Bürgergesellschaft sei dabei nicht zielführend; regelungsbedürftig sei vielmehr die stetig wachsende »Grauzone zwischen Engagement und Erwerbsarbeit«.

Embacher, Serge:Die Geister, die wir riefen – Kritische Bemerkungen zur Vereinnahmung des Engagements durch Geld(50 KB)
11. März 2015

Diskurs zu Monetarisierung und Engagement

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement

Die Bedeutung und Auswirkungen von Monetarisierung werden vielerorts kontrovers diskutiert. So beschäftigte sich der Unterausschuss »Bürgerschaftliches Engagement« des Deutschen Bundestages in einer nicht-öffentlichen Sitzung mit dem Thema »Legaldefinition von bürgerschaftlichem Engagement« mit besonderer Berücksichtigung der Leitbild-Frage und der Abgrenzung zwischen Engagement und Erwerbsarbeit. Eine solche strikte Trennung ist auch ein Aspekt des Positionspapiers, das die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) im Herbst 2014 veröffentlicht hatte. Die deutliche Positionierung der bagfa ist auf eine breite Resonanz gestoßen: Sowohl der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. als auch der Deutsche Olympische Sportbund haben die bagfa zu einer Diskussion des Positionspapiers eingeladen.

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Publikationen und Veranstaltungen

11. März 2015

Publikation: Politische Inklusion von Migrant/innen in den Bundesländern

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Publikationen

In jüngster Zeit sehen die Bundesländer die Integration von Zugewanderten zunehmend als ein zentrales Handlungsfeld der Landespolitik. Integration findet nicht nur in den Gemeinden »vor Ort« oder durch Bundesgesetze statt. Dabei kommt der politischen Integration eine wachsende Bedeutung zu. Die Bundesländer nehmen damit mehrheitlich Abschied von einer »Krönungstheorie«, die politische Rechte erst am Ende eines gelungenen Integrationsprozesses durch Einbürgerung in Aussicht stellte. Stattdessen haben sie begonnen, politische Integration von Zugewanderten als wichtigen Bestandteil für die Integrationspolitik der Länder zu begreifen und zu entwickeln. Auch wenn sich gemeinsame Eckpunkte guter Praxis abzeichnen, werden in der vorliegenden Studie erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern deutlich.   

Frank Gesemann/Roland Roth: Integration ist (auch) Ländersache! Schritte zur politischen Inklusion von Migrantinnen und Migranten in den Bundesländern. Eine Studie des Instituts für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (DESI) für die Friedrich-Ebert-Stiftung, 2. vollständig überarbeitete, korrigierte und erweiterte Auflage, Februar 2015, 152 S.

Die Publikation zum Download (PDF)

11. März 2015

Publikation: Rechtsextreme Jugendkultur in Schulen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Publikationen, Schule und Bildung

Schule und Unterricht müssen sich vermehrt mit rechtsextremen Herausforderungen auseinandersetzen. Zahlreiche Publikationen beleuchten in diesem Zusammenhang präventive Handlungsmöglichkeiten. Die Besonderheit dieser Arbeit liegt dagegen darin, dass sie die Herausforderungen in der Auseinandersetzung mit schon rechtsextrem eingestellten Schülerinnen und Schülern in den Blick nimmt. Der Autor beschäftigt sich auf der Basis qualitativer Interviews mit Wahrnehmungen, Deutungen und Handlungsstrategien von sächsischen Politiklehrerinnen und -lehrern. Die Arbeit zeigt, wie Pädagoginnen und Pädagogen in Situationen reagieren, welche Handlungsmaximen für sie entscheidend sind und welche Konsequenzen ihr Handeln (oder Nicht-Handeln) für rechtsextrem Eingestellte, für die Klasse als Ganzes, für sie selbst und für die politische Bildung hat. Im letzten Teil der Arbeit werden pragmatische Hilfen angeboten, wie Lehrerinnen und Lehrer Unsicherheiten im Umgang mit rechtsextremen Schülern überwinden können.

Rico Behrens: Solange die sich im Klassenzimmer anständig benehmen. Politiklehrer/innen und ihr Umgang mit rechtsextremer Jugendkultur in der Schule. Schwalbach/Ts., 2014, 256 S., 29,80 Euro, ISBN 978-3-7344-0005-6

Information und Bestellung

11. März 2015

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

19.03.2015 in Berlin: Die neue Lobby! - Für nachhaltige Gerechtigkeit und gerechte Nachhaltigkeit.
Eine Fachkonferenz des DNR

17.04.2015 in Potsdam: Partizipation in der Bürgerkommune
Fachtagung des Kommunalwissenschaftlichen Instituts an der Unversität Potsdam

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