eNewsletter Nr. 9/2013 (24.05.2013) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

24. Mai 2013

Bürgerbeteiligung in der kulturpolitischen Planung

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Kultur

Welche Einfluss- und Mitgestaltungsmöglichkeiten haben engagementbereite Menschen im Kulturbereich? In welcher Form können sie mitreden, mitmachen, mitgestalten oder mitentscheiden? Partizipation ist in den vergangenen Jahren auch im Rahmen kulturpolitischer Planungsprozesse zum Zauberwort avanciert. Möglichst viele und unterschiedliche Akteure – allen voran die Bürgerinnen und Bürger – werden in zunehmendem Maße an kulturpolitischen Ideen- sowie Entscheidungsfindungsverfahren beteiligt. Diese Aushandlungsprozesse werden bislang grundsätzlich positiv bewertet. Aber es gibt auch Fragen: Wie kann ein Umgang mit dem Spannungsverhältnis zwischen Gemeinwohlorientierung und partikularen Interessen gefunden werden? Können auch Aufgaben, die spezifisches Wissen voraussetzen, partizipativ bearbeitet werden? Besteht die Gefahr, dass Kulturpolitik angesichts der Komplexität der zu bewältigend Aufgaben Bürgerbeteiligung als Vehikel missbraucht, um Entscheidungen zu verzögern oder gar »auszulagern«? Über diese und andere Fragen wird im Panel 4 des 7. Kulturpolitischen Bundeskongress diskutiert, der vom 13.-14.06.2013 in Berlin stattfindet. Veranstalter sind die Kulturpolitische Gesellschaft und die Bundeszentrale für politische Bildung.

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24. Mai 2013

Kurzfilm: Die soziale Frage der Demokratie

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Kultur

Gemeinsam mit Studierenden der Berliner Universität der Künste haben Forscher/innen des Wissenschaftszentrums Berlins (WZB) sich an der Entwicklung eines Kurzfilms beteiligt, der sich mit dem Einfluss von Faktoren wie Einkommen und Bildung auf politische Beteiligung beschäftigt. Die Aufgabe der Kunststudenten war es, gesellschaftliche Probleme der Gegenwart visuell darzustellen. Als Basis für diesen Film diente die Forschungsarbeit von Sebastian Bödeker (siehe auch seinen <media 2692>Newsletter-Gastbeitrag vom 22.06.2012</media>). Der Filmbeitrag kommt zum Fazit, dass sich geringes Einkommen oder Armut negativ auf Partizipation und die Bekundung des politischen Willens auswirken. Wachsende soziale Ungleichheit könnte somit langfristig die Legitimation demokratischen Regierens untergraben. Als Konsequenz sehen die Filmemacher/innen Politik und zivilgesellschaftliche Organisationen in der Pflicht, soziale Selektivität zu bekämpfen um die Grundsätze politischer Gleichheit zu verwirklichen. Die Jury des internationalen Wettbewerbs »Out of Balance – Kritik der Gegenwart« hat den Film mit einem Preis ausgezeichnet.

Zum Film

24. Mai 2013

Youtube: Programm für Nonprofit-Organisationen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation, Unternehmen und Engagement

Gemeinnützige Organisationen mit Sitz in Deutschland können sich seit Kurzem für das Nonprofit-Programm von Youtube bewerben. Durch die darin enthaltenen Zusatzfunktionen soll das Spektrum nichtkommerzieller Organisationen bei der Ansprache potentieller Unterstützer/innen deutlich erweitert werden. So besteht die Möglichkeit, externe Links etwa zu Petitionen oder Spendenkampagnen in die Videoanmerkungen oder direkt in das Video einzubinden. Besucher/innen von Youtube kann zusätzlich die Möglichkeit zu Direktspenden über einen integrierten »Spenden-Knopf« unterhalb des Videos oder Kanals angeboten werden, allerdings wird dazu ein Google Wallet Account benötigt. Neu ist auch eine Live-Streaming-Funktion, mit der Organisationen beispielsweise Konferenzen oder andere Veranstaltungen live übertragen können. Nach Angaben von Google sind bislang mehr als 20.000 gemeinnützige Organisationen auf Youtube präsent. Das Unternehmen bietet ein Handbuch an, das Nonprofit-Organisationen den Einstieg in das Medium Youtube erleichtern soll.

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Handbuch: Youtube für Nonprofits (PDF, englisch)

24. Mai 2013

Aufruf: Europa geht anders

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Europa, Soziales/ Soziale Problemlagen

»Eine Vertiefung der Europäischen Union muss eine Stärkung der Demokratie und das Wohlergehen aller Menschen in Europa zur Voraussetzung haben«: Mit diesem erklärten Ziel hat die Initative »Europa geht anders« einen Aufruf gestartet, der sich für soziale Sicherheit und gegen Sozialabbau in Europa ausspricht. Dabei kritisieren die Initiator/innen die wachsende Ungleichheit in Europa als Folge der bisherigen Krisen- und Sparpolitik. Während viele Politiker/innen beim EU-Gipfel im Juni 2013 bindende Verträge für Wettbewerbsfähigkeit und Strukturreformen in den Mitgliedsländern anstreben, stellt dem die Initative die Entwicklung einer europäischen Sozialunion als Alternative gegenüber. Dabei sind der Abbau finanzieller Ungleichgewichte in der EU, die Demokratisierung der europäischen Wirtschaftspolitik und Investitionen in den Ausbau der Infrakstuktur zentrale Aspekte. Unterstützer/innen können den Aufruf online mitunterzeichen.

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24. Mai 2013

Kampagne für Saubere Kleidung

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Europa, Kampagnen, Unternehmen und Engagement

Die Clean Clothes Campaign (CCC), die die Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei der Textilherstellung in den Erzeugerländern zum Ziel hat, begrüßt die Unterzeichnung eines Abkommens über Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch. Beim Einsturz einer Bekleidungsfabrik waren dort im April 2013 über 1.100 Arbeiter/innen getötet worden. Die Unterzeichner, darunter Aldi, H&M, Rewe, Lidl, KIK und Tchibo verpflichten sich durch das Abkommen mit lokalen und internationalen Gewerkschaftsvertretungen zukünftig zu einem besseren Schutz der Beschäftigten in Bangladesch. Das Abkommen sieht neben Inspektionen, Instandsetzungen und Sicherheitsmaßnahmen auch eine Kostenbeteiligung der Hersteller sowie die Beteiligung der Beschäftigten und ihrer gewerkschaftlichen Vertretungen vor. Die CCC sieht in dem Abkommen eine Stärkung unternehmerischer Gesellschaftsverantwortung. Sie verweist auf den Willen der Verbraucher/innen, die durch mehr als eine Million Protestmails den Druck auf die Verantwortlichen erhöht hätten, und ruft bisher nicht beteiligte Unternehmen zur Unterzeichnung auf. Problematisch ist die Beschränkung des Abkommens insofern, als dass dadurch der Status der Beschäftigten, ihre Löhne, Arbeitszeiten und Sozialleistungen sowie das Recht auf freie gewerkschaftliche Betätigung nicht berührt wird.

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Das Abkommen im Wortlaut (PDF, englisch)

Im Fokus: Engagement, Integration und Zivilgesellschaft

24. Mai 2013

Freiwilliges Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

In der Diskussion um Bürgergesellschaft, Teilhabe und Integration erfährt das bürgerschaftliche Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund seit einigen Jahren zunehmend Beachtung und Anerkennung. Diese Entwicklung basiert auf der Erkenntnis, dass dieses Engagement zweifellos eine wichtige und bislang unterschätzte Ressource für gesellschaftliche Teilhabe und Integration ist. Insgesamt sind der Kenntnisstand und die Datenlage über das Engagementverhalten und -potenzial von Menschen mit Migrationshintergrund und deren Auswirkungen auf Partizipations- und Integrationsprozesse jedoch noch immer sehr gering. Das Forschungsprojekt »Vergleichende Fallstudien zum freiwilligen Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund« möchte helfen, diese Lücke zu schließen. Im Rahmen des Vorhabens wurden freiwillig engagierte Personen in Nordrhein-Westfalen, die selbst oder deren Elternteil(e) aus der Türkei oder dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland zugewandert sind, telefonisch zu ihrem Engagement, zu ihren Motiven, Erwartungen und Verbesserungsbedarfen befragt. Susanne Huth, Geschäftsführerin der INBAS-Sozialforschungs-GmbH, stellt in ihrem Gastbeitrag erste Ergebnisse der Untersuchung vor.

Huth, Susanne:Vergleichende Fallstudien zum freiwilligen Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund(417 KB)
24. Mai 2013

Dokumentation: Inklusion durch Partizipation

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Migrantenorganisationen leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration. Die politischen Partizipationschancen von Migrantinnen und Migranten sind jedoch nach wie vor ungleich verteilt. Die bundesweite Fachtagung »Inklusion durch Partizipation« des BBE beschäftigte sich im vergangenen Jahr mit Möglichkeiten zur Förderung der politischen Beteiligung von Migrant/innen. Sie stellte gelungene Beispiele der Partizipationsförderung vor und lotete aus, wie durch geeignete Konzepte die Vertretung von Migrant/innen stärker gefördert werden kann. Die nun vorliegende Dokumentation stellt Akteure, Inhalte und Ergebnisse der Fachtagung vor.

Die Dokumentation im Wortlaut (PDF)

24. Mai 2013

Dossier: Umfang, Strukturen und Bedeutung von Migrantenselbstorganisationen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Religiöse Vereine, und hier vor allem Moscheevereine, werden in der Öffentlichkeit häufig als typische Migrantenselbstorganisationen bezeichnet. Die Forschung zeigt jedoch, dass mehr als zwei Drittel aller Migrantenorganisationen weltliche Organisationen repräsentieren. Wie viele dieser Vereine und Organisationen es in Deutschland gibt, ist unklar: Schätzungen gehen von bis zu 20.000 solcher Vereine aus. Deren Rolle für die soziale Integration der Einzelnen und für die Interessenregulierung und Teilhabe wird kontrovers diskutiert. Prof. Dr. Ludger Pries, Soziologe an der Ruhr-Universität Bochum, beschreibt in einem für die Bundeszentrale für politische Bildung entstandenen Dossier den Umfang und die Struktur von Migrantenorganisationen in Deutschland. Er stellt fest: Migrantenselbstorganisationen können aus sehr verschiedenen Perspektiven – beispielsweise als Kultur-, Sport- und Freizeitvereine, als Mittel der Einwandererintegration in eine Ankunftsgesellschaft oder als Form der Partizipation von Interessengruppen im politischen System – analysiert werden. Zusammengefasst legen die vorhandenen Studien nahe, keinen pauschalen Grundsatzstreit über deren Funktion als »Integrationsbrücke« oder als »Integrationsfalle« zu führen, sondern sie als multidimensionale, multifunktionale und sich im Zeitverlauf stark wandelnde Organisationen zu betrachten, die in aller Regel in Herkunfts- und Ankunftsländern verankert sind.

Das Dossier im Wortlaut (PDF)

24. Mai 2013

Stadtentwicklung und Integration

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

In Deutschland haben etwa 16 Mio. Menschen ausländische Wurzeln. Die Integration von Zugewanderten und von Menschen mit Migrationshintergrund ist zu einer zentralen Zukunftsaufgabe von Städten, Gemeinden und Landkreisen avanciert. Die Kommunen sind je nach Anzahl, Herkunft, Alter und Bildungsstand der Zuwanderer/innen unterschiedlich gefordert. Im Bereich der Stadtentwicklung wird bereits im Nationalen Integrationsplan auf den besonderen Handlungsbedarf in Stadt- und Ortsteilen, in denen sich sozioökonomische Benachteiligungen mit städtebaulichen Defiziten und Problemen des Zusammenlebens unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen überlagern, aufmerksam gemacht. Martina Kocks, Referentin beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), erläutert in ihrem Gastbeitrag den Zusammenhang von Stadtentwicklung und Integration und stellt verschiedene Modellvorhaben des BBSR im Handlungsfeld vor.

Kocks, Martina:Wie gehören Stadtentwicklung und Integration zusammen?(230 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

24. Mai 2013

Publikation: Argumentationshilfe zu Engagement und Beteiligung älterer Menschen

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Leben im Alter, Publikationen

Das Zentrum für Zivilgesellschaftliche Entwicklung (zze) hat eine »Argumentationshilfe zur Förderung von Mitgestaltung und Mitentscheidung älterer Menschen in Kommunen« erstellt. Diese richtet sich an Verantwortliche von Kommunen und Unternehmen, Fachkräfte in Verbänden und Kirchen, Aktive in Vereinen sowie engagierte Bürger/innen und soll praktische Anregungen und Argumente zur Entwicklung von Initiativen für ein aktives Alter(n) vermitteln. Grundlage bildet eine Nacherhebung zum Bundesprogramm »Aktiv im Alter«. Der vom Bundesfamilienministerium geförderte Leitfaden wird auf der Webseite des zze zum kostenlosen Download angeboten.

Silke Marzluff / Thomas Klie: Argumentationshilfe zur Förderung von Mitgestaltung und Mitentscheidung älterer Menschen in Kommunen. Erkenntnisse und Empfehlungen auf Basis der Nacherhebung zur Nachhaltigkeit des Programms »Aktiv im Alter«. 2013, 32 S., gratis

Download der Publikation (PDF)

24. Mai 2013

Publikation: Stadt der Commonisten

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Kultur, Publikationen, Umwelt/ Natur/ Energie, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Ob in urbanen Gemeinschaftsgärten, in Offenen Werkstätten oder bei Tausch-Events: Eine neue Generation von Do-it-yourself-Aktivist/innen hinterfragt vielerorts das Verhältnis von Konsum und Produktion, problematisiert den Warencharakter der Dinge und des in ihnen eingeschlossenen Wissens. Der vorliegende Bildband stellt die Protagonistinnen und Protagonisten dieser neuen Bewegung und ihre Projekte vor. Er kombiniert visuelle Streifzüge durch die neuen urbanen Räume des Selbermachens mit anregenden Zeitdiagnosen. Die Beiträge veranschaulichen: Die jungen Urbanen setzen nicht auf Opposition, sondern folgen dem Bedürfnis nach »echter Demokratie«, indem sie Sphären des Teilens und Tauschens schaffen. Sie praktizieren kollaborativen Konsum und bespielen den öffentlichen Raum nach Commonisten-Art.

Andrea Baier, Christa Müller, Karin Werner: Stadt der Commonisten. Neue urbane Räume des Do-It-Yourself. 2013, 232 S., 24,90 Euro, ISBN  978-3-8376-2367-3

Bestellung und Information

24. Mai 2013

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 27.06.2013 in Gelsenkirchen: Lebensqualität Älterer im Wohnquartier
Eine Fachtagung der Fachhochschule Dortmund

• 03.07.2013 in Düsseldorf: Fachtagung Service Learning
Eine Veranstaltung der Aktiven Bürgerschaft e.V.

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