eNewsletter Nr. 16/2013 (30.08.2013) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

30. August 2013

Deutsches Institut für Menschenrechte: »NSU«-Abschlussbericht

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Menschenrechte

Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIM) hat anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichts des »NSU«-Untersuchungsausschusses des Bundestages im August 2013 weitreichende Konsequenzen für Polizei und Justiz gefordert. Internationale und europäische Fach- und Menschenrechtsgremien zur Bekämpfung von Rassismus sowie deutsche NGOs haben bereits lange vor dem Bekanntwerden der rassistischen Mordserie des »NSU« darauf hingewiesen, dass rassistisch motivierte Gewalttaten in Deutschland durch Polizei und Justiz nicht ausreichend erkannt würden. Für die Zukunft fordert das DIM eine gezielte Förderung von Diversität der Polizei bis in die Führungsstrukturen sowie die Entwicklung bundesweit einheitlicher Richtlinien zur Ermittlung rassistisch motivierter Straftaten. Auch das statistische Erfassungssystem für rassistisch motivierte Straftaten sollte reformiert und auf Staatsanwaltschaften und Gerichte erweitert werden. Zudem wird die Einrichtung unabhängiger und effektiver Beschwerdestellen für polizeiliches Fehlverhalten gefordert. Desweiteren schlägt das DIM Untersuchungen vor, die rassistische und voreingenommene Einstellungsmuster und deren Auswirkungen auf polizeiliches Handeln beleuchten.

Hintergrundpapier des DIM (PDF)

30. August 2013

Datenschutz: Broschüre zur digitalen Selbstverteidigung

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Kampagnen, Medien, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation

Die Initiative »Digitalcourage« hat einen Leitfaden veröffentlicht, der Internetnutzer/innen Hilfe beim Schutz der eigenen Privatsphäre anbietet. Unter dem Titel »Digitale Selbstverteidigung« sind dort Hinweise zusammengefasst, die das Bewusstsein für den Umgang mit persönlichen Daten im Netz schärfen sollen. Beispielsweise werden wichtige Browsereinstellungen erläutert und freie Software als Alternative zu den Produkten großer US-Anbieter vorgestellt.  »Digitalcourage« reagiert damit nicht nur auf den PRISM-Abhörskandal, sondern will Internetnutzer/innen dazu animieren, politisch aktiv zu werden. Europa- bzw. Bundestagsabgeordnete sollen dazu bewegt werden, sich deutlicher für Datenschutz und Bürgerrechte im Internet stark zu machen.

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30. August 2013

Initiative für Zeitbanken

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Soziales/ Soziale Problemlagen

Durch unentgeldliche, ehrenamtliche Hilfeleistung für andere ein Zeitguthaben ansparen, um dieses später gegen die Unterstützung durch andere einzulösen: das ist die Idee hinter sogenannten Zeitbanken. Diese Methode für die Altersvorsorge verlässlich zu nutzen, ist das Ziel der Initiative »Kölner Vorsorge-ZeitBank« (KVZB). Über eine enge Kooperation mit dem »BundesArbeitsTreffen für Tauschsysteme« (BATT) informiert die Kölner Initiative seit Herbst 2012 die etwa 30.000 Mitglieder der rund 300 Tauschringe in Deutschland über die Möglichkeiten und Perspektiven von Vorsorge-Zeitbanken. Das Interesse am Prinzip der Vorsorge mithilfe von Zeitbanken wächst auch in der Politik. So hat der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages das BATT im letzten Jahr um eine Übersicht über Zeitbanken und Tauschringe gebeten, die nun im Netz zur Ansicht bereit steht. 

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30. August 2013

Deutsche Welle: Neue Ehrenamtsseite im Netz

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Kultur, Medien, Soziales/ Soziale Problemlagen

Die Deutsche Welle bietet in ihrem Webauftritt seit Mitte August 2013 eine neue Seite zum Thema Ehrenamt. Im Mittelpunkt stehen fünf interaktive Filme zu den Bereichen Rettungswesen, Soziales, Kultur, Sport und Kirche. Zusätzlich zum Film werden jeweils vertiefende Informationen angeboten. Grundlegende Kurzreportagen befassen sich mit den Freiwilligen und ihren Motivationen, der Geschichte des Ehrenamts in Deutschland sowie der problematischen Rolle von Ehrenamt als Lückenbüßer.

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30. August 2013

Kampagne: Save me – Flüchtlinge aufnehmen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Frieden/ Konflikte/ Gewalt, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Kampagnen, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Die Frage nach einem menschenwürdigen und Perspektiven bietenden Umgang mit Flüchtlingen ist nach wie vor aktuell und gewinnt sogar an Brisanz. Das zeigen nicht nur die jüngsten Entwicklungen im Syrien-Konflikt, sondern z. B. auch die Proteste um das Asylbewerberheim in Berlin-Hellersdorf. Die Kampagne »Save me – Flüchtlinge Aufnehmen« setzt sich seit fünf Jahren dafür ein, Menschen auf der Flucht eine dauerhafte Lebensperspektive zu geben. Ziel ist es, die Zahl der im Rahmen des »Resettlement«-Programms der Vereinten Nationen jährlich in Deutschland aufgenommenen Flüchtlinge zu steigern und an eine Quote zu binden, so wie es bereits in zahlreichen anderen Ländern der Fall ist. Die aktuelle Anzahl von 300 aufgenommenen Flüchtlingen im Jahr betrachten Träger und Unterstützer von »Save me« als deutlich zu wenig. Unterstützung findet die Kampagne durch insgesamt 56 Städte und Gemeinden aus dem gesamten Bundesgebiet, so z. B. Düsseldorf, Lübeck, Dresden und Augsburg. Seit Mai 2013 ist die Kampagne im Rahmen des EU-Projektes SHARE sogar auf europäischer Ebene aktiv. Getragen wird »Save me« von einem breiten Bündnis, darunter die Organisation Pro Asyl, die UN-Flüchtlingshilfe, Wohlfahrtsverbände, Kirchen sowie Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen.

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Im Fokus: Social Media

30. August 2013

Social Media für Vereine und Initiativen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Medien, Vereinsarbeit

Unter der Bezeichnung Social Media werden alle Medien zusammengefasst, die deshalb sozial sind, weil sie erst im gemeinsamen Gebrauch entstehen. Über die in der Begriffsdefinition beschriebene gemeinsame Nutzung hinaus, bezeichnet Social Media daneben eine Art Sozial- oder Kulturraum, der sich nicht nur ständig verändert und weiterentwickelt, sondern in dem sich zurechtzufinden auch einiges an Know-How und Kompetenz erfordert. Gerade Initiativen und Vereine fühlen sich deshalb häufig überfordert und schrecken vor der Nutzung sozialer Kommunikationskanäle zurück. Hannes Jähnert befasst sich als Blogger seit mehreren Jahren mit dem digitalen Wandel in der Zivilgesellschaft und speziell mit dem Online- und Micro-Volunteering. In seinem Gastbeitrag führt er praxisnah in die Welt der Sozialen Medien ein und erläutert die Chancen, die sich mit deren Nutzung für Vereine und Initiativen verbinden. Er ist überzeugt: im Networking liegen die größten Potentiale der Sozialen Medien für Vereine und Initiativen.

Jähnert, Hannes:Social Media für Vereine und Initiativen(0.9 MB)
30. August 2013

Stiftungskommunikation und Social Media

Kategorie: Medien, Organisation/ Kommunikation/ Qualifikation, Stiftungen

Die Nutzung von Social Media stellt einen Paradigmenwechsel bei der Organisation von Kommunikation dar. Die Idee der Social Media stellt etablierte Mechanismen und Abläufe von Kommunikation auf den Kopf; mit dem Aufkommen sozialer Netzwerke und der Zunahme von Angeboten, die auf Transparenz, Interaktion, Dialog und Partizipation der Nutzer/innen setzen, ändern sich die Selektions- und Distributionsmechanismen von Kommunikationsangeboten. Unbestritten ist, dass für Vereine und Initiativen, aber auch für Stiftungen durch die Nutzung von Social Media die Möglichkeit besteht, beispielsweise freiwillige Unterstützer/innen, Spender/innen oder andere Multiplikator/innen für die eigenen Ziele zu gewinnen. Tobias Bürger, Social Media Fellow der Stiftung Mercator, analysiert in seinem Gastbeitrag das Potential von Social Media für die Kommunikation von Stiftungen.

Bürger, Tobias:Vernetzt, transparent und offen für Neues: Stiftungskommunikation und Social Media(145 KB)
30. August 2013

Bürgergesellschaft 2.0: Möglichkeiten, Grenzen und Perspektiven von Social Media

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien, Stiftungen, Vereinsarbeit

Die sozialen Medien stehen für einen kulturellen Wandel in unserer Gesellschaft. Sie versprechen mehr Transparenz, Partizipation, Dialog und vereinfachte Kollaboration. Damit es nicht nur bei diesem Versprechen bleibt, müssen Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Organisationen, die mit Hilfe der neuen Tools aktiv die Gesellschaft gestalten wollen, diesen kulturellen Wandel verstehen lernen: Wie lässt sich politisches Engagement in der lokalen Bürgergesellschaft über das Web organisieren? Wie können die Sozialen Medien die Vereins- und Vorstandsarbeit verändern? Diesen Fragen widmet sich Sophie Scholz, Initiatorin des SocialBar-Netzwerkes und Web 2.0-Expertin, in zwei Präsentationen. Diese stammen zum einen vom »Forum für Bürgerbeteiligung und kommunale Demokratie« der Stiftung Mitarbeit (2011), zum anderen von der diesjährigen Fachtagung »Engagement braucht Leadership« der Robert Bosch Stiftung.

30. August 2013

Open Transfer: Erfahrungswissen teilen, Social Media nutzen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Medien

In ganz Deutschland sind Projekte und bürgerschaftliche Initiativen dabei, weit aus ihrem lokalen Aktionsradius herauszutreten. Projektübertragung heißt das Zauberwort. Besonders innovative Initiativen werden in openTransfer-Camps bekannt gemacht und finden so Nachahmer in anderen Städten und Kommunen. Nach dem Motto »Gutes einfach verbreiten« können Teilnehmende auf einem openTransfer-Camp ihr Praxis- und Fachwissen teilen, Best-Practice-Modelle vorstellen und gemeinsam Lösungen entwickeln, wie lokale Bürgerprojekte wachsen können. Die openTransfer-Camps sind eine Initiative der Stiftung Bürgermut, die mit unterschiedlichen Webprojekten Social Start-Ups unterstützt. Katarina Peranic und Henrik Flor zeigen in ihrem Gastbeitrag am Beispiel der openTransfer-Camps, welche Rolle die Sozialen Medien dabei spielen.

Peranic, Katarina/Flor, Henrik:Gutes einfach verbreiten(1.7 MB)

Publikationen und Veranstaltungen

30. August 2013

Publikation: Bundesfreiwilligendienst – Freiwillig viel bewegen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Publikationen

Der AWO Bundesverband hat eine allgemeine Informationsbroschüre zum Bundesfreiwilligendienst (BFD) herausgegeben, die sich vor allem an BFD-Interessierte wendet. Sie bietet einen Überblick über die Möglichkeiten, Rechte und Pflichten während eines Bundesfreiwilligendienstes und gibt zahlreiche Tipps und Beispiele.

AWO Bundesverband: Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) - Freiwillig viel bewegen. 2013, 47 S., 4,90 Euro, ISBN 978-3-406-65522-7

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30. August 2013

Publikation: Selbsthilfe und Soziale Arbeit

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Gesundheit/ Behinderung/ Lebenshilfe, Soziales/ Soziale Problemlagen

Was wissen professionelle Fachkräfte der Sozialen Arbeit über Arbeit und Wert der zahlreichen Selbsthilfegruppen, die mit ihrem selbst organisierten Engagement die soziale Versorgung ergänzen? Einerseits vollzog sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte in der Sozialen Arbeit ein Prozess der Professionalisierung. Andererseits entwickelte sich die Selbsthilfe im gleichen Zeitraum von einer sozialen und politischen Bewegung zu einem Bestandteil des Sozial- und Gesundheitswesens. Das Münchner Modellprojekt »Selbsthilfe und Soziale Arbeit« untersuchte exemplarisch die aktuelle Situation der Selbsthilfeentwicklung und -unterstützung in einer Großstadt, in der Selbsthilfe in vielen Facetten eine jahrzehntelange Tradition hat. Neben den vielfältigen Themen, die von Menschen freiwillig und engagiert bearbeitet werden, wird exemplarisch aufgezeigt, wie Soziale Arbeit das Potential der Selbstorganisation im Sinne des seit den 1980er Jahren diskutierten Empowerment-Ansatzes nutzen kann und wo Reibungsflächen sind. Der vorliegende Band versammelt Beiträge von namhaften Expert/innen des Selbsthilfebereiches und dokumentiert Ergebnisse des Münchener Modellprojektes.

Burkhard Hill/Eva Kreling et al. (Hg.): Selbsthilfe und Soziale Arbeit. Das Feld neu vermessen. 2013, 176 S., 19,95 Euro, ISBN 978-3-7799-2831-7

Informationen und Bestellung

30. August 2013

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 09.10.2013 in Köln: Bürgerschaftliches Engagagement fördern - kommunale Strategien für die Zukunft
Ein Fachkongress des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

• 29.-30.11.2013 in Meißen: Senioren(stützende)genossenschaften: Gemeinschaftliche Selbsthilfe als eine Antwort auf den demographischen Wandel
Eine Tagung der innova eG

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