eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft Nr. 9/2014 (09.05.2014)



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

09. Mai 2014

Bundesprogramm: Zusammenhalt durch Teilhabe

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Vereinsarbeit

Das Bundesprogramm »Zusammenhalt durch Teilhabe« hat nach Angaben der Bundesregierung seit seinem Start im Jahr 2010 insgesamt 140 Projekte in die Förderung aufgenommen. Das Programm des Bundesinnenministeriums fördert in ländlichen und strukturschwachen Regionen Projekte für mehr demokratische Teilhabe und gegen Extremismus. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervorgeht, belegen die Ergebnisse der programmbegleitenden Evaluation zudem, »dass es dem Programm gelingt, positive Entwicklungen im Sinne der Stärkung und Weiterentwicklung einer demokratischen Kultur anzustoßen und zu stabilisieren«. Hierbei zeige sich, dass der Ausbildung von sog. »Demokratietrainern« eine zentrale Rolle in der Programmumsetzung vor Ort zukommt. In der aktuellen Programmphase sollen weitere 500 Demokratietrainerinnen und -trainer ausgebildet werden. Das Bundesprogramm wird bis 2016 fortgesetzt.

Die Antwort der Bundesregierung im Wortlaut (PDF)

09. Mai 2014

Engagementstrategie in Baden Württemberg

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement

In Baden-Württemberg hat die Landesregierung eine Strategie zur Förderung des Engagements im Land beschlossen. Ziel ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern Engagement zu ermöglichen und Menschen zu aktivieren, die sich bis jetzt nicht engagieren. Dazu soll ein landeseigener Engagement-Wegweiser entwickelt, eine Kampagne für Engagement initiiert und Mentor/innen und Fachkräfte qualifiziert werden. In den Empfehlungen werden außerdem modellhafte Engagementformen bzw. Fördermaßnahmen formuliert. Gegenüber dem Bund will sich die Landesregierung unter anderem für eine Stärkung der Jugendfreiwilligendienste einsetzen. Die Engagementstrategie »Lebensräume zu Engagementräumen entwickeln« wurde durch einen breit angelegten Dialog mit Akteuren und Multiplikatoren des bürgerschaftlichen Engagements vorbereitet. Sie ist nach Angaben der Landesregierung als Reaktion auf sich verändernde Rahmenbedingungen in einer immer vielfältiger und bunter werdenden Gesellschaft entstanden.

 

Die Engagementstrategie im Wortlaut (PDF)

09. Mai 2014

Zivilgesellschaft und Kommunen: Tagungsbericht erschienen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft

Ob Sportvereine, Freiwillige Feuerwehr, Stadtteilmütter oder Schulmentoren: seit Jahren können sich die Verantwortlichen in den Kommunen auf die aktive Zivilgesellschaft verlassen. Aber funktioniert die Zusammenarbeit zwischen engagierten Bürger/innen und Kommunalpolitiker/innen immer reibungslos? Können Berührungsängste und Vorbehalte zwischen den Engagierten auf der einen Seite und den politisch Verantwortlichen sowie den Verwaltungen auf der anderen abgebaut werden? Und wie sind in einer alternden Gesellschaft junge Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer vom NRW-Familienministerium mitorganisierten Fachkonferenz. Eine Zusammenfassung der Tagung liegt nun vor.

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09. Mai 2014

Deutsches Kinderhilfswerk: Umfrage zum Weltspieltag

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

Das Deutsche Kinderhilfswerk führt im Vorfeld des Weltspieltags am 28. Mai 2014 eine Umfrage zu Spielmöglichkeiten in deutschen Gemeinden durch. Kinder und Jugendliche sind aufgerufen, über ihr Wohnumfeld, die Ausstattung und den Zustand von Spielplätzen sowie ihre Zufriedenheit mit vorhandenen Spielmöglichkeiten Auskunft zu geben. Die 14 Fragen können online beantwortet oder als pdf heruntergeladen und angekreuzt werden. Eine Rücksendung der Fragebögen ist bis zum 20. Mai möglich. Die Ergebnisse der Umfrage sollen am Weltspieltag veröffentlicht werden. Der Weltspieltag wird deutschlandweit bereits zum siebten Mal ausgerichtet. Schulen, Kindergärten, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen sollen aus diesem Anlass wieder witzige, beispielgebende und öffentlichkeitswirksame Spielaktionen durchführen.

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09. Mai 2014

TTIP: Video über Einfluss von Lobbyisten

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Europa, Kampagnen

Die Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten – kurz TTIP – werden nach wie vor von massiver Kritik begleitet. Nach Ansicht der Kritiker/innen bedroht das Freihandelsabkommen u.a. rechtsstaatliche Prinzipien und demokratische Mitbestimmung. Um die öffentliche Debatte weiter anzuregen und den Einfluss von Wirtschaftsunternehmen und Lobbyisten auf die Verhandlungen aufzuzeigen, hat sich der Verein LobbyControl auf die Spur der TTIP-Lobbyisten im Brüsseler EU-Viertel begeben. Zusammen mit europäischen Kooperationspartnern zeigt LobbyControl an ganz konkreten Orten, wer bei den Verhandlungen mitmischt. Ein Video zu der Tour steht nun auf der Website von LobbyControl bereit: In sechs Minuten erklärt es den Zuschauer/innen die Lobby-Welt rund um TTIP.

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Im Fokus: Politische Mediation

09. Mai 2014

Politische Mediation: Besonderheiten bei politischen Konflikten

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Mediation hat sich im vorpolitischen Raum als Instrument der Konfliktlösung etabliert. Unter Mediation wird gemeinhin ein freiwilliges und strukturiertes Verfahren verstanden, in dem ein neutraler Dritter zwei oder mehrere Konfliktparteien durch einen systematischen Kommunikationsprozess begleitet. Doch lässt sich das Modell der Mediation auch auf das Feld der politischen Konflikte übertragen? Eine neue Publikation der Stiftung Mitarbeit stellt nun Prinzipien und Bedingungen gelingender Vermittlung in öffentlichen Konflikten vor. Der Autor der Publikation, Christoph Besemer, Mediator und Trainer für konstruktive Konfliktaustragung und gewaltfreien Widerstand, skizziert in seinem Gastbeitrag die Besonderheiten bei politischen Konflikten und deren Bearbeitung.

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Besemer, Christoph:Mediation – Besonderheiten bei politischen Konflikten und deren Bearbeitung(153 KB)
09. Mai 2014

Erweiterung eines Flüchtlingsheims: Dialog kontra Meinungsmache

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Kommunen stehen bei der Unterbringung von Flüchtlingen vor zahlreichen Problemen. Nicht selten spricht sich die Bevölkerung vor Ort gegen die von Politik und Verwaltung in ihrer Nachbarschaft   vorgesehenen Standorte von Flüchtlingsheimen aus. Zugleich laufen diese Konflikte stets Gefahr, von rechtsextremen Parteien oder Gruppierungen für ihre Zwecke instrumentalisiert zu werden. Roland Schüler, Geschäftsführer des Friedensbildungswerks Köln und als stellvertretender Bezirksbürgermeister ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagiert, schildert in seinem Gastbeitrag an einem Kölner Beispiel, wie es gelingen kann, den Konflikt um die Erweiterung eines Flüchtlingsheims trotz einer politisch und emotional aufgeladenen Atmosphäre dialogisch und konstruktiv zu bearbeiten und so zu von allen Beteiligten akzeptierten Lösungen zu kommen.

Schüler, Roland:Erweiterung eines Flüchtlingsheims – Dialog kontra fremdenfeindliche Meinungsmache(157 KB)
09. Mai 2014

Rückbau eines Forschungsreaktors in Geesthacht

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Umwelt/ Natur/ Energie

Der Forschungsreaktor der ehemaligen Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt (GKSS) und heutigem Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) wurde im Jahr 2010 abgeschaltet. Der Abschaltung ging ein sogenannter Stilllegungsantrag voraus. Das Besondere daran: der Antrag und die späteren Bedingungen des Rückbaus wurden im Rahmen eines Dialogs einvernehmlich mit dem Betreiber der Anlage, Anwohner/innen, regionalen und überregionalen Anti-Atom-Initiativen erarbeitet. Silke Freitag, Organisationsberaterin und Mediatorin, stellt in ihrem Gastbeitrag den gelungenen Prozess in Geesthacht vor.

Freitag, Silke:Voraussetzungen für Bürgerbeteiligung am Beispiel des Dialogs um den Rückbau des Forschungsreaktors in Geesthacht(165 KB)
09. Mai 2014

Konstruktive Zusammenarbeit statt Grabenkämpfe: Die Erweiterung eines Industriestandorts

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Elgersweier ist ein Vorort von Offenburg mit einer ungewöhnlichen Quote: Auf die 2.700 Einwohnerinnen und Einwohner kommen rund 4.000 Arbeitsplätze, der Ortskern grenzt an Industrie- und Gewerbegebiete. Vor diesem Hintergrund kündigte der dort ansässige Armaturenhersteller Hansgrohe SE im Frühjahr 2012 an, den Betriebsstandort um eine Fläche von 8,5 Hektar zu erweitern. Weil dafür ein etwa 250 Meter breiter Grüngürtel geopfert werden sollte, waren Proteste der Bürgerinnen und Bürger und die Gründung einer Interessengemeinschaft gegen die Erweiterung die Folge. Ralf Eggert, IFOK GmbH, und Frank Semling, Hansgrohe SE, analysieren in ihrem Gastbeitrag den anschließenden Dialogprozess und werfen einen Blick auf beteiligungsfreundliche Erfolgsfaktoren bei Infrastrukturprojekten.

Semling, Frank/Eggert, Ralf:Erweiterung eines Industriestandorts: Konstruktive Zusammenarbeit statt gesellschaftlicher Grabenkämpfe(163 KB)

Veranstaltungen und Publikationen

09. Mai 2014

Publikation: Wer organisiert die »Entbehrlichen«?

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagament, Publikationen

Auch wenn die Zivilgesellschaft in sozial benachteiligten Stadtvierteln häufig kaum sichtbar ist, gibt es wichtige Ausnahmen: Viertelgestalter/-innen sind mit unermüdlicher Tatkraft bürgerschaftlich aktiv. Wie kamen diese Menschen zu ihrer Rolle, welche Motive treiben sie in ihrem Engagement an, welche Wertvorstellungen vertreten sie? Mit diesen Fragen werden acht Einzelpersonen in ausführlichen Portraits vorgestellt. Die Studie,die dieser Publikation zugrunde liegt, bietet detaillierte Einblicke in die Funktionsweise von Zivilgesellschaft in sozial schwachen Stadtteilen. Sie benennt Hindernisse und Schwierigkeiten für die Aktiven – zeigt aber auch Perspektiven, wie das partizipative Versprechen der modernen Bürgergesellschaft für sozial Benachteiligte eingelöst werden könnte.

Hoeft, Christoph / Klatt, Johanna / Klimmeck, Annike / Kopp, Julia / Messinger, Sören / Rugenstein, Jonas / Walter, Franz: Wer organisiert die »Entbehrlichen«? Viertelgestalterinnen und Viertelgestalter in benachteiligten Stadtquartieren. Bielefeld 2014, 290 S.,24,99 Euro, ISBN 978-3-8376-2731-2

Information und Bestellung

09. Mai 2014

Publikation: Internet und Partizipation

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation, Publikationen

Mit dem Internet wurde schon früh die Vision einer partizipativen Gesellschaft verbunden, die Vorstellung, das neue Medium würde zu politisch besser informierten Bürgern und zu mehr Beteiligung der Bürger am politischen Prozess führen. Doch wer beteiligt sich an E-Partizipationsangeboten? Lassen sich Menschen online mobilisieren? Welchen Einfluss haben die neuen Online-Tools auf die politische Kommunikation, politische Entscheidungen und das politische System selbst? Die Publikation diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven: sowohl botton-up von der zivilgesellschaftlichen Seite als auch top-down von Seiten der Politik. Enthalten sind Beiträge von Wissenschaftler/innen und Vertreter/innen aus der Praxis, aus zivilgesellschaftlichen Organisationen und aus der Politik.

Voss, Kathrin (Hrsg.): Internet und Partizipation. Bottom-up oder Top-down? Politische Beteiligungsmöglichkeiten im Internet. Heidelberg 2014, 348 S., 39,99 Euro (eBook), ISBN 978-3-658-01028-7 / 49,99 Euro (Print), ISBN 978-3-658-01027-0

Information und Bestellung

09. Mai 2014

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 22.5.2014 in Frankfurt: Wo bleibt die Jugend?
Thementag der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen

• 12.6.2014 in Bonn: Europa gemeinsam gestalten. Das neue EU-Programm »Europa für Bürgerinnen und Bürger«
Ein Seminar der Kontakstelle EfBB zum neuen Förderprogramm der EU

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