eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 11/2015 (17.06.2015)



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

17. Juni 2015

Netzwerk Bürgerbeteiligung: Rückblick Netzwerktreffen 2015

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation, Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement

Das Netzwerk Bürgerbeteiligung hat im Rahmen des vierten jährlichen Netzwerktreffens seine »Empfehlungen für eine verlässliche und wirksame Beteiligungspolitik« veröffentlicht. Diese wurden in gemeinschaftlicher Arbeit von Mitgliedern des Netzwerks entwickelt und richten sich an kommunale Entscheidungsträger/innen in Politik und Verwaltung wie auch an die kommunale Bürgergesellschaft, die auf dieser Basis die Etablierung einer verlässlichen Bürgerbeteiligung einfordern kann.  Sie stehen auf der Website des Netzwerks zum Download bereit. Ein weiteres wichtiges Element der künftigen Netzwerkarbeit wird zudem das Thema »Flüchtlinge und Bürgerbeteiligung« sein. Ein Thementeam ist hierzu in Vorbereitung. Ein weiteres Thementeam wurde gegründet, um die im Netzwerk bereits entwickelten Ideen zum Thema »Verbindung von partizipativer, direkter und repräsentativer Demokratie« weiter  zu denken und ein Konzept hierfür zu entwickeln. In den kommenden Tagen werden weitere Impressionen und Ergebnisse des Treffens auf der Homepage des Netzwerks Bürgerbeteiligung veröffentlicht. Die vollständige Dokumentation steht in einigen Wochen auf der Netzwerkseite zur Verfügung.

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17. Juni 2015

Call for Papers: Exzellenz für Alle!?

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Wissenschaft/ Technikgestaltung

Noch bis zum 5. Juli werden Beiträge zur Tagung »Exzellenz für Alle!? - Bürgerwissenschaft, Hochschulen und Wissenschaftsläden - Ein Blick nach vorne!« angenommen. Sie findet am 6. und 7. November 2015 in Oldenburg statt. Hier sollen Akteure aus Zivilgesellschaft, Hochschulen, Wissenschaftsläden und Forschungspolitik in den Dialog treten, um voneinander zu lernen und miteinander zu wachsen. Denn angesichts der Herausforderungen wie Ressourcenverknappung, Urbanisierung, klimatischem und demografischem Wandel, die eine stärkere Mitwirkung zivilgesellschaftlicher Akteur/innen und Institutionen an wissenschaftlichen Prozessen erfordern, drängen sich folgende Fragen auf: Wie kann exzellente Wissenschaft aussehen, um nachhaltige Gesellschaftsentwürfe zu realisieren? Wie öffnen sich Hochschulen für Fragestellungen aus der Gesellschaft und deren Beteiligung am gesamten Forschungsprozess? Wie lassen sich Transparenz, Chancengleichheit und Demokratie bei der Teilhabe von Bürger/innen und NGOs in der Forschungspolitik umsetzen? Wie können bottom-up Initiativen besser Gehör finden? Der Science Shop Vechta/Cloppenburg veranstaltet die Konferenz in Zusammenarbeit mit sieben anderen Wissenschaftsläden, der Jade Hochschule Oldenburg und der Hochschule Emden/Leer.

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17. Juni 2015

Positive Bewertung des Zielkatalogs für Sustainable Development Goals

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Nachhaltige Entwicklung, Umwelt/ Natur/ Energie

Der parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung lud am 10. Juni 2015 zu einer öffentlichen Sitzung, um über den Zielkatalog auf dem Weg zu den Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) zu beraten. Die geladenen Sachverständigen vom WWF, Germanwatch, Oxfam, NABU und Brot für die Welt bewerteten die 17 Ober- und 169 Unterziele insgesamt positiv. Eine Open Working Group hat den Zielkatalog im Juli 2014 entwickelt, für den Herbst ist die Verabschiedung in der UN vorgesehen. Die SDGs sollen die sog. Millenium Development Goals ablösen und legen einen stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit. Damit sind die SDGs nicht nur für Entwicklungsländer konzipiert, sondern richten sich an alle Länder. Bei der Umsetzung der SDGs in Deutschland ist den Experten nach eine intensive Partizipation der Zivilgesellschaft notwendig. Die Anhörung und die Stellungnahmen der Experten sind online auf der Homepage des Deutschen Bundestages abrufbar.

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17. Juni 2015

startsocial: Wettbewerb für soziale Initiativen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Unternehmen und Engagement

startsocial schreibt den zwölften bundesweiten Wettbewerb für soziale Initiativen aus. Bis zum 1. Juli 2015 können sich soziale Initiativen mit ihren Projekten, Ideen und Konzepten bewerben. Der Wettbewerb richtet sich an alle Engagierten, die an der nachhaltigen Lösung eines sozialen Problems arbeiten und dabei Ehrenamtliche einbinden. Die 100 überzeugendsten Initiativen werden mit viermonatigen kostenlosen Beratungsstipendien unterstützt. In dieser Zeit werden die Stipendiaten mit gezielt ausgewählten Experten aus der Wirtschaft, dem öffentlichen Sektor und dem Non-Profit-Bereich zusammengeführt und erarbeiten über mehrere Monate Strategien und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Optimierung ihrer Initiativen. Eine Bundesauswahl herausragender Initiativen wird anschließend zur feierlichen Preisverleihung nach Berlin eingeladen, sieben von ihnen erwarten dort Auszeichnungen mit Geldpreisen im Gesamtwert von 35.000 EUR. Der Wettbewerb steht unter Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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17. Juni 2015

Vielfalt in Schulen – Impulse zur interkulturellen Öffnung von Schulen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Religion und Weltanschauung, Schule und Bildung

Vielfalt in Schulen ist keine Ausnahme, sondern Normalität. Zwei Jahre lang hat das Jüdische Museum Berlin drei Schulen beim Prozess der interkulturellen Öffnung begleitet. Dabei ging es vorrangig um eine Stärkung der Lehrer/innen in der Migrationsgesellschaft, um eine Unterrichts- und Schulkultur zu festigen, die Vielfalt anerkennt und konstruktiv einbezieht. Anknüpfungspunkte waren Themen wie Antisemitismus in sozialen Medien, Diversität in der Jugendliteratur oder Vielfalt in Schulen durch Beteiligung. Die Broschüre »Vielfalt in Schulen – Impulse zur interkulturellen Öffnung von Schulen« dokumentiert das Projekt. Außerdem enthält sie wertvolle Tipps und Methoden, mit denen das eigene pädagogische Handeln diskriminierungskritisch hinterfragt werden kann. Das Projekt wurde durchgeführt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und gefördert durch die Stiftung Mercator.

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Im Fokus: Sharing Economy – Wirtschaft des Teilens

17. Juni 2015

Sharing Economy: Papier des Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Nachhaltige Entwicklung, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Umwelt/ Natur/ Energie

Mit dem englischen Begriff der »Sharing Economy« wird  in der Regel die gemeinschaftliche Nutzung von Gütern durch Teilen, Tauschen, Leihen, Mieten oder Schenken sowie die Vermittlung von Dienstleistungen bezeichnet. Bestehende Formen der »Wirtschaft des Teilens« sind dabei nicht immer altruistisch und unentgeltlich motiviert, sondern im digitalen Zeitalter vielfach kommerzielles Geschäftsmodell. Dennoch liegen vielen gemeinschaftlichen Konsumformen konsum- und wachstumskritische Einstellungen zugrunde, wie sie sich beispielsweise in der Postwachstums-Bewegung nachweisen lassen (vgl. Ausgaben 23/2013 und 19/2014). Suffizienz und Commons, Demokratie und Solidarität sind neben den Prinzipien des Teilens und Leihens Schlüsselbegriffe der Debatte. Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages informiert nun in einer aktuellen Veröffentlichung kompakt über die verschiedenen Ausprägungen und Konsequenzen des Begriffs der Sharing Economy.

Das Papier im Wortlaut (PDF)

17. Juni 2015

Die Schattenseiten der Shareconomy

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Das Teilen oder die gemeinschaftliche Nutzung von Dingen wird auch als Kollaborativer Konsum bezeichnet. Vermittelt über digitale Plattformen können Gegenstände des Alltags wie Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Fotoapparate, Bücher, DVDs und vieles mehr verliehen, verschenkt, getauscht oder gegen Entgelt abgegeben werden. Der neue Trend zum Teilen ist jedoch nicht immer mit gemeinwohlorientiertem Mehrwert verbunden: kommerzielle Sharing-Dienste machen beispielsweise Gewinne, auch wenn sie für Nutzer/innen kostenlos sind, indem sie sog. »Leads« generieren, Datenspuren, die von den Usern selbst gelegt und für Marketingzwecke verwendet werden. Die Publizistin Elisabeth Voß nimmt vor diesem Hintergrund in ihrem Gastbeitrag die Schattenseiten der Sharing Economy in den Blick. Für sie wird deutlich: Zwischen Teilen und Umverteilen liegen Welten.

Voß, Elisabeth:Die schöne neue Shareconomy und ihre Schattenseiten(59 KB)
17. Juni 2015

Community Supported Agriculture: Solidarische Landwirtschaft mit Zukunft

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Nachhaltige Entwicklung, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Umwelt/ Natur/ Energie, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Seit den 1960er Jahren existiert ein landwirtschaftliches Konzept, das mit dem Begriff »Community Supported Agriculture« (CSA) bezeichnet wird. In Deutschland hat die Idee der sog. landwirtschaftlichen Wirtschafts- oder Versorgergemeinschaften trotz einiger Pionierhöfe erst mit der Gründung des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft im Jahr 2011 an Dynamik gewonnen. Heute existieren bundesweit ca. 70 Solidarbetriebe und 100 Initiativen. Die Grundidee des Solawi-Konzepts ist, dass ein Hof eine bestimmte Gruppe von Menschen Jahr für Jahr mit Lebensmitteln versorgt, während diese gleichzeitig dem Hof die nötigen finanziellen Mittel hierfür bereitstellen. Die Essenz dieser Beziehung ist die gegenseitige Vereinbarung: Der Hof ernährt die Menschen und alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte. Katharina Kraiß, Mitbegründerin und Ratsmitglied des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft, erläutert in ihrem Gastbeitrag Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und Potentiale des Konzepts.

Kraiß, Katharina:Community Supported Agriculture – Solidarische Landwirtschaft mit Zukunft(76 KB)
17. Juni 2015

Foodsharing: Gegen die Verschwendung von Lebensmitteln

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Nachhaltige Entwicklung, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Umwelt/ Natur/ Energie, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Über elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden jährlich allein in Deutschland weggeworfen. Um dieser Verschwendung entgegen zu wirken, sammeln die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Initiative foodsharing.de bundesweit überschüssige, aber noch verzehrfähige Lebensmittel ein. Durch das kostenlose Angebot haben Privatpersonen, Händler und Produzenten die Möglichkeit, überschüssige Lebensmittel in der nahen Umgebung mit anderen zu teilen anstatt sie wegzuschmeißen. Über 80.000 Menschen teilen so über die Internetplattform bereits sog. Essenskörbe. Verderbliche Lebensmittel, Medikamente oder Kosmetika sind jedoch vom Teilen und Tauschen ausgeschlossen. Im Interview mit der Redaktion stellen Nicole Klaski, Geschäftsführerin der Initiative, und Vorstandsmitglied und Schatzmeisterin Elisabeth Schmelzer die Arbeit von foodsharing.de vor.

Klaski, Nicole:»Der Anfang ist gemacht!« – Interview mit Nicole Klaski von foodsharing.de(49 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

17. Juni 2015

Publikation: Freie Bürger, freie Forschung

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Schule und Bildung, Wissenschaft/ Technikgestaltung

Realitätsferne Forschung, einseitige Elitenförderung, Konkurrenz um Fördergelder, ein ausufernder Verwaltungsapparat – ist dies schon die ganze Wissenschaft? Nein, sagen die Autor/innen dieses Buches: Es fehlt der komplette Unterbau, die Bürgerwissenschaft, auch Citizen Science genannt. Profis und Laien fordern in diesem Buch die Stärkung der Mitsprache als demokratisches Bürgerrecht ein und zeigen an vielen Beispielen und Modellen auf, wie dies gelingen kann. Der isolierte Elfenbeinturm hat ausgedient, das Bürgerwissen und die ehrenamtliche Forschung revolutioniert den Wissenschaftsbetrieb.

Finke, Peter (Hrsg.): Freie Bürger, Freie Forschung - Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm. München 2015, 208 S., 19,95 Euro, ISBN 978-3-86581-710-5

Information und Bestellung

17. Juni 2015

Publikation: Mikrokosmos Stadtviertel

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Publikationen, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Zunehmende Disparitäten innerhalb von Städten, Privatisierung staatlicher Bereiche, steigende Wohnkosten – Prozesse wie diese manifestieren sich in einzelnen Stadtvierteln und schaffen Bedingungen für Initiativen der Bevölkerung. Gleichzeitig verändern sich Orte in ihren Bedeutungen durch das Handeln der Menschen auf der einen und durch staatliche Strategien auf der anderen Seite. Manuela Wade geht diesen Prozessen nach und zeigt, wie die Bewohner/innen von drei ausgewählten Stadtvierteln in unterschiedlichen Teilen der Welt damit umgehen, welche Rolle Wohnen in diesem Kontext spielt und warum dies zu einer Repolitisierung der Stadt führen kann.

Wade, Manuela: Mikrokosmos Stadtviertel, Bielefeld 2015, 216 S., 27,99 Euro, ISBN 978-3-8376-2888-3

Information und Bestellung

17. Juni 2015

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 19.09.2015 in Weimar: Auf dem Weg zur Spende – Finanzielle Ressourcen einwerben
Ein Seminar der Stiftung Mitarbeit

• 31.08.-04.09.2015 in Reckenthin: Sommerakademie »Nach dem Wachstum«
Eine Veranstaltung der Vereinigung für Ökologische Ökonomie e.V. 

In eigener Sache

17. Juni 2015

Neuer Rhythmus des Newsletters

Liebe Leserinnen und Leser,

der eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft erscheint seit 2001 im zweiwöchentlichen Rhythmus. Mit der kommenden Ausgabe stellen wir nun auf eine monatliche Erscheinungsweise um. An den gewohnten Inhalten wird sich selbstverständlich nichts ändern: auch zukünftig stehen die Themen Demokratisierung, Engagement und Beteiligung im Mittelpunkt. Die nächste Ausgabe erscheint am 15. Juli 2015, alle weiteren dann immer zur Mitte des Monats. 

Herzliche Grüße aus der Redaktion,
Eva-Maria Antz, Ulrich Rüttgers

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