eNewsletter Nr. 4/2014 (28.02.2014) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

28. Februar 2014

Fraunhofer Institut: Expertise zu digitaler Teilhabe

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, E-Partizipation, Medien

Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft entstehen neue Möglichkeiten, um die Bürgerinnen und Bürger per Mausklick am politischen Entscheidungsprozess zu beteiligen. Gängige Formen sind z.B. Online-Konsultationen, e-Petitionen oder das Vorschlagsverfahren kommunaler Bürgerhaushalte. Mit der ersten Ausgabe seiner »Expertisen« richtet sich das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) in diesem Jahr an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die elektronische Bürgerbeteiligung planen. Sie erhalten Hinweise zur Auswahl von Werkzeugen und Verfahren und einen Kriterienkatalog für die Bewertung von digitaler Beteiligung. Es wird klargestellt: Webbasierte Verfahren sind nicht per se die Besseren. Das Papier geht auf spezifische Vorteile der Online-Partizipation wie zeit- und ortsunabhängige Kommunikationsmöglichkeiten ein. Als Herausforderung werden andererseits die hohen Erwartungen an die Intensität von Online-Beteiligung angeführt. Das ÖFIT gehört dem Fraunhofer Institut für offene Kommunikationssysteme (FOKUS) an. Es erforscht und entwickelt öffentliche Informations- und Kommunikationstechnologie.

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28. Februar 2014

bundestag-digital.de informiert über »Digitale Agenda«

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien

Mitte Februar 2014 wurde vom Deutschen Bundestag zum ersten Mal der ständige Bundestagsausschuss »Digitale Agenda« eingesetzt. Er wird sich mit Netzpolitik, Internet und Digitalisierung beschäftigen. Damit sollen diese Themen innerhalb der Regierungskoalition eine zentralere Rolle einnehmen, so die netzpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Regierungsparteien. Der Ausschuss soll als Schnittstelle zwischen verschiedenen Ministerien fungieren. Um die Digitale Agenda des 18. Bundestages transparenter zu machen und Entscheidungsprozesse kritisch zu begleiten, hat die Redaktion von »politik-digital.de« eine eigene Internet-Plattform ins Leben gerufen. Der Blog »bundestag-digital.de« soll netzpolitische Themen in einen politischen Zusammenhang einordnen. Dabei sind Datenschutz, Datensicherheit, E-Government und Urheberrecht einige thematische Schwerpunkte. Zum Start des Blogs werden die Mitglieder des Ausschusses vorgestellt und zum Thema Netzpolitik befragt. Unterstützung erhält die Redaktion durch freie Autorinnen und Autoren sowie den Thinktank Collaboratory e.V.

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28. Februar 2014

Film: »Häuser erhalten, Räume eröffnen«

Kategorie: Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagament, Nachhaltige Entwicklung, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Die kreative und soziale Nutzung von Häusern kann eine Alternative zum Leerstand von Gebäuden sein. So organisiert in Leipzig der Verein »HausHalten« mit den Modellen »Wächterhaus« und »Ausbauhaus« neue Kooperationen zwischen Nutzer/innen und Eigentümer/innen, die keine Mietverträge abschließen sondern verübergehende Nutzungsvereinbarungen treffen. Indem Menschen die Häuser für selbst gestaltete Lebens- und Arbeitswelten nutzen, tragen sie dazu bei, die Verwaisung von Quartieren aufzuhalten. Der Film »Häuser erhalten. Räume eröffnen!« stellt diesen Ansatz vor. Er will Anregung für Bürger/innen und Kommunen sein, diese belebenden Ansätze auch an anderen Orten zu praktizieren und so gemeinsam Stadt zu gestalten. Der online zugängliche Film darf nicht-kommerziell aufgeführt werden.

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28. Februar 2014

Bundesweite Koordinierungsstelle für Repair Cafés

Kategorie: Nachhaltige Entwicklung, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Soziales/ Soziale Problemlagen

Die Stiftungsgemeinschaft »anstiftung & ertomis« ist seit Anfang des Jahres die bundesweite Koordinierungsstelle für Repair Cafés. Mit Web- und Informationsangeboten sowie einem Vernetzungstreffen fördert sie die Verbreitung des Konzeptes in Deutschland. Repair Cafés sind Veranstaltungen, auf denen defekte Alltagsgegenstände wie Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, Textilien oder Spielzeuge in angenehmer Atmosphäre gemeinschaftlich repariert werden. Ehrenamtlich engagierte Helfer/innen und Reparatur-Expert/innen stellen ihre Fähigkeiten vor Ort zur Verfügung. Die Treffen sind weder kommerziell ausgerichtet noch sind sie als »kostenloser Reparatur-Service« zu verstehen. Vielmehr geht es darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu organisieren und mit der öffentlichen Veranstaltung ein bewusstes Zeichen gegen die allgemeine Wegwerfmentalität zu setzen. Die Verbreitung von Repair Cafés wurde in den letzten Jahren maßgeblich durch die niederländische Non-Profit-Organisation »Stichting Repair Café« vorangetrieben. Ihr deutscher Kooperationspartner »anstiftung & ertomis« fördert nachhaltige Lebensstile und stärkt nachbarschaftliche Netzwerke.

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28. Februar 2014

DKHW-Umfrage: Maßnahmen gegen Kinderarmut in Deutschland

Kategorie: Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Soziales/ Soziale Problemlagen

Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut in Deutschland und würde dafür Steuererhöhungen in Kauf nehmen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage zur Kinderarmut in Deutschland, die von infratest dimap im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes (DKHW) durchgeführt wurde. Deutschlandweit wurden über tausend Wahlberechtigte ab 18 Jahren befragt. In der Umfrage sprechen sich 81 Prozent der Befragten für kostenfreie Beteiligungsmöglichkeiten an Bildung, Kultur und Sport aus. 94 Prozent wünschen sich mehr Fachkräften und Sozialarbeiter in Schulen und KiTas. Als wesentliche Ursachen für Kinderarmut werden die geringen Einkommen in Deutschland und die mangelnde Unterstützung für Alleinerziehende ausgemacht. Etwa 72 Prozent der Befragten sind generell der Meinung, dass Staat und Gesellschaft bisher Kinderarmut zu wenig entgegenwirken. Laut Berechnungen des Deutschen Kinderhilfswerkes sind 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland von Armut betroffen. Das DKHW fordert die Politik dazu auf, umfangreiche Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu ergreifen. Ein wesentlicher Aspekt soll dabei die Schaffung von Rahmenbedingungen für verstärkte Mitwirkungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche sein. Laut Kinderreport können die Heranwachsenden dadurch schon in jungen Jahren Kompetenzen entwickeln, die die Eigeninitiative fördern und soziale Benachteiligungen teilweise kompensieren.

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Im Fokus: Bürgermedien

28. Februar 2014

Die AUFmacher: Bürger/innen berichten, was vor Ort passiert

Kategorie: Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie, Medien

Bürgermedien sind Teil der demokratischen Kultur. Neben den klassischen Bürgermedien engagieren sich Bürgerinnen und Bürger in vielen weiteren Initiativen und Projekten für die Demokratisierung der Medienlandschaft und für Medienkompetenz im digitalen Zeitalter. Ob lokal, national oder europaweit: Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement spielen dabei stets eine wichtige Rolle. Im Modellprojekt »Die AUFmacher« schulte die Jugendpresse Deutschland e.V. Bürgerredakteure in zwei ländlichen Regionen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen und gestaltete gemeinsam mit ihnen Bürgerzeitungen. Damit erprobte sie mit ihren lokalen Partnern die Stärkung der Zivilgesellschaft durch Medienkompetenzvermittlung. Mit Blick auf die zu Beginn formulierten Ziele des Projektes konnten nach Ende der Pilotphase in den Untersuchungsregionen positive Effekte vor allem im Bereich der Bürgerbeteiligung und Partizipation am Stadtteilleben festgestellt werden. Mandy Buschina, Gesamtkoordinatorin des Modellprojekts, skizziert in ihrem Gastbeitrag dessen wichtigste Ergebnisse und Empfehlungen.

Buschina, Mandy:Bürger berichten, was vor Ort bewegt(172 KB)
28. Februar 2014

Lokale Online-Gemeinschaften älterer Menschen

Kategorie: Leben im Alter, Medien

Das Internet mit seinen vielfältigen Möglichkeiten spielt auch im Alltag älterer Menschen eine immer größere Rolle. Zwar ist festzustellen, dass diese Bevölkerungsgruppe den neuen Medien kritischer gegenüber steht als etwa jüngere Nutzergruppen; dennoch nutzten im Jahr 2013 bereits 63 Prozent der Generation 60+ das Internet. Vor diesem Hintergrund verfolgt das vom Kuratorium Deutsche Altershilfe getragene und vom Forum Seniorenarbeit NRW durchgeführte Projekt »Lokale Online-Gemeinschaften älterer Menschen« (LokOG) seit 2012 das Ziel, die Netzkompetenz Älterer für deren bürgerschaftliches Engagement im Internet unter Nutzung von erprobtem technischem Handwerkszeug zu stärken. LokOG ermöglicht so die Partizipation an vielfältigen gesellschaftlichen und demokratischen Prozessen. Kern des Projekts ist ein eigens entwickeltes Curriculum und darauf aufbauende Workshops. Daniel Hoffmann, Projektleiter beim Forum Seniorenarbeit NRW, stellt in seinem Gastbeitrag die Inhalte des Projekts vor und plädiert dafür, das zur Zeit auf Nordrhein-Westfalen beschränkte Modellprojekt bundesweit einzuführen.

gastbeitrag_hoffmann_140228.pdf(288 KB)
28. Februar 2014

Post-NSA: Die Vision von freien digitalen Infrastrukturen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien

Freifunk ist eine nicht-kommerzielle und ehrenamtlich getragene Initiative für freie Funknetzwerke. Freifunk-Netze verstehen sich als  Selbstmach-Netze und sind Teil einer globalen Bewegung für freie digitale Infrastrukturen. Durch die Vernetzung ganzer Stadtteile, Dörfer und Regionen wollen die Freifunk-Initiativen der digitalen Spaltung entgegenwirken und freie, unabhängige Netzwerkstrukturen aufbauen, in denen zum Beispiel lizenzfreies Community-Radio, die Übertragung lokaler Events, private Tauschbörsen und die gemeinsame Nutzung eines Internetzugangs möglich werden. Monic Meisel und Christian Heise, Vorstandsmitglieder des Fördervereins Freie Netzwerke, führen in ihrem Gastbeitrag kompakt in das Thema ein.

Heise, Christian/Meisel, Monic:Post-NSA: Die Vision von freien und dezentralen, digitalen Infrastrukturen(120 KB)
28. Februar 2014

Tagungsbeiträge zu Bürgermedien für Europa

Kategorie: Europa, Medien

Der Bundesverband Offene Kanäle (BOK) setzt sich in seiner Arbeit immer auch für die europäische Dimension der Idee ein. So hat sich der BOK im Jahr 2013 mit einer großen Fachtagung mit der Situation der Bürgermedien in Europa befasst. Dabei wurde deutlich, dass die Bürgermedien auf die identitätsstiftende Wirkung der Kultur setzen und in der Perspektive arbeiten, dass die Bürger/innen einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Europa zu stärken und weiterzuentwickeln. Die Arbeit der Bürgermedien wird zwar in Deutschland vielfach finanziell gefördert, in den meisten europäischen Ländern fehlt allerdings die ideelle und finanzielle institutionelle Unterstützung weitgehend. In diesen unterschiedlichen Rahmenbedingungen ist europaweit eine Vielzahl von Praxisprojekten, Konzepten und Ideen entstanden. Solche Beispiele wie auch die inhaltlichen Diskussionslinien stellt Angelika Jaenicke, die Beauftragte der LPR Hessen für Medienprojektzentren Offener Kanal, in ihrem Gastbeitrag vor. Ein wichtiges Ergebnis der Tagung ist die gemeinsam verabschiedete »Berlin Deklaration 2013«, in der die Teilnehmenden Selbstverpflichtungen für eine aktive Begleitung des europäischen Zusammenwachsen formuliert haben.

Jaenicke, Angelika:Bürgermedien für Europa(257 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

28. Februar 2014

Publikation: Einfach. Jetzt. Machen!

Kategorie: Nachhaltige Entwicklung, Publikationen

Mit lokalem Tun die Welt verändern: Im Rahmen der weltweiten Transition-Town-Bewegung versuchen engagierte Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in Städten, Gemeinden und Regionen die Energiewende und den Übergang in eine postfossile Wirtschaft zu organisieren. Auch in Deutschland haben sich bereits vielerorts solche Initiativen gegründet. Der dem Konzept der Transition Town zugrunde liegende Kulturwandel – der Begriff lässt sich mit »Bewegung für eine Stadt des Übergangs und Wandels« übersetzen – soll sich sowohl auf persönlich-individueller Ebene als auch im öffentlichen kommunalen Kontext vollziehen. Das vorliegende Buch von Rob Hopkins, dem Begründer der TT-Bewegung, versammelt handlungsorientierte Ideen und gute Beispiele aus der weltweiten TT-Praxis und regt zum Nachmachen an.

Hopkins, Rob: Einfach. Jetzt. Machen! Wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen. München 2014, 184 S., 12,95 Euro, ISBN 978-3-86581-458-6

Information und Bestellung

28. Februar 2014

Publikation: Bürgerschaftliches Engagement in Ostdeutschland

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Publikationen

Wie sieht die Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland aus? Dieser Frage geht eine Studie bereits zum zweiten Mal nach. Basis sind die Daten der Freiwilligensurveys und vertiefende Interviews mit Akteurinnen und Akteuren, die auf der örtlichen bzw. regionalen Ebene mit der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements betraut sind. Chancen und Probleme im Bereich der Zivilgesellschaft in den neuen Bundesländern werden vergleichend mit den alten Ländern und im Vergleich der neuen Länder untereinander systematisch analysiert. Und schließlich werden daraus Handlungsempfehlungen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland formuliert.

Olk, Thomas / Gensicke, Thomas: Bürgerschaftliches Engagement in Ostdeutschland. Stand und Perspektiven. 2014, 256 S., 39,99 Euro, ISBN 978-3-658-03787-1

Information und Bestellung

28. Februar 2014

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 21.-22.03.2014 in Dortmund: Offenes Treffen des BundesNetzwerks Kinder- und Jugendbeteiligung 2014
Eine Veranstaltung des Deutschen Kinderhilfswerks e.V.

• 28.-30.04.2014 in Naumburg (Saale): Gemeinnützige Organisationen entwickeln! – Eine Lernwerkstatt für interne Entwickler/innen und externe Prozessbegleiter/innen
Ein Seminar der SOCIUS Organisationsberatung gemeinnützige GmbH

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