eNewsletter Nr. 20/2013 (25.10.2013) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

25. Oktober 2013

Krötenwanderung: Aktionsbündnis »Bankwechsel jetzt«

Kategorie: Kampagnen, Menschenrechte, Umwelt/ Natur/ Energie

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist dem Aktionsbündnis »Bankwechsel jetzt« beigetreten. Unter dem Motto »Zeit für Krötenwanderungen« ruft die Initiative die Kund/innen von Großbanken dazu auf, die Geschäftspraktiken ihres Geldinstituts kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls die Bank zu wechseln. Die individuellen Gründe hierfür können vielfältig sein: So stehen einige Banken und deren Anlageprodukte im Verdacht, durch Spekulation mit Nahrungsmitteln Gewinne zu erwirtschaften. Auch Investitionen in Atomenergie oder andere Finanzgeschäfte, die gegen ökologische oder ethische Grundsätze verstoßen, können ein möglicher Anstoß sein, einen Bankwechsel vorzunehmen. Die Woche des Weltspartags vom 28. bis zum 31. Oktober wird im Rahmen des Bündnisses auch in diesem Jahr wieder zur »Bankwechselwoche«. Der BUND und andere Träger der Initiative planen zu diesem Termin Aktionen vor zahlreichen Bankfilialen in Deutschland. Das von Attac ins Leben gerufenen Bankwechselbündnis wird unter anderem von Jugendorganisationen wie der Grünen Jugend, der Katholischen Landjugend aber auch von Nichtregierungsorganisationen wie Urgewald, INKOTA, FIAN und vom Südwind-Institut unterstützt.

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25. Oktober 2013

Studie: Arm, arbeitslos und unpolitisch

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Soziales/ Soziale Problemlagen

Menschen mit niedrigem Einkommen und Arbeitslose sind hierzulande politisch weniger interessiert und engagiert als berufstätige Mitbürger/innen ohne Armutsrisiko. Dies ist das zentrale Ergebnis einer im Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) veröffentlichten Studie auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), welches fortlaufend seit 1984 erhoben wird. Die Studie stellt weiterhin heraus, dass Deutschland im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarländern eine vergleichsweise große Ungleichheit bei der politischen Teilhabe zwischen den verschiedenen sozialen Gruppen aufweist – die größte Beteiligungslücke besteht bei der Mitarbeit in Parteien und Organisationen. Aber: Nicht die prekäre Einkommenssituation oder Arbeitslosigkeit sind laut DIW die Ursachen von politischem Desinteresse und ausbleibender Beteiligung. Mit dem sogenannten »Geschwister-Studiendesign« ermitteln die Forscher/innen die soziale Herkunft als bestimmenden Faktor. Politische Inaktivität wird demnach zusammen mit dem Arbeitslosigkeits- und Armutsrisiko »vererbt«. Folgerichtig schließt die Studie mit der Forderung, herkunftsbedingte Bildungsunterschiede zu verringern und eine breitere Verankerung demokratischer Bildung in Schulen zu gewährleisten. Es solle als staatliche Aufgabe begriffen werden, dem »Herkunftseffekt« frühzeitig entgegenzuwirken.

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25. Oktober 2013

AGDF: Forderung nach aktiver Friedenspolitik

Kategorie: Frieden/ Konflikte/ Gewalt

Die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) kritisieren die zunehmende Militarisierung Deutschlands. Einstimmig haben die 32 Mitglieder der AGDF in ihrer Mitgliederversammlung daher eine Resolution verabschiedet, in der sie die neue Bundesregierung zu einer aktiven Friedenspolitik auffordern. Dazu gehören eine entschiedene Abrüstung, eine restriktive und vom Parlament kontrollierte Rüstungsexportpolitik sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen für die Umstellung der Rüstungsindustrie auf zivile Produkte. Parallel dazu fordert die Resolution, dass Mittel für Instrumente und Programme ziviler Krisenprävention im Ausland ausgebaut werden und der 2004 von der Bundesregierung beschlossene Aktionsplan zur Zivilen Krisenprävention konsequent umgesetzt wird. Handlungsbedarf sieht die AGDF-Mitgliederversammlung aber auch innerhalb Deutschlands. Den Einsatz von Kriegswaffen im Innern und die umfassende Werbung der Bundeswehr für den Soldat/innenberuf sieht sie als Beispiele zunehmender innergesellschaftlicher Militarisierung.

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25. Oktober 2013

BfDT: Zivilcourage aktivieren, Netzwerke aufbauen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft

Zivilcourage als demokratische Tugend im Alltag ist ein zentraler Begriff in der Auseinandersetzung mit Gewalt und Rechtsextremismus geworden, meint aber eine viele Lebensbereiche umfassende Alltagspraxis sozial mutigen Handelns. Doch wie kann Zivilcourage unterstützt und aktiviert werden? Welche zivilgesellschaftlichen Strategien gegen Gewalt gibt es? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Fachtagung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT). Im Rahmen der Tagung diskutierten die Teilnehmenden praxisnah Wissenswertes aus der Konflikt- und Gewaltforschung. Neben den Themen Cybermobbing oder Gewaltprävention für Kinder, in Schulen sowie im beruflichen Alltag wurde auch der Frage nachgegangen, welche Rolle die ehrenamtliche Arbeit im Sportbereich für die Gewaltprävention spielen kann. Die gesamte Dokumentation der Fachtagung und Präsentationen aus den einzelnen Workshops stehen nun online für alle Interessierten bereit.

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25. Oktober 2013

Yallah: Junge Muslime engagieren sich

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Religion und Weltanschauung

Junge Muslime gehören zu Deutschland. Und sie setzen sich für diese Gesellschaft ein: Sie engagieren sich sozial mit Kindern, Senioren oder in der Stadtteilarbeit, organisieren Veranstaltungen zur Berufsorientierung an der Schule und Vorträge zum Islam im Jugendzentrum oder an der Universität. Dieses vielfältige Engagement ist wichtig für die Gesellschaft – und es kann das Bild des Islams in Deutschland verändern. Die Robert Bosch Stiftung unterstützt Projekte junger Muslime und fördert kreative Ideen, die zeigen, wie bunt der Islam in Deutschland ist. Gefördert werden Projekte und Initiativen junger Muslime zwischen 16 und 30 Jahren, die in ihrem Lebensumfeld etwas verändern wollen. Voraussetzung ist, dass das Vorhaben nicht nur auf den eigenen Verein oder die eigene Gemeinde beschränkt bleibt, sondern grundsätzlich offen für andere (muslimische und nicht-muslimische) Personen ist. Die Projekte sollen von Jugendlichen selbst beantragt, geplant und durchgeführt werden.

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Im Fokus: Community Organizing

25. Oktober 2013

Community Organizing im Kontext Sozialer Bewegungen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement

Frauenbewegung, Arbeiterbewegung, Anti-Atom-Bewegung, Friedensbewegung, Umweltbewegung, Schwulen- und Lesbenbewegung: alles das sind Formen Sozialer Bewegungen. Community Organizing (CO) jedoch wird in Deutschland zwar assoziiert mit der Zivilgesellschaft, den Bürgerplattformen und -foren, Kirchen und Moscheen, Bürgerbeteiligung sowie der Gemeinwesenarbeit, nicht aber im Kontext Sozialer Bewegungen. Michael Rothschuh, emeritierter Professor für Sozialpolitik und Gemeinwesenarbeit an der HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, schlägt vor diesem Hintergrund in seinem Gastbeitrag vor, Community Organizing sowohl in der Forschung als auch der Praxis im Kontext Sozialer Bewegungen zu verstehen. Denn im CO gehe es darum, dass sich Menschen zu handlungsfähigen kollektiven Akteuren zusammenschließen, um tief greifende Verbesserungen der Lebenslage zu erreichen und verfestigte Machtstrukturen zu verändern; eben dies sei auch der Kern Sozialer Bewegungen.

Rothschuh, Michael:Community Organizing im Kontext Sozialer Bewegungen(225 KB)
25. Oktober 2013

Fundraising und Community Organizing

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Fundraising

Community Organizing ist Organisationsarbeit in Stadtteilen, Städten oder Regionen. Durch den Aufbau einer Beziehungskultur und durch gemeinsames Handeln tragen Bürgerinnen und Bürger zur Lösung von Problemen in ihrem Umfeld bei. Community Organizing ist dabei zutiefst den Prinzipien von Demokratie und Selbstbestimmung verpflichtet. In der Geschichte von Community Organizing ist die Sicherung einer möglichst unabhängigen Finanzierung von CO-basierten Bürgerorganisationen schon immer von zentraler Bedeutung. Hille Richers, Fundraising Managerin und systemische Beraterin für Organsiationsentwicklung, erläutert in ihrem Gastbeitrag den Zusammenhang von Fundraising und Community Organizing und zeigt generell, welche Potenziale im Fundraising für die Selbstorganisation von Vereinen und Initiativen liegen.

Richers, Hille:Fundraising stärkt die Selbstorganisation – Fundraising und Community Organizing(171 KB)
25. Oktober 2013

Arbeiten, wie und was ich wirklich will: Mit Erwerbslosigkeit selbstorganisiert umgehen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf

Erwerbslosen Menschen in Stuttgart eine Stimme zu geben, ist das Ziel zweier preisgekrönter Initiativen aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Beide Initiativen, ein Verein und eine Genossenschaft, zeigen, wie mit dem kreativen Einsatz von CO-basierten Methoden ein »anderes« Wirtschaften und Arbeiten möglich wird. Dr. Walter Häcker, geschäftsführender Vorstand der Arbeit Zuerst eG, stellt in seinem Gastbeitrag die beiden Projekte vor und erläutert, wie sich mit Erwerbslosigkeit selbstorganisiert umgehen und eine gegenseitige Förderung am Arbeitsmarkt sicherstellen lässt.

Häcker, Walter:Arbeiten, wie und was ich wirklich will – Mit Erwerbslosigkeit selbstorganisiert umgehen(139 KB)
25. Oktober 2013

Starke Nachbarschaften durch aktive Beteiligung: Community Organizing in Leipzig

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement

Im Jahr 2008 begannen Pfarrer/innen einiger Leipziger Kirchgemeinden sich intensiver mit dem Ansatz des Community Organizing auseinanderzusetzen. Sie verfolgten dabei das Ziel, Kirchengemeinden zu wahrnehmbaren Akteuren in den nördlichen Stadtteilen Leipzigs werden zu lassen. Gemeinsam mit weiteren Partnern vor Ort wurde eine Konzeption entwickelt, um mit einem Projekt auf Grundlage von CO den Gemeindeaufbau und das soziale Engagement der Kirchengemeinde anzustoßen. In der Folge gründete sich das offene und unabhängige Bürgernetzwerk »Starke Nachbarschaften«, in dem sich nicht nur kirchennahe Menschen engagieren. Martina Lück, Projektkoordinatorin des Bürgernetzwerkes, stellt gemeinsam mit Renate Conrad und Holger Simmat in ihrem Gastbeitrag die Arbeit und Erfolge des basisdemokratischen Bürgerprojektes vor.

Conrad, Renate/Simmat, Holger/Lück, Martina:Starke Nachbarschaften durch aktive Beteiligung – Community Organizing in Leipzig(134 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

25. Oktober 2013

Publikation: Partizipation und Klimawandel

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Nachhaltige Entwicklung, Umwelt/ Natur/ Energie

Der Klimawandel verursacht weltweit deutliche Veränderungen von Ökosystemen und beeinflusst die menschlichen Lebensverhältnisse. Die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen umfassen zum einen erhebliche Klimaschutzanstrengungen, zum anderen auch die notwendige Anpassung an den Klimawandel. Insgesamt gilt es, die Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit zu transformieren. Ein überaus komplexer Prozess, der nur unter breiter Beteiligung vieler gesellschaftlicher Akteure gelingen kann. Erforderlich sind angesichts dieser Herausforderungen innovative Partizipationsverfahren, die staatliche und gesellschaftliche Akteure zusammenbringen. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes haben verschiedene Beteiligungsverfahren auf deren Potenziale und Defizite hin untersucht und ausgewertet. Ihr Fokus lag dabei auf regionalspezifischen Erfahrungen. Auf Basis ihrer Forschungsergebnisse geben sie Empfehlungen für eine erfolgreiche Gestaltung und Durchführung von Partizipationsverfahren.

Knierim, Andrea/Baasch,Stefanie/Gottschick, Manuel (Hrsg.): Partizipation und Klimawandel. Ansprüche, Konzepte und Umsetzung. 2013, 294 S., 34,95 Euro, ISBN 978-3-86581-454-8

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25. Oktober 2013

Publikation: Partizipation in der Wissensgesellschaft

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Wie können in zeitgenössischen (Wissens-)Gesellschaften Qualität und Legitimität politischer Entscheidungen gewährleistet und verbessert werden? Dazu wird seit einigen Jahren nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland vermehrt die Einbeziehung zusätzlicher Akteure in die politische Willensbildung und Entscheidungsfindung jenseits repräsentativ-demokratischer Institutionen und Verfahren gefordert. Diese Forderungen zielen insbesondere auf eine Inklusion der Bürger mit ihrem spezifischen Wissen, ihren Wertvorstellungen und Problemwahrnehmungen ab. Die diskursiven Beteiligungsverfahren Mediation im öffentlichen Bereich, Planungszelle bzw. Bürgergutachten und Konsensuskonferenz werden in der vorliegenden Studie dargestellt und in Hinblick auf ihre Bedeutung im Sinne einer »partizipatorischen Politikberatung« ausgewertet.

Hebestreit, Ray: Partizipation in der Wissensgesellschaft. Funktion und Bedeutung diskursiver Beteiligungsverfahren. 2013, 208 S., 39,99 Euro, ISBN 978-3-658-00484-2

Informationen und Bestellung

25. Oktober 2013

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 

  • Anerkennungskultur
  • Bürgerbegehren
  • Bürgerentscheid
  • Bürgergesellschaft
  • Bürgerkommune
  • ...
  • Service Learning
  • Sozialkapital
  • Stiftungen
  • Volksentscheid
  • Zivilgesellschaft

  • Listenpfeil-Symbol Gesamtes Glossar