eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 10/2015 (03.06.2015)



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

03. Juni 2015

Qualitätsstandards für kommunale Kinderinteressenvertretungen

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kommunale Kinderinteressenvertretung hat nach zweijähriger Arbeit Qualitätsstandards veröffentlicht, die die Umsetzung der Rechte des Kindes auf kommunaler Ebene gewährleisten sollen. Hierzu wurden unter anderem Kinderbeauftragte in ganz Deutschland zu ihren Erfahrungen befragt. Als entscheidende Wirkfaktoren für nachhaltige und nutzbringende Kinder-, Jugend- und Familienpolitik gelten danach die Schaffung bzw. Besetzung der Stelle einer Kinderbeauftragten mit einem strategisch konzeptionellen Arbeitsauftrag als Stabsstelle in der Kommunalverwaltung, das Vorhandensein von Interessenvertretungen von und Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche sowie eine unabhängige Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche und ein Beschwerdemanagement. Die erarbeiteten Standards sind Prüfsteine für vorhandene kommunale Kinderinteressenvertretungen und Zielvorgaben für noch zu Schaffende. Finanziert wurde das Projekt von der Robert Bosch Stiftung.

Zu den Standards im Wortlaut (PDF)

03. Juni 2015

Biodiversität in der EU: Bürgerbefragung

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Europa, Umwelt/ Natur/ Energie

Angesichts der europäischen Naturschutzkonferenz Green Week, die am 3. Juni 2015 in Brüssel beginnt, hat BirdLife Europe, der internationale Dachverband des NABU, eine Halbzeitbilanz der EU-Biodiversitätspolitik vorgestellt. Bis 2020 will die Europäische Union den Verlust der biologischen Vielfalt stoppen und geschädigte Ökosysteme wiederherstellen. Das Fazit des Berichts: In einigen Bereichen gibt es erste Fortschritte, das Ziel einer generellen Trendumkehr wird jedoch verfehlt. Viele Tier- und Pflanzenarten sind in der EU weiterhin bedroht. Ein wichtiges Element der EU-Biodoversitätsstratgie ist die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, die zur Zeit überprüft wird. Die Umweltverbände haben bereits in einem sehr ausführlichen Verfahren dazu Stellung genommen. Jetzt können die Bürger/innen in einem eu-weiten Befragungstool ihre Meinung äußern. In Anbetracht der Komplexität der Materie und zur Unterstützung ihrer Agenda haben die drei großen deutschen Naturschutzverbände BUND, NABU und WWF zusammen mit ihren europäischen Partnern eine vereinfachte Beteiligungsmöglichkeit mit vorgeschlagenen Antworten und kurzen Erläuterungen geschaffen. https://www.naturealert.eu/de

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03. Juni 2015

»The Bobs« Auszeichnungen der Deutschen Welle

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Eine Welt/ Globalisierung, Medien, Menschenrechte

Die Deutsche Welle hat zum elften Mal herausragende Leistungen von Blogger/innen, Journalist/innen und Aktivist/innen, die sich im Internet für freie Meinungsäußerung und Menschenrechte einsetzen, mit dem Preis »The Bobs – Best of Online Activism« ausgezeichnet. Die Jurypreise in den drei Kategorien Social Change, Privacy & Security und Arts & Media erhalten der bengalische Gruppenblog Mukto Mona, die mexikanische Website Rancho Electrónico und das Projekt Zaytoun, the little refugee. Zusätzlich werden 14 People’s Choice Awards in den jeweiligen Wettbewerbssprachen vergeben. Erstmals wurde in diesem Jahr der »Freedom of Speech Award« augelobt. Mit diesem Award wird der in Saudi-Arabien inhaftierte Blogger Raif Badawi ausgezeichnet, der zu einer lebensgefährlichen Strafe von 1000 Stockhieben verurteilt wurde. Die Ehrung der Preisträger/innen findet am 23. Juni auf dem Global Media Forum der Deutschen Welle in Bonn statt.

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03. Juni 2015

Portal Globales Lernen: »Flucht und Asyl«

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Eine Welt/ Globalisierung, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Schule und Bildung

Das Lern- und Bildungsportal »Globales Lernen«, ein Internetangebot rund um die Themen globales Lernen und nachhaltige Entwicklung, hat auf der Homepage den neuen Fokus »Flucht und Asyl« eingerichtet. Dort gibt es viele Bildungsmaterialien und -angebote, Hinweise auf Aktionen, Kampagnen und Veranstaltungen, Filme, Dokus und Spots sowie eine Vielzahl von Hintergrundinformationen zur komplexen Thematik Flucht und Asyl. Der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige Bedeutung zu: Die lernende Auseinandersetzung mit Fluchtursachen und dem Leben als Flüchtling führt dazu, Stereotype und Vorurteile zu hinterfragen, die Flüchtlingen in Deutschland entgegenschlagen. Eine sachliche Vermittlung von Informationen über Fluchtursachen, Fluchtbiografien, Fluchtwege und Fluchthindernisse kann Empathie und Anteilnahme ermöglichen und soll dazu einladen, persönliches und politisches Engagement zu entwickeln und für Flüchtlinge vor Ort einzutreten.

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03. Juni 2015

G7-Gipfel: Zivilgesellschaft verschafft sich Gehör

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Nachhaltige Entwicklung, Umwelt/ Natur/ Energie

Vom 7. bis zum 8. Juni 2015 treffen sich die Staats- und Regierungschefs der wirtschaftsstärksten Industrienationen zum G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Oberbayern. Die G7-Präsidentschaft liegt in diesem Jahr bei Deutschland. Neben Weltwirtschaft, Außen- und Sicherheitspolitik wird es auch um Entwicklungspolitik, Gesundheit und die anstehenden UN-Konferenzen zum internationalen Klimaschutz und zur Post-2015-Agenda gehen. Kritische Stimmen aus der Zivilgesellschaft haben es jedoch traditionell schwer bis zum Gipfel vor zu dringen. Daher hat sich schon im Vorfeld ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis geschlossen und Initiativen ergriffen. So fand schon im April ein internationales Dialogforum statt, bei dem die Kernforderungen der internationalen Zivilgesellschaft  mit der Kanzlerin diskutiert wurden. Die Veranstaltung wurde organisiert von der VENRO (Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen) in Kooperation mit dem Forum Umwelt und Entwicklung, die auch gemeinsam das Positionspapier »Eine neue Politik für globale Gerechtigkeit« veröffentlicht haben. Parrallel zum G7 Gipfel findet vom 3. bis 4. Juni  in München der »Internationale Gipfel der Alternativen« statt. Eine ökumenische Initiative der kirchlichen Verbände Misereor, Brot für die Welt, Missio und Mission EineWelt hat zudem Gemeinden zu »Gipfel-Andachten« eingeladen. Darin wird deutliche Kritik an der Wirtschaftspolitik der führenden Industrienationen geübt und dazu aufgerufen, in »besonderer Weise auf die Armen und Hungernden, sowie auf die Unterdrückten und Ausgegrenzten dieser Welt« zu schauen.

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im Fokus: Kirche und Zivilgesellschaft

03. Juni 2015

Zivilgesellschaftliche Potentiale

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Religion und Weltanschauung

Seit den Umbrüchen in den frühen Neunziger Jahren in Ostdeutschland und Ost-Mitteleuropa werden Kirche und Zivilgesellschaft deutlicher zusammen gesehen. Aufgrund der besonderen rechtlichen Position der Kirchen in Deutschland werden sie an sich nicht in erster Linie als zivilgesellschaftlicher Akteur eingeordnet, dennoch bergen die Kirchen ein großes zivilgesellschaftliches Potential. Dr. Gunther Schendel, Referent im Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD, zeigt dieses Potential an mehreren Untersuchungen seines Instituts auf. Er stellt gleichzeitig die Frage: Werden diese Potentiale innerhalb und ausserhalb der Kirche ausreichend wahrgenommen? Dabei kann die Kirche einen spezifischen Beitrag in der Gesellschaft leisten, sowohl aus theologischer wie auch aus zivilgesellschaftlicher Sicht. Gerade die Gemeinwesendiakonie richtet den Blick auf die Nahräume in der Stadt; eine »öffentliche« Theologie, in der die Befragung der eigenen Traditionsquellen mit dem allgemeinen politischen Diskurs verknüpft wird, kann durch verständlich gemachte, theologisch verankerte Wertüberzeugungen die gesellschaftlichen Diskurse bereichern. Und schließlich kann eine verstärkte Wahrnehmung der zivilgesellschaftlichen Potentiale auch als mächtiges Antidepressivum einer innerkirchlichen Stimmung von Depressivität und Relevanzverlust entgegenwirken.

Schendel, Gunther:Zivilgesellschaftliche Potentiale(71 KB)
03. Juni 2015

Kirche und Diakonie zwischen Gemeinde, Nachbarschaft und inklusiver Bürgergesellschaft

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement, Religion und Weltanschauung

Kirchliche Gruppen in Gemeinden, Verbänden und Vereinen verlieren seit längerem an Bindekraft und müssen sich neu orientieren. So entsteht derzeit ein neues Interesse von Kirche und Diakonie an der Bürgergesellschaft. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Gemeinwesen, der Stadtteil, die Nachbarschaft. Stefan Kurzke-Maasmeier, Paul Gerhardt Stift in Berlin, führt in seinem Gastbeitrag verschiedene soziologische und religiös-historische Zugänge zum Begriff der Nachbarschaft aus. Auf dem Hintergrund eines menschenrechtsbasierten Verständnisses plädiert er für eine radikale Öffnung von Kirchen und Gemeinden für die »ungewohnt Anderen« aus der unmittelbaren Nachbarschaft und im Stadtteil. Gerade in einer inklusiven Sozialraum- und Nachbarschaftsarbeit  bieten sich Ansatzpunkte und Chancen für eine stärkere Zusammenarbeit von säkularen und religiösen Gruppen und Akteuren. Ein besonders wichtiges gemeinschaftliches Betätigungsfeld sieht er in der Bildung, durch die Nachbarschaften soziales Kapital stärken.

Kurzke-Maasmeier, Stefan:Kirche und Diakonie zwischen Gemeinde, Nachbarschaft und inklusiver Bürgergesellschaft(110 KB)
03. Juni 2015

Das Salz der Erde: Kirche(n) in der lokalen Bürgergesellschaft

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Religion und Weltanschauung

Ist Kirche das Licht auf dem Berg oder das Salz in der Erde? Henning von Vieregge, Publizist mit langjährigen Vorstandserfahrungen bei Stiftung Mitarbeit und Aktion Gemeinsinn sowie in kirchlichen Gremien, führt in seinem Gastbeitrag aus, warum Kirche sich stärker als bisher nach außen orientieren sollte. Die Kirchen sind – noch – damit beschäftigt, wie sie sich stärker zu ihren Mitgliedern und deren größerer Verantwortung innerhalb der Kirchen hin öffnen. Wichtig ist aber auch, dass sie sich konsequent öffnen gegenüber Menschen, die mit Kirche und Glauben wenig anfangen können. Wie können Kirchen und Gemeinden Teil der lokalen, nachbarschaftlichen Zivilgesellschaft werden? Gesellschaftsdiakonisches Engagement von Gemeinden könnte viel umfassen: Raum geben, Forum sein, Partei ergreifen, Netzwerk  bilden oder Position beziehen. Weiter noch als der Ansatz der Außenorientierung geht das Thema »CSR für Kirchen«. Der Autor plädiert für eine Verbindung des Eigeninteresses, die Zukunftsfähigkeit von Glauben und Organisation zu sichern, mit dem Gemeinwohlinteresse. Sein Fazit: »Verstärktes Engagement von Kirche in der Zivilgesellschaft sollte von der Ausnahme zum Mehrheitsweg werden – zum Vorteil von Kirche und Gesellschaft gleichermaßen.«

von Vieregge, Henning:Das Salz der Erde: Kirche(n) in der lokalen Bürgergesellschaft(76 KB)
03. Juni 2015

Die Kirchen als profilierte Bündnispartner in der Zivilgesellschaft

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Religion und Weltanschauung

Kirchen haben die Chance, Engagement und Beruflichkeit, Gemeinwesen, Quartier und soziale Unternehmen, Basisarbeit und politische Reflexion zu verbinden. Sie waren in der Geschichte des Sozialstaats wichtige Impulsgeber für Reformanstöße und können diese Aufgabe auch für die Zukunft wahrnehmen. Viele aktuelle gesellschaftliche Veränderungsprozesse spiegeln sich ebenfalls in Kirchen und Verbänden und machen deutlich: es geht nicht nur um Strukturen, Zielerreichung, und Professionalisierung sondern auch um Engagement, in dem die Beteiligten ihre Fähigkeiten und Gaben sinnerfahrend einbringen können. Cornelia Coenen-Marx, langjährige Referatsleiterin für Sozial- und Gesellschaftspolitik in der EKD und heute im Engagement für ein profiliertes diakonisches Engagement unterwegs, zeichnet diese Zusammenhänge unter dem Titel »Engagement und Berufung« nach. Wenn Kirchen ihre Rolle als Kooperationspartner profiliert wahrnehmen, können sie Engagierte spirituell begleiten, fachlich beraten und Engagement Raum geben, damit sie »im Engagement den roten Faden im eigenen Leben« entdecken können. Der vorliegende Beitrag entstammt dem Themenschwerpunkt »Kirchen in Bewegung« des Forschungsjournals Soziale Bewegungen 1/2015, der noch weitere Aspekte des Themas Kirche und Engagement vertieft.

Coenen-Marx, Cornelia:Engagement und Berufung: Die Kirchen als profilierte Bündnispartner in der Zivilgesellschaft(67 KB)
03. Juni 2015

Stiftung Mitarbeit auf dem Evangelischen Kirchentag

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft

Unter dem Motto »Damit wir klug werden« findet vom 4.-7. Juni 2015 in Stuttgart der 35. Evangelische Kirchentag statt. Die Stiftung Mitarbeit ist mit einem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten in Halle 4 (Standnummer ZH4-C10) vertreten. Die anwesenden Mitarbeiter/innen freuen sich auf Gespräche mit Leser/innen dieses eNewsletters.

Publikationen und Veranstaltungen

03. Juni 2015

Publikation: Jugend zählt

Kategorie: Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Religion und Weltanschauung

70.000 Menschen engagieren sich – zumeist ehrenamtlich – im Bereich der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dieses Buch stellt erstmals für Baden-Württemberg eine Gesamtschau aller evangelischen Kinder- und Jugendangebote mit detaillierten Zahlen vor. Neben diesem empirischen Teil ordnen Fachleute aus Jugendarbeit, Kirche und Wissenschaft die Ergebnisse ein und geben Impulse zum Weiterdenken. So wird in der vertieften Analysen und der Interpretation der Daten auf Trends und Entwicklungen eingegangen und Thesen aus der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit abgeleitet. Abschließend kommen Stimmen aus den Jugendverbänden selbst zu Wort und werden die Perspektiven der Kinder- und Jugendarbeit werden diskutiert. Die Publikation versteht sich als ein Grundlagenwerk für alle, die sich für junge Menschen engagieren.

Ilg, Wolfgang / Heinzmann, Gottfried / Cares, Mike (Hg.) »Jugend zählt!«. Stuttgart 2014, 370 S., 19,95 Euro

Information und Bestellung

03. Juni 2015

Publikation: Bürgerhandbuch

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation, Europa

Die völlig neu überarbeitete 4. Auflage des Ratgebers für politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger erklärt Grundlagen des politischen Handelns und zeigt in 99 Tipps, was Einzelne auf verschiedenen Ebenen tun können. Von der gezielten Informationsbeschaffung über die Meinungsbildung bis hin zur Bürgerbeteiligung mittels Petitionen, Initiativen oder Online-Verfahren werden unterschiedliche Möglichkeiten aufgezeigt. Neue Aspekte der Europäisierung, Globalisierung und Digitalisierung wurden in der aktuellen Auflage aufgegriffen. Das Buch wird ergänzt durch zahlreiche farbige Abbildungen, Diagramme und Infokästen. Es hilft die Spielregeln in der Politik zu verstehen und sich aktiv auf kommunaler, europäischer und weltweiter Ebene zu engagieren. Grundlagen, wie Wahlrecht oder der Aufbau der EU sind ebenso Thema wie aktuelle Entwicklungen, Extremismus und neue Akteure in der politischen Landschaft.

Ackermann, Paul / Müller, Ragnar (Hrg.): Bürgerhandbuch. Schwalbach/Ts. 2015, 312 S., 21,40 Euro, ISBN  978-3-7344-0107-7

Information und Bestellung

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